Bad Windsheim in alten Ansichten Band 2

Bad Windsheim in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Michael Schlosser
Gemeente
:   Bad Windsheim
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6346-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Windsheim in alten Ansichten Band 2'

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9 Der sehenswerte Fachwerkbau rechts trägt die Jahreszahl 1518 als Inschrift. Das Barockhaus daneben wurde 1792 an der Stelle des zehn [ahre zuvor wegen Baufälligkeit verkauften Seelhauses St. Martha errichtet, einer Pilgerherberge, die ebenso wie die Kapelle St. Maria am See, die Seekapelle, im [ahr 1400 von dem vermögenden Windsheimer Ratsherren Peter Kumpf gestiftet worden ist. Links im Hintergrund das Wohn- und Geschäftshaus der Schnittwarenhändler Emil und Helene Götz. Die beiden folgenden, später freigelegten Giebel gehören zum wohl

1 613 erbauten Gasthaus

'Zum grünen Baum'. Ganz links ragt noch der ursprüngliche Ausleger des 'Stern' ins Bild, der damals auch als 'Herberge zur Heimat' für durchreisende Handwerksburschen fungierte.

1 0 Durch die Eisengasse über den Bauhofwall gelangt man zur Mittelmühle, hier um 1900 aufgenommen. Neben den beiden Roßmühlen in der Stadt bildeten Ober-, Mittel- und Neumühle (früher Untermühle) im Süden eine Kette entlang der Aiseh. In der Mittelmühle war die erste 'Elektrizitätsanlage' durch einen privaten Unternehmer installiert worden. Nach einer ersten Straßenbeleuchtung mit 25 Rüböllampen 1843 und mit Petroleumlampen 1864 brannte in Windsheim vom 1. Oktober 1899 an elektrisches Licht. Dieses einschneidende Ereignis be-

deutete eine neue Phase der wirtschaftlichen und auch der sozialen Entwicklung. 1902 bis 1903 erbaute die Stadt an Stelle der Obermühle ein eigenes, neues Elektrizitätswerk. 1912

wurde es an das 'Frankische Überlandwerk' angeschlossen.

11 Weiter im Osten vor der Stadt lag außerdem die unter diesem Namen schon im frühen 16. Jahrhundert belegte 'Walkmühle' (zum Walken von Textilien wie Tuehen und Leder). Bereits 1888, nach manchen Unterlagen sogar noch früher, hatte Walkmüller Fritz Weid dort die zweite Gipsfabrik Windsheims mit 'GipsrnuhIe, Gipsrösterei und Brennofen' eingerichtet. Der Gips wurde von hier mit dem Kahn auf der Aisch bis zum Schießhaus transportiert und von dort aus mit dem Pferdefuhrwerk an die Bahn gebracht. Die Aufnahme mit den Gipsarbeitern, offenbar bei der Vesperpause, und dem Postboten dürfte eben-

falls um 1900 entstanden sein. Die erste 'Gypsfabrik' hatten der Stadtchronik zufolge Ernst Haberstroh und Hans Fluhrer im Dezember 1884 erbaut.

1 2 Auf dem Weg durch die Eisengasse zur Mittelmühle bzw. auf demselben Weg zur Stadt zurück kommt man an diesem mit 1562 datierten Fachwerkbau im sogenannten Malerwinkel vorbei. Zwar gehören die Eisen zu den bedeutenden alten Windsheimer Familien (drei Bürgermeister im 17. Jahrhundert trugen ihren Namen), doch ist die Bezeichnung dieses Anwesens als 'BürgermeisterEisen-Hans', wie auf dieser alten Postkarte, mittlerweile in Vergessenheit geraten. Die heute leider wieder übermalte Inschrift in

dem freigelegten Fachwerk lautet: 'Der Alten Kunst / gar lang versteckt / hab ich hier / wieder aufgedeckt / Dass sie nun lacht / in neuer Pracht / Und mir u. andem / Freude macht'.

13 An der Ecke Eisengasse/Seegasse begegnen wir einem weiteren alteingesessenen Windsheimer Namen, der eine hervorragende Rolle in der Geschichte der Stadt gespielt hat und über Generationen hinweg immer wieder unter den Ratsmitgliedern und den angesehenen Handwerksmeistern auftauchte, dem der Hellmuth. Viele von ihnen übten das Färberhandwerk aus (als 'Kunst- und Schönfärber') wie hier die Familie Leonhard August Hellmuth, deren weibliche Mitglieder sich mit den Dienstmädchen für diese im Oktober 1904 entstandene Aufnahme vor ihrem stattlichen Haus von 1754 versammelt haben.

14 Der Weg zum Holzmarkt führt in der Engerergasse (abermals ein Name einer alten Windsheimer Familie, die sich unter anderem durch wohltätige Stiftungen hervorgetan hat) an der 'Landesprodukten und Mehlhandlung von Adam Sommerer' vorbei. Zu seiner Zeit, um 1907, gab es im Ort 273 Gewerbetreibende, darunter Bürstenbinder, Drogenhändler, Galanteriewarenhändler, Gemüsehändler, Goldarbeiter, Kupferschmied, Messerschmied, Mühlarzt, Seifensieder, Siebrnacher, Spezereihändler, Weinhändler, Zinngießer. Zahlenmäßig am stärksten vertreten waren die Schuhmacher mit 26, während die Zahl der Arbeitsgesellen und Lehrlinge 350 betrug, die der Dienstboten 181.

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15 Im Iahr 1772 wurde in Windsheim erstmals eine Kaiserliche Reichs-Post -Station eingerichtet, aus der ab 1810 ein 'Königlich-bayerisches Postamt Ill. Klasse' wurde. Seit 1856 gab es eine pferdebespannte Postomnibuslinie NeustadtWindsheim. In diesem Haus am Holzmarkt wohnte bis zur Errichtung des ersten eigenen Postamtsgebäudes in der Johanniterstraße im [ahr 1911 zuletzt der 'kgl. Postexpeditor' , während das kleine Gebäude rechts daneben lange Zeit als Stall für die Postpferde diente, die man nachdem die Verbindungen nach Neustadt und Steinach bereits 1878 bzw. 1898 eingestellt worden waren nach Obernzenn noch bis 1906 eingesetzt hat.

1 6 An Handel und Gewerbe in der Reichsstadt erinnern manche Namen von Straßen und Plätzen wie etwa der Holzmarkt, der sicher auch im Zusammenhang mit dem alten Bürgerholzbezugsrecht steht. Erhalten ist eine Holzmarktordnung von 1836, die den Handel mit Brennholz, Brettern, Latten, Dielen und Pfählen regelt. Eine Verordnung mit dem gleichen Zweck ist schon für 1590 belegt. Das 'Gasthaus zum Hirschen' zeigt sich auf der Straßenseite mit seinem breiten Mansarddach zwar als Umbau von 1760, stammt im Kern aber von 1358. Das Haus rechts neben dem einstigen Poststall

war nach der dort über viele Jahrzehnte wohnenden Zeugmacher-Familie als 'Dietz-Anwesen ' bekannt und ist 1974 abgebrochen worden.

17 Unter den Häusern an der nördlichen Seite des Holzmarktes fällt das Backsteinwohnhaus mit seinem Hausteindekor und dem Turm ins Auge. Es wurde 1894 von Bezirksbaumeister [ohann Heinrich Strebel aus Dottenheim erbaut, der ab 1854 in Windsheim tätig war und hier 1913 gestorben ist. Nach seinen Plänen wurde 1890 auch die Turnhalle errichtet, unter seiner Bauleitung 1888 bis 1891 das Rathaus renoviert und nach seinem Projekt von 1889 bis 1905 eine umfassende Kanalisations- und Pflasterungsmaßnahrne ausgeführt - neben den bereits erwähnten Errichtungen des Elektrizitätswerkes und

der modernen Wasserleitung eine der drei großen kommunalen Investitionen jener Zeit.

18 Vom Holzmarkt geht es zur Rothenburger Straße. Den Blick zurück stadteinwärts dominiert dieser prächtige dreigeschossige Bau an der Ecke Herrngasse/Schwalbengasse, den der Handelsmann und spätere Ratsherr [ohann Sigmund Geiß im [ahr 1736 errichten ließ. Etwas versetzt rechts vom Eingang ist vor dem Schaufenster der eiserne Pumpbrunnen zu erkennen, der hier ab Mai 1880 einen älteren hölzernen Brunnen ersetzte. Über der Eingangstür steht der Name des Kaufmanns Heinrich Weidner in dieser bald nach 1909 entstandenen Aufnahme. Die Häuser gegenüber bewohnten zu der Zeit

Buchbinder Ernst Seiler, Metzger Georg Schmidt, Kaufmann Julius Seyboth, Privatier David Nölpp und Kaufmann Georg Gelbert. Das erste Giebelhaus rechts wurde 1979 abgebrochen.

Windsheim Schwalbengasse

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