Bad Segeberg in alten Ansichten

Bad Segeberg in alten Ansichten

Auteur
:   Walter Kasch
Gemeente
:   Bad Segeberg
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3378-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Segeberg in alten Ansichten'

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59. Die vier Söhne des Pferdehändlers Petersen stellen sich mit Ponygespann und Fahrrad in ihrer Sonntagskleidung am elterlichen Hause Hamburger Straße 26 als Kinder einer wohlhabenden Bürgerfamilie vor. Am Hause fällt auf, daß das Regenwasser noch auf den Bürgersteig abgeleitet wird. Als Burgermeister Kuhr (1902-1923) diesen Übelstand abstellen wollte, stieß er bei manchen Hauseigentümern auf heftigen Widerstand. Mudder Fösersch aus der Lübecker Straße soll ganz ohne Arg dem Stadtoberhaupt entgegengehalten haben: Herr Bërgermeister, all mien Leben lang hev ick dat Water vörn laten, nu schall ick dat Water achtern laten. Dat kann doch woll nich angahn.

60. Bürgersteige und Fahrbahn der Hamburger Straße sind noch mit kleinen unbearbeiteten Feldsteinen, den sogenannten Katzenköpfen, gepflastert. Dieses verhältnismäßig billige und robuste Pflaster wurde 1926 gegen komfortableres ausgewechselt. An der Stelle des Hauses mit dem auffälligen spitzen Giebel befindet sich seit einer ganzen Reihe von Jahren eine Baulücke. Die anschließenden Häuser, beginnend mit der Möbelhandlung Zeidelhack, sind in den Umrissen noch ziemlich unverändert.

61. Keine der alten Straßen hat sich in den letzten Jahrzehnten so sehr verändert wie die Hamburger Straße. Der Bliek geht in Richtung Hamburg. Am linken Bildrand schützt noch ein hohes Eisengitter die Fläche vor dem Kreishaus vor unbefugtem Betreten. Das angrenzende zweigeschossige Haus mußte der letzten Erweiterung des Kreishauses weichen. Zuletzt wurde dort die Kohlenhandlung Gotthardt betrieben. Ein schöner Ziegelfußboden aus dem Haus konnte für das Heimatmuseum gerettet werden. Auch die folgenden Häuser stehen nicht mehr. Die Linden auf der rechten Seite fielen zum großen Kummer vieler Segeberger Anfang der sechziger Jahre dem Ausbau der Hamburger Straße zum Opfer.

Soolbád Segeberg

62. Vor dem Geschäftshaus Hamburger Straße 66 haben sich der Tischlermeister Hinrich Kraft mit Familie und Gesellen aufgestellt. Hinrich Kraft hatte 1893 den Betrieb gegründet, sein Sohn Artur, neben der Mutter, führte ihn fort. Der fröhlich in die Welt bliekende Junge kann nicht ahnen, daß ihm vorbehalten ist, den väterlichen Betrieb nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem Unternehmen mit mehr als zweitausend Beschäftigten auszubauen.

6russ aus f)oteJ Iiarmonie, Segeberg.

63. Neben den renommierten Hotels in der Innenstadt und dem Kurhaus spielte das Hotel 'Harmonie', Hamburger Straße 64, im gesellschaftlichen und kulturellen Leben der Stadt eine bedeutende Rolle. Hier fanden eine Zeitlang die Theateraufführungen und Konzerte statt; der große Saal wurde lange als Lichtspieltheater genutzt. Zu dern Anwesen gehörte auch ein Schießstand südlich der Bahn. Die 1911 gegründete landwirtschaftliche Winterschule wurde im Obergeschoß der Harmonie abgehalten. Indes scheint die Führung des Betriebes nicht einfach gewesen zu sein. In den drei Jahrzehnten von 1879 bis 1909 sind neun Besitzer und drei Zwangsversteigerungen verzeichnet.

64. Auf vielen Gehöften in der Stadt wurde noch Landwirtschaft betrieben. Im Straßenbild widerspiegelte sich der Jahreslauf des Bauern. Das Einbringen des letzten Fuders wurde festlich begangen. Alle daran Beteiligten nahmen auf dem hochbeladenen mit Erntekrone oder Erntekranz geschmückten Wagen Platz, eine Flasche Korn machte die Runde und unter Gesang und Scherzen wurde die glücklich geborgene Frucht mühseliger Arbeit heimgebracht. Ein Schmaus beschloß das Erntedankfest. Vor dem Haus Hamburger Straße 76, das bis vor kurzem ein Schild mit der Inschrift 'Landhaus' zierte, steht soleh eine Festgesellschaft.

65. Über die Häuser der Hamburger Straße ragen noch die Flügel der Windmühle, heute Kreisjugendheim, hinaus. Am Hause Schweim zweigte ein alter Feldweg, die heutige Ziegelstraße, ab. Das Doppelhaus Nummer 45/47 am rechten Bildrand wurde für die Einmündung der Ziegelstraße in die Hamburger Straße abgebrochen. Auch diese Karte verrät, daß die Fotografen ihre Aufnahmen vorbereiteten. Die beiden Schlachter vor dem Haus Nummer 49, jetzt Schlachterei Wohlert, standen gewiß nicht zufällig dort. Ihre Schürzen werden auch bei der Arbeit nicht so sauber gewesen sein wie auf dem Foto.

Ausmarsch der Jägergilde im Juli 19J 4

66. In den Schützengilden der alten Städte verwirklichte sich das bis in unsere Zeit ausstrahlende Ideal des Vollbürgers. Der Bürger, dem die Stadt Schutz bot vor äußeren Bedrohungen, dem die streng geordnete Gemeinschaft auch Sicherheit der wirtschaftlichen Existenz gewährte, hatte mit seiner ganzen Person für den Schutz der Stadt einzutreten. Etwas von dem Geist der ursprünglichen Schützengilden spüren wir noch in dem Bild der im Juli 1914 vor dem Gasthof Stawedder zum Ausmarsch angetretenen Segeberger Jägergilde.

67. Die Häusergruppe bildete den Abschluß der ursprünglichen Hamburger Straße. Dahinter fiel, wie an den Bäumen zu erkennen, die Mühlenstraße steil zur Travebrücke ab. Bis 1845 mußte auch der Verkehr nach Hamburg seinen Weg über die Mühlenstraße nehmen. Keines der Häuser steht mehr, und von der Mühlenstraße ist nur ein Stummel nachgeblieben, der keine unmittelbare Verbindung zum alten Straßennetz hat. Etwa dort, wo auf dem Bild der Abfall der Mühlenstraße beginnt, zweigt jetzt die Straße An der Trave von der Hamburger Straße ab.

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68. Im Mittelfeld stand einst der größte Fabrikkomplex der Stadt mit eigener Wasser- und Stromversorgung. Dort wurde Ende des vergangenen Jahrhunderts die Bayrisch Bier Brauerei betrieben, dann das Segeberger Bürger Bräu, später eine Margarinefabrik, in den zwanziger Jahren der größte Arbeitgeber in der Stadt, in den fünfziger Jahren, aus denen das Bild stammt, eine chemische Fabrik und eine Schuhcremefabrik, von denen erstere wiederurn mit weitem Abstand größter Arbeitgeber und Steuerzahler war. Der Fußweg im rechten oberen Bildfeld, im Volksmund Schwardtscher Weg genannt, wurde in den fünfziger und sechziger Jahren zur Straße Gieschenhagen ausgebaut.

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