Bad Gandersheim in alten Ansichten Band 1

Bad Gandersheim in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. Kurt Kronenberg
Gemeente
:   Bad Gandersheim
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1382-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Gandersheim in alten Ansichten Band 1'

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19. Nachmittagsstunde im Ratskeller.

Der Regulator an der Wand zeigt halb vier Uhr, eine Zeit, da nur wenige Gäste im Ratskeller saßen, erst abends ging es lebhafter zu, Die Ausstattung ist einfach, harte Holzstühle, Tische ohne Decken und Lampen mit offenen Glühbirnen. Schön sind die wuchtigen Kreuzgewölbe und der Kamin, der im Renaissancestil erbaut ist und die Jahreszahl 1588 sowie das gekrönte G als Stadtwappen zeigt, Es ist nur der Mantel, in den man einen eisernen Ofen hineingesetzt und an den Schornstein angeschlossen hat. Der Raum ist heute doppelt so groß wie zur Zeit der Aufnahme. In seiner Mitte steht heute der Pfeiler, der damals eingemauert war (rechts im Bild). Aufnahme Nissen um 1910.

20. Der Herzog besuchte die Stadt.

Am 17. Juni 1909 besuchte Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg, Regent des Herzogtums Braunschweig, die Stadt. Der Einzug erfolgte mit großem Pomp. Nach einem Vorreiter kam die Hofequipage, gezogen von vier Schimmeln, ein Diener in Livree sprang ab und stellte sich neben den Schlag. Der Herzog wurde durch den Bürgermeister, Major a.D. von Ernst, den Mitgliedern des Magistrats und den Stadtverordneten begrüßt. Die Vereine waren angetreten und bildeten Spalier, dahinter drängte sich die Bevölkerung. Die Straßen und Häuser waren überreich geschrnückt, an den Stadteingängen standen Ehrenpforten, Fahnen wehten in den Reichsfarben sowie den braunschweigischen und mecklenburgischen Landesfarben. Aufnahme Nissen 1909.

21. Der Herzog vor der Abtei.

Herzog Johann Albrecht besuchte außer der Stadt Gandersheim auch die Stadt Seesen und die meisten Dörfer des Landkreises Gandersheim. Dazu benutzte er nicht die feierliche Hofequipage aus vergangenen Zeiten, sondern ein modernes Auto, das offen war. Der Kraftwagen hält vor dem Barockbau der Abtei, wo der Kreisdirektor wohnte und der Herzog übernachtet hatte. Wir sehen von links nach rechts: den Herzog, Kreisdirektor Dannenbaum und Oberstleutnant von Grone als Adjutant. Der Herzog hatte sein Amt als Regent des Herzogtums am 5. Juni 1907 angetreten und wollte Land und Leute kennenlernen. Er begrüßte die Bevölkerung, verlieh Titel und Orden an verdiente Persönlichkeiten, besuchte Anstalten und besichtigte Sehenswürdigkeiten. Aufnahme Nissen 1909.

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22. Die St.-Georgs-Mühle.

Als Herzog Heinrich der Jüngere von Braunschweig im Jahre 1530 die Burg erweiterte, verlegte er die Amtsmühle in die Nähe der St.-Georgs-Kirche, von der sie nun den Namen St.-Georgs-Mühle erhielt. Sie wurde von der Gande getrieben und hatte drei Mahlgänge, war also größer als die dem Stift gehorige Hagenrnühle und die Borbergsmühle. Sie wurde vom herzoglichen Amt verpachtet, seit 1777 an Mitglieder der Müllerfamilie Ewig, die sie bis 1919 besaß, Am 9. November 1900 brach in den Mühlräumen Feuer aus und vernichtete die Mühlgebäude vollständig, nur die Scheune blieb stehen und ist noch heute erhalten. Friedrich Ewig erbaute die Gebäude neu, die Mühle ging 1919 in den Besitz der Müllerfamilie Stein über, 1972 wurde der Betrieb eingestellt. Aufnahme um 1895.

23. An der St.-Georgs-Kirche.

Die Pfarrkirche der Bürger im Mittelalter war die St-Oeorgs-Klrche, obwohl sie außerhalb der Stadtmauer lag und man das Stadttor verlassen mußte, um zu ihr zu gelangen. Die Stiftskirche war nämlich allein den Angehörigen des Reichsstiftes vorbehalten, die St.-Moritz-Kirche am Markt nur zur persönlichen Andacht bestimmt. Nach der Reformationszeit wurden die Bürger an die Stiftskirche verwiesen und die St.-Georgs-Kirche blieb fortan unbenutzt. Trotzdem wurde sie erhalten und 1676 sogar neu vermalt und ausgestattet, sodaß sie sehenswert ist. Der Kirchhof wurde 1864 geschlossen und erst 1911 wieder eröffnet. Aufnahme Nissen um 1907.

24. Der Steinweg (Bliek zum Markt).

Der Name weist darauf hin, daß der Steinweg die erste gepflasterte Straße der Stadt war; sie verband die alte Siedlung reisender Kaufleute, den Wiek, mit dem 881 erbauten Stift. Als sich der Mittelpunkt der Bürgersiedlung in die Nähe des Stiftes verlagerte, zum heutigen Markt, blieb der Steinweg eine der Hauptstraßen der Stadt, wo viele Kaufleute und Handwerker wohnten. Der Brauch, Tannenbäume vor die Haustüren zu stellen, war früher bei Konfirmationen und Schützenfesten allgemein Sitte. Hier handelt es sich um ein Fest auswärtiger Sänger oder Turner, denn Plakate an den Girlanden heißen die Gäste herzlich willkommen. Aufnahme Nissen um 1907.

25. Am unteren Steinweg.

Der vorm Markt nach Westen führende Steinweg biegt an dieser Stelle nach rechts. Zur Roswithafeier des Jahres 1926 hatte man das ehemalige Georgstor wieder errichtet. Die Häuser waren reich geschmückt, das Haus rechts am Tor brannte 1928 ab. Durch das Tor erblickt man das Frauenhaus 'Zum heiligen Geist', das zwölf alleinstehenden Frauen Gandersheims eine Heimstart bot. Jede bewohnte ein kleines nicht heizbares Zimmer, daneben gab es einen Gerneinschaftsraum und eine Krankenstube sowie eine Küche mit einem Herd, der zwölf Feuerstellen hatte. 1236 als Hospital von der Äbtissin Bertha gestiftet, diente es im Mittelalter als Beginenhaus. Vor wenigen Jahren von der Stiftung verkauft, befindet sichjetzt im Haus eine Arztpraxis. Aufnahme Nissen 1926.

26. Der Wilhelmsturm auf dem Clusberg.

Zum Dank für den Sieg irn Kriege 1870/71 wollten die Bürger von Gandersheim Kaiser Wilhelm I. ein Denkmal setzen und beschlossen, einen Aussichtsturm zu erbauen. Sie wählten dazu ein ebenes Gelände hoch über der Stadt, wo seit langem Volksfeste im Freien begangen wurden. Indessen waren die Kosten schwer aufzubringen und der Verkauf der hier abgebildeten Postkarte sollte dazu mithelfen. Es dauerte mehr als 25 Jahre, bis der Turm errichtet war. Am 30. August 1900 fand die Einweihung statt. Allerdings war nur der Unterbau bis zum ersten Stock aus Stein erbaut worden, der Oberbau aus Holz. Nun hatte man einen freien Bliek über das Land zum Harz. Leider mußte der Holzteil 1975 abgetragen werden, es blieb nur der Steinsockel als Schutzhütte,

27. Auf dem Clusberg.

An der Stelle, wo 1872 der Dichter des Deutschlandsliedes Heinrich Hoffmann von Fallersleben im Kreise der Liedertafel 'Concordia' geweilt hatte, errichteten die Sänger ihm nach seinem Tode 1874 ein Denkmal in Form eines Obelisken. Die Inschrift erwähnt ein weiteres Ehrenmitglied, den Komponisten Albert Methfessel, der seinen Lebensabend im nahen Dorf Heckenbeck verbracht hatte. Auch der Steintisch trägt den Namen der Liedertafel 'Concordia'. 1900 wurde daneben der Wilhelmsturm erbaut. Da hier oben oft Feste im Freien gefeiert wurden, errichtete ein Gastwirt ein schlichtes Gebäude, die Clushütte, wo im Sommer Sonntags und bei Festen Erfrischungen gereicht wurden. Sie ist heute verschwunden. Aufnahme Nissen um 1910.

28. Das Herzog Ludolfsbad.

Es war schon im Mittelalter bekannt, daß nicht weit vom Stadtkern heilsame Quellen Kranken Heilung brachten, aber erst im 19. Jahrhundert gelang es vorausschauenden Bürgern, ein Heilbad zu gründen. Es wurde am JO. Juli 1878 in Betrieb genommen: Das Curhaus ist mit zwei Thürmchen, einem breiten, aber lichten Erker geschmückt und von einer reizenden Veranda als Wandelhalle garniert, auch der geschmackvoll angelegte Brunnenplatz macht einen freundlichen Eindruck. Die innere Einrichtung besteht aus einem Wartesalon, einem luftigen Inhalationszimmer, einem Badecabinett fûr warme Sool-, Siißwasser- und alle anderen medizinischen Bäder, [erner ist ein Trinkpavillon fur das Publikum vor· handen. Dieses erste Kurmittelhaus Bad Gandersheims ist verschwunden. Aufnahme Mäkler um 1895.

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