Bad Endbach in alten Ansichten

Bad Endbach in alten Ansichten

Auteur
:   Theodor Becker
Gemeente
:   Bad Endbach
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1548-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Endbach in alten Ansichten'

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49. Schon zu alten Zeiten wurde die Schneelandschaft um Endbach zum Vergnügen der jungen Leute. Waren es nicht die angelegten Eisrutschbahnen und Schlittschuhfahrten, so boten die allmählich steil verlaufenden Hänge Gelegenheiten genug zum Schlittenfahren. Insbesondere waren es die langen lenkbaren, eigens angefertigten Schlitten, auf denen mit ungefähr zehn Personen auf der Günteroder Straße gefahren wurde. Autoverkehr und desgleichen gab es zu dieser Zeit nicht. Die Schneeballschlachten gehörten ebenfalls zum Wintervergnügen, wie auch das Aufrollen von mächtigen Schneewalzen. Das Foto entstand zur Zeit der Arbeitslosigkeit im Jahre 1923. Man erkennt unter anderen noch die inzwischen verstorbenen Willi Peter, Christian Rink und Karl Müller.

50. Zu alten Zeiten befanden sich die Dorfstraßen in Endbach in dem gleichen Zustand wie die Feldwege. Die Gemeinde war finanziell schwach und Verbesserungen konnten nur in gemeinschaftlicher Arbeit durch Hand- und Spanndienste erfolgen. In manchen Straßen befanden sich enge Stellen, wo sich Fahrzeuge nicht ausweichen konnten und kaum breiter waren als ein Fahrrad lang. Im Bild: Der junge Schreinergeselle Rudolf Koch mißt mit seinem damals noch seltenen Fahrrad die Enge der Straße in Richtung Günterod. Zehn Anwesen, die einst von den Vorfahren als Erbschaft an die Kinder oder Kindeskinder übergegangen waren, mußten dem Straßenverkehr weichen. Die dörfliche Ruhe ist nicht mehr vorhanden. Motorenlärm und die zeitliche Hetze erflillen die einst so ruhige Dorfstraße.

51. Die damaligen Hausformen der Bauernhöfe bestanden aus einem Fachwerkbau. Stallungen und Wohnungen befanden sich unter demselben Dach und von der Straße konnte man direkt in den Hof einfahren. Ein schwieriges Problem bildete die Bestellung der Felder. Es gab eine Vielzahl von Parzellen, dazu die steilen Hanglagen, die sich mit Maschinen kaum bearbeiten ließen, obwohl schon manche Bauern im Besitz von Mähmaschinen und dergleichen waren. Für viele Einwohner erschien die Landwirtschaft unrentabel. Sie wandten sich zur Industrie als Arbeiter oder Angestellte. Einige größere landwirtschaftliche Betriebe blieben dem althergebrachten Bauerntum treu. Nach der Last des Tages gönnt sich Jakob Joehem (Hewel Jakob) einen geruhsamen Feierabend.

52. Wenn im Frühjahr Schnee und Eis geschmolzen waren und die Feldwege von der Sonne trockneten, begannen die Feldarbeiten. Jakob Klingelhöfer, Bürgermeister und Landwirt, befindet sich auf einer Fahrt in das Feld. Seine beiden Braunen leisten die anfallenden Arbeiten mit Leichtigkeit. Von der Fuhrmannspeitsche machte er wenig Gebrauch. Es war eine befriedigende Arbeit, denn Motorenlärm störte zu alter Zeit nicht und das gemütliche Tempo der Pferde wirkte beruhigend, zumal wenn die Lerchen über dem Gefährt trillerten und auf den Äckern lustig die junge Saat grünte. Im Bild sehen wir den damals noch unbebauten Teichweg. Im Hintergrund links den 'Lohkuppel' an welchem später das Ehrenrnal, inmitten einer Kiefernkultur als Ehrenhain für die Gefallenen der Weltkriege errichtet wurde. Foto um 1927.

53. Um das Jahr 1920 gab es in Endbach noch keinen Fußballplatz. Die Spiele wurden auf den Wiesen der Bauern ausgeführt, Im Bild ist die erste Mannschaft des neugegründeten Vereins für Bewegungsspiele (VfB) beim ersten Hinterländer Pokalspiel am 24. Oktober 1920 zu sehen. Links gegenüber der Krebsmühle befindet sich noch die alte Backsteinbrennerei, die etwa zwei Jahre später abgerissen worden ist. Der Lehm wurde in unmittelbarer Nähe gegraben und in einer von einem Pferd gezogenen Mühle geknetet, von Hand zu Backsteinen geformt und zwischen brennendem Kohlenstaub in dem ersichtlichen Gebäude gebrannt. Der Betrieb ist eingestellt worden, weil sich inzwischen moderne Backsteinbrennereien entwiekelt haben. Im Hintergrund befindet sich die um die Jahrhundertwende erbaute Talbrücke.

54. In diesem Bild befinden sich Jäger der alten Zeit zu einer Gesprächsrunde im Laufe einer kleinen Treibjagd. Wie es seit alter Zeit üblich war, aus dem Jagdleben gegenseitig zu berichten, so fehlte dabei auch das Jägerlatein nicht. Im Foto sehen wir damalige Jagdfreunde, darunter die Pächter des gemeinschaftlichen Jagdbezirks Stemberg und Willi Rettinghaus, die Jäger Kamper, Gustav Becker und Theodor Herrmann. Treiber waren die jugendlichen Adolf Förster, Willi Donges, Karl Koch und Erwin Koch, die aber, soweit sie noch leben, längst alte Großväter geworden sind. Nach der Treibjagd veranstalteten die Pächter ein Jagdessen, wobei der beste Schütze des Tages ausgezeichnet wurde.

55. Die Vertreibung von mehr als zehn Millionen Deutscher aus ihrer Heimat, ist ein Ereignis des Zweiten Weltkrieges, das in der Geschichte Europas noch nicht vorgekommen ist. Allenthalben in unserem Land gab es den Anstoß zur Ausweitung von Wohngebieten, damit die Vertriebenen wieder eine Heimat bekamen. In Endbach wurde ein Baugebiet im westlichen Teil der Gemeinde ausgewiesen. Im Bild sehen wir die weiten Flächen rechts und links vom Enwuchtal, als es noch landwirtschaftlich genutzt wurde. Im Hintergrund erhebt sich der Eichwald, in welchem vor Jahrzehnten noch jährlich im Monat Mai das Lohschälen stattfand.

56. Die Lohwiesen waren es zu allen Zeiten, die dem Dorfe einen besonderen Reiz verliehen haben. Eigentümer dieser KleinparzeIlen waren die anliegenden Landwirte. Hier holten sie im Frühling die ersten grünen Blätter zum Gernüse, hier holten sie das Grünfutter für das Vieh, und die Kinder fanden reichlich Platz zum spielen, Im Bachlauf der Salzböde wuschen die Frauen ihre Wäsche, breiteten sie auf den Grasflächen zum Bleichen aus und hingen sie zum Trocknen auf die ausgespannten Wäscheleinen. Im Herbst trat die Salzböde über die Ufer und bildete einen See, auf dem die Jugend mit selbstgezimrnerten Kähnen umherfuhr. Im Winter waren es die Eisrutschbahnen, die sich bei Frostwetter bildeten und für Jung und Alt herrliche Winterfreuden bereiteten.

57. Mit dem Bau der Bahnstrecke Herborn-Niederwalgern wurde auch das Bahnhofhäuschen in Endbach gebaut. Fahrkartenausgabe und Warteraum für die Fahrgäste befanden sich dann über dreißig Jahre lang in dem kleinen Fachwerkgebäude. Es war nicht nur die Bevölkerung von Endbach, sondern auch aus Wommelshausen und Günterod fuhren viele mit der Bahn, sodaß die Fahrgäste nicht alle unterkamen und in dem gegenüberliegenden Gasthaus ihre Bleibe gesucht haben bis der Zug kam. Die Geschichte des Bahnhofhäuschens hatte durch den Jahrzehnte dauernden Bestand einen historischen Charakter bekommen. Durch die veränderte Struktur des Ortes wurde ein neues Gebäude errichtet, aber das originelle Häuschen ist in Erinnerung geblieben.

58. Die seinerzeit im Dorfe bekarmten treuen Pferde des Landwirts Adam Koch waren außer in der Landwirtschaft auch bei schweren Holzfuhren eingesetzt. Als auf dem Kohlberg einst die Bremse am schwerbeladenen Wagen gebroehen ist und die Pferde mit dem Wagen in unvorstellbarer Geseltwindigkeit ins Tal gerannt und dann eine sechs Meter hohe Böschung hinuntergestürzt sind, waren Wagen und Geschirr völlig zerschmettert. Die getreuen Pferde aber waren wie durch ein Wunder verschont geblieben. Kopfliber sind sie auf die gegenüberliegende Wiese geschleudert worden und bis ihr Fuhrmann die UnglücksteIle erreicht hatte, standen die Pferde unbeschadet auf der Wiese und weideten friedlich im Gras. Im Bild führt Ludwig Rink (im Zweiten Weltkrieg gefallen) seine Lieblinge aus,

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