Bad Segeberg in alten Ansichten

Bad Segeberg in alten Ansichten

Auteur
:   Walter Kasch
Gemeente
:   Bad Segeberg
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3378-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Segeberg in alten Ansichten'

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9. Vor dem noch fast kahlen Kalkberg erheben sich die Häuser der Lübecker Straße in Größe, Umriß und Baumaterial ähnlich wie auf alten Stichen. Die Gärten unterhalb der Häuser und des Kastanienwegs sind bis auf den letzten Quadratmeter ausgenutzt; man war auf ihre Erträge angewiesen. Auf alten Stichen gehen auf der damaligen Seefläche zwischen Kastanienweg und Lübecker Straße noch Fischer von Booten aus ihrer Tätigkeit nach.

10. Zu beiden Seiten der schön geschwungenen Sandsteintreppe bediente früher der Wirt des Höhlenkrugs seine Gäste. Neben seinem Hause hatte er, auf die vielen Besucher der Kalkberghöhlen reflektierend, einen Aufstieg zum Höhleneingang geschaffen. Erbaut wurde dieses Haus - das sich durch Größe, Architektur und Schmuck aus der Reihe der einfacheren Bürgerhäuser heraushebt, ohne jedoch den Charakter der Straße zu beeinträchtigen - 1789 durch den Kirchspielvogt Wichmann.

11. Das Haus mit dem hohen Ziegeldach an der Kleine-See-Straße beherbergte bis 1845 das Segeberger Post-Comtoir. Noch über einhundert Jahre danach, bis zu seinem Abbruch in den fünfziger Jahren, hieß es in der Stadt 'Dänische Post'. Das mag darauf zurückgehen, daß die Post auch in den Herzogtümern Schleswig und Holstein eine Einrichtung des dänischen Staates war. Die Postverbindungen der größeren Orte waren gut organisiert, doch das flache Land wurde nicht versorgt. Der Schreibtisch mit Geldschlitzen, über den in der dänischen Zeit der gesamte Postverkehr abgewickelt wurde, ist noch im Heimatmuseum Lübecker Straße 15 zu sehen,

Soolbad Segeberg

Kalksteinbruch

12. Es gilt als sicher, daß am 'Kalkberg' , der ursprünglich etwa zwanzig Meter höher war als heute, schon lange vor der Gründung der Burg der begehrte Baustoff Gips gebroehen wurde. Der Gipsbruch lieferte ansehnliche Gewinne in die meist leeren Kassen der Landesherren. Die Arbeit war schwer und nicht ungefährlich. Mit Schiebkarren wurde der rnühsam gebrochene Gips durch einen durch den Berg getriebenen Tunnel zum Brennen nach der Kalkhütte gefahren. Gebrannt wurde der Gips mit Torf, für dessen Lagerung neben der Kalkhütte eine riesige Scheune stand. Erst 1912 wurde ein Lorenaufzug montiert. Vor dem zur Gipsmühle führenden Tunnel stehen zwei Männer.

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13. Wenn man den Berg besteigt, hat das Ganze das Ansehen eines Stoffes. der aller Form und Nutzung unfähig, von der Natur stiefmûtterlicn behandelt, und in seinem Urzustande gelassen. .. mit der freudenlosen Kraft eines unnützen Daseins begabt ward, heißt es in der Schrift 'Der Holsteinische Tourist' von 1833 über den Kalkberg. Ähnliche Empfindungen scheinen die Bürger bewegt zu haben, die sich 1884 unter der Führung von David Kropff ans Werk machten, den Berg durch Grünanlagen zu verschönern, soweit die Flächen nicht dem Gipsabbau dienten. An sie erinnert die Inschrift in dem Felsquader am Südaufgang zum Bergschlößchen.

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Restaurant Bergscblösschen

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14. Im Jahre 1901 schloß die Stadt zur Sicherung und Vollendung der von Bürgern auf dem Kalkberg geschaffenen Grünanlagen einen Pachtvertrag mit der königlichen Berginspektion in Lüneburg. Bald danach entstand an dem vielbesuchten Ausflugsort die Gaststätte Bergschlößchen, ein reich ornamentiertes Holzhaus im norwegischen StiL Es wurde zwar nach dem Zweiten Weltkrieg ausgebaut und modernisiert, doch bildet das alte Holzhaus immer noch den Kern der heutigen Gaststätte mit einern der schönsten Ausblicke über die Altstadt und den Großen Segeberger See.

Solbaó Segeberg

Wendeltreppe in der Höhle im Kalkberg

15. Mit der Entdeckung der Höhlen im Frühjahr 1913 wuchs noch das Interesse der Stadt an dem Berg. Im gleichen Jahr wurden Ankaufsverhandlungen eingeleitet, die aber wegen des Krieges erst 1921 zum Abschluß gebracht werden konnten. In dem Kaufvertrag mußte sich die Stadt verpflichten, den Berg als Naturdenkmal zu erhalten und nicht weiter zu veräußern. Der Gipsabbau mußte stark eingeschränkt werden und wurde 1931 ganz eingestellt. Über einen neun Meter tiefen in den Felsen gesprengten Schacht und eine Wendeltreppe wurde die Höhle bequem zugänglich gemacht.

SOLBAD SEGEBERG

Blick vom Kalkberg

16. Der am Kalkberg gebrochene Gips wurde in früheren Zeiten unbearbeitet verkauft. Später ging man dazu über, ihn zu brennen und zu zerkleinern. Die zum letzteren Zweck 1820/1821 erbaute Gipsmühle beherrschte neben dem Kalkberg und der Marienkirche mehr als einhundert Jahre hindurch das Stadtbild. Sie war mit zwei Hammerwerken und zwei Mahlwerken versehen. Verkauft wurden Maurergips, Stukkaturgips und Düngergips. Wegen baulicher Mängel und der überlegenen Lüneburger Konkurrenz - beide waren Staatsbetriebe mußte die Mühle schon vor dem Ersten Weltkrieg stillgelegt werden. Das Oberteil wurde 1924 abgebrochen, der Sockel und das angrenzende Kalkmagazin erst 1938 nach Fertigstellung des Freilichttheaters.

1 7. Die Frage nach dem Ursprung des am Fuße des Kalkbergs gelegenen kleinen Sees hat die Phantasie vieler Generationen beschäftigt. Nach Untersuchungen von Professor Gripp, dem ersten Erforscher der Höhlen, ist der See nicht älter als fünftausend Jahre und durch Auflösung im Untergrund lagernden Gesteins, vermutlich Steinsalz, entstanden. Der feste Grund des stark verschlammten Sees liegt siebenundzwanzig Meter unter der Wasseroberfläche. In früheren Zeiten wurde der See auch von Gerbern genutzt, die dort ihre Werkstätten hatten. Die vom See ausgehenden Geruchsbelästigungen führten immer wieder zu heftigen Protesten der Altstadtbewohner.

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König. Seminar

18. Den Grundstein zu dem späteren königlich-preußischen Schullehrer-Seminar legte 1840 der dänische König Christian VIII. Lange Zeit war es das einzige in Holstein ; später kamen Seminare in Kiel, Ratzeburg, Rendsburg und Ütersen hinzu. In Schleswig bestanden Seminare in Tandem, Eckernförde und Hadersleben. Während der sechsundachtzig Jahre seines Bestehens haben mehr als zweitausend Lehrer von hier aus den Weg in die Schulhäuser des Landes angetreten. In der Stadt wirkten die Seminaristen, die in Bürgerhäusern wohnten, als belebendes Element. Infolge der Verlagerung der Lehrerbildung auf Pädagogische Hochschulen wurde das Seminar 1925 geschlossen.

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