Bad Endbach in alten Ansichten

Bad Endbach in alten Ansichten

Auteur
:   Theodor Becker
Gemeente
:   Bad Endbach
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1548-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Endbach in alten Ansichten'

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59. Ein Schreckenstag vollzog sich beim Brand im Gehöft des Landwirts Adam Koch im Jahre 1928. Die mit der gesamten Ernte des Jahres geflillte Scheune stand in hellen Flammen. In der dürren Frucht verbreitete sich das Feuer im Nu und die Feuerwehr hatte große Mühe, die Flammen von den ánliegenden Gebäuden abzuhalten und so blieben diese von dem Unglück verschont. Nach den Löscharbeiten stellten sich die Männer der Wehr und die Löschhelfer dem Fotografen. Links vorne der damalige Wehrführer Bäckermeister Theodor BUIk, hinten links Bürgermeister Jakob Klingelhöfer. Die Wehr wurde gegründet im Jahre 1912. Es war dieses der fünfte große Brand in Endbach, den die Feuerwehr seit ihrer Gründung mit Erfolg bekämpft hatte.

60. In der Dorfmitte, neben der Kirche, stand einst das Gemeindebackhaus. Die Backöfen befanden sich täglich im Betrieb, denn es war kaum eine Familie die nicht das Brot für den Haushalt selbst gebacken hat. Jede Hausfrau war mit dem Backen des Bauernbrotes sowie dem Hefekuchen vertraut. Es mag wohl der Grund sein, weshalb das eigengebackene Brot schmackhafter war, weil es naturgemäß in einem mit Holz geheizten Ofen besser gebacken wurde. In dem Foto befindet sich eine Bäuerin (Häusjes Lilli) beim herausnehmen des fertigen Geback der duftenden Brote. Wegen der Verbesserung des Straßenverkehrs ist das Backhaus abgerissen worden. Eine uralte Tradition, welche das Dorfleben ehemals geprägt hat, ist damit untergegangen.

61. In der Geschichte 'Zu Großvaters Zeiten' ist das Leben einer ehrbaren Bergmannsfamilie nicht wegzudenken. Mit ihr verkörpert sich das Arbeiter- und Bauerndorf.

Im Bild rechts sehen wir den Bergmann Paul Kirchner. Die schwarze Bergmannsuniforrn wurde bei feierlichen Anlässen getragen, soweit diese irn Berufsleben stattfanden. In seinem Rentenalter verrichtete er noch Dienste für die Derfgemeinde und die Kirche.

Links: Drinnen waltet seine züchtige Hausfrau. Von der Kornsaat bis zum geformten Brot ist viel Arbeit erforderlich. Auf dem Backbrett wird es zum Backhaus getragen. Die alte Zeit ist vergangen, mit ihr das Leben dieser Bergmannsfamilie.

62. Eine sonntägige Wanderung zur Heuleiche oder in den Merwuch und zurück durch die Kopfsklippen gehörte zur Pflege der Geselligkelt bei Nachbarschaften, Vereinen, insbesondere Jugendgruppen. Musik und Gesang waren mit dem Leben der Endbacher Bevölkerung eng verbunden und kamen bei den Wanderungen reichlich zur Anwendung. Fast die Hälfte der Endbacher Gemarkung ist Waldfläche, und da seit alter Zeit überwiegend Mischwald vorhanden ist, besteht ein gutes Reizklima, das für den späteren Aufbau vom Arbeiter- und Bauerndorf zum Kneippheilbad nicht unwesentlich beigetragen hat. Um die Jahre nach 1920 sind große Waldflächen vom Mischwald auf Fichten, Kiefern und Lärchenbestände umkultiviert worden.

63. Im gesellschaftlichen, wie irn religiösen Leben fördert der Chorgesang das Gefühl der Zusammengehörigkeit in den Gemeinden. In unserem urwüchsigen Hinterland ist erst seit dem 19. Jahrhundert der vereinte vielstimmige Gesang bekannt, der dann in fast allen Hessendörfern sehr gefördert worden ist, Wenn man mit besonderer Aufrnerksarnkeit den Chorgesang der alten Zeiten verfolgt, so kann man feststellen, daß Gesangvereine, wie christliche Gerneindechöre, traditionsreich bis in die heutige Zeit geblieben sind. Erfreulicherweise beteiligen sich auch die Frauen am Singen und allenthalben hat es, insbesondere in Kirchen und Gemeinschaften, gemischte Chöre gegeben. Im Bild befindet sich der Männerchor der freien evangelischen Gemeinde Endbach, unter anderen die alten Sänger Moritz Kaspari, Luis Schneider, Kar! Debus, Fritz Steih, August Becker und Otto Dick. Foto 1922.

64. Musik war schon seit alter Zeit in Endbach sehr beliebt. Der Posaunenchor, der sich im Jahre 1921 aus einem Kreis junger Männer gebildet hatte, ist im Bereich der evangelischen Kirche mit seiner Musik aufgetreten und steht bei Gottesdiensten, Jubiläen und Veranstaltungen zur Verfügung. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten die längst verstorbenen Kar! Rink, Wilhelm Schäfer, Hermann Becker und Kar! Becker. Die jüngere Generation war vom Posaunenspiel sehr begeistert und hat sich dem Chor angeschlossen, der bald eine erhebliche Mitgliederzahl aufweisen konnte. Da es damals noch keine Autos gab, wurde oft stundenweit zu auswärtigen Veranstaltungen marschiert, wobei Marschmusik mit der derzeit noch üblichen Pauke reichlich zur Anwendung kam.

65. In der Erntezeit standen die Hausarbeiten der Bäuerinnen hintenan. Von früh bis spät waren sie mit der Ernte beschäftigt. Die Vorrnittage waren zum Abmähen der Frucht da, und an den Nachrnittagen wurde eingefahren, Die damaligen Erntewagen waren sehr hoch und die Garben mußten mit der langen Erntegabel aufgeladen werden. Wenn der Wagen nicht sachkundig beladen wurde kam es oft vor, daß er auf hängenden Äckern umfiel, wobei dann viel von der dürren Frucht verloren ging. In den Schulferien waren die Kinder mit dabei und halfen mit, In ländlichen Schulen wurden zu alten Zeiten die Ferien in die Erntezeit verlegt. Im Bild befinden sich die Bäuerinnen Emilie und Lieselotte Beppler bei der Kornernte.

66. Die urtümlichste und billigste Form der Ernährung war die Eigenversorgung. Früher lebten die Familien in den Dörfern fast ausschließlich von dem, was ihnen der Acker und der Stall bot. Die Bedürfnisse, zu denen man Geld brauchte, waren gering. Wenn das Korn gut geraten und geerntet war, lebte man glücklich und zufrieden, weil dann das tägliche Brot für ein Jahr keine Sorge bereitete. Bei der Ernte half Alt und Jung aus der Familie mit und jeder hatte seine bestimmte Arbeit. Erntemaschinen gab es in alten Zeiten nicht und daher störte kein Motorenlärm das sonst so belebte Erntefeld. Das kräftige Rauschen der Sensen und Sicheln stimmte zum fröhlichen Gespräch der Schnitter, und wenn der Brotkorb ausgepackt wurde, scharten sich alle zu einer gemütlichen Runde.

67. Mit dem bäuerlichen Leben war von altersher die Schafzucht verbunden. Die Schafe waren genügsam in der Haltung. Auf den kargen Hügeln, die für den Ackerbau unbrauchbar waren, begnügte sich noch die Schafherde. Wenn die Ernte eingebracht war, weidete die Herde im Stoppelfeld und im Herbst fand sie noch genügend Futter in dem abgemähten Wiesengrund. Im Futterstall war sie nur an Wintertagen, wenn eine hohe Schneedecke alles zugedeckt hatte. Mit dem Aufbau der Industrie ging die Schafzucht zurück. Adolf Geißler, als ausgesprochener Liebhaber, der Schafzucht konnte sich von seinen gepflegten Tieren nicht trennen. Im Bild befindet er sich bei der Herde, welcher er bis zu seinem Lebensende treu geblieben ist.

68. Als kleiner Nebenerwerb irn bäuerlichen Haushalt galt die jährliche Heidelbeerernte. Beim sonnigen Heuwetter waren die Beeren schön blau geworden und wenn das Heu alles eingebracht war, begarm ein munteres Treiben in den Hanglagen des Waldes. Alt und Jung zog mit dem Frühstück im Geschirr hinaus um die köstlichen Beeren zu pflücken. Der Heimweg wurde üblicherweise nicht früher angetreten bis die Geschirre gefüllt waren. Traditionsgemäß erklang dann im freudigen Schritt: Holla, holla, hall, ich hu mei Dibbe voll, bis owe 0 die Henke, ich kanns nit mi geschwenke. Gegen Abend kamen die Händler in das Dorf und kauften die Beeren auf.

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