Bad Urach in alten Ansichten Band 1

Bad Urach in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Walter Röhm
Gemeente
:   Bad Urach
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3483-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Urach in alten Ansichten Band 1'

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Luftkurort Urad1 Rites Stadttor

19. Seit 1874 sehmüekte das 'Prunktor' den Eingang zum 'Alten Friedhof'. Es hatte eine wechselvolle Geschichte, Erstmals aufgestellt wurde es im Jahre 1603 von Herzog Friedrich I als Eingang zur neu erbauten Weberbleiche. Von dort wurde es im Jahre 1771 in die Nähe des Residenzschlosses versetzt, wo es im Jahre 1874 nach Erbauung der Ermstalbahn dem Verkehr im Wege stand und wiederum weichen mußte, Im Jahre 1963 war das prächtige Renaissance-Tor angeblich einem Neubau im Wege und wurde kurzerhand abgerissen. Die stark beschädigten Einzelteile des Tors lagern seither auf dem städtischen Bauhof.

20. Zu Beginn unseres Jahrhunderts, insbesondere mit dem Bau des neuen Bezirkskrankenhauses im Jahre 1907, verlor das Spital seine eigentliche Zweckbestimmung. Der Gemeinderat entschied sich, in die Gebäude Schulräume einzubauen. Schon 1908 geschah dies im Gebäude der Spitalkirche. Als 'Christophschule' diente das Gebäude bis zum Abbruch 1959 dem neuen Zweck. Nach dem Abbruch des Spitalwestf1ügels wurde in den Jahren 1912/13 auch der 'Neue Bau für Hospitaliten' aus dem Jahre 1522 in ein Schulhaus umgebaut. Noch heute dient dieses Gebäude, die 'Eberhardschule', als Schulhaus.

21. Nach Plänen des Oberamtsbaumeisters Graser entstand im Jahre 1907 an der Blumenstraße das neue 'Bezirkskrankenhaus Urach', Es löste das im Spital untergebrachte 'Städtische Krankenhaus des Hospitals Urach' ab. Unser Bild aus dem Jahre 1925 zeigt das Krankenhaus am Fuße der Eichhalde. Im Vordergrund die im Jahre 1838 durch die Züricher Firma Escher, Wyss und Cornp, und die Gebweiler Firma Nikolaus Schlumberger und Cie. gegründete 'Mechanische Flachsspinnerei Urach AG', die 'Flächse', wie sie von den Einheimischen kurz genannt wurde.

22. Östlich des Residenzschlosses stand bis 1902 der sogenannte 'Marstallkasten'. Graf Ludwig I soll ihn erbaut haben. Schon 1432 wird das Gebäude erwähnt als Verwahrort von Zehntfrûchten und als Vorratskammer bei Teuerungen. Graf Eberhard im Bart kaufte 1485 ein angrenzendes Haus, um einen Keller mit 360 m2 Grundfläche (!) bauen und den Marstallkasten vergrößern zu können. Um 1650 wurde im Marstallkasten eine privilegierte Brauerei eingerichtet. Die zum Marstall gehörenden Ställe dienten seit 1674 zum Winteraufenthalt des herrschaftlichen Gestüts. Zuletzt wurde das Gebäude nur noch als Lagerhaus benützt.

23. Fast drei Jahre lang diskutierte Urach die Frage, ob der alte Marstallkasten nun abgebrochen werden solle oder nicht. Den Ausschlag gab letztlich der Plan, an seiner Stelle ein neues Arntsgerichtsgebäude zu erstellen. Die Meinung der meisten Uracher Bürger zur Marstallkasten-Frage können wir einem Leserbrief im 'Ermsta1boten' vom 10. Januar 1900 entnehrnen, Dort lesen wir: Durch den Abbruch wird dem Stadtteil mehr Licht und Luft zugefuhrt, durch den Neubau des Amtsgerichts wird dieser Stadtteil verschonen und wenn dieser Steinkoloß wegkommt, so verschwindet ein Gebäude, das uns nicht an die besten Zeiten (den Zehnten) erinnert, Alle beim Abbruch beschäftigen Bauhandwerker haben sich 1902 auf den Grundmauern des Marstallkastens für den Photographen in Pose gestellt.

24. Zwischen Marstal1kasten und Erms, rückseitig an die Stadtmauer angebaut, stand einst das Amtsgebäude des 'Königlichen Amtsgerichts Urach'. Vor dem Abbruch im Jahre 1903 ließ der damalige Vorstand des Amtsgerichts und spätere Landgerichtsrat Freiherr von Seckendorff dieses Erinnerungsphoto herstellen. Im Vordergrund sehen wir Herrn von Seckendorff mit Gemahlin und Töchtern. Mit ins Bild genommen wurde auch der damalige Amtsdiener Bernhard ZeIler.

25. Die Verbindung zwischen dem Schloßbezirk und dem Marktplatz, dem Zentrum des bürgerlichen Urach, ist die schmale, von hohen Giebelhäusern gesäurnte Kirchstraße. Im späten Mittelalter gehörten noch ein Teil der Häuser zum Hof. Kanzleien und Wohnungen fûr Bedienstete waren in ihnen untergebracht. Im 17. und 18. Jahrhundert beherbergte eine Häusergruppe (heute 'Ratstube') die Geschäftsräume der mächtigen Leinwandhandelkompagnie. Den Bliek in die Straße von der Amanduskirche her zeigt unser Photo aus dem Jahre 1910. Links das noch verputzte Fachwerkhaus des Konditors Sprandel, rechts die Buchhandlung Benz und dahinter die 'Restauration Lichtenfels',

Luftkurort Urach.

Rathaus mit Marktbrunnen.

26. Am Marktbrunnen mündet die Kirchstraße in den Marktplatz ein. Der Durchblick von der Kirchstraße zum Rathaus mit dem Brunnen im Vordergrund gehört seit jeher, besonders aber seit der Renovierung des Rathauses im Jahre 1907, also seit das Fachwerk sichtbar ist, zu den beliebtesten Uracher Motiven. Auf unserem Photo hebt sich das soeben mit großem Aufwand renovierte Rathaus mit seiner schneeweißen Fassade stark von den Häusern seiner Umgebung ab. Mit der Freilegung des Fachwerkes am Rathaus wurde das Signal für die nun folgenden Fachwerkfreilegungen an Bürgerhäusern gegeben,

27. Der Uracher Marktbrunnen, ein meisterhaftes Werk spätgotischer Bildhauerkunst, ist um das Jahr 1500 entstanden. Entworfen und gebaut wurde er im Auftrag des Grafen Eberhard im Bart von Peter von Kob1enz und Meistern der Uracher Bildhauerschule. Im Jahre 1905 mußte der Brunnenstock von Grund auf neu hergestellt werden. Die feierliche Übergabe der Brunnen-Kopie erfolgte am Sonntag, dem 1. Oktober 1905. Als Erinnerung an diesen für Urach bedeutsamen Tag ließen sich vor dem noch festlich dekorierten Brunnen Uracher Bürgerfamilien photographieren. Auch einer der ersten Amateurphotographen Urachs, der Kaufmann Marstaller, war zur Stelle. Ihm verdanken wir unser Bild.

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Uracher Marklbl·Unllffl.

28. Vor der Renovierung der Rathausfassade wurde der Marktbrunnen gerne mit den Giebelhäusern des alten Badebezirks im Hintergrund photographiert. Sicher war es für die Uracher immer wieder eine kleine Sensation, wenn ein Photograph seine schwere Plattenkamera aufbaute und, verborgen unter einem großen schwarzen Tuch, auf der Mattscheibe sein Motiv fixierte. Wen wundert es, daß sich, als diese Aufnahme im Jahre 1907 entstand, nicht nur Schulkinder und Passanten sondern sogar der Stadtgendarm in Pose stellte?

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