Bad Neuenahr-Ahrweiler in alten Ansichten Band 2

Bad Neuenahr-Ahrweiler in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Heinz Lindlahr
Gemeente
:   Bad Neuenahr-Ahrweiler
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6230-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Neuenahr-Ahrweiler in alten Ansichten Band 2'

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59 Auch über die Lebenslust der Winzer hier läßt er sich aus: 'Nicht zu schildern ist das Leben in diesen Gegenden, wenn ein gesegneter Herbst des Winzers Mühen lohnt. Früh wie die Sonne den Nachttau verscheucht bis spät zum Abend tönt das [auchzen undjubeln der Leser und Leserinnen aus den Bergen; Tausende von Händen sind allenthalben beschäftigt mit Schneiden, Tragen und Fahren der süßen Gabe des Herbstes; Scherz und Mutwille belebt und fördert die Arbeit und ergötzt die Fremden, welche die Freuden derWeinlese in dem schönen Tale versammeln und zwar in solcher Menge. daß die Gasthöfe in Ahrweiler ihnen oft kein Ob-

dach bieten können. Wer die Ahr und ihre Täler doppelt anziehend finden will, der wähle die schönen Herbsttage zu seinem Ausfluge.'

~ eln Walporzheim bei dem rothen Wein,

. Jn de, Rebenlaube beim Sonnenschein, Da alaubt man im Paradies zu ae in .

60 Philipp Wirtgen schreibt 1839: 'Gleich hinter Walporzheim begiImen wilde Felsenpartien. Das Tal wird enge und seine Wände sind hoch und schroff Bald erscheint es ganz geschlossen, bis sich zwei Schluchten eröffnen, von welchen die eine zur Linken seitwärts führt und die andere zur Rechten unseren Weg bezeichnet. Die Landstraße ist durch eine Mauer gestützt, welche sich aus den Wellen der rauschenden Ahr erhebt und von einem Geländer umgeben. Hier erscheint die wilde Felsenmasse "die bunte Kuh", Fast senkrecht erheben sich die mächtigen zerklüfteten Felsen und über unserm Haupte tritt in einer Höhe von ca. 200 Fuss ein

Felsblock hervor, der aus einiger Entfermmg einem Tierkopfe nicht unähnlich sieht,'

61 Dr. jullus Wegeler schrieb bereits 1862 in seinem Wanderbüchlein: 'Das Kloster Marrenthal war ein adeliges Nonnenkloster nach der Regel des hl. Augustinus und wohl die älteste klösterliche Niederlassung im AhrthaIe, denn seit dem 13. [ahrhundert ist das Bestehen Marrenthals nachweislich. Das Kloster wurde im 1. französisehen Kriege von Turenne's Soldaten sammt dem dazugehörigen Dorfe Marienthal im [ahr 1646 bis auf den Grund niedergebrannt. Die Reste des jetzigen Baues lassen schließen, daß derselbe erst im vorigen [ahrhundert errichtet wurde. Die französische Revolution hob das Kloster auf dessen Gebäulichkeiten im

[ahre 1811 abgebrochen wurden.' Die Gaststätte des Jean Förster trug 1912 den Namen 'Zum Kloster Marienthal'. Die Ruine der Klosterkirche ist hier im Bild zu sehen.

Ilotel zum Kloster lUariental a. d. Ahr

Jean Förster

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62 DerWinzerverein Marienthal ist die kleinste Winzergenossenschaft an der Ahr und wurde 1883 von zehn Winzern gegründet. Er besitzt die Weinberge der früheren Klöster Marienthai und Klosterrath. Dies sind insbesondere die steilen sonnigen lagen des Trotzenberges und der Klosterlay, wo die Klosterherren schon im frühen Mittelalter die ersten Weinbergsterrassen an der Ahr errichteten und hier Qualitätsweine erzielten. Dank der Hege und Pflege durch den Winzerverein Marienthai haben diese Weine auch heute noch einen guten Klang. Ein Wein der lage Trotzenberg erhielt 1967 erstmals den Staatsehrenpreis, dem noch

viele Auszeiclmungen folgten. Auf dem Bild posieren effensichtlich Gäste mit Mitarbcitern und dem Eselsgefàhrt des Winzet- Vereins für das Erinnerungsfoto. Interessant ist auch das Werbeschild.

63 Um 1900 leben in Ramersbach 268 Einwohner. Davon waren 144 männlich und 124 weiblich. Ihnen standen zu dieser Zeit 56 bewohnbare Häuser zur Verfügung. Im Iahr 1 895 wird über Anzahl und Zustand der Häuser in Ramersbach berichtet:

Das DorfRamersbach zählt 59 Wohngebäude. Ein großerTeil derselben ist aus Fachwerk gebaut und mit Stroh gedeckt. Nur ein verschwindend kleiner Teil ist massiv ausgeführt und trägt ein Ziegel- oder Schieferdach. Die Bauart und der Zustand der Häuser lassen sich auch bei dem untenstehenden Gasthaus des Anton [osef Dümpelfeld ersehen. Die Familien DümpelfeId besaßen damals

fünfHäuser. Heute hat Ramersbach rund 700 Einwohner. Eine Langlaufloipe ist beliebter Anziehungspunkt für WintersportIer.

Gas:hsu: ".I. AnL J. Dümpl3lfo!à -

64 Der Blick über Heppingen geht zur Landskrone. Die Kirche in Heppingen, die 1904/05 errichtet worden ist, ist auf dem Bild noch nicht zu sehen. Um die Iahrhundertwende sind viele Postkarten mitAnsichten der Burg Landskron erschienen. Der Bau der Burg Landskron wurde 1204 von König Philipp begonnen. 1208 wurde sie von König Otto IV erobert und vollendet. 1 2 14 wurde sie von Friedrich Il. erstürmt und 1682 von Herzog [ohann Wilhelm van pfalz-Neuburg zerstört. Ab 1659 war die Burg Landesfeste im jûlichklevischen Besitz. Bis dahin war sie Reichsfeste gewesen. Sie mag als Durchzugs-, Musterungs- und Bereitstellungs-

raum eine Rolle gespielt haben. Reichspolitisch war sie unbedeutender Nebenschauplatz. Viele Sagen, die sich um die Burg ranken, werden heute noch gerne gelesen.

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65 DerTurnverein Landskron 08 Heppingen wurde am 14. Januar 1908 gegründer, Das Bild zeigt die Gründerriegen bei der 15-Jahrfeier mit der neuen Fahne. DerVerein harte zunächst nur eine provisorische Fahne. Bereits

1 92 1 war ein Fahnenfonds angelegt worden. Im jahre 1922 wurde eine Liste aufgelegt, in der die Mitglieder sich zur Zahlung eines monatlichen Betrages je nach ihrem Können verpflichteten, Glasmaler Heinrich Maier aus Neuenahr hatte die Fahne entworfen. Die Clarissenschwestern, die seit 1920 in Neuenahr ein Kloster errichtet hatten, wurden mit der Herstellung der Fahne beauftragt. Das Material, Stoffe, Sei-

de und so weiter. war im November 1922 von den Schwestern für 25 000 Mark beschafft worden. Um den Schwestern zu helfen, aber auch um eine preisgünstige Fahne zu erhalten, wurde im

Dorf eine Sammlung abgehalten. Hierbei wurde kein Haus überschlagen.

66 Die Sammlung des Turnvereins fiel so reichlich aus, wie es nie erwartet worden war. Den Schwestern konnten zwei Wagen Lebensmittel gebracht werden. Darunter waren 35 Zentner Kartoffeln, mehrere Zentner Obst und Gemüse, Salz und anderes. Ostern wurden den Schwestern nochmals zweihundert Eier übergeben. Mutter Äbtissin erklärte, damit sei der Arbeitslohn schon bezahlt. Die Fahne wurde von den Schwestern in feinster Seidenstickerei und Handarbeit hergestellt und beim Bezirksturnfest 1923 geweiht. Unter dem rii.hrigen Vorsitzenden Mathias JosefSchäfer (1928-1950) wagte sich die kleine Turnerschar an den Turnhallenbau,

der damals in harter Handarbeit erstellt worden ist. Gleichzeitig wurde der Turnhalle eine Jugendherberge mit dreißig Betten angegliedert. Die Einweihung erfolgte am l Sr Iuni 1930.

67 Das Bild aus dem Iahr 1915 zeigt Restteile des Osttores der Befestigung der ehemaligen Festung Heimersheim. Am 16. Juli 1646 wurde die Festung Heimersheim von Truppen unter Fûhrung des franzósisch-weimarischen Generals GrafTurenne in Brand gesteckt. Danach zogen dieTruppen gegenAhrweiler. Erst 1945 wurde das Osttor beim Einmarsch der Amerikaner durch einen Panzer zerstört. Hinter jedem der vier Tore befand sich eine Backstube ' et Backes' . Seit dem Wiederaufbau des historischen Westtores und seiner Einweihung am 24. Oktober 1987 ist ein Backes wieder in Betrieb. Durch das Tor geht der Blick in die Johannisstraße

(früher Schmiedegasse ). Hier waren überwiegend landwirtschaftliche oder Winzerbetriebe. Das Ochsengespann wäre heute eine Sehenswûrdigkeit.

68 Die Heimersheimer Mädchenschule an der Schmittengasse, heute Johannisstraße, Ecke Ringstraße wurde 1879 angrenzend an die ehemalige Ringbefestigung mit dem Osttor erbaut. Es hatte zwei Klassenräume und zwei Dienstwohnungen fûr einen verheirateten Lehrer und eine alleinstehende Lehrerin. Der zweigeschossige Bau mit seiner ansprechenden Simsfassade und den zierenden Dreiecksgiebeln entsprach den preußischen Anforderungen an einen schlichten Schulbau und paßte in die wilhelminische Bauzeit. Eine Jungenschule befand sich in der Bachstraße. Die Kinder des 1. bis 4. Schul[ahrs wurden gemischt unter-

richtet, die des 5. bis 8. Schuljahrs wurden getrennt nach Jungen und Mädchen erzogen. Nach dem Neubau der Mauritiusschule 1958-1960 wurde das Gebäude 1962 an den Schreinermeister Matthi-

as Mülhgann veräußert, der das Gebäude aufstockte und zu Wohnungen umbaute.

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