Bad Windsheim in alten Ansichten Band 1

Bad Windsheim in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Michael Schlosser
Gemeente
:   Bad Windsheim
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2553-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Windsheim in alten Ansichten Band 1'

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9. In der Johanniterstraße begegnet uns der erste Zeuge aus Windsheims brunnenreicher Vergangenheit, der wie die meisten der zeitweilig über 25 Schöpf- oder Ziehbrunnen später als Pumpbrunnen umgebaut worden ist. Ein trauriger Vorfall aus dem Siebenjährigen Krieg begleitet das Nachbarhaus. Bei einer 'preußischen Invasion' am 22. November 1762 wurde der durch das Fenster sehende Sohn des Bierbrauers Hirsching durch den Kopf geschossen, so daß er tot von der Bank in die Stube zurückfiel und die Kugel in der Decke steckenblieb. Zur mahnenden Erinnerung später unter Glas und Rahmen gebracht und mit einer Notiz des Vorfalls versehen, wird die durchschossene Glasscheibe bis heute hier aufbewahrt.

WINDSHEIM.

10. Auch von weiter südlich gewährt die Johanniterstraße freie Sicht bis zur Post und zum 'Wittelsbacher Hof' hinauf. Der Gasthof 'Goldner Engel' rechts besteht heute zwar nicht mehr, aber der prächtige geschmiedete Ausleger, den der Fotograf so geschickt zur Geltung gebracht hat, erinnert hier noch immer an dieses Wirtshaus. Wie auf vielen Bildern aus jener Zeit, so fallen auch hier die teils gewaltigen Dachständer für die Stromleitungen auf. Seit 1843 gab es mit Rüböl, ab 1864 mit Petroleum betriebene Lampen. Vom 1. Oktober 1899 an brannte in Windsheim elektrisches Licht.

11. Ein stolzer freigelegter Fachwerkgiebel präsentiert sich an der Einmündung der Brenckgasse. Aus der 1882 in diesem Haus gegründeten Konditorei wurde 1929 ein Café. 1m rechten Eckpfosten kann man ein geschnitztes Wappen erkennen. Etwa in dieser Gegend ist das ältere Johannitertor zu vermuten, das seinen Namen nach einem in seiner Nähe gelegenen Kloster der Johanniter führt, Die Existenz dieser frühen Klostergründung mit einem Hl.-Dietrich-Spital (um 1104) ist jedoch nicht endgültig zu beweisen.

12. Man kann fast keine Gasse, kein Haus und keinen Garten finden, wo nicht ein Brunnen anzutreffen wäre. Diesen Worten eines Chronisten von 1746 mag man gerne Glauben schenken, wenn wir hier auf die nächste Anlage dieser Art, den Johanniterbrunnen, stoßen. Die zwei nach dem nächsten Eckhaus auf der rechten Seite folgenden Gebäude mußten 1956 einem Sparkassenneubau weichen, mit ihnen die rückwärtigen Nebenbauten, bestehend aus Scheunen, Ställen und Lagerhallen. Das Fachwerkhaus hatte lange Jahre als Metzgerei gedient, im anderen war von 1915 bis 1918 Windsheims erste Molkerei untergebracht.

13. Am auffälligsten bei dieser Partie zum Marktplatz hinauf ist wohl der alte Aufgang zum Kirchenbuck hinter dem Hotel 'Rotes Roß'. 1843 hatte man die dort gelegene 'Kärnter-Kapelle' abgebrochen und das eiserne Gitter an der Brüstungsmauer angebracht. Zur Errichtung eines Kriegerdenkmals wurde die Anlage 1926-1928 erneut urngestaltet, In dem Haus im Vordergrund links logierte der Schwedenkönig Gustav II. Adolf im März 1632. Übrigens hatte das 'Rote Roß' 1912 als zweites Haus der Stadt, noch vor dem Rathaus, eine Zentralheizung erhalten.

Windsheim (M.-fr.)

14. Wenn die rückwärtige Seite dieses Hauses inzwischen auch umgebaut ist, so wird man 'Mühlöders Hof' dennoch leicht wiederfinden können, zuma1 man sich an den Türmen von Rathaus und St. Kilian orientieren kann. Typisch ist der Altan. Fast jedes ältere Bürgerhaus in Bad Windsheim - wie auch in anderen fränkischen Städten - besitzt eine solche seitliche oder rückwärtige, überdachte, offene Laube im Obergeschoß, von der aus Räume im Innern des Hauses erreicht werden können.

15. Der Weg über den Kirchenbuck führt zu einem schönen und interessanten Winkel Windsheims. Das Haus links war einst das Dekanat und später lange Zeit drittes Pfarrhaus. Dahinter liegt das Gebäude der ehemaligen Deutschen Schreib- und Rechenschule. 1569 erbaut, beherbergte es ab 1930 rund 50 Jahre lang die Sammlungen des 1932 eröffneten Heimatmuseums, das ab 1980 im Ochsenhof neu eingerichtet wurde. Hinter 'Salzners Haus' rechts kann man noch ein Stück jenes 1967 abgerissenen Anwesens erkennen, das als 'Völler-Haus' (nach seinem letzten privaten Besitzer) bekannt war, und in dem eine Zeit lang der Museumswart wohnte.

WINDSHEIM

Marktplatz

16. Windsheims Prunkstück am Markt, das Rathaus, wurde 1713-1717 anstelle des mittelalterlichen Vorgängerbaus errichtet. 1730 brannte es völlig aus, konnte aber aufgrund vieler Spenden schon 1732 als unveränderter Wiederaufbau fertiggestellt werden. Nur einer soll die Zahlung eines Beitrags hierzu verweigert haben. Auf sein Haus weist der Zungenblecker, eine der Steinfratzen über den Arkadenbögen (links im Bild). Die unhistorische 'Windshernia' von 1889 über der bemerkenswerten italienischen Uhr wurde 1958 wieder durch eine 'Iustitia' ersetzt. Im Rathaustürmchen hängt das 'Armsünderglöcklein', das einst einem Verurteilten auf seinem letzten Gang geläutet wurde. Die Prangernischen beiderseits des Durchgangs stammen noch aus dem älteren Bau.

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17. Im Jahre 1857 wurde das Bezirksgericht nach Windsheim verlegt. Der Magistrat stellte dafür als Amtsgebäude das Rathaus zur Verfügung. 1858 bis 1860 errichtete man am Markt an Stelle von insgesamt fünf Bürgerhäusern ein neues Rathaus. Aber schon 1879 wurde das Bezirksgericht wieder aufgelöst, und der Magistrat bezog sein altes Domizil. Das so frei geword ene neue Rathaus wurde 1885 verkauft, beherbergte später das Amtsgericht und ist heute ein Kaufhaus. Um 1925 und erneut 1935/36 wurde die Fassade verändert, wobei auch der hohe Giebel mit dem Uhrtürmchen verschwand.

18. Die heutige Einhorn-Apotheke, ein stattlicher Bau von 1717, steht auf dem Platz des Kastens, des Steuerhauses, der Heilsbronner Zisterzienser von 1313. In diesem Kasten gab es auch ein 'Mönchsstüblein', eine Freistätte für Übeltäter, die der Rat erst nach Verhandlungen festnehmen durfte, wenn sie sich hierher geflüchtet hatten. Das Obergeschoß des Gebäudes dahinter war der Trockenboden für Kräuter. Rechts neben der Apotheke stand das 1521 erstmals erwähnte und damit älteste belegte Wirtshaus der Stadt 'Zum Strauß'. 1712 wurde es durch das hier zu sehende Gebäude ersetzt, das ab 1892 der Hotelier Steinberger besaß und 1962 abgebrochen wurde.

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