Bad Windsheim in alten Ansichten Band 2

Bad Windsheim in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Michael Schlosser
Gemeente
:   Bad Windsheim
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6346-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Bad Windsheim in alten Ansichten Band 2'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

19 Eine belebte Rothenburger Straße in der Gegenrichtung, um 1910, links beginnend mit dem Anwesen des Buchbinders Seiler. Gegenüber wohnte, schon seit 1882, Uhrmacher Heinrich Schmidt, im 1981 abgebrochenen Nachbarhaus Schneidermeister Friedrich Wolff, im 1878 erbauten Haus daneben seit 1903 Kaufmann Hans Steigerwald. Es folgt das 1903 als Doppelhaus umgebaute Anwesen, das bis dahin das einstige Hotel 'Goldener Stern' beherbergt hatte, und weiter hinten die Spitalkirche mit ihrem leicht nach Norden geneigten Turm, dem 1888 gar der Abbruch wegen Baufälligkeit drohte.

Eine vom Magistrat veranlaßte, über [ahre hinweg durchgeführte Untersuchung erwies jedoch glücklicherweise seine Baufestigkeit.

20 Es ist interessant sich zu vergegenwärtigen, daß wir uns nun schon ganz im Bereich der zweiten Stadterweiterung befinden. So lag das um 13 15 von dem Windsheimer Bürger Konrad Förster gestiftete Hospital zu Ehren des Heiligen Geistes, dessen Kapelle, die Spitalkirche, wir rechts wieder vor uns haben, zunächst noch außerhalb, vor der

( ersten) Stadtmauer. Bemerkenswert ist auch, daß es sich hier um eine alte Fotografie der Straße handelt, noch mit dem 1883 als letztem Zeugen der (zweiten) Stadtmauer abgebrochenen RothenburgerTorturm. Dort herrschte meist ein gewaltiger Luftzug, bedingt durch die häufigen Westwinde, die sich an der sehr hohen Mauer stießen und dann durch die relativ kleine Öffnung des Tores drängten.

21 Am 7. Juli 1924 feierte der Radfahrerverein von 1899 sein 25jähriges Stiftungsfest mit einem Preiskorsofahren mi t Festzug durch die Straßen der Stadt zum Festplatze im Kurpark, woselbst ein Konzert, gesangliche Darbietungen, Langsamund Hindernisfahren und endlich die Preisverteilung stattfand. Stolz präsentieren die Mitglieder mit ihren geschmückten Rädern hier ihr Wappen

und die im Juni 1900 geweihte Standarte in der Rothenburger Straße. Die Kulisse dazu bilden der 'Gasthof zum goldenen Adler' und sein Nachbarhaus, beide aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts und jetzt mit freigelegtem Fachwerkgiebel. Nicht nur im Gasthof, sondern auch im nächsten Eckhaus haben sich dabei übrigens einige Zuschauer eingefunden.

22 Ganz rechts ist hier noch das westlich unmittelbar an die Spitalkirche anschließende, 1968 abgebrochene 'Spitalhaus' (auch 'Alte Pfründe' genannt) zu erkennen. Das Zierfachwerk im rnit ' 1563' bezeichneten Giebel des anschließenden Hauses, seit vielen Generationen Bäckerei, ist heute freigelegt, während von den beiden folgenden Fachwerkhäusern aus dem 18. und 15. Jahrhundert nur die massive Barockfassade des ersten erhalten ist, das zur Zeit dieser 1904 entstandenen Aufnahme Rechtsanwalt und Iustizrat Leonhard Fischer bewohnte. Auf seinen Sohn und Nachfolger Franz Fischer geht das Monogramm 'FF' in der Kartusche über dem durch reichere Rahmung hervorgehobenen Mittelfenster zurück.

23 Wie diese frühe Aufnahme vom 'Stiftungskäppele' 1904 zeigt, war die ursprünglich einmal bemalte mittelalterliche GeleitsäuIe, die die Stadtgrenze markierte und hier noch völlig frei am Wiebelsheimer Feldweg steht, schon damals stark beschädigt. Doch erst 1965 wurde ein Restaurierungsversuch unternommen, der aber ohne Erfolg blieb. 1966 wurde daher schräg gegenüber eine Nachbildung aufgestellt. 'Das Umfahren des Pflasterzolls ist bei Strafe verboten', mahnt der Stadtmagistrat auf der Hinweistafel. Das Recht, Pflasterzoll zu erheben, besaß man seit dem Mittelalter. 1 91 2 wurde er der Überhandnahme des Verkehrs mitAutomobilen wegen auf diese ausgedehnt, 1924 endgültig abgeschafft.

24 Nach diesemAbsteeher kehren wir wieder um, jetzt also die Stadt von Westen betretend. Auf dem Dach der Spitalkirche ist ein Storehennest zu sehen, links an der Einmündung des heutigen Westrings das ursprünglich nahe der Post gelegene, 1936/38 hierher versetzte ehemalige Zollhäuslein. Nach den beiden Granitsäulen von 1884, die den Standort des RothenburgerTorturms markieren, biegen wir links ab entlang den Wallgärten, an denen der Verlauf der Stadtmauer zu erkennen ist und die von dem einstigen davor gelegenen Doppelgraben mit einem acht Meter breiten Wall dazwischen noch übriggeblieben sind. Rechts durch die Alte Brunnengasse geht es zur SpitaIgasse.

25 Das Gebäude links befand sich bis 1903 im Besitz der Bierbrauerfamilie Schinnerer, woraus auf eine entsprechend frühe Entstehungszeit für dieseAufnahme zu schließen ist. Gegenüber sieht man die Front des Spitals und in der Bildmitte natürlich die Spitalkirche. Am Eingang vom Spital war ein alter Pumpbrunnen, ebenso innen im Hof ein Wasserspender für das Krankenhaus und die Pfriinde, Sobald man durch den Torbogen war, spürte man ein ganz besonderes Fluidum. Entweder waren es die Kranken, die einem bei ihren Spaziergängen begegneten, oder die Originale der alten Spitalpfründner, die wir Kinder ja alle so gut kannten wie beispielsweise 'Meister Holzbock' oder die 'Gansdrossel' .

261m Hof des Anwesens Konrad-Förster-Gasse 3 (damals die 'Kurze SpitaIgasse') hat sich um 1 915 die Familie des Ökonomen Georg Pinsenschaum zu einem Erinnerungsfoto aufgestellt. Eine Viehzählung vom 1. Dezember 1 91 6 ergab für Windsheim: 3 Pferde unter 3 Jahren, 5 Zuchtpferde und 81 Arbei tspferde, 74 Kälber unter 3 Monaten, 192 Stück Jungvieh von 3 Monaten bis zu 2 Jahren, 14 Zugochsen, 9 Bullen und sonstige Stiere, 21 reine Zugkühe, 127 Anspann- und zugleich Milchkühe, 112 reine Milchkühe und 45 Mastkühe, 389 Schafe, 72 Ferkel unter 8Wochen, 335 Schweine von 8Wochen bis zu einem halbenjahr, 1 Zuchteber, 2 Zuchtschweine und 353 sonstige Schweine, 8 Ziegenböcke und 833 Ziegen, 131 Gänse, 55 Enten, 2233 Hühner und 16 Truthühner.

27 Das geschlossene Bild einer 'Barockstraße' zeigte die nördliche Seite der Wassergasse einst wie in dieser Fotografie von 1904. Die Häuser gleichen sich in der Gestaltung ihrer Fassaden und Eingänge, die aus derselben Zeit, etwa Mitte des 18. Jahrhunderts, stammen. Das vorletzte Haus, dessen Straßenseite um 1 730 massiv erneuert worden ist, das tatsächlich aber ein Fachwerkbau von 1447 war, wurde imAugust 1992 abgerissen. Das Eckhaus am Ende dieser Zeile ist 1827 von dem Bierbrauer [ohann Christoph Kreuzer erneuert worden, dessen Monogramm mit Jahreszahl und Braueremblem es in einem Sandsteinrelief in Kartuschenform zeigt.

28 Die Wassergasse führt in östlicher Richtung zum Kornmarkt. Ein interessantes Detail ist der später entfernte Brunnen links. 1986 wurde sein Schacht bei Bauarbeiten wiederentdeckt, 1987 in unmittelbarer Nähe ein moderner Zierbrunnen errichtet. Über das stattliche Haus dahinter erfährt man aus der Stadtchronik: Georg Wilhelm Dietz baute 1759 bis 1760 am Kornmarkt, nahe bei der lateinischen Schule und neben der Kirchnerswohnung, ein massives steinernes Haus mit viel Geschmack und Kenntnis der Baukunst und zierte dadurch die Stadt mit einem ansehnlichen Gebäude, welches das Dietzische Haus zu seinem Angedenken fortan benennet werden sollte, womit sich auch die Initialen G.WD. und die [ahreszahl 1759 über der Tür erklären.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Algemene voorwaarden | Algemene verkoopvoorwaarden | © 2009 - 2021 Uitgeverij Europese Bibliotheek