Bad Münstereifel in alten Ansichten Band 2

Bad Münstereifel in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Helmut Cloot und Harald Bongart
Gemeente
:   Bad Münstereifel
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5535-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Münstereifel in alten Ansichten Band 2'

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59. Am alten Pilgerweg von Münstereifel zum Miehelsberg liegt inmitten des Münstereifeler Waldes das Heiligenhäuschen mit der Statue des heiligen Antonius, dem der Volksmund den Namen 'Decke Tönnes' verlieh. Der heilige Antonius wurde im Mittelalter als Schutzpatron gegen das 'ignis sacer' (heiliges Feuer oder Antoniusfeuer) verehrt. Diese Krankheit, die durch eine Mutterkornvergiftung hervorgerufen wird, verursachte beim Erkrankten so wahnsinnige Schmerzen, als ob ein inneres Feuer ihn verzehren würde. Die beiden Bilder zeigen die gleiche Statue: Links sieht man die Figur, die im 15. Jahrhundert geschnitzt wurde, vor der Restaurierung; rechts ist sie nach der Restaurierung abgelichtet. Neben den typischen Attributen Taustab mit Glöckchen (rechte Hand) und Buch (linke Hand) erkennt man zu Füßen Antonius' - statt des zu erwartenden Schweines - einen Drachen.

60. Früher soll die überlebensgroße Statue des heiligen Antonius ungeschützt im Münstereifeler Wald gestanden haben. Fuhrleute pflegten auf dem Weg von Münstereifel zur Ahr dort ebenso zu rasten wie die Pilger auf dem Weg zum Michelsberg. Eine alte Sage berichtet vom Bau des Heiligenhäuschens: Ein Holzfuhrmann vesperte einst in der Nähe der Statue. Übermütig rieb er mit einem Stück Speek über den Mund der Statue, als wolle er dem 'Decken Tönnes' einen Bissen anbieten. Die Heiligenfigur kippte daraufhin nach vorne und begrub den Fuhrmann unter sich. Jener vermochte sich nicht eher zu befreien, bis er dem heiligen Antoni us den Bau eines Heiligenhäuschens versprach. Erst nach diesem Gelübde ließ sich die Figur von dem reuigen Sünder hochheben.

61. Folgt man dem alten Pilgerweg von Münstereifel über Radert und den 'Decken Tönnes', so gelangt man an den Kreuzweg (linkes Bild) und von dort weiter zur Kapelle auf dem Michelsberg. Die Wallfahrt zum Michelsberg geht mittlerweile in das 7. Jahrhundert, besonders in Pestzeiten suchte man den heiligen Michael auf, dessen Fürsprache bei Gott man erhoffte. In der Kapelle liegt Johann Friedrich von Goltstein begraben, Münstereifeler Amtmann und Gönner der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft , den diese am 29. Oktober 1687 über den weiten Pilgerweg von Münstereifel zum Miehelsberg trug und dort bestattete. Der Michaelstag (29. September) nimmt auch heute noch eine besondere Stellung im Münstereifeler Kirchenjahr ein, da die Wallfahrtstradition bis heute lebendig geblieben ist.

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62. Der Miehelsberg. ein weithin sichtbarer Basaltkegel vulkanischen Ursprungs, ist mit 588 m die höchste Erhebung irn Bad MünstereifeIer Stadtgebiet. Einer alten Sage nach sollte die Kapelle erst am Fuße des Michelsbergs im Ort Mahlberg errichtet werden. Doch fand man das Baumaterial, das man in Mahlberg bereitgelegt hatte, anderntags wie von Geisterhand bewegt auf dem Michelsberg. Aber auch die Bautätigkeit auf dem Miehelsberg erwies sich als so schwierig, daß man dem Teufel vorflunkerte, man erbaue ein Wirtshaus, woraufhin dieser kräftig mit hinlangte. Als er - von Roderath kommend - jedoch das Kreuz auf dem Dach erblickte, warf er die letzten beiden Steine wütend auf den Boden. Die Siedlung 'Weißen Stein' soll nach dieser Begebenheit ihren Namen tragen. 1836 brannte die Kapelle ab und wurde 1857-1860 wieder aufgebaut. Das Bauholz stiftete Wilhelm Risch, der Besitzer von Gut Hospelt.

63. Bereits im 15. Jahrhundert finden wir die Namen der Berge, die die Stadt umgeben, verzeichnet. 1512 wurde unter dem Zubehör des kurkölnischen Burglehens Gudenau der Hof zu Giersberg bei Münstereifel erwähnt. 1773 erwarb die Stadt Münstereifel den Hof. Der Giersberger Hof erscheint im Urkataster als bescheidenes Anwesen mit Wohnhaus und zwei kleinen Nebengebäuden. Hiervon sind bis heute erhalten geblieben: Das Kapellchen, eine Scheune in Fachwerk und die Brückenfigur des hl. Nepomuk. 1902 kaufte Paul von Schnitzler das Anwesen. Im selben Jahr begann er mit dem Bau eines Landhauses. Architekt war Ludwig Popp, ein Schüler des Münchners Gabriel von Seidl. Um das Haus wurde ein Landschaftspark angelegt. Die überwiegend barocken Stilelemente des Landhauses verfehlen nicht ihre Wirkung auf den Betrachter. Nach dem letzten Krieg diente das Haupthaus vielen berühmten Persönlichkeiten als Sommerlogis:

Theodor Heuß, Willi Brandt, Klaus Schütz und anderen.

GIRSBERG bei Münstereifel

6irsberg, Post Münsfereifel.

64. Im Jahre 1900 erfuhr Erich Hettner in Bremen, daß im fernen Münstereifel eine Schleifmühle zum Verkauf stand. Erich Hettner, ein Ingenieur, stammte aus einer außergewöhnlichen und kinderreichen Familie. Sein Vater Hermann Hettner halte zu dieser Zeit bereits einen Ruf als Literaturwissenschaftler, Aus der Familie stammen u.a. ein Mathematiker (Georg Hettner), ein Geograph (Alfred Hettner), ein Archäologe (Fel ix Hettner, Limesausgrabungen) und ein Maler (Otto Hettner). Erich Hettner hatte mit der von ihm erworbenen Fabrik Erfolg. Seine Bohrmaschinen wurden bald weltweit vertrieben. Bereits im Jahre 1913 hatte die Maschinenfabrik Hettner in der kurzen Zeit ihres Bestehens (12 Jahre) 1 000 Maschinen hergestellt. Sie zeichneten sich durch ihre ungewöhnlich lange Lebensdauer aus. Zwei der größten Bohrmaschinen der Welt sollen heute noch in Betrieb sein.

GRüSS

aus

lvèrsheim

, A ? Gastwirtschaft u. rlandlung von Wilhelm Jansen

65. Blickt man in diesen Teil der Euskirchener Straße hinein, so tallen zwei Häuser besonders auf. Zunächst zieht das gewaltige Traufenhaus unseren Bliek an. Es wurde 1843 erbaut. Es handelt sich um ein verputztes Bruchsteinhaus. Große Rechteckfenster und ein Rechteekportal in Sandsteinrahmen sind charakteristisch für diesen Haustyp. Daneben steht ein anderthalbgeschossiges Giebelhaus aus Fachwerk. Der obere Stock ruht vorgekragt auf Konsolen. Diese beiden Häuser sind Beispiele verschiedener Baustile , sie spiegeln aber auch den sozialen Unterschied zwischen ihren einstigcn Besitzern. Das Steinhaus galt als Zeichen der Wohlhabenheit , Fachwerkhäuser wurden von weniger Begüterten gebaut.

Holzgasse

66. Diese Karte gewährt uns einen Bliek in die Holzgasse in Bad Münstereifel-Arloff. Kurios ist, daß die eine Ortshälfte bis 1794 zu Kurköln gehörte , während die andere dem Herzogtum Jülich zugehörig war. Aus dieser Tatsache resultierte die Notwendigkeit, daß der Schultheiß des jülich'schen Teils Arloffs immer durch das kurkölnische 'Ausland' reisen mußte , wenn er in MünstereifeI, der dritten Hauptstadt des Herzogtums Jülich, zu tun hatte. Der Fachwerkgiebellinks gehörte übrigens zum Arloffer Gerichtsgebäude.

Ausflugsort Burg Kirspenich Station Arloff

67. Der Name Kirspenich ist untrennbar verbunden mit der Kirspenicher Burg, einer Wasseranlage auf fünfeckigem Grundriß mit Hauptund Vorburg. Den Außengraben versorgt der zur Erft fließende Holzbach mit Wasser. In früheren Zeiten war diese Burganlage für die Münstereifeler das. was man heute als 'Naherholungsziel' bezeichnet. Es gab in der Burg eine gut geführte Restauration, die Einheimischen wie Sommerfrischlern Speis und Trank bot. Im Vorhof stolzierte ein Pfau, der sein prächtiges Gefieder zur Schau stellte. Am Ufer des Außengrabens lag ein etwas altersschwacher Kahn. Die Fahrt mit ihm wurde zum Abenteuer, weil man eindringendes Wasser mit einer Blechdose ausschöpfen mußte. Besondere Attraktion in dem verwilderten Garten warein Karussell, das die Kinder allerdings selbst in Bewegung setzen mußten.

6russ aus .lido!!

Artoffer Thonwerke

68. Im Jahre 1885 gründete Heinrich Roth die Firma Arloffer Thonwerke Heinrich Roth und Co. Fünf Jahre später wurde die Firma in eine offene Handelsgesellschaft umgewandelt; seit 1904 ist sie eine Aktiengesellschaft. Bereits 1900 stellte sie größere Mengen feuerfester Steine her, die zum Bau von Hochöfen, Siernens-Martin-Öfen, Tiegelschmelzöfen und Koksöfen verwendet wurden. Dreihundert Mitarbeiter fertigten 3 000 t feuerfestes Material. Später kam noch die Produktion von Steinzeug (Kanalrohre , Tröge) hinzu. 1913 übernahm die Firma C. Otto 50% des Aktienkapitals, 192375% und bereits 1940 das gesamte Unternehmen. Heute produziert das Werk jährlich 16 000 Tonnen, allerdings mit nur vierzig Arbeitern.

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