Bad Endbach in alten Ansichten

Bad Endbach in alten Ansichten

Auteur
:   Theodor Becker
Gemeente
:   Bad Endbach
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1548-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Endbach in alten Ansichten'

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69. Es war mit Recht echter Bauernstolz wenn in alter Zeit die Familie mit der bespannten, schwarz polierten Kutsche eine Spazierfahrt unternahm. In dem eigen für Schlitten- und Kutschfahrten bereitgehaltenen Geschirr und mit den gewichsten Hufen gaben die sonst für den Ackerbau gehaltenen Pferde des Landwirts Erwin Klingelhöfer ein herrliches Bild, wenn sie im leichten Trapp mit der Kutsche durch die sonst so stillen Dorfstraßen gefahren sind. Nicht aber für den eigenen Bedarf allein, sondern auch für Fahrten der Dorfbevölkerung stand die Kutsche bereit. Insbesondere bei Hochzeiten fuhr die geputzte Kutsche vor und wenn dann das Paar in dem geschmückten Gefährt abfuhr, säumten die Einwohner die Dorfstraßen und nahmen Anteil an dem festlichen Gepräge.

70. Wanderer, die zu alten Zeiten an rund zwanzig Mühlen vorbei im Tal der Salzböde aufwärts wanderten, trafen, ehe sie das Dörfchen Endbach erreichten, auf ein herrlich gelegenes Fleckchen am Krebsteich. An den Sommertagen tummelte sich Jung und Alt in dem klaren Wasser des Teiches. Die herabhängenden Zweige der haushohen Eschen im frischen Grün der angrenzenden Wiesen und der Bliek auf die weißleuchtenden Fachwerkhäuser am Endebach, luden manchen Vorüberziehenden zum Verweilen an dem einzigschönen Plätzchen ein. Im Strudel der Zeit ist es verschwunden. Eine darüber gebaute Straße hat die Idylle unter sich begraben. Der leise plätschernde Bach ist auf die andere Talseite verlegt worden, und niemand kann mehr sein sanftes Rauschen hören. Foto 1929.

71. Die Geschichte des Gesangvereins 'Eintracht' führt zuriick in das Jahr 1879. Nach den vorhandcnen Aufzeichnungen bewegte sich die Mitgliederzahl bei zwanzig Sängern. Im Laufe des 20. Jahrhunderts war die Mitgliederzahl auf S3 gestiegen, einschließlich der passiven Mitglieder. Wegen Mangel an Dirigenten ist die Vereinstätigkeit zum Erliegen gekommen. Vereinsfahne und sonstiges Ver einsvermögen befinden sich zur Aufbewahrung bei der Gemeindeverwaltung. Im Bild sieht man den Verein bei einem Ausflug in die heimische Natur. Christian Rink, Theodor Fischer, Dirigent Klages, Heinrich Koch, Erwin Klingelhöfer, Adolf Förster, Jakob Müller und K. Koch sind noch zu erkennen. Foto 1928.

72. Ein schmuckes Fachwerkhaus, einst Wohnhaus des alten Stellmachers Johann Georg Rink (MelIesch Waar) gab dem Kirchweg in alter Zeit ein würdiges Aussehen. Die kleinen zweiflügeligen Fenster deuteten auf die Zeit hin, als noch am Fensterglas sehr gespart werden mußte, dagegen aber auf eine gutte Zimmermannsarbeit Wert gelegt wurde. Aus dem grofsen Brand von 1861 war es gerettet worden, weil die gegenüberliegende Scheuer ganz naß gehalten worden war und die Flammen somit nicht übergreifen konnten. Zur Erweiterung der Kirche mußte das Haus als eines der letzten schönen Fachwerkbauten abgerissen werden. Der Kirchweg aber hat dadurch nicht unwesentlich an seiner historischen Straßenansicht verloren. Foto 1929.

73. Der feierlichen Einbringung der zweiten Kirchenglocke folgte dem Zug zur Kirche eine große Zahl der Bevölkerung. Die alte Glocke stammt aus dem 12. Jahrhundert. Nicht nur bei kirchlichen Anlässen, auch im dörflichen Alltagsleben hat sie mit ihrem mahnenden Geläute die täglichen Geschehnisse zu Freud und Leid begleitet. Die Glocken gehören zwar zur Kirche, aber nichtsdestoweniger gehören sie der ganzen Gemeinde. Die Gemeindegremien fühlten sich daher verlanlaßt, eine Geldsarurnlung im Ort durchzuführen, Das Sammelergebnis hatte dann erfreulicherweise soviel Geld eingebracht, daß auch noch eine dritte Glocke beschafft werden konnte. Im Bild: Die mit Bändern verzierte zweite Glocke auf dem geschmückten Wagen bei der Ankunft an der alten Schule.

74. Wer hat dich, du schöner Wald, aufgebaut so hoch da droben? Wohl den Meister will ich loben, so lang noch meine Stimm' erschallt. Gar manchen müden Wandersmann der alten Zunft bewegte dies Lied von Felix Mendelssohn-Bartholdy beim Anblick des reizenden Buchenwaldes 'Auf dem Kohlberg', In seinem kühlen Schatten auf den grünen Matten am Waldesrand, sah man im Rückblick das Dörflein mit seinen zierlichen Fachwerkhäuschen, eingebettet im lieblichen SaIzbödetal liegen. Der 'Waldweg', früher 'Gasse', ist ein Teil der ersten Ansiedlungen am 'Endebach'. Am 1. Dezember 1865 ist der Dorfbrunnen, mit seinem silberklaren Wasser, in einem feierlichen Rahmen eingeweiht worden. Die Leitungsrohre bestehen aus der früher bekannten Steineware. Foto 1929.

75. Selbstgebackenes Brot aus selbstgezogener Kornsaat, das war zu alten Zeiten ein fester Bestandteil des bäuerlichen Haushaltes. Jede Familie, wenn sie auch nur wenig Ackergrundstücke hatte, sorgte dafür, daß sie den Jahresbedarf an Frucht für das tägliche Brot ernten konnte. Die Arbeiten, von der Aussaat bis zum fertigen Brot, waren mit viel Mühe verbunden. Wenn die Ernte gedroschen war, wurde die frische Frucht auf dem hergerichteten Lagerplatz auf dem Dachboden getrocknet. In alter Tradition fuhr der Müllerwagen zur bestellten Zeit vor und holte jeweils die für einen Geback erforderliche Frucht zur Mühle. Er brachte später Mehl und Kleie getrennt wieder zurück. Im Bild: Der Müllerwagen der Mühle 'Schlierbach'. Mit der neuen Zeit ist die alther bestehende Sitte in Vergessenheit gekommen.

76. Alle Bürger haben an dem Aufbau von Endbach mitgewirkt. Bürgergemeinschaft, Sirten und Gebräuche sollen nicht vergessen werden. An die Zeitenwende der dreißiger Jahre knüpfen sich manche Erinnerungen. Im Rückblick auf das überlieferte Brauchtum stellt sich ein Kreis junger Burgerinnen, in der seither üblichen Endbacher Sonntagskleidung, dem Fotografen. Die Volkstrachten haben im Heimatmuseum im Biedenkopter Landgrafenschloß eine bleibende Stätte gefunden. Das Blechvehikel (hinten) hat jedoch die neue Zeit erobert. Im Bild: Erna Jung, Hilde Klingelhöfer, Elfr. Müller, Hildegard Schäfer und Elfr. Schäfer, Foto 1930.

Ich träum als Kind mich zurücke Und schüttle mein greises Haupt, Wie sucht ihr mich heim, ihr Bilder, was lang ich vergessen geglaubt.

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