Bad Urach in alten Ansichten Band 1

Bad Urach in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Walter Röhm
Gemeente
:   Bad Urach
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3483-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Urach in alten Ansichten Band 1'

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29. Im Jahre 1904, unmittelbar bevor der alte, zum größten Teil noch originale Marktbrunnen einer Kopie weichen mußte, entstand das Photo für diese Ansichtskarte. Der stark beschädigte Brunnen präsentiert sich uns mit einem neuen Hintergrund. Dieses Mal öffnet sich der Bliek in den großen Marktplatz und seine westliche Gebäudezeile von der Konditorei Kuhn bis zum Oberamt. Die Einmündung der Neuen Straße, die erst mit dem Durchbruch der Weberbleiche um die Mitte des letzten Jahrhunderts zur Durchgangsstraße wurde, ist optisch durch das in die Straße vorspringende Dietlen'sche Haus kaschiert.

URACH

Marktbrurmen

30. Das älteste Photo vom Uracher Marktplatz entstand um 1880. Es zeigt das Rathaus und einen Teil der Gebäude der westlichen Marktplatzseite. Der königliche Obersteuerrat von Memminger schrieb in seiner 1831 erschienenen 'Beschreibung des Oberamts Urach' über das Rathaus: Es wird zum Unterschiede von einem älteren Rathaus das neue genannt, ist übrigens ein unansehliches Gebaude, das im Jahre 1562 erbaut und 1804 erneuert wurde. Dieses Urteil mag die Uracher schwer getroffen haben, aber so unrecht hatte der Obersteuerrat von Memminger gar nicht. Tatsächlich wurde das Uracher Rathaus eben erst nach den baulichen Veränderungen im Jahre 1907 zu dem den Marktplatz beherrschenden Bau.

31. Eine Ansichtskarte aus dem Verlag des Uracher Buchhändlers Wilhelm Benz zeigt uns, was die Uracher irn Jahre 1907 aus ihrem Rathaus gemacht haben. Die um das Jahr 1908 erschienen Karte zeigt, welche schwerwiegende Eingriffe in seine bauliche Substanz sich das Rathaus gefallen lassen mußte. Zu seinem Vorteil, wie wir feststellen müssen. Die wichtigsten Veränderungen sind: Einbau der Arkaden gegen den Marktbrurmen hin, der Ausbau des Dachgeschosses zur Unterbringung weiterer Kanzleien, der Bau eines weiteren Quergiebels zur Marktplatzseite hin und die Erneuerung des Glockentürmchens.

32. Auch im Innern des Gebäudes wurde 1907 einiges verandert, So wurde im ersten Stock der Sitzungssaal der bürgerlichen Kollegien vollständig umgebaut. Durch Stiftungen der KollegienMitglieder war zudem eine neue Innenausstattung möglich geworden. So war wohl kaum ein Wunsch offen, als der Uracher Photograph Schmid den Auftrag bekam, den neuen Saal im Bilde festzuhalten. In den Fenstern des Saales sehen wir farbige Glasscheiben eingehängt, Wappenscheiben aus der Zeit der Erbauung des Rathauses im Jahre 1562.

33. Neu gestaltet wurde auch der große Flur im ersten Stock, über den der Zugang zu den Kanzleien und zum großen Sitzungssaal erfolgt. Die dicken, dunklen Eichenbalken wurden freigelegt und ihre tragende oder stützende Funktion sichtbar gemacht. Es entstand ein großer, fast feierlicher Raum. Im Baubericht von 1907 wird dann auch besonders darauf hingewiesen, daß im Flur, nachdem er durch einen Dauerbrandofen heizbar gemacht sei, künftig manche Versammlungen abgehalten werden könnten.

AHR ,ARK~. tJRACH

34. Im Erdgeschoß des Rathauses befand sich seit alters die 'Fruchtschranne", die zugleich Brot- und Fleischlaube war. Schon dadurch war der Marktplatz Mittelpunkt des Handels nicht nur für die Stadt, sondern für das gesamte Umland. Gewaltig war oft der Verkehr an den Markttagen. Noch zu Beginn unseres Jahrhunderts standen hunderte von beladenen Fuhrwerken in den Straßen der Stadt und warteten auf ihre Abfertigung.

35. Auch die Jahrmärkte waren von Bedeutung. Das gegenüberstehende Bild (Nummer 34) stammt aus dem Jahre 1902. Der Uracher Amateurphotograph Dr. Motz hat es aus einem Fenster des 'Hotel Post' mit seiner Plattenkamera eingefangen. Fünfundzwanzig Jahre später ist dann das oben abgedruckte Bild entstanden. Wie eh und je ist der Markttag ein großes Ereignis für Urach. Insbesondere von den Dörfern der Albhochfläche kommt die Bevölkerung an diesem Tag in die Stadt, um sich mit Waren einzudecken.

36. Fruchtrnarkt- und Jahrmarkttage boten aber auch die beste Gelegenheit, sich mit Freunden, Bekannten, Verwandten zu treffen. Als Treffpunkte boten sich die Uracher Gaststätten an, die unmittelbar am Markt und in den angrenzenden Straßen und Gassen zu finden waren. Viele bestehen heute noch. Unser Bild, entstanden kurz vor dem ersten Weltkrieg, zeigt gleich drei von ihnen. Links das 'Café Schwaderer', das wie auch das breite und hohe, ganz zum Marktplatz hin orientierte 'Hotel Krone' heute noch besteht. Eingegangen dagegen ist die Gaststätte 'Zum deutschen Haus'.

37. Das wohl renommierteste Gasthaus des 19. Jahrhunderts war das weit über die Grenzen des Oberamts Urach hinaus bekannte 'Hotel Post'. Es wurde irn Jahre 1831 anstelle von zwei Fachwerkhäusern erbaut. Im Erdgeschoß dieses den östlichen Marktplatz beherrschenden Baus waren die Stallungen für Zug- und Kutschpferde untergebracht. Die eigentlichen Wirtschaftsräume befanden sich im ersten Stock. Zu größeren Versammlungen aber traf man sich im schonen, noch ein Stockwerk höher gelegenen Saal. Im Jahre 1919 wurde das Hotel geschlossen. 1937 kaufte es die Volksbank Urach als Bankgebäude.

38. So mancher Hochzeitszug hat sich über den Marktplatz zur Amanduskirche bewegt. Unser Hochzeitszug ist im Jahre 1899 auf dem Weg zum 'Hotel Post'. Sicher ist dort im Saal schon festlich das Hochzeitsmahl eingedeckt.

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