Bad Münstereifel in alten Ansichten Band 2

Bad Münstereifel in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Helmut Cloot und Harald Bongart
Gemeente
:   Bad Münstereifel
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5535-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Münstereifel in alten Ansichten Band 2'

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29. Das im idyllischen Schleidtal gelegene Café Schießbach geht auf ein Sommerhaus zurück , das Jean Ernest Joseph de Requilé im Jahre 1763 zusammen mit einer großzügigen Gartenanlage mit Weihern anlegen ließ, De Requilé war damals Vogt des Herzogs von Jülich und vertrat dessen Interessen in Münstereifel auch als Gerichtsherr. Der Plan. nach dem die Anlage errichtet wurde, kann heute noch im Heimatmuseum besichtigt werden.

30. Auf der Straße durch das Schleidtal bewegt sich das Pferdefuhrwerk am Café Schießbach vorbei auf Start und Ziel einer 1925 vom AD AC und der Stadt Münstereifel geplanten Automobilrennstrecke zu. Mit dem Rennen um die 'Deutsche Tourist-Trophäe' sollte der Rennbetrieb eröffnet werden. Nicht ohne Stolz berichtete die Münstereifeler Zeitung: 'Der Name Münstereifel wird heute schon in allen Zeitungen der Welt genannt werden.' Dennoch scheiterte das Projekt, von dem man sich in Münstereifel starke wirtschaftliche Impulse versprach: Der Kreis Adenau bot dem ADAC eine Rennbahn an, dieser ging auf das Angebot ein, und es entstand eine Autornobilrennstrecke von Weltruf: Der Nürburgring.

31. Das Münstereifeler Stadtgebiet ist eines der waldreichsten im heutigen Nordrhein-Westfalen. Im östlichen Stadtgebiet erstreckt sich der Flamersheimer Wald, der vor allem im Mirtelalter eine große wirtschaftliche Bedeutung für die Stadt und die an ihn grenzenden Dörfer hatte. Neben der Versorgung mit Bauholz diente der Wald ver altem der 'Eckerndrift' , der Schweinernast also. Die Aufnahme zeigt das im Flamersheimer Wald gelegene Forsthaus Hüloch um 1925. Wäre damals die geplante Münstereifeler Rennstrecke gebaut worden. hätte sie die Beschaulichkeit des Forsthauses wohl stark beeinträchtigt, da die Streckenführung auch das Forsthaus Hü!och berührt hätte.

32. Harmonisch gliedert sich die alte Kirche des heute zum Bad Münstereifeler Stadtgebiet zählenden Ortes Houverath in das Landschaftsbild ein. Das im Tal des Houverather Bachs gelegene Kleinod entstammt in seinen heute überlieferten Formen im wesentlichen dem 15. Jahrhundert. Auf einen älteren Vorgängerbau verweist jedoch das romanische Portal, das Kunsthistoriker in das 12. Jahrhundert datieren. Als die außerhalb des eigentlichen Ortes gelegene Kirche den Ansprüchen der Pfarrangehörigen nicht mehr genügte, erbaute man 1913 die neue Kirche, riß aber glücklicherweise die alte nicht ab.

33. Neben Bürgermeister Roth und dem Hotelier Adam Grunow trat auch der Brauereibesitzer van Hooff intensiv für die Umgestaltung Münstereifels in einen Kneippkurort ein. 1927 richtete er an der Kölner Straße den 'Badehof' ein. Als ersten Bademeister konnte van Hooff Franzl Bayer! aus Bad Wörishofen gewinnen. Der 'Badehof' war einer der Meilensteine auf dem Weg zum 'staatlich anerkannten Kneippheilbad' und zu 'Bad' Münstereifel.

34. Als 1926 der Kneippbund für die Heilmethode nach Pfarrer Kneipp ein Zentrum im Westen Deutschlands suchte , fiel die Wahl auf Münstereifel. Das Musenstädtchen an der Erft benötigte nunmehr ein repräsentatives Kurhaus. Nach der Grundsteinlegung im Februar 1928 konnte das Kurhaus bereits am 1. Mai 1929 eingeweiht werden (oberes Bild). Die Begrünung verlieh dem Bauwerk schnell ein freundliches Antlitz (unteres Bild). Neben dem 1927 eingerichteten Badehof besaß der junge Kneippkurort somit gleich zwei vorbildliche Häuser für den Kurgastbetrieb.

35. Wo ursprünglich der Wirtschaftshof der Abtei Steinfeld mit dem Renaissancetorbogen stand, finden wir heute das Haus Hoever, das 1927128 zu einer Fremdenpension umgebaut wurde. Das Kurheim Hoever nahm 1928 den Betrieb auf. Für die Anwendungen trug wie schon im Badehof - Franzl Bayer! aus Bad Wörishofen Sorge. Aber auch der landwirtschaftliche Charakter von ehedem ging nicht ganz verloren, da noch lange Zeit ein Schwein, eine Kuh und ein Pferd hinter dem Haus gehalten wurden.

36. Der Aufgang zur Burg ist von der Werther Straße über die Brücke zum Steinfelder Tor zugänglich. Erst 1879 wurde der Aufgang zur Burg angelegt und das Steinfelder Tor an den Aufgang versetzt. Ursprünglich stand es zwar auch in der Werther Straße, doch weiter nördlich, da es zum Wirtschaftshof der Abtei Steinfeld, dem heutigen Kurheim Hoever, gehörte. Der Torbogen wurde ca. 1591 erbaut.

37. In der Mitte der Karte sehen wir 'Conditorei und Café Bernh. Simon' . Zwei Häuser weiter liegt das Schulgebäude einer im Jahre 1716 gegründeten Mädchenschule, gegenüber dem Burgaufgang in der Werther Straße. Hier ist nur die Gartenmauer zu sehen. Auf dem Dach dieses Hauses waren spätermit roten Dachpfannen gelegt - die Buchstaben J H S (Jesus Heiland Seligmachen) zu sehen. Eine Familie mit vielen Kindern lebte in den zwanziger Jahren in diesem Haus. Fast täglich erschienen Familienmitglieder im Café Sirnon. um Süßigkeiten zu erstehen, die sie über alles liebten. Man wählte als Zahlungsweise das Anschreiben, damals so beliebt wie heute die Kreditkarte. So war abzusehen, daß das Haus wegen Zahlungsunfähigkeit dieser Familie an Simon überging. Schnell erfand der Münstereifeler Volksmund, um keinen Kommentar verlegen, eine Umdeutung des J H S: 'Jetzt hat's Simon. ' Das Haus heißt bis heute 'Im süßen Namen'.

Altes Geschäftshaus. Münstereif~l, Wertherstraße

38. Viele Münstereifeler erinnern sich an das wunderschöne Fachwerkhaus der Familie Moll in der Werther Straße. Leider wurde es 1962 abgerissen und durch ein modernes Gebäude ersetzt. Das alte Haus, seit Generationen irn Familienbesitz, beherbergte zunächst einen Laden für Schusterbedarf. Zwangsläufig hatten die vielen Gerbereien, die es in Münstereifel gab, das Schustergewerbe groß werden lassen. Nach der Schließung der meisten Gerbereien entstand ein Kolonialwarengeschäft, in dem alles 'lose' verkauft wurde: Mehl, Zucker und Waschpulver. Hier gab es den sogenannten Schoppen: Korn, der zunächst aus Holzfässern, später aus Korbflaschen, lose verkauft wurde. Letzte Herrin im Reich der Kolonialwaren war Berta Moll (*1889). Viele erinnern sich gerne an ihre beeindruckende Erscheinung. Heute gibt es kein KoJonialwarengeschäft mehr. Statt dessen führt Franz Moll in diesem Haus einen Laden für Modellbau und Modelleisenbahnen. Er hat einen Versandhandel aufgebaut, der in nahezu alle Länder der Welt liefert.

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