Bad Gandersheim in alten Ansichten Band 1

Bad Gandersheim in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. Kurt Kronenberg
Gemeente
:   Bad Gandersheim
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1382-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Gandersheim in alten Ansichten Band 1'

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9. Innenansicht der Stiftskirche nach Westen.

Der Westteil der Stiftskirche ist wie bei allen frührornanischen Kirchen besonders ausgeprägt. Hier stand einst der Sitz der Kaiser, von denen im 10. und 11. Jahrhundert fast alle, später noch einzelne Gandersheim besucht hatten. Nach dem Mittelalter nannte man ihn den Fräuleinchor, weil sich hier die Stiftsdamen versammelten. Der Titel Fräulein stand damals nur adligen Damen zu. Nach der Aufhebung des Stiftes erbaute man im 19. Jahrhundert den Balkon, der 1909 wieder entfernt wurde. Hier saß der Organist und spielte die im Chor eingebaute Orgel. Das bereits in Nr. 8 erwähnte Gestühl wirkt hier besonders hart und unbewegt; erst in unserer Zeit wurde ein Mittelgang geschaffen. Aufnahme um 1885.

10. Auf der Stiftsfreiheit.

Ruhe und Stille herrschten 1906 auf der Stiftsfreiheit, die damals nach dem letzten regierenden Herzog von Braunschweig Wilhelmsplatz hieß. Nur zwei Damen mit langen Kleidern und Sonnenschirmen spazierten den Fußweg entlang. Einige Kinder spielten im Schatten der dichten Kastanien, die so eng gepflanzt waren, daß sie die grelle Sonne abhielten. Die Damen hatten den Sonnenschirm aufgespannt, nachdem sie das schützende Schattendach verlassen hatten. Der Markt im Hintergrund war leer, das Südportal der Stiftskirche verschlossen. Der Dichter Wilhelm Raabe hat die Stimmung in der kleinen Stadt in seiner Erzählung 'Nach dem großen Kriege' benutzt, um die seelische Verfassung seines Helden Fritz Wolkenschläger zu schildern. Aufnahme Nissen um 1906.

11. Die Mauer vor der Abtei.

Die Abteigebäude waren einst durch eine Mauer von der Stiftsfreiheit getrennt, dahinter lag ein kleiner barocker Lustgarten mit einem Springbrunnen und Putte. Er war 1730 beim Bau des Barockflügels angelegt worden und blieb bis 1934. Nach der Aufhebung des Stiftes 1810 wohnte im Erdgeschoß der Domänenpächter, der einen Zugang vom Domänenhof besaß. Nachdem 1833 Gandersheim Sitz eines Landkreises geworden war, wohnte dessen Leiter, der Kreisdirektor, im ersten Stockwerk. Nach Aufhebung der Domäne wurde der Barockbau ausschließlich für Bürozwecke eingerichtet und die schirmende Mauer beseitigt. Aufnahme Nissen um 1906.

12. Der Kaisersaal in der Abtei.

Der Kaisersaal im Barockbau der ehemaligen Abtei gehörte seit 1833 zur Dienstwohnung des Kreisdirektors, der hier Feste und Bälle veranstaltete, zu denen die Angehörigen der höheren Stände aus Stadt und Land Gandersheim geladen wurden. Die weiße Büste in der Bildmitte stellt aber keinen Kaiser dar, sondern den regierenden Herzog von Braunschweig, Der Saal führte seinen Namen nach Kaiser Karl VI. (1685-1740), dessen Frau Elisabeth Christine eine geborene Prinzessin von Braunschweig war und oft hier geweilt hatte. Um 1900 liebte man Vorhänge, welche das Tageslicht dämpften. Das Foto befindet sich auf einer Menuekarte für ein Festessen. Aufnahme vor 1913.

13. Abtei als Herrenhaus der Domäne.

Nach der Auflösung des Stiftes zog der Pächter der nun staatlichen Domäne in das untere Stockwerk des Abteigebäudes, das um 1730 erbaut worden war. Der Eingang in das Haus war bisher über den Treppenturm im Abteihof erfolgt, jetzt hatte man eine Tür in die Nordwand des Gebäudes gebroehen und eine große doppelseitige Freitreppe vom Domänenhof erbaut. Links davon sehen wir die alte Einfahrt in den Abteihof, die noch heute erhalten ist. Weiter links im Fachwerkstil stand das Haus des Hofrneisters, das später durch einen Steinbau ersetzt wurde, es folgt die Pferdeschwemme (neben dem Baum). Hier steht heute die katholische Kirche, von der sich ein Torbogen zur Ecke der Abtei wölbt, sodaß man den freien Bliek nicht mehr hat. Aufnahme um 1905.

14. Die Burgstraße beim Plan.

Heute erstreckt sich links ein großer freier Platz, Domänenhof genannt. Damals lagen hier Pferdestall, Verwalterhaus und Kuhstall der Domäne, die 1810 entstanden war, nachdem Napoleon das Reichsstift aufgehoben hatte. In alten Zeiten hatten hier die Stiftskurien der Kanonisse Sophie Eleonore von Braunschweig-Bevern und die Dechanei des Stiftes gelegen, die noch auf dem Kupferstich von 1709 zu sehen sind. Nach 1896 änderte sich das Bild abermals, das Verwalterhaus wurde verkauft und versetzt, Pferde- und Kuhstall wurden 1934 abgerissen, nachdem die Domäne aufgesiedelt worden war. Das Hotel 'Zum Römischen Kaiser' besaß von 1893 bis 1895 der Gastwirt Christian Jungeblut. Aufnahme um 1894.

15. Am Plan Ecke Hagen.

Der Plan entstand 1530, als Herzog Heinrich der Jüngere von Braunschweig die Burg seiner Ahnen erweiterte und die hier stehenden Bürgerhäuser abreißen ließ, um freies Schußfeld zu haben. Die Besitzer verwies er an Grundstücke des Stiftes, sie bauten Häuser an die Stelle, die rechts im Bild zu sehen ist. Der Plan wurde später als Garten genutzt und eingezäumt, heute ist er ein öffentlicher Park mit Bäumen, Bänken und einem Kinderspielplatz. Das Haus in der Bildmitte hat sich wenig verändert, nur die schöne Barocktür wurde entfernt. Hier zweigt rechts die Straße 'Hagen' ab. Die Häuser rechts im Bild brannten am 23. August 1911 ab und wurden in einem damals neuen Stil erbaut, Aufnahme Nissen um 1910.

16. Der Plangarten.

Die Stadt Gandersheim besitzt im Stadtkern viele freie Plätze, deren Entstehung nur aus ihrer Geschichte zu erklären ist. Wie es zum Plangarten kam, wurde bereits in NI. 15 berichtet. Sein Name entstand, als er im 18. und 19. Jahrhundert als Garten vom Hotel 'Rörnischer Kaiser' genutzt wurde; hier legte man auch einen Artesischen Brunnen an. Als 1856 Herzog Wilhelm von Braunschweig fünfzig Jahre alt war und sein fünfundzwanzigjähriges Regierungsjubiläum feierte, pflanzte man die Wilhelrnseiche, die im Bild zu sehen ist, heute ein stattlicher Baum. Das schmiedeeiserne Gitter zeigt das 'w' des herzoglichen Namens und eine Krone. Aufnahme Nissen um 1920.

17. Der Brunnen an der Burgstraße.

Erst 1882 erhielt die Stadt eine Wasserleitung, an die alle Häuser angeschlossen wurden. Nun hatte jeder Haushalt fließendes Wasser in der Küche. Vorher mußten die Hausfrauen und Mägde das Wasser aus den öffentlichen Brunnen holen, was nicht leicht war, weil der vielköpfige Haushalt und das Vieh großen Bedarf hatten. Aber der Gang zum Brunnen bot auch Gelegenheit zu vielen Gesprächen, denn man traf sich hier regelmäßig am Morgen und Abend. Nur wenige Grundstücke besaßen eine eigene Pumpe. Brunnen gab es an vielen Stellen der Stadt, jede Nachbarschaft hatte mehrere. Unser Bild zeigt einen bereits zugedeckten Brunnen, der nicht mehr benutzt wurde, Der Kaufmann Fritz Täger hatte das Lebensmittelgeschäft 1897 übernommen. Aufnahme um 1900.

18. Bliek in die Hennebergstraße.

Die Straße hieß einst Pferdetränke, weil hier ein großer Brunnen stand, aus dem das Vieh getränkt wurde. Auf dem Bild ist nur noch eine Handpumpe zu sehen, die Wasser gab, wenn man den Schwengel auf und ab bewegte. Am Boden ist noch die Stelle zu sehen, wo sich vorher der Wassertrog befand, nun mit Dielen abgedeckt. Erst 1882 erhielt die Stadt eine Wasserleitung. 1888 wurde die Straße umbenannt nach Adolf Henneberg, welcher der Stadt sein großes Vermögen hinterließ. Das Fachwerkhaus mit dem großen Erker war schon damals vernachlässigt und machte einen verfallenen Eindruck, Es wurde 1962 abgerissen und durch das heutige Postgebäude ersetzt, Aufnahme um 1882.

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