Bad Gandersheim in alten Ansichten Band 1

Bad Gandersheim in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. Kurt Kronenberg
Gemeente
:   Bad Gandersheim
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1382-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Gandersheim in alten Ansichten Band 1'

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29. Badeleben am 'Waidschlößchen'.

Zwischen 1878 und 1898 herrschte reges Badeleben in Bad Gandersheim. Viele Deutsche waren reich geworden und reisten in Bäder, wo auch das gesellschaftliche Leben gepflegt wurde. Die Damen trugen elegante Toiletten, lange Kleider und Sonnenschirme, die Herren Anzüge nach der neusten englischen Mode. Neben dem Kurhotel Schüßler war vor allem das 'Waidschlößchen' der Ort, wo man das Badeleben genoß: Konzerte, Bälle, Feuerwerke wurden veranstaltet. Hier promenierte man, ließ sich sehen und unterhielt sich angeregt. Das 'Waidschlößchen' wurde 1876 an einer Stelle erbaut, wo vorher ein Sommerzeit mit Gastwirtschaft gewesen war. 1884 wurde es zu dem stattlichen Haus, später mehrfach verändert. Aufnahme Mäkler um 1895.

30. Das alte Postamt.

In der Postkutschenzeit hatte sich die Postverwaltung stets dort befunden, wo der Posthalter wohnte, zuletzt im Gasthaus 'Weißer Schwan', Burgstraße 1. 1856 hatte man sie in das neuerbaute Bahnhofsgebäude verlegt, was sich nicht bewährte, sodaß man ein Haus auf der Stiftsfreiheit mietete. Nachdem die Braunschweigische Post in der Reichspost aufgegangen war, wurde ein eigenes Postgebäude MoritzstraßejEcke Neuestraße erbaut und 1888 eröffnet. Es erhielt einen Erker mit Postsymbolen und einen Dachgiebel mit dem damaligen Reichsadler. 1893 besichtigte der Reichspostminister Dr. von Stephan aus Berlin das neue Gebäude. 1919 wurde das Postamt in ein anderes Gebäude verlegt. Aufnahme Mäkler um 1895.

31. Der Bahnhof.

Im Jahre 1856 wurde die Bahnlinie Kreiensen-Börssum erbaut, die hier Anschluß nach Braunschweig hatte. In Kreiensen traf sie auf die 1854 errichtete Hannoversche Südbahn nach Göttingen, die weiter nach Kassel und Frankfurt führte. Aus dieser Zeit stammt das Bahnhofsgebäude, das spater mancherlei Anbauten erfuhr. FÜI den Bau wurde feiner weißer und roter Sandstein verwendet, der abwechselnd gebraucht die Fassaden belebt. Man baute im romanischen Stil, wie ihn die Stiftskirche aufweist. Die Einzelheiten sind noch heute sehenswert, die Säulen der Eingangshalle, die reich verzierten Kapitelle, der Erker an der Vorderseite und das krönende Türrnchen mit einer Glocke, die damals die Abfahrt eines Zuges ankündigte. Aufnahme H. Wöbbekind um 1895.

32. Das Wilhelm-Augusta-Stift.

Erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Frauen als Lehrerinnen angestellt, waren aber nicht pensionsberechtigt, sodaß sie im Alter und bei Krankheit unversorgt waren, wenn sie keine Angehörigen hatten. Darum erging 1879, als Kaiser Wilhelm I. und Kaiserin Augusta Goldene Hochzeit feierten, ein Aufruf an das deutsche Volk, dem Verein für altersschwache und kranke Lehrerinnen zu helfen, ein Heim zu erbauen. 1880 wurde beschlossen, das Heim in Gandersheim auf dem Kantorberg oberhalb des Herzog Ludolfsbades zu errichten. 1883 wurde der Bau in Klinkersteinen vollendet, der 27 Zimmer und Gemeinschaftsräume enthielt. Heute ist es Altersheim des Diakonissenmutterhauses Salem, in demjeder Aufnahme finden kann. Aufnahme um 1918.

33. Am Markt.

Die Häuser am Markt 4 und 5 waren schon damals hoch und stattlich, aber die Schaufenster mit den heutigen nicht zu vergleichen. Es wurde nur wenig ausgestellt, um die Kunden anzulocken, jeder kaufte, was er brauchte. Auch die Läden waren klein, neben ihnen befand sich eine Wohnstube, in der sich der Geschäftsinhaber aufhielt wenn keine Kunden gekommen waren. Die Öffnungszeiten waren damals sehr lang, man konnte am ganzen Tage einkaufen, denn es gab keine Mittagspause, sogar am Sonntag außerhalb der Kirchzeit. Im Hintergrund ist die Gastwirtschaft 'Zum Adler' zu sehen, wie sie vor dem Brand von 1893 aussah. Aufnahme um 1890.

34. Der Braeken am Markt.

Das schönste Haus der Stadt war um 1910 so vernachlässigt, daß der Eigentümer es abreißen lassen wollte, was ihm dann aber zu teuer war. Nach der Inschrift am Schwellbalken hatte es 1473 der herzogliche Amtmann Johannes Steinmann von dem Baumeister Hermann Müller erbauen lassen. Von 1523 bis 1704 war es im Besitz der Familie Dohnen, von denen die meisten Mitglieder Ä.mter im Stift inne hatten, einer sogar als Senior. Danach gab es viel Streit, ob es zum Stifts- oder zum Stadtbezirk gehörte. 1911 rettete der Bankhen Louis Ballin das Haus vor der Vernichtung, seitdem wird es als Bankgebäude benutzt, heute von der Norddeutschen Landesbank. Inzwischen wurde es mehrfach umgebaut. Aufnahme Nissen um 1910.

35. Bliek in den Bracken.

Wer durch die spätgotische Tür in den Braeken trat, mußte drei Stufen hinabsteigen, was uns verrät, daß der Marktplatz einst tiefer lag als heute. Bei den häufigen Bränden im Mittelalter ließ man jedesmal etwas Bauschutt liegen, was den Erdboden erhöhte. Hinter dem Flur führten drei Stufen in den Hof. Das Haus besaß auch einen Zwischenstock, dessen Höhe man auf dem Bilde sieht. Wie vernachlässigt das Innere des Hauses damals war, ist selbst auf dem schmalen Ausschnitt des Bildes zu erkennen. Damals wohnten Arbeiter des Lohgerbers Kalle von der Neustadt im Hause. Aufnahme Nissen um 1910.

36. Der Braeken als Bankhaus.

Im Jahr 1911 erwarb der Bankherr Louis Ballin den Bracken, um das schöne und schicksalsreiche Gebäude zu erhalten, da es vom Verfall bedroht war. Er hat sich dadurch um das Stadtbild verdient gemacht, was durch Verleihung der Ehrenbürgerwürde anerkannt wurde. Der Braeken wurde nun umgebaut, weniger äußerlich als im Innern. Der Zwischenstock wurde herausgenommen, das Erdgeschoß gehoben, sodaß man nicht wie bisher drei Stufen hinunter, sondern drei Stufen hinaufgehen mußte. Die Tür wurde nach links versetzt, beide Fensterreihen vermauert und dafür fünf schmale Fenster eingesetzt. 1956 wurde der Braeken abermals verändert, der einstige Brotscharren abgerissen und der Eingang mit Freitreppe von der Seite her geschaffen. Aufnahme Nissen um 1929.

37. Prinz Oskar von Preußen im Manöver.

Nach der Gründung des Deutschen Reiches fanden bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs alljährlich Manöver im Land Braunschweig statt. Der Bürgermeister gab dann Quartierzettel an die Bürger aus, die Soldaten aufnahmen und verpflegten, und zahlte ihnen spater die festgesetzte Gebühren aus. Im Juli 1910 kam Prinz Oskar von Preußen, fünfter Sohn Kaiser Wilheims Il. und Bruder der Herzogin Viktoria Luise von Braunschweig. Er übernachtete im Hotel 'Weißes Roß' und trug sich in das noch vorhandene Gästebuch ein. Auf dem Bild sehen wir ihn auf dem Marktplatz vor dem Hotel auf dem Pferd (Mitte), wie ihm ein Offizier Meldung erstattete. Aufnahme Nissen 1910.

38. Beerdigung des Rektors Dr. Brackebusch.

Am 16. Juli 1910 bewegte sich ein großer Trauerzug über den Markt zum Salzbergfriedhof. Voran schritten schwarzgekleidete Schüler mit dem Kantor und eine Mädchenklasse in weißen Kleidern. Der im Alter von 62 Jahren Verstorbene war Rektor der Bürgerschule gewesen. Dann folgten die StadtkapelJe und das Geleit, das ausschließlich aus Männern bestand, fast alle mit Zylinder, nur einige in Uniform. Brackebusch war Oberleutnant der Reserve und Vorsitzender des Landwehrvereins gewesen, dessen Fahne im Zuge getragen wurde. Brackebusch hatte eine gewichtige Rolle im Leben der Stadt gespielt und sich um die Heimatforschung verdient gemacht. Aufnahme Nissen 1910.

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