Bad Endbach in alten Ansichten

Bad Endbach in alten Ansichten

Auteur
:   Theodor Becker
Gemeente
:   Bad Endbach
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1548-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Endbach in alten Ansichten'

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39. Während noch im 19. Jahrhundert mit dem Dreschflegel gedroschen wurde, kamen im Anfang des 20. Jahrhunderts die Dreschmaschinen auf. Es war eine schöne Zeit, wenn nach der Ernte die Dreschmaschine in das Dorf kam und bei den Landwirten die eingefahrene Frucht gedroschen hat. Mit einem langen Treibriemen wurde die Maschine von einer Dampflokomobile angetrieben. Später erfolgte der Antrieb durch einen Traktor. An den Dreschtagen halfen sich die Nachbarn und Verwandten gegenseitig aus. Bei den Arbeiten an der Maschine wurden zehn bis zwölf Hilfskräfte gebraucht. Für die Landwirte war der Dreschtag jeweils ein freudiges Ereignis und es wurde dabei festlich gegessen und getrunken, insbesondere wenn die Ernte reichlich ausgefallen war.

40. Die Kleinbauern von Endbach verrichteten ihre Feldarbeiten von altersher mit dem eigenen Kuhfuhrwerk. Es waren ausschließlich Kühe der Vogelsberger Rasse. Als Zugtiere war dieses leichtbewegliche Rotvieh in dem hiesigen Bergland am besten geeignet. Die Jungtiere wurden meist im eigenen Stall aufgezogen und im Alter von zwei Jahren zum fahren im Wagen wie im Pflug, angelernt. Es galt bei den Kleinbauern der Spruch: 'Eine gute Kuh deckt viel Armut zu.' Außer Arbeitsleistungen erwarteten die Kleinbauern auch von den Kühen die Milch und Butter für den Haushalt. Dieses setzte voraus, daß die Kühe gut gefüttert und gepflegt wurden. Die Traktoren und Motorpflüge haben das Kuhfuhrwerk verdrängt.

41. Der Hohlweg war zu alten Zeiten die Einfahrt zum großen Wiesengrund. Durch die altbekannte Sperre war eine Durchfahrt zur Hauptstraße nicht möglich. Wenn im Monat Juni gutes Heuwetter vorausgesagt war und über die Ortsschelle ausgerufen wurde 'das Mähen im Wiesengrund ist erlaubt,' dann belebte sich der Hohlweg. Es waren fast alle Einwohner Halter von Großvieh und so war die Heuernte ein Begriff des Jahres. Für viele war es ein Erlebnis, wenn die Dorfbevölkerung in ihrer farbenfrohen Sornmerkleidung, jeder auf seinem Grundstück, das gemähte frische Gras bei hellem Sonnenschein mit den buntgemalten Heureehen wendeten. Das Bauerntum ist verdrängt. Heuernte und die damit verbundene Zunft bestehen nicht mehr und die große Sperre am Hohlweg ist abgeschafft.

42. Um das Jahr 1890 gründete die Firma Joh. Christ, Krieb & Co. in Endbach eine Zigarrenfabrik. Am 20. Juli 1910 ist die Fabrik auf die Firma Rinn & Cloos A.G. übergegangen. Außer dem Werkmeister und Lagerarbeiter wurden nur Frauen und Mädchen beschäftigt. Für den Ort hatte die Fabrik eine große Bedeutung. Es war kaum ein Haus in Endbach, in welchem nicht eine weibliche Person ihren Arbeitsplatz in der Zigarrenfabrik gehabt hat. Die Fertigung der Zigarren erforderte eine gute Übung und die Anlernlinge brauchten oft einige Jahre bis sie die erforderliche Qualität erarbeiten konnten. Im Bild befindet sich das Arbeitspersonal der zwanziger Jahre. Wegen Arbeitermangel ist der Betrieb später eingestellt worden.

43. Landwirt Ludwig Koch 1. (Kochs Liwig), einer aus dem Stamm von Koch irn Loch, hat sich um die Pflege der heimatlichen Fluren, Wiesen und Wälder eifrig bemüht. An der Umwandlung der Laubwälder auf Nadelholz hing sein großes Interesse. Nicht nur in den kleinen Parzellen des Bauernwaldes, auch in den Gerneindewaldungen wachsen Fichten- und Kiefernbestände heran, bei deren Anpflanzungen er überwiegend mitgewirkt hat. Die Bepflanzung der Straßen, welche in alten Zeiten zur Dorfverschönerung gehörte, hat er mit viel Liebe gehegt und gepflegt. Als der Autoverkehr im Laufe dieses Jahrhunderts einsetzte, sind die schönen Bäume der Straßenerweiterung zum Opfer gefallen und der Ort hat damit ein würdiges Gepräge verloren.

44. Mit der Geschichte von Endbach ist die Bauerntracht verbunden. Während die Männer blaue Kittel aus selbst gesponnenem Leinen trugen, waren es bei den Frauen der gefaltete schwarze Rock (Beffel), die Kapuze mit den langen, breiten Bändern und weiße Wollstrümpfe. Von der Sonntagstracht unterschied sich die Abendmahls- und Mädchentracht, In dem vom Maler Ernst Bombe in Endbach gefertigten Bildnis der Bäuerin Margarethe Becker (Elwerts Margrie) finden wir die originelle Endbacher Frauentracht, wie sie bis in das hohe Alter getragen wurde. Das Spinnrad gehörte zum Bestand eines jeden Frauenhaushaltes, mit welchem die Schafwolle zu dem lebensnotwendigen Garn gesponnen wurde.

Selbst gesponnen, selbst gemacht, wie das Sprichwort pflegt zu sagen,

War zu eurer Mütter Tagen, Stolze reine Bauerntracht.

45. Im Mittelpunkt des Dorfgeschehens stand das im Jahre 1833 erbaute Schulhaus. Die hohe Treppe, mit dem schweren verzierten gußeisernen Geländer, bildete den Aufgang zur Schule. Nach dem Bau der neuen Schule hat hier nur noch in begrenzter Zeit Schulunterricht stattgefunden, bis das alte Gebäude zum Rathaus der Gemeinde eingerichtet wurde. Es gibt keinen alten Endbacher, dem die hohe Treppe nicht in Erinnerung geblieben ist. Die steinernen Stufen waren durch die einhundertjährige Benutzung ganz ausgetreten. Dem vermehrten Straßenverkehr zu Folge, mußte der Treppenaufgang abgerissen werden. Das Gebäude hat damit einen Teil der Historik verloren. Viele Freunde der Endbacher Geschichte hoffen, daß das Haus als Musentempel der Gemeinde erhalten bleiben wird.

46. Am 14. August 1920 gründete eine verantwortungsbewußte Schar junger Männer mit dem Lehrer Herrn Bruno Schulz den Sportverein, der außer dem Fußballspiel auch das leichtathletische Sportvergnügen fördern sollte. Auf dem Bild sehen wir die zahlreiche Beteiligung der Bevölkerung bei den ersten veranstalteten Wettläufen. In der Laufbahn befindet sich der Sportfreund Heinrich Kirchner, der mit Bruno Schulz die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf einen guten Anfang im Sportgeschehen lenken konnte. Im Hintergrund befindet sich der inzwischen zugeschüttete Steinbruch und Dreschplatz, wo sich eine Menge Zaungäste zu dem ersten Wettspiel angesammelt hatte.

47. In den Haushalten der Landwirtschaft galt es aus dem Grund der Sparsamkeit, den Verbrauch an Lebensmitteln aus der eigenen Erzeugung zu bestreiten. Brot, Kartoffel, Hülsenfrüchte, Obst, Fleisch und so weiter mufsten aus dem eigenen Anbau beziehungsweise eigener Schlachtung für den Jahresbedarf reichen. Wenn es hoch kam, wurden bei einem besonderen Anlaß ein bis drei frische Dreipfennigbrötchen gekauft, die von der sogenannten Weckfrau angeboten wurden. Beim Kauf von Frischfleisch wurde auch mit Pfennigen gerechnet. Noch in den Anfängen dieses Jahrhunderts, war der Metzger mit dem Hundewägelchen unterwegs. In den zwanziger Jahren kam anstatt des Hundegefährtes der noch vielen Bürgern bekannte Pferdewagen. Im Foto sehen wir den Metzgergesellen Wilhelm Klingelhöfer auf der Rundfahrt beim Fleischverkauf.

48. Das Brückelädchen gehörte zum Bestandteil des Dorfes. Um die Jahrhundertwende war das Lädchen unter dem Druck der niederen finanziellen Verhältnisse in Verbindung mit der Wohnung von den Eheleuten Georg Klingelhöfer erbaut worden. Das Geschaftchen wurde von der Frau getätigt, da der Mann als Bergmann auf einer Grube beschäftigt war. Im Dorf nannten ihn die Leute 'Kaufmann', obwohl er das Lädchen nicht versah. Im Bild befindet sich Frau Klingelhöfer als Inhaberin, sowie Kinder und Enkel. Waren es doch viele Dinge, die in den alten Zeiten gebraucht wurden, wie Petroleum, Fettlichtchen, Kerzen, Fliegenfänger, Fuhrrnannspeitschcn, Bindfäden, Sicheln, Wetzsteine, Kinderkleidehen und so weiter. Im Brückenlädchen gab es, was gebraucht wurde.

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