Bad Münstereifel in alten Ansichten Band 2

Bad Münstereifel in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Helmut Cloot und Harald Bongart
Gemeente
:   Bad Münstereifel
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5535-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Münstereifel in alten Ansichten Band 2'

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MONSTEREIFEL

PARTIE AM BAHNHOF.

9. An der Provinzialstraße Köln- Trier liegend, erblickt man rechts im Bild das Bahnhofsgebäude. Nahezu fünfzig Jahre lang bildete die am 1. August 1841 fertiggestellte Provinzialstraße Münstereifels Verbindung zur Welt. Da der Pferdewagen jedoch keine Konkurrenz zur etwa gleichzeitig aufkommenden Eisenbahn darstellte, konnte der Niedergang des Münstereifeler Gewerbes im 19. Jahrhundert nicht aufgehalten werden. Der Anschluß an das Reichsbahnnetz wurde erst am 1. Oktober 1890 vollzogen, gerade rechtzeitig, um dem einsetzenden Fremdenverkehr großen Auftrieb zu verleihen. Die heutige Entwicklung verläuft leider genau umgekehrt, so daß für den Erhalt der Bahnstrecke mit großem Engagement gestritten werden muß.

MÜ STEREIFEL

Bi d a. d. Erft

10. 'Wer will fleißige Wäscherinnen sehen ... ', der mußte - jedenfalls in unserer Stadt - an der Erft nachschauen, denn dort. wie auch hier kurz vor der Steinsrnühle, wuschen die Frauen ihre Linnen aus, um sie dann zum Bleichen (vgl. auch Kleine Bleiche und Große Bleichc im Süden der Stadt) auf der Uferwiese auszubreiten. Diese Art des Auswaschens und Auslegens war weit verbreitet, und mit Sicherheit war die Qualität des Erftwassers besser als heute.

11. Johannisstraße und Johannistor leiten sicherlich ihre Namen von der 1312 erstmals erwähnten Kirche ab, die 1811 niedergelegt wurde. Sie stand im heutigen Garten der Familie Schmitz/Kastenholz oberhalb des Treppenaufgangs zur Burg. Zugleich erhielt das Stadtviertel seinen Namen 'Johannistirrn' nach dieser Kirche , die dem Apostel und Evangelisten Johannes geweiht war. Durch dieses Stadttor zogen zu allen Zeiten die Prozessionen über den Radberg der aufgehenden Sonne entgegen, Gläubige , die Regen erbaten, nach Radert pilgerten oder zum Miehelsberg wallfahrteten.

12. Auf dieser Federzeichnung von Anton Krahforst erkennen wir die Feldseite des Johannistores. Links vom Tor sehen wir die Stiftskirche. Auf dem Heckenweg, der vom Tor in den Radberg führt, geht Chrysanth Josef Müller ('1888) seiner Frau Katharina (*1890) voran. Er trägt die Sense geschultert. Seine Frau führt die Ziege Lim, die ihren Stall am Haus in der JohannisstraBe hat. Beide streben ihrem Garten zu, der nördlich des Weges liegt. Hinter den Müllers kommen die Zwillinge Katharina und Elisabeth Kastenholz (*1906). Sie sind auch auf dem Weg zu ihrem Garten. Sie wollen ernten.

13. Geht man die Delle hinunter zur Erft, so sieht man auf der linken Seite die Jesuitenkirche. Sie wurde zwischen 1659 und 1668 errichtet, nachdem die Jesuiten das Gelände 'nächst dem St. Johannisberge' erworben hatten. Im Turm über der Ostseite läutet bei Unwettern die Donatusglocke. An der Nordseite erkennen wir die mächtigen Stützpfeiler. Die Delle, die erstmals 1472 erwähnt wurde, führte an der Jesuitenkirche vorbei zum Standort der ehemaligen Johanniskirche bis zum Johannistor und weiter in die östlichen Höhen des Radberges.

14. Wechselvoll ist die Geschichte des St.-Michael-Gymnasiums, die im Jahre 1625 ihren Anfang nimmt. Auf Bitten des Rates - und gegen den Widerstand der seit 1618 in Münstereifel ansässigen Kapuziner - richteten die Jesuiten in Münstereifel eine Schule ein. Der Unterricht wurde anfangs im Rathaus und in Privatwohnungen erteilt. Die reiche Münstereifeler Wollweberzunft unterstützte die Jesuiten durch großzügige Schenkungen und trug wesentlich zum Erfolg der Jesuiten bei. 1652 erfolgte die Grundsteinlegung des Kolleggebäudes (Bildmitte), das 1684 fertiggestellt war; die Kirche (links) wurde zwischen 1659 und 1668 errichtet, das Gymnasium (rechts) wurde von 1724 bis 1727 erbaut. Lange Zeit war das Gymnasium die einzige Stätte höherer Bildung zwischen Köln und Trier.

15. Im Jahre 1906 haben sich die Schüler und Lehrer auf dem oberen Schulhof dem Fotografen gestellt. Inmitten der Gesichter auf dem Foto fällt besonders das des Prof. Kar! Hürten durch den wallenden Bart auf. Hürtens Liebe galt der Heimatgeschichte und deren Erforschung. An der Auffindung zahlreicher römerzeitlicher Altertümer war er beteiligt. 1912 richtete er im Orchheimer Tor das erste Münstereifeler Heimatmuseum ein; den Druck seiner 'Volkstümlichen Geschichte der Stadt Münstereifel' erlebte er jedoch nicht mehr: Das Buch erschien 1926, im Jahr nach dem Tod seines Verfassers.

16. Am königlichen Gymnasium hatte sich im letzten Jahrzehnt vor der Jahrhundertwende ein Instrurnental-Verein 'Eutcrpe' zusarnrnengefunden. In der 1894 erstellten Satzung ist unter '1. Zweck des Vereins' zu lesen: 'Derfortdauernde Zweck des Vereins ist: a) Festlichkeiten am Gymnasium durch musikalische Vorträge zu verschönern; b) die musikalischen Fähigkeiten seiner Mitglieder auszubilden und ihre Mußestunden in nützlicher Weise auszufüllen.' In der Folgezeit kommentierte die im Oktober 1893 gegründete 'Münstereifeler Zeitung' die Auftritte der Euterpe. So heißt es in einer Besprechung eines Konzertes vom 30. Januar 1927 u.a.: ' ... daß ihr fleißiges Üben nunmehr ein ziernlich abgerundetes Zusammenspiel ermöglicht hat. Der Marsch wurde schwungvoll und ohne Härten vorgetragen.' 1930 gelang es dern Musiklehrer des Gymnasiums 'eine stattliche Anzahl von Schülern für eine Wiederbelebung der Euterpe zu begeistern'. Außerdem verhalf der Kauf neuer Instrumente dern schon totgesagten Verein zu neuem Klang.

MÜNSTEREIFEL

MarktstraBe

17. Die 'Buchdruckerei & Buchhandlung' von Friedrich Schulte lag an der Ecke Marktstraße/Markt. Schulte rief 1893 die 'Münstereifeler Zeitung' wieder ins Leben , die bis zum 1. September 1939 erschien. Der Verlag Schulte gab daneben noch ungezählte Postkarten heraus, deren Motive größtenteils von Friedrich Schulte und dessen Sohn Carl selbst fotografiert wurden. Bedeutende heimatkundliche Literatur erschien ebenso bei Schulte wie auch die Fremdenführer der aufstrebenden Kurstadt. Nachdem sich Friedrich Schulte ins Privatleben zurückgezogen hatte, führten Carl Schulte und dessen Ehefrau bis 1959 die Buchhandlung und bis 1962 den Verlag. Das Schaffen und Wirken von Friedrich und Carl Schulte verdienten es längst , durch eine Ausstellung gewürdigt zu werden.

((JrdÎlieimers(raBe

18. Zwischen dem Café Gerards zur Linken und dem Café Kreutzberg zur Rechten beginnt der Salzmarkt, der als platzartige Öffnung dem Beginn der Orchheimer Straße vorgelagert ist und sich bis zum Backsteingebäude in der Bildmitte erstreckt. Münstereifel besaß seit dem Mittelalter die Stapelrechte für Salz, Wein und Blei. Kautlcute , die mit diesen Waren durch Münstereifel reisten. waren verpflichtet, ihre Waren in Münstereifel zu 'stapeln' und zum Verkauf feilzubieten.

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