Bad Neuenahr-Ahrweiler in alten Ansichten Band 2

Bad Neuenahr-Ahrweiler in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Heinz Lindlahr
Gemeente
:   Bad Neuenahr-Ahrweiler
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6230-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Neuenahr-Ahrweiler in alten Ansichten Band 2'

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49 Dechant [oseph Dickopf war von 1924 bis 1936 Pfarrer an der St.-Laurentius-Kirehe in Ahrweiler. Ahrweiler gehörte bereits 13 1 6 zu den pfarreien des kölnischen Ahrgaudekanates, bei dem es bis 1804 blieb. Vorübergehend gehörte es zum Bistum Aaehen und kam 1824 zur neuen Diözese Trier. Seit 1827 ist Ahrweiler Namensträger des DekanatesAhrweiler. Zur Pfarrei Ahrweiler gehörten außer dem Stadtbereich Ahrweiler auch Walporzheim, einige Häuser von Marienthal, Bachern, das jedoch zur Hälfte zur Pfarrei Wadenheim gehörte, und der Kalvarienberg. Dechant Dickopf war am 25. Oktober 1870 in Peterslahr im Westerwald geboren. Die

Priesterweihe empfing er am 30.März 1895 in Trier. 1925 wurde er Dechant in AhrweiIer und 1928 Ehrendomherr. Er starb am 22. Dezember

1 936 und wurde in seiner Heimat Peterslahr begraben.

50 DieseAnsicht vonAhrweiler zeigt uns im Vordergrund unbebautes Gebiet, wo die Ahrweiler Bürger ihre Gärten hatten. Die Karte wurde am ] 9. März] 900 von der Freiwilligen Feuerwehr in Ahrweiler an den Hauptmann der Freiwilligen Feuerwehr in Bonn ]osef Gemünd geschickt. Die Absender der Karte haben die Freiwillige Feuerwehr Ahrweiler ] 888 mitgegründet. Es sind dies:

Kaufmann Hubert Kreuzberg, Peter Bath, Mitbegründer der Firma Gebrüder Bath, und Carl Weisgerber, der] 883 in der Niederhutstraße 23 ein Sattlergeschäft gegründet hatte. Er trug aber auch zum Unterhaltungsangebot der Stadt bei. Er hatte allerlei Fertigkei -

ten in magischen Künsten und war eine unvergeßliche Figur auf der Laienbühne. Er war derVater des am 25. Oktober ]89] in Ahrweiler geborenen Malers gleichen Namens.

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5 1 Carl von Ehrenwall war mit seiner Fachausbildung noch nicht fertig, als er die 'Private Heil- und pflegeanstalt Ahrweiler' im]ahr 1877 gründete. Mit großem Unternehmermut wurde Gelände gekauft und 1882 eine Klinik nach modernsten Gesichtspunkten gebaut. Alsbald führte das Streben, den Kranken innerhalb der Anstalt möglichste Bewegungsfreiheit und Gelegenheit zur Betätigung zu geben, zum Bau meist landhausähnlicher Einzelbauten, deren innere Einrichtung den Bedürfnissen der verschiedenen Krankengruppen angepaßt war. Diesen Anschauungen trug auch von Ehrenwall Rechnung. Er baute zunächst 1895-1897

die Villa Griesinger, das sogenannte Schlößchen. Diese erfuhr 1902 eine Erweiterung durch den Neubau der Villa Sofia, die mit prächtigen Parkanlagen umgeben wurde.

Sanatorium Ahrweiler - Gartenpartie

Parltanlcige an der Villa Sofia mi! lnstltut für physikalische Therapie

52 Bereits 1903 wurde die Villa Maria der von Ehrenwall'schen Klinik fertiggestellt. Sie liegt in den großen Gärten zwischen Haupthaus und dem Schlößchen. Im ersten Stock befand sich die Wohnung des Direktors der Anstalt. Die übrigen Etagen dienten der Aufnahme einer Sondergruppe von 'Psychosen' leichterer Art. Hier begann schon damals eine sehr differenzierte Beschàftigungstherapie in Verbindung mit einer ebenso modern anmutenden Soziotherapie. 'Psychosen' wurden durch intensive Beschäftigung von der inneren qualenden Problernatik abgelenkt und erfuhren

die heilsame Wirkung des Tàtigseins, des Gestaltens durch Malerei, Holzschnitzerei, Brandmalerei, Modellieren, Lederschnittarbeiten, Musik, Weben, Sticken und nicht zuletzt durch Gartenarbeiten.

Seit den sechziger Iahren hat man sich auf diese Art der Behandlung neu besonnen.

53 Ab 1865 gab es an der Ahr vier [ahre mit reicher Traubenernte. Der Markt konnte die Menge des Weines nicht aufnehmen. Für Wein zahlte man Spottpreise. Die Not derWinzer war unerträglich. Daher schlossen sich die Winzer zunächst 1869 in Mayschoß zu einer Winzergenossenschaft zusammen. So führte die wirtschaftliche Not zur Selbsthilfe. Gegenstand des Unternehmens war zunächst der gemeinsame Verkauf. 187 1 gründeten auch die Winzer in Walporzheim und Heimersheim eine Genossenschaft. Die Ahrweiler Winzer folgten deren Beispiel im Iahr 1874 und gründeten den Ahrweiler Winzerverein. Der Transport der Fässer er-

folgte mit Pferdefuhrwerken. Die Fässer werden heute noch in großen Kellern gelagert. Das Umfüllen des Weins geschah mit großen Handpuinpen, die van zwei Leuten bedient wurden.

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54 Aus Anlaß des Volksfestes zum Besten der katholischen Missionen im September

192 1 gab das Ursulinenkloster und Pensionat Calvarrenberg eine Erinnerungskarte mit der Ansicht des Klosters heraus. Auf der Rückseite ist zu Iesen: 'Wie sind wir reich! Wir stehen mitten in der Sonne, umleuchtet und durchglüht vom Gnadenlicht, und jeder Festtag schenkt uns neue Wonne, und froher Glanz aus unserenAugen bricht. Wie sind wir reich! Viel andre müssen hungernd stehen, einsam und sehnend in der dunklen Nacht, und möchten auch so gern zum Heiland gehen, daß er sie segne und sie glücklich macht. Wie sind wir reich! Laßt uns der Armen

denken, laßt retten uns in heiligen Eifers Glut, von unserer Liebe laßt uns schenkenschenken. Daß heim sie finden, wo die Sehnsucht ruht.'

! Ahrweiler

Calvarienberg

U rsulinenkloster und Pensicnat

55 Dr. JuliusWegeler schreibt bereits 1861: 'Vorn Kloster Calvarienberg wieder an den Fuß des Berges gelangt, bleiben wir auf dem rechten Ufer der Ahr, um über das Dörfchen Bachern nachNeuenahrzurückzukehren. Hier war früher ebenfalls ein adeliges Geschlecht ansässig: Heinrich von Bacheim erscheint 1326, Barthel 1348 . und endlich finden sich noch die Gebrüder Reinhard und Heinrich von Bacheim im Iahre 1446; dann aber verschwindet die Familie, die von irgendeiner Bedeutung nicht war. Wir raten den Wandelnden nunmehr den höher gelegenen Fahrweg nach Neuenahr einzuhalten, da der Fußweg an zahlreichen ste-

hen den Wässern der Ahr vorbeiführt, deren Exhalationen grade nicht günstig einwirken.'Vielleicht war aber auch die Möglichkeit zur Einkehr in der Hubertushöhe Anlaß zu diesem Rat.

Gruss ven der

Hubertushöhe- Bachern - Ahrweiler

(10-15 Min. vorn 'Kurgarlen Neuen.hr)

56 Die landläufige Bezeichnung 'Weinbauschule' bringt zumAusdruck, daß die 1902 als Provinzial-Wein- und Obstbauschule gegründete Einrichtung in erster linie dem Weinbau dienen sollte. Der erste Lehrplan sah bereits neben dem Weinbau auch den Obst- und Gemüsebau und die Landwirtschaft vor. Träger der Anstalt war die Rheinprovinz, bis 1947 der Kreis Ahrweiler mit der Schule zu Rheinland-Pfalz kam. Seitdem führt die Schule den Namen 'Landes-Lehr- und Versuchsanstalt fürWeinbau, Gartenbau und Landwirtschaft'. Die Staatliche Weinbaudomäne Marienthai wurde 1952 in diese Anstalt eingegliedert. Außer der Aus-

bildung berät die Weinbauschule ständig Winzer und Landwirte. Das Gebäude diente in letzter Zeit als Kulisse für die Fernsehserie 'Hallo, Onkel Doe'.

57 ErnstWeydenlobt 1835 schon die schwere Arbeit der Walporzheimer irn Weinberg. Er schreibt: 'Hier kann man sich eher als am Rheine einen wahren Begriffvan den Mühseligkeiten des Winzers machen, wenn man die Weinterrassen an der linken Seiten der Ahr betrachtet, die sich bis zu den nackten Gipfeln der steilen Felsenwände hinanziehen. Die Neigung des Gebirges ist zu groß, als daß sich die loekere Erde, die sich an den Felsen aus verwitterten Geschieben und Felsentrümmern bildet, selbst tragen könnte; gewaltige Mauern müssen daher erst aufgeführt werden, die sich wie ungeheure Terrassen in verschiedenen Richtungen übereinan-

derschieben, um die Erde zu tragen, damit Regengüsse und die eigne Schwere sie nicht in die Tiefe stürzen. Ein eigner Anblick!'

GruB aus dem Ahrtal.

Walporzhelm mit Weingelände

58 Weiter heißt es dort: 'Alles bezwingt der Mensch von der Hoffnung des Gewinnes beseelt. Und wenn man die Winzerinnen und Winzer, mit schwerem Rahmholze auf dem Rücken oder mit schwerbeladenen Mistkörben auf den Köpfen die steilen pfade hinankeuchen sieht, in der größten Hitze des Tages, die durch die Refraktion der Strahlen von den steilen kahlen Felsen des rechten Ahrufers, die nur teilweise mit Busch und Gesträuch bewachsen, um so mehr gesteigert wird, dann erst kann man die Kostbarkeit dieses Rebensaftes, der soviel Pflege und Mühen, so manche Schweißtropfen erheischt, die so selten belohnt werden, erst

ganz würdigen. Unstreitig sind die Lagen der Gemarkung von Ahrweiler und Walporzheim die besten im ganzen Ahrtale ... '

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