Bad Münstereifel in alten Ansichten Band 2

Bad Münstereifel in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Helmut Cloot und Harald Bongart
Gemeente
:   Bad Münstereifel
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5535-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Münstereifel in alten Ansichten Band 2'

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19. An der Erftbrücke, die vom Salzmarkt zur Fibergasse führt, steht das Heiligenhäuschen mit der Figur des Brückenheiligen Nepomuk. Im Hintergrund erkennt man in der Bildmitte die Rückwand des Ausschanks der Brauerei Everhard Hendrichs, das Haus links ist das Haus der Familie Nuß. Aus Köln stammend, heiratete Isaak Nuß im 17. Jahrhundert in das Münstereifeler Stadtpatriziat ein. Eine Generation später ist bereits ein Nuß im Amt des Bürgermeisters nachweisbar. Bis zum Ende des 'ancien regime' gehörten Mitglieder der Familie Nuß dem Rat an.

20. Zwei Karten mit dem gleichen Motivaus der Orchheimer Straße, links als Fotografie, rechts als Steindruck. Trotz des imposanten Fachwerkgebäudes auf der rechten Seite - Haus Dick, 1619 erbaut - gilt unser Interesse dem unscheinbaren Gebäude links. Dort war die Mühle des Stiftes Münstereifel untergebracht. Der 'Mühlenbann' war ein geschlossener Rechtskreis, der allen Bauern, die in ihm lebten, verbindlich vorschrieb, daß sie ihr Getreide nur an einer Mühle des Stiftes mahlen lassen durften. Das Recht des Mühlenbanns übte das Stift noch im 16. Jahrhundert aus. Betrieben wurde die Mühle , die vom künstlich von der Erft abgezweigten Mühlenbach gespeist wurde, bis ins 18. Jahrhundert.

21. Bereits im Mittelalter finden sich Belege für jüdische Bevölkerung in Münstereifel. Seit 1660 ist die Synagoge nachweisbar, die sich bis 1938 im ersten Stock des dritten Hauses von links in der Orchheimer Straße befand. Im Textilgeschäft Nathan im Erdgeschoß kauften die Schüler des Gymnasiums ihre Pennälermützen. In der 'Reichskristallnacht' wurde die Synagoge geschändet, aus Angst vor einem möglichen Übergriff des Feuers auf die Nachbarhäuser jedoch nicht angezündet. Vor dem Nachfolgegebäude gemahnt seit 1988 ein Gedenkstein an das Unrecht, das den Münstereifeler Juden in der Zeit der Hitler-Diktatur widerfuhr.

Münstereifel

Altes Haus in der OrcheimerstTa6e

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22. Eine außergewöhnliche Fassade zeigt das in der Orchheimer Straße oft bewunderte Haus Windeck (1644-1664), das von Paulus Piek, einem wohlhabenden Kaufmann, erbaut und später von Hofrat Windeck bewohnt wurde. Die Schnitzereien beschreiben eine Familientragödie. Ein Zimmergeselle von der Mosel (Kopf in der Mitte des zweiten Obergeschosses über dem Eingang) kam auf seiner Wanderschaft nach Münstereifel, wo er sich in die Tochter eines Zimmermeisters verliebte. Die Eltern des Mädchens (auf den Erkerzwischenpfosten) billigten diese Verbindung nicht. Schwangerschaft und Geburt eines Kindes (am linken Erker, unteres Feld links) machten die Lage noch schwieriger. Wie die Darstellung zeigt, sind die Reaktionen der Leute unterschiedlich: Einige (rechts und links des Gesellen) wenden sich ab, andere schweigen (Geistliche rechts und links außen), wieder andere unterstützten das Paar: Sie strecken der Mutter des Mädchens die Zunge heraus.

23. Die legendäre fränkische Siedlung Orchheim gab dem Tor den Namen. 1767 beschloß der Stadtrat, den 'ruinösen thurm' bis auf das untere Gewölbe niederzulegen. Doch dieses Vorhaben wurde durch die Deputierten, die gewählten Vertreter der nicht ratsfähigen Bürger, vereitelt. 1770 wurde der Turm lediglich bis auf eine Höhe von 42 Fuß (13 m) abgetragen. 1803 erhielt das Turmdach einen Dachreiter; darin befestigte man die Glocke der ehemaligen Apolloniakapelle. Nach der letzten Restaurierung in unseren Tagen richtete die Malerin Bess Köhler, eine Schülerin von Joseph Beuys, ihr Atelier dort ein.

Orchheimertor

MÜNSTEREIFEL

KnelPI>Kurort MûnSlereileJ. OrchheimetlOt

24. Blickt man in die Turmstraße hinein, so fällt auf, daß die Mauer an dieser Stelle sehr niedrig ist. Hier hatten Bürger im 19. Jahrhundert begonnen, die Mauer niederzulegen. In der Ferne erkennt man das Dach des Heisterbacher Tores. Auf dem rechten Bild sieht man in die entgegengesetzte Richtung. Auf der schmalen Straße liegen Steine, die wohl vom Abbruch eines Pfeilers stammen. Schutzsuchend lehnt sich das kleine Haus mit Scheune an das Orchheimer Tor und die Stadtmauer an.

25. Vor den Toren der Stadt erhebt sich an der Trierer Straße das erzbischöfliche Knabenkonvikt 'Collegium Josephinum', das 1896 (linker Flügel) bzw. 1899 (rechter Flügel) bezogen wurde. Die eigentliche Gründung des Konvikts aber ist auf das Jahr 1856 datiert, als man im St.-Michael-Gymnasium einen Flügel für die Unterbringung auswärtiger Schüler einrichtete , um das Gymnasium vor der Degradierung zum Progymnasium zu bewahren. Das Gebäude, das seine Bewohner schlicht den 'Kasten' nennen, hat ganze Legionen von Schülern gesehen. Am nördlichen Ende der Kernstadt-in genau entgegengesetzter Richtung also-wurde in den fünfziger Jahren ein 'Bunker' genanntes Mädcheninternat als Pendant errichtet.

26. Der Ort Eicherscheid gehört seit Ende des 12. Jahrhunderts zur Stadtgemeinde Münstereifel. Er liegt in der Talaue der Erft, die unmittelbar an dem im Jahre 1900 errichteten Kapellenneubau vorbeifließt. Architekt war der KölnerTheodor Kremer. Schutzpatronin der Kapelle ist die hl. Brigida. Brigida wurde in Fochard in der irischen Provinz Ulster geboren. Sie lebte gegen Ende des 5., Anfang des 6. Jahrhunderts. Ohne ihre Schuld wurde sie schon als Kind aus dem Hause des Vaters verstoßen. Von Schülern des hl. Patriek aufgenommen, wurde sie von diesen getauft. Sanftmut und Milde kennzeichneten ihr Wesen. Später verdiente sie als Magd ihr Brot. Da bei einer Seuche die ihr anvertrauten Tiere verschout blieben, wird sie bis zum heutigen Tag als Schutzherrin für das Vieh verehrt. 490 gründete sie das erste Frauenkloster in Irland. Sie wurde die Äbtissin von Kildare, d.h. 'Zelle der Eiche'. Noch heute gibt es in Irland fast zwanzig Pfarreien, deren Patronin die hl. Brigida ist.

27. Fünf Generationen der Familie Rodert/Gemünd, das bedeutet fünf Generationen im Dienste der Kirche. Rechts sitzt die Urgroßmutter Anna Kettges (*1842). Sie war die Frau von Christian Rodert (* 1832). Beide betreuten viele Jahre die alte Kapelle im Ort. Links sehen wir die Großmutter Anna Kaspar (*1878), die mit Peter Rodert (*1880) verheiratet war. Dieser Peter Rodert verrichtete fünfzig Jahre lang Küsterdienste. Vom Schoß der Großmutter lächelt als Kleinkind Josefine Rodert (* 1915), die später Josef Gemünd heiratete. Daneben strahlt ihr Bruder Johannes (*1910). Er wirkte als Küster und Organist. Sein Hauptverdienst war, daß er sich unermüdlich um die Ausstattung der Kapelle bemüht hat, Vor der Urgroßmutter steht Schwester Anna (* 1913). Peter Gemünd (* 1943), der Sohn von Josefine Rodert, tat zwanzig Jahre lang Küsterdienste. Lange Zeit arbeitete er im Kirchenvorstand mit. Sein Sohn Hermann Josef (*1964) war zehn Jahre lang Meßdiener und Küster.

28. In den zwanziger Jahren versuchten die Münstereifeler auf vielfältige Art, Sommergäste in die Stadt zu Iocken. Drei unternehmungslustige Männer, Jean Dubbel, Adam Grunow und Franz Haag, gründeten in den ersten Monaten des Jahres 1925 eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, die sich 'Städtische Freilichtspielc' nannte. In einem kleinen Tal vor Eicherscheid, dem Linderjahn, entstand ein Freilichttheater mit einer riesigen Bühne (100 m x 200 m) und 1 000 Sitzplätzen. Ein Zufahrtsweg wurde ausgebaut. Als Garderobe diente ein Holzhaus. Die Kosten für all das trug die GmbH. Die Stadt blieb finanziell unbeteiligt. Ein riesiges Schauspielerensemble (25 Berufsschauspieler und rund 200 Laiendarsteller) führte Schillers 'Jungfrau von Orleans' auf. Besucher aus Köln und Düsseldorf brachte sonntags ein Sonderzug heran. Doch die GmbH hatte keine Chance - jeden Sonntag regnete es. So war nach der ersten und einzigen Saison schon sicher: Dieser Anfang bedeutete zugleich das Ende, das Projekt war gescheitert. Doch Münstereifel war in aller Munde, zumindest im Rheinland.

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