Bad Segeberg in alten Ansichten

Bad Segeberg in alten Ansichten

Auteur
:   Walter Kasch
Gemeente
:   Bad Segeberg
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3378-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Segeberg in alten Ansichten'

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39. Das Haus Oldesloer Straße 79 blickt auf eine ehrwürdige Vorgeschichte zurück. Nach Aufhebung des Segeberger Klosters im Zuge der Reformation errichtete König Christian III. 1550 eine Stiftung zu Gunsten hilfsbedürftiger Frauen. Aus ihren Erträgen wurde ein Armenhaus für zwölf alleinstehende Frauen, das Gieschenhagener Gasthaus, unterhalten. Bis 1840 lag es auf dem heutigen Marktplatz, mußte aber wegen des Seminars weichen. Der Ersatzbau stand bis 1904 an der Bahnhofstraße, an der Stelle der Zufahrt zum ZOB. 1905 entstand das Haus an der Oldesloer Straße. Erst die beiden Inflationen nach den Weltkriegen hatten den Verlust des Vermögens und die Auflösung der Stiftung zur Folge.

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40. Die auf städtische Initiative gegründete Kleinwohnungsgesellschaft mbR. erbaute von 1926 bis 1930 eine große Zahl von Wohnhäusern, vornehmlich in der Lornsenstraße und der Oldesloer Straße. Die Hausbewerber wurden sorgfältig ausgesucht, die Finanzierung durch öffentliche Mittel erleichtert. Das war der Anfang des öffentlich geförderten sozialen Wohnungsbaus in der Stadt. Vorsitzender des Aufsichtsrats der Gesellschaft war Bürgermeister Elsner, Geschäftsführer Stadtbaumeister Schmidt. Die 1932 wieder aufgelöste Gesellschaft trug wesentlich zur Behebung des Wohnungsmangels bei.

41. Es mag auf den ersten Bliek überraschen, daß die Initiative für die Stromversorgung in unserer Region von der Landwirtschaft ausging. Doch die Vorteile für die Mechanisierung der Landwirtschaft, die seit dem letzten Drittel des vorigen Jahrhunderts in großem Stil betrieben wurde, waren offenkundiger als die Vorzüge der neuen Energie im kleinstadtischen Bereich. Hier dachte man in erster Linie an die Beleuchtung. In Segeberg war dafür gesorgt, man hatte das Gaswerk. Realisiert wurde die Stromversorgung durch den Kreis. Das Umspannwerk an der Burgfeldstraße, im Bilde vor dem Dachumbau 1927, gehörte zu dem 1913 fertiggestellten Versorgungsnetz.

42. Die Freiwillige Feuerwehr von 1873 ist Mitte der zwanziger Jahre zum Appell vor dem Gerätehaus am Seminarweg angetreten. In den hellen Röcken erkennen wir den Vorstand der Wehr, Gastwirt Gustav Petersen (Mitte), Verleger Hermann Wäser (links) und Gastwirt E. Studt (rechts). Die wichtigsten Ausrüstungsstücke der Wehr waren die mittels Handkurbeln ausgefahrene Leiter und die von der Mannschaft gezogene handbetriebene Spritze. Das Gerätehaus stand unmittelbar an der Turnhalle der Realschule. 1957 mußte es im Zusammenhang mit dem Finanzamtsneubau und dem geplanten Neuen Platz abgebrochen werden.

43. Im Jahre 1932 wurde für die Freiwillige Feuerwehr ein Automobillöschzug, bestehend aus einer Motorspritze und einem Mannschaftswagen, beschafft. Bis dahin mußte im innerstädtischen Einsatz die handbetriebene Spritze durch die Mannschaft gezogen werden. Die Spritzenmannschaft bestand aus dem Spritzenmeister und sechzehn Männern. Wir sehen die Spritzenmannschaft bei einer Übung auf der Rennkoppel. Im Einsatz wurden die acht Männer an der Pumpe regelmäßig im Abstand weniger Minuten abgelöst. Der Bevölkerung war durch Polizeiverordnung von 1880 untersagt, den Löschmannschaften 'während des Brandes' Getränke zu verabreichen.

44. In den zwanziger Jahren bestand die städtische Polizei aus sieben Beamten unter der Leitung des Kommissars Willhöft. Sie hatten für Sicherheit und Ordnung zu sorgen und nahmen auch den letzteren Aufgabenkreis sehr ernst. Mit Argusaugen wurde zum Beispiel über Straßenreinigung und Schneeräumung gewacht. Die Polizisten versahen ihren Dienst fast ausschließlich zu Fuß. Sie waren stadtbekannte Persönlichkeiten, so daß unter alten Segebergern heute noch ihre Namen und persönliche Eigenarren erzählt werden. Auf dem Bilde sehen wir von links August Spahr, Ernst Knees, Karl Koseck, Karl Willhöft, Theodor Gubitz, Paul Saß und Hugo Rickert.

45. Die alte Badeanstalt am Südufer des Großen Segeberger Sees war Schauplatz sommerlicher Freuden für Jung und Alt. Der Bademeister - nicht alle konnten selbst schwimmen - achtete streng darauf, daß die übermütige Jugend nicht über den abgegrenzten Bereich hinausschwamm. Die Ubertretung des Verbots wurde unnachsichtig mit Badeverbot geahndet, was zumal für die Mädchen, für die es als unschicklich galt, sich außerhalb der Badekabinen umzukleiden, eine schwere Strafe war.

Soolbad Segeberg Eisenbahnbrücke über die Trave

46. Im Zuge der Eisenbahnlinie Neumünster-Bad Segeberg mußte das tief eingeschnittene, sumpfige Tal der Trave mit einer sechzehn Metern hohen Brücke und mächtigen Dämmen überwunden werden. Die Dämme und die davor belegenen Wiesen sind im Laufe der Zeit dicht mit Bäumen und Sträuchern bewachsen. So kommt es, daß das imposante Bauwerk selbst den Fußgängern verborgen bleibt, die täglich die dreihundert Meter flußaufwärts gelegene Straßenbrücke überqueren.

47. Den Anstoß zum Anschluß Bad Segebergs an das Eisenbahnnetz gab 1869 die Entdeckung des Salzlagers am Kalkberg. Auf fünf Millionen Zentner jährlich wurde die durch die Bahn zu befördernde Menge geschätzt. Zwischen der Stadt und der Eisenbahnverwaltung gab es langwierige Auseinandersetzungen über die Lage des Banhhofs. Schon wurde in Erwägung gezogen, zunächst zwei Teilstrecken von Neumünster bis Fahrenkrug und von Oldesloe bis Altengörs zu eröffnen. Doch 1875 konnte die durchgehende Linie in Betrieb genommen werden. Etwa 1911 wurde das Verbindungsgleis zwischen der Staatsbahn und der Kiel-Segeberger Kleinbahn in der Bahnhofstraße verlegt.

48. Die 1911 eröffnete, mit Ablauf 1961 stillgelegte Kleinbahn von Kiel nach Bad Segeberg entsprang privater Initiative. Sie war in erster Linie zur Erschließung der abseits der größeren Verkehrswege gelegenen rein landwirtschaftlich orientierten Gebiete zwischen den beiden Städten gedacht. Die Regierung nahm deshalb in die Betriebsgenehmigung die Bestimmung auf, daß Schnellverkehr unter Übergehung von Zwischenstationen im allgemeinen zu unterbleiben habe. Nach dem Bau der Bundesstraße 404 zwischen den beiden Endpunkten war die Bahn zum Untergang verurteilt. Dort, wo der Zug heranbraust, verläuft jetzt die vierspurige Umgehungsstraße der Innenstadt.

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