Bad Krozingen in alten Ansichten Band 1

Bad Krozingen in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Peter Krusche
Gemeente
:   Bad Krozingen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5716-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Krozingen in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Grundlage dieses Buches sind alte Postkarten, Litho- und Fotografien, die von der Jahrhundertwende bis in die dreißiger Jahre im alten Krozingen entstanden sind. Sie zeigen die ehemalige Ortsstruktur , die alten Gebäude, die Menschen und das tägliche Leben der Vergangenheit. Die Ansichten konzentrierten sich auf den 'Kernort' , also auf das Bad Krozingen, wie es bis zur Gemeindegebietsreform 1971-1974 räumlich beschrieben war. Bei den Bildkommentaren war ich oft auf die Erinnerungen von Einzelpersonen angewiesen. In dem Bestreben, die 'mündlichen' Information für die Nachwelt zu erhalten, habe ich diese 'Augenzeugenberichte' in den Texten verwendet. Wegen des auf achtzig Seiten begrenzten Buchumfangs hat die

Berichterstattung über einige Krozinger Familien und Geschäfte mehr 'beispielhaften' Charakter. Die Berichte sollen helfen, das Leben der Vergangenheit dem Leser sichtbarer zu machen.

Bad Krozingen hat eine lebendige Geschichte. Von der Jahrhundertwende bis hin zum Zweiten Weltkrieg prägten besonders die Eisenbahnstation und eine florierende Gastronomie das Leben des Ortes. Der kurz vor dem Ersten Weltkrieg entstehende Kurbetrieb verstärkte diesen Einfluß und brachte die ersten Kurgäste in das 'Herzheilbad Krozingen in Baden'. Die Entdeckung der heißen und kohlensäurehaItigen Thermalquelle, die im November 1911 nach einer 583 Meter tiefen 'Erdölbohrung' aus dem Vulkangestein des Rheingrabens emporsprudelte, hat die Geschichte des Ortes nachhaltig verändert. Die heftig sprudelnde Quelle war für das bisher beschauliche und stille Breisgaudorf eine 'Revolution' wirtschaftlicher Art. Zuvor war der Ortsname Krozingen meist durch die Produkte der

industriellen Holzwerke der Firmen Bennitz, A. Zimber, Gebr. Himmelsbach (Richtberg) , den international bekannten Fotografen Trudpert Schneider oder durch den berühmten 'Krozinger Schwartenmagen' des 'Eckerle-Metzgers' Eduard bekannt geworden. Nun zog der Ort auch Erholung und Heilung suchende Gäste an. So überrascht es nicht, daß besonders aus der Zeit ab 1912 viele Postkarten und Bilder verfügbar waren.

Hier noch zwei Daten, die für die Ortsentwicklung besonders wichtig waren: der Bau der ersten Wasserleitung von 1898 bis 1902 und der ersten Lichtleitung von 1914 bis 1916.

Das moderne Krozingen wurde am 1. August 1933 während der Amtszeit von Bürgermeister Franz Lauber mit der Verleihung des Titels 'Bad' bestätigt. Nach Überwindung der schrecklichen Folgen des Nationalsozialismus und der auch an Bad Krozingen nicht ganz spurlos vorbeigegangenen Kriegswirren wurden bald aus alten Landgasthöfen mo-

derne Hotels und komfortable Gästehäuser. Die Zukunft hatte für Bad Krozingen wieder einmal begonnen!

Bleibt mir noch, Dank zu sagen allen, die mir Bilder und ihre Erinnerungen zugänglich gemacht haben. Besonderen Dank Lothar Böhnert, dem Vorsitzenden der Bad Krozinger Sektion des BreisgauGeschichtsvereins, dem Bad Krozinger Gemeindearchiv, der Kurverwaltung, Josef Hauser, Peter Schmitt, Walter Gassenschmidt, Alfred Rudolph, Willy Bleile, Helmut Schacher, Ernst Steinbrunner, Alfred Werber, Manfred ZeIler und Gottfried Blansche (Biengen), die mir mit Rat und Tat geholfen haben, dieses Büchlein fertigzustellen. Allen Lesern wünsche ich viel Freude beim Betrachten der alten Ansichten. Ich hoffe, sie werden interessante Einblicke in die Vergangenheit des heutigen ThermalKurortes erhalten.

Peter Krusche, Bad Krozingen, im August 1993

1. Auch 1884 feierte man in 'Chrozige' gern und gut. Mit Glockengeläute, Böllerschüssen, Musik und bei 'Fasnet'. Alle Vereine und die gesamte Bürgerschaft wurden einbezogen. Auf dem Foto vom 26. Februar 1884 sieht man 'die Geschichte vom Fasnet-Bähnli'. Man hatte schon lange über den Bau der Nebenbahn nach Sulzburg diskutiert. Nun schritten die 'Chroziger' zur ('Fasnet') Tat. Die Idee zur Parodie aufs 'Bähnli' hatten der 'Postverwalter' Singier und der 'Betriebskontrolleur' Anton Danner. Den Rahmen gaben die 'alte Musik' und die 'Rietschkapelle'. Mit dabei waren FranzZeller ('Zugmeister'), Alex Heckle ('Lokomotivführer'), Julius Hauser ('Heizer'), Baptist Wehrle ('Gepäckschaffner') und viele andere. Fazit: im Jahre 1894 (zehn Jahre später) wurde der 'echte' erste Spatenstich getan.

2. 'Gruss aus Krozingen'. Im Großherzogtum Baden schreibt man das Jahr 1898. Vor dem Panorama des Schwarzwaldes liegt der Ort Krozingen, eingebettet in Wiesen und Ackerland. Seit 1847 ist der Ort Bahnstation. Links im Bild: Die Bahnhofstraße. Die anliegenden Flächen sind noch unbebaut. Darunter zeigt die Karte das seit 1579 bestehende Krozinger 'Schloß' - eigentlich eine ehemalige 'Propstei', Von hier aus wurden für Jahre im Auftrag des Klosters St. Blasien über sechzig Weingüter in der Vorbergzone des Schwarzwaldes verwaltet. Die Propstei wurde zu einem Wahrzeichen Krozingens. Auf der Karte erkennt man auch zwei verschiedene Ansichten der Hauptstraße, der heutigen Basler Straße. Das linke Bild zeigt den Bliek in Richtung Heitersheim, das rechte die Ansicht von Süden zum Ortszentrum hin.

3. Der Badische Hof ist 1867 von dem späteren Posthalter Stigler vom Hauser-Anwesen an den Bahnhof verlegt worden. Im September 1901, als diese Karte nach Augsburg geschickt wurde, war er ein 'Kommunikationszentrum' für die Bevölkerung. Man traf sich vor Abfahrt der Züge, um die Wartezeit zu verkürzen und das 'Neueste' zu erfahren. Viele Reisenden genehmigten sich nach der Ankunft ein Viertele, bis die Pferdekutsche da war. Die Marktfrauen stellten hier auf dem Weg zum Freiburger Markt ihre Handwagen (Chaisen) ab. Die große Gartenwirtschaft war gut besucht. Sonntags war oft Blaskonzert und Tanz. Die Dampfeisenbahn der Badischen Hauptbahn brachte auch Durchreisende, die seit dem Bau der Nebenstrecke (1894/95) nach Staufen, Münstertal oder Su1zburg weiter fahren wollten.

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4. Gruß aus dem Jahre 1903. Links oben sieht man das Gebäude des Hauser-Anwesens. Das Haus war bis 1867 als 'Badischer Hof und später als 'Haus Bappert' bekannt. Der Besitzer war damals der Bankier Hauser, der 1912 verstarb. In dem Gebäude befand sich ab 1811 die Poststation der 'Großherzoglichen Badischen Post'. Berühmte Gäste waren die Großherzöge Kar! und Ludwig von Baden. Das Gebäude ist gegenwärtig ein Brandruine. Ganz oben sieht man die Bahnhofstraße. Rechts unten ist die Ansicht der Konditorei Julius Dirr. Links in der Mitte zeigt die Karte die Hauptstraße mit dem Litschgihaus. Ganz unten sieht man die Gebäude der 'Herrenmühle' , die gegenüber dem Hauserhof stand. In einer Anzeige vom 19. Februar 1901 zeigte G. Stigler den 'Herren Metzgern' seine neue 'Fleischhackerei' an.

5. Der Krozinger Bahnhoflag 1908 noch außerhalb. An der Einmündung der Staufener Straße steht das 1867 errichtete Haus und Fotoatelier Schneider & Söhne. Hier lebte Wilhelm Schneider mit seinen Töchtern. Vater Trupert Schneider war 1899, sein Bruder Heinrich 1900 verstorben. Im Gebäude rechts nebenan wohnte der Arzt Dr. Remmlinger. Dahinter erkennt man die Schornsteine des früheren Sägewerks der Firma Zimber. Im Vordergrund liegt die damalige Ofenfabrik Tritschler. Die 1847 eröffnete Eisenbahnstrecke war wesentlich für die Ortsentwicklung. Ein Zeitungsbericht: 'Als in den siebziger Jahren (1870) Handel und Verkehr einen ungeahnten Aufschwung nahmen, zogen, durch die Freizügigkeit begünstigt, die besser situierten Bewohner in die an der Bahn gelegenen Orte.'

6. Im Jahre 1908 gehörten die Straßen in Krozingen noch den Fußgängern. Oben im Bild: die Bahnhofstraße. Im Anwesen, links an der Straße gelegen, wohnte die Familie Steinbrunner. Das Haus war schon 1878 erbaut worden. Auf der rechten Straßenseite sieht man von vorn das Mehrfamilienhaus Buss. Dieses Haus und das Anwesen Singler-Kölmel in der Schlatter Straße waren die einzigen Gebäude, die im Zweiten Weltkrieg von Bomben zerstört wurden. Es folgen das Haus von Dr. Weber, der sich als zweiter Arzt in Krozingen niederließ, das Gasthaus 'Zum Ochsen' und das Haus von Reinhard Ruch (später Schlachter). Links zeigt die Karte das Krozinger Schloß mit dem 'Schneck', der die Stockwerke durch eine Treppe miteinander verbindet. Unten im Bild: die Hauptstraße, die aus Richtung Süden kommend zum Ortszentrum und Kirchplatz führt.

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7. Die Krozingor Propstei, im Volksmund 'Schloß' genannt, wurde vom Abt Caspar des Klosters St. Blasien in den Jahren 1578179 errichtet. Im Jahre 1747 wurde sie dem Pater Marquardt Herrgott zugewiesen. Er verpflichtete den bekannten Kirchenbauer Johann Caspar Bagnato zur 'Verschönerung' des Gebäudes. Im Jahre 1806 kam Krozingen zum GroBherzogtum Baden und die Propstei im Rahmen der Säkularisation in den Besitz der Freifrau Sofie von Schauenburg. Weitere Besitzer waren Röder von Diersburg und Baron Julius von Roggenbach. Dieser vermachte es der Gräfin Hildegard von Heimstatt. Ihre Tochter, Freifrau von Gleichenstein, ist heute die Besitzerin. Die badische Tradition Krozingens wird an einer Einladung im Staufener Wochenblatt vom 24. Aprill902 zum 50. Regierungs-Jubiläums des Großherzogs deutlich.

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8. Von der Jahrhundertwende bis weit in die zwanziger Jahre blieb der Badische Hof (hier als Bahnhof-Hotel F, Gugel) fast unverändert. Jeder Reisende, der mit der Bahn auf dem Krozinger Bahnhof ankam, sah dieses 'Wahrzeichen' Krozingens als erstes vor sich, Das hintere Gebäude war die 'Dependance', Hier waren weitere Zimmer für die Gäste und ein kleines Geschäft. Die Bahnstation auf der gegenüberliegenden Straßenseite brachte ständig viele Reisende nach Krozingen. Die Gemeinde Krozingen hatte um die Jahrhundertwende 1 244 Einwohner. Einer Anzeige im Staufener Wochenblatt vom 23, Mai 1903 entnehmen wir, daß vor allem an Sonn- und Feiertagen 'Sonderlokalzüge' eingesetzt werden mußten, um alle Reisenden befördern zu können.

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