Bad Münstereifel in alten Ansichten Band 2

Bad Münstereifel in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Helmut Cloot und Harald Bongart
Gemeente
:   Bad Münstereifel
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5535-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Münstereifel in alten Ansichten Band 2'

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39. Im Vorgängerbau des Hauses Heuel wurde 1780 Friedrich Joseph Haass, der 'heilige Doktor von Moskau'. als Sohn des Apothekers Peter Haass geboren. Haass studierte an den Universitäten von Köln, Jena und Göttingen, wo er 1805 zum Doktor der Medizin promovierte. In Wien, wo er sich in der Augenheilkunde ausbilden ließ, lernte er die russische Fürstin Repnin kennen, der er nach Moskau folgte. Hier engagierte sich Haass nach Jahren erfolgreichen medizinischen Wirkens immer stärker für eine Menschengruppe, deren soziale Belange bis dahin niemand wahrgenommen hatte: Er trat einem Gefängnisschutzkomitee bei. Seither lebte Haass nur noch für die Strafgefangenen, denen er außer ärztlicher Hilfe auch das Geld, das er durch den Verkauf seiner Habe erhielt, zukommen ließ. Immer wieder war Haass bernüht, den Gefangenen, die den Weg in die Verbannung nach Sibirien zu Fuß antreten mußten, Erleichterung zu verschaffen. Als Haass 1853 starb, folgten 20 000 Menschen seinem Sarg.

40. Diese Apotheke ist seit dem 23. Juni 1806 im Besitz der Apothekerfamilie Bresgen, heute in der siebten Generation. Johann-Josef Bresgen war zunächst Verwalter der Karmelitessenapotheke. Nach Aufhebung des Klosters durch Napoleon kaufte er die Konzession. Ihm folgte Theodor Bresgen von 1831 bis 1835. Er wurde abgelöst von Franz-Josef Bresgen (1835 bis 1850). Seine Frau Clara geb. Roth betraute den Apotheker Stephinsky mit der Führung der Apotheke von 1850 bis 1864. Am 25. August 1852 erwarb sie die Konzession der alten Stadtapotheke von 1669. Dr. Carl Michael Theodor Bresgen warvon 1864 bis 1906 für die Apotheke verantwortlich. Ihm folgte 1906 Laurenz Bresgen, der 1949 an seine Tochter lna Bresgen übcrgab, die die Apotheke bis 1965 führte. Danach wurde die Apotheke verpachtet. Seit 1974 sind Gertrudis und Theodor Symann die Inhaber. Gertrudis Symann ist eine Nichte von Ina Bresgen .

Münstereifel - Kaiserliches Postamt

41. In unmittelbarer Nähe des Werther Tores erhebt sich das von der Stadt errichtete 'kaiserliche Postarnt'. Bis zu seiner Eröffnung im Jahre 1909 wechselte der Geschäftsraum der Post seit 1828 nicht weniger als neunmal. Nachdem anfangs nebenamtliche 'Postexpedienten' die Postgeschafte besorgten, war seit 1872 ein Postmeister fest angestellt, dem drei alte Briefträger zur Seite standen: einer für den Stadtbezirk und zwei für den Bezirk Münstereifel-Land. Um 1925 bestand die Belegschaft des Postamtes schon aus 15 Mitarbeitern: Den Postmeister unterstützten nunmehr zwei Obersekretäre, zwei Telegrafengehilfinnen sowie zehn 'untere Beamte'.

Hotel zur Post, Münstereifel

42. In der Unnaustraße liegt mit dem Hotel 'Zur Post' ein Gebäude , das ursprünglich dem Landesherrn - dem Herzog von J ülich - als Finanzverwal tung diente. Seinen Namen verdankt es der Tatsache, daß der Gastwirt Gierlieh zwischen 1861 und 1872 gleichzeitig als 'Postexpedient' tätig war. Durch einen kleinen Trakt ist das Gebäude mit dem Tanzsaal verbunden, der auf ein Bauwerk aus dem 18. Jahrhundert zurück geht. Neben dem Hotel Hillebrand war das Hotel 'Zur Post' um die lahrhundertwende eine der ersten Adressen der Stadt. Um 1900 warb man mit dem Hinweis auf 'lüftige komfortable Zimmer' um Gäste, die man durch 'elektrisches Licht' und 'Bäder im Hause' zu beeindrucken hoffte.

43. Einen Unterschied wie Tag und Nacht dokumentieren die beiden Aufnahmen des Rathauses, die 1907 bzw. 1930 entstanden und das Rathaus vor und nach der Restaurierung zeigen. Seit dem Mittelalter diente es dem Rat der Stadt Münstereifel und wurde 1550/51 um den rechten Gebäudeteil mit dem Sitzungssaal über den drei Arkaden erweitert. Der neue Sitzungssaal wurde am 27. September 1551 mil der Wahl eines neuen Bürgermeisters eingeweiht. Dem Rat gehörten damals sieben Schöffen und sieben Ratsverwandte an. Obwohl das Schöffenkolleg bereits im 12. Jahrhundert belegt ist , stammt die Ratsverfassung erst aus dem Jahr 1454. Als Herzog Wilhelm IV. von Jülich 1475 den Modus der Wahl der Ratsmitglieder festlegte, bestimmte er gleichzeitig, daß nur die 'Verständigsten' (= 'Klügsten') in den Rat zu wählen seien. Es heißt, man sei dieser Tradition bis auf den heutigen Tag treu geblieben.

44. Werfen wir einen Bliek in den 'Ratskeller", den Brauereiausschank der Brauerei Hendrielts. Urn 1910 hat sich der Braumeister Wilhelm Schwarz (rechts) am Tresen in Positur gestellt, der junge Mann links ist vermutlich sein Sohn Josef. Die Gaststätte war nicht nur wegen ihrer 'altertümlichen Sehenswürdigkeiten' stark besucht, auch ihr Wirt Wilhelm Schwarz trug durch seine Lügengeschichten kräftig zu ihrer Bekanntheit bei. Der Volksmund verlieh Schwarz dafür den Namen 'Luchwellern' oder 'Luchern', was sich mit 'Lügenwilhelm' übersetzen läßt. Einer seiner Scherze bestand darin, seine Gästc die 'Säuferlistc' der Personen, an die kein Alkohol ausgeschenkt werden durfte , durchblättern zu lassen, in die er zuvor einen Spiegel eingelegt hatte.

45. Am 19. Juli 1876 wurde das auf dem Klosterplatz errichtete Kriegerdenkmal eingeweiht. Die Grundsteinlegung für das Denkmal, das den in den Kriegen 1864, 1866 und 1870/71 Gefallenen gewidmet werden sollte, erfolgte am 2. September 1872. An der Einweihung nahmen Donatus Joseph Kemp als Bürgermeister, Franz Anton Dauzenberg als Oberpfarrer und Prof. Dr. Ignaz Renvers als Leiter des königlichen Gymnasiums teil. Die Urkunde über die Einweihung ist unterzeichnet von W.J. Roth, dem Präsidenten des Kriegervereins, vom Schriftführer Fr. Grunow und vom Schatzmeister F.M. Stephinsky.

46. Die Gründung Münstereifels vor 1 100 Jahren feierte man am 7. August 1932 im großen Stil. Tausende von Gästen und Besuchern der festlich geschmückten Stadt bewunderten das für diesen Anlaß von Dr. Hubert Heinen verfaßte 'Münstereifeler Rathausspicl' und den Festzug, an dem 43 Gruppen teilnahmen. Die Aufnahme entstand nach Auflösung des Festzuges auf dem Klosterplatz vor dem Notariat von der Banck (links) und dem Haus Doppelfeld (Mitte). Bei den abgebildeten Personen handelt es sich um Mitwirkende des 'Rathausspiels' , insbesondere um die Darsteller des vierten Bildes mit dem Titel 'Sankt Blasiustag. Der Brirzenmann'. Es war Tradition der Wollweberzunft, an St. BJasius (3. Februar) ein Rad vom Radberg hinabrollen zu lassen, mit dessen Überresten man dann den Festtagsbraten zubereitete. An diesem Tag schlug man die Lehrjungen zu Gesellen und die Gesellen zu Meistern.

MDNSTE:RE:IFE:L

PFARRKIRCHE.

47. Am Westwerk wird die Ähnlichkeit zwischen der ehernaligen Stiftskirche St. Chrysanthus und Daria und St. Pantaleon in Köln besonders deutlich. Die Kirche , die auf mehrere Vorgängerbauten zurückblicken kann, stammt in der hier abgelichteten Form aus dem 12. Jahrhundert, der Zeit also, als das Benediktinerkloster Münstereifel in ein Stift umgewandelt wurde. Anstelle von Mönchen versahen nun Kanoniker den Dienst an der Kirche, die 'vita communis' (gemeinsames Leben) wurde zugunsten einer individuellen Haushaltsführung aufgegeben. Zwei der Kanonikerhäuser sind am linken Bildrand zu erkennen, das Haus Scheuren und das Notariat von der Banck nämlich.

48. Im Jahre 844 erhielt Abt Markward von Prüm von Kaiser Lothar 1. die Erlaubnis, nach Rom zu reisen. Im Gepäck führte er Briefe an Papst Gregor IV. In einem Schreiben bat Lothar, der durch den Vertrag von Verdun (843) auch Hcrr über Italien war, den Papst, dem Abt die Gebeine eines berühmten Märtyrers zu übergeben, über dessen Verehrungswürdigkeit keine Zweifel bestünden. Markward erhielt daraufhin die Gebeine von Chrysanthus und Daria. Im Mai veriieß er Rom und gelangte über St. Gaar nach Prüm, wo er Anfang Juli eintraf. In Münstereifel bemühte man sich um eine würdige Aufbewahrungsstätte. Es dauerte noch bis zum 25. Oktober 844, dem Tag ihrer Passion, bis die Gebeine feierlich beigesetzt werden konnten. Sie ruhen heute in der Krypta. Die abgebildeten Figuren, lebensgroß, holzgeschnitzt und in originaler Goldfassung, stammen aus der ersten Hälfte des] 8. Jahrhunderts und bewachen als 'rnilites Christi' die Treppen zur Krypta und zum Hochaltar.

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