Bad Gandersheim in alten Ansichten Band 1

Bad Gandersheim in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. Kurt Kronenberg
Gemeente
:   Bad Gandersheim
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1382-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Gandersheim in alten Ansichten Band 1'

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39. Hotel 'Zum Römischen Kaiser',

Es war noch still auf der Straße, nur ein Pferdefuhrwerk und ein Mann mit einem Fahrrad waren zu sehen, sowie spielende Kinder, darunter Jungen auf Stelzen, ein damals beliebtes Spiel. Auch das Wirtsschild mit dem Kaiser auf einem weißen Roß ist verschwunden und durch ein neues ersetzt. Der mächtige Fachwerkbau wurde 1660 nach einem großen Stadtbrand erbaut, der Gasthof war schon 1533 gegründet worden, auf Anweisung Herzog Heinrichs des Jüngeren von Braunschweig, der bei seinen häufigen Aufenthalten in Gandersheim Unterkünfte für seine Gäste neben der Burg brauchte. Im 19. Jahrhundert fanden hier viele Feste der Liedertafel 'Concordia' statt, an denen Heinrich Hoffmann von Fallersleben und Albert Methfessel teilnahmen. Aufnahme Nissen um 1910.

40. Aufzug der Schützen vor dem Rathaus,

Das Schützenfest gehört zu den wenigen rnittelalterlichen Bräuchen, die noch heute lebendig sind und begangen werden. Es ist ein wahres Volksfest, an dem die Bevölkerung großen Anteil nimmt, 1444 erstmals urkundlich erwähnt, stammt es aus der Zeit, als die Bürger sich von der Vorherrschaft des Adels befreit hatten und ihre Städte selbst verwalteten. Ehe der Festzug am Sonntag Nachmittag beginnt, marschieten die Schützen vor dem Rathaus auf, wo sie die beiden Fahnen empfangen, die hier das Jahr hindurch aufbewahrt werden. Damit ziehen sie dann durch die Straßen der Stadt zum Schützenhaus, wo das Freischießen beginnt. Aufnahme Nissen 1911.

41. Umzug der Schützen durch die Stadt.

Wenn am Sonntag gegen Abend die besten Schützen ermittelt worden sind, erfolgt die öffentliche Bekanntgabe der Schützenkönige durch den Bürgermeister. Früher waren es zwei Könige, heute sind es sieben. Wiederum ziehen dann die Schützen in festlichem Zuge durch die Stadt zum Rathaus wie auf unserem Bild. Begleitet von zwei Polizeibeamten mit Helmen, weißen Handschuhen und Hosen werden die Scheiben mit den Königsschüssen vorangetragen. Nach der Musikkapelle folgen der Vorstand des Schützenvereins und die beiden Könige mit den langen Schützenketten, schließlich die Fahnenträger und die Schützen. Die Fahne wird wiederum zum Rathaus gebracht, wo sie bis zum nächsten Schutzenfest aufbewahrt wird. Aufnahme Nissen 1912.

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42. Haustür des Hotels 'Weißes Roß'.

Die Haustüren waren einst gute handwerkliche Arbeit, keine Massenware wie heute; sie waren nicht so einfallslos, sondern zeigten Schmuck. Es gab künstlerische Türen in der Stadt, die noch aus der Barockzeit stammten, eine davon bewahrt das Heimatmuseum auf. Wir bilden die große Haustür ab, welche einst das 'Weiße Roß' zierte, sie ist mit Rosen, Ranken und Girlanden geschmückt. Sie war so groß, daß Fuhrwerke in die Dehle fahren konnten, besaß aber in ihrem Rahmen noch eine kleine Tür, die für den Eintritt von Gästen gedacht war. Auch die Handgriffe waren eindrucksvoll gestaltet, sie zeigten wie hier eine Menschenhand oder auch einen· Würfel und sind heute noch an einigen Türen zu sehen, Aufnahme Nissen um 1910.

43. Bliek in den Domänenhof.

Nach der Aufhebung des Stiftes 1810 nahm die Domäne Gandersheim die meisten Stiftsgebäude in Benutzung und erbaute dazu neue Wirtschaftsgebäude. Das große Haus in der Bildmitte ist der Barockteil der Abtei, er wurde zum Herrenhaus des Domänenpächters. Das Haus rechts daneben hieß das Schlafhaus und besaß noch romanische Bauteile, die im Heimatmuseum aufbewahrt werden. Es folgt eine Scheune mit Durchfahrt zum Fronhof, dann der Pferdestall und weiter vorn der Kuhstall, links davor die Miste. Die Pferdeschwemme weiter links ist durch die Abteischeune verdeckt, sie war dort, wo der Baum zu sehen ist. Alle Gebäude außer der ehemaligen Abtei wurden 1934 abgerissen. Aufnahme um 1920.

44. Im Neuendorf.

Wo heute die Marienstraße in die Bismarckstraße mündet, standen einst die beiden Häuser, die links im Bild zu sehen sind; sie brannten 1894 ab. Zwischen ihnen und dem nächsten Haus führte ein schmaler Durchgang, der in der Mitte des Bildes zu sehen ist, zu einem Pfad nach den hinter den Häusern liegenden Gärten; er wurde im Volksmund die 'Hohe Pisse' genannt. Es war einst der Wächterstieg, wie er noch heute zwischen Steinweg und Alte Gasse zu sehen ist. Das Haus mit dem Giebel ist heute das westliche Eekhaus BismarckstraßejMarienstraße. Der Stadtteil hieß einst das 'Neue Dorf und unterstand unmittelbar dem Amt Gandersheim. Er wurde 1895 in Bismarckstraße umbenannt. Aufnahme vor 1894.

45. An der oberen Bismarckstraße.

Der Straßenzug mit drei Nebenstraßen hieß einst 'Neues Dorf' und endete an dieser Stelle. Das Haus vorn rechts bewohnten einst Nikolaus Ephraim Bach (1690-1760), Hoforganist. Kammerdiener und Intendant der Äbtissin Elisabeth Ernestine Antonie, sowie von 1716 bis 1720 Tobias Friedrich Bach, ein Neffe des großen Johann Sebastian Bach. Links vorn mündet die Marienstraße und nach vier Häusern die Straße 'Marienkloster'. Die Häuserreihe links gehörte einst zum Marienkloster, das 1570 aufgehoben und dem 'Pädagogiurn illustre' in Gandersheim übereignet worden war. Nachdem der Herzog es nach Helmstedt verlegt und zur Universität erhoben hatte, mußten die Bewohner bis 1810 Erbzins an die Universität zahlen. Aufnahme vor 1896.

46. An der 'Alten Münze'.

Das hohe Haus mit dem gewaltigen Walmdach an der oberen Bismarckstraße war 1690 von dem herzoglichen überamtmann Gotthard Hagemeyer erbaut worden. Hier hatte einst ein Gebäude gestanden, in dem die Äbtissinnen des Reichsstiftes Münzen geprägt hatten, nachdem ihnen 990 im Namen Kaiser Ottos lIl. das Recht dazu bewilligt worden war. Im Dreißigjährigen Krieg war es abgebrannt, der Merianstich von 1654 zeigt noch die Ruinen. Die Sage erzählt, daß hier 1736 der herzogliche Drost von Burchtorff auf Befehl des Herzogs heimlich im Keller enthauptet worden sei, Rechts davon stand in einem schönen Garten das Haus für den Forstmeister, das heute einem Neubau weichen mußte. Aufnahme Nissen um 1910.

47. Bliek von der Bismarckstraße auf die Stiftsfreiheit.

Die von Braunschweig über Seesen kommende und in Ostwestrichtung durch die Stadt führende Straße heißt in dem hier sichtbaren Teil seit 1895 Bismarckstraße. Wo sie auf die Stiftsfreiheit, damals Wilhelmsplatz genannt, mündet, stand einst das Marientor, eine umfangreiche Befestigungsanlage, die weit über den Bliekwinkel hinausragte. Daneben stand rechts die 'Turnmelburg', die 1821 abgerissen und durch den Gartenpavillon ersetzt worden war. Hier errichtete man 1925 das noch vorhandene Mahnmal für die Kriegsopfer, Die über den Platz führende Straße war damals schmal und dicht mit Linden und Kastarnen bepflanzt. Im Hintergrund sind Stiftskirche und der Renaissancebau der Abtei sichtbar. Aufnahme Nissen um 1910.

48. Bau der Bahnlinie nach Hildesheim.

Durch die 1856 erbaute Bahnlinie war Gandersheim mit Braunschweig, Hannover und Göttingen verbunden, es fehlte aber eine Verbindung nach Hildesheim. Deshalb wurde 1899 mit dem Bau einer Bahnstrecke über Bodenburg begonnen, zumal dieser Ort eine braunschweigische Exklave auf hannoverschem Gebiet war, dessen Bewohner bisweilen zu dem für sie zuständigen Landkreis Gandersheim fahren mußten. Der Bahnbau dauerte drei Jahre, dabei waren Fremdarbeiter aus Kroatien und Slavonien beschäftigt, die einmal streikten, weil der Lohn zu gering war. Am 1. Oktober 1902 fuhr der erste Zug, 1975 wurde der Personenverkehr eingestellt, es verkehren nur noch Güterzüge. Auf dem Bild sieht man, wie der Bahndamm aufgeschüttet wird. Aufnahme Sieburg um 1899.

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