Bad Windsheim in alten Ansichten Band 2

Bad Windsheim in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Michael Schlosser
Gemeente
:   Bad Windsheim
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6346-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Windsheim in alten Ansichten Band 2'

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29 Doch der Chronist sollte sich irren und Dietz geriet, nicht nur als Erbauer, in Vergessenheit - zu Unrecht, hatte er sich doch so sehr um seine Vaterstadt verdient gemacht. 1710 in Windsheim geboren, wurde er 1 732 Konrektor und 1735 Rektor des Gymnasiums. 45 [ahre lang leitete er mit aller Treue und Ruhm die Anstalt und betreute in der Zeit auch die Stadtbibliothek, die er neu katalogisierte und der er seine rund 1 000 Bände umfassende eigene Büchersammlung vermachte. Zur Geschichte Frankens und Windsheims veröffentlichte er etwa dreißig Abhandlungen. 1786 starb Georg Wilhelm Dietz. Die belebte Szene zeigt sein Haus und die Krämergasse bis hinaufzum Hotel Steinberger am Marktplatz.

WINDSHEIM

Krämergasse

30 ImJahr1867hatder Bierbrauer [ohann Leonhard DoebIer dieses Haus erworben und die Konzession erhalten, seinen Beruf hier auszuüben. Bierbrauer lassen sich auf diesemAnwesen sogar bis 1765 zurückverfolgen, als ein rA.G. Kreuzer sein Wohn- und Brauhaus auf dem Kornmarkt völlig reparieren und dergestalt herstellen lassen hat, daß es als ganz neu anzusehen war. Mit dem sogenannten Fuhrfaß rechts in dieser Aufnahme von etwa

1 915 wurde das Bier von der Braustätte zum Bierkeller am Marktplatz zur Vergärung und Lagerung geschafft. Dreißig verschiedene Bierbrauereien gab es in Windsheim, davon arbeite-

ten um 1850 sogar sechsundzwanzig gleichzeitig, um 192 0 immerhin noch neun, während die jüngste 1 92 3 entstanden ist.

31 Zurück durch die Wassergasse oder die Seybothgasse kommt man zu dem Teil der SpitaIgasse, der damals noch 'Lange Spitalgasse' hieß. Nach dem Bahnanschluß Windsheims waren in euphorischer Erwartung zahlreicher Besucher manche Gasthäuser entstanden, die sich jedoch nur einige [ahre halten konnten. So erging es auch dem Anwesen rechts im Vordergrund, dessen Existenz als Gasthaus 'Zum Weinstock', zu dem auch ein Biergarten gehörte, zur Zeit dieser stimmungsvollen Aufnahme von etwa 1900 bereits wieder vorüber war. Im Hintergrund reicht der Blick bis zum

'Wittelsbacher Hof', der ein ähnliches Schicksal hatte und hier von 1877 bis

1921 bestand, bis das Gebäude dann 1966 abgebrochen wurde.

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32 So beschaulich die vorherige Szene auch anmuten mag - daß die Wirklichkeit oft anders aussah, zeigt ein Blick auf einige der Häuser, die eben schon weiter hinten an der rechten Straßenseite zu erkennen waren. Dazu eher kritische Erinnerungen aus der Zeit um die Jahrhundertwende: DasWindsheim van damals bot kein so erfreuliches Bild wie das heutige. Die Straßen waren schlecht mit ihrem holprigen Kopfsteinpflaster und dem Gras, das zwischen den Steinen wucherte. Gehsteige gab es keine.Yor den Häusern hatten sich die Leute ihren Wintervorrat an Holz gestape1t.Vie1e Häuser waren baufä11ig, häßlich und ungepflegt.

33 Die (Lange) Spitalgasse in entgegengesetzter Richtung vom nördlichen Ende bis zum Hospital im Hintergrund. Das Vieh der hier wohnenden Landwirte wurde damals zu einem in der Mitte der Straße gelegenen Brunnen zurTränke geführt. Hier aber gehört die Spitalgasse ganz den Kindern, von denen sich eines hinter dem ersten hohen Baum rechts vor dem Fotografen zu verstecken scheint, während davor im Gras zwei weitere Kinder sitzen und offenbar das warme Wetter genießen. Der Rundgang führt uns nun zum Bahnhof.

34 Seit 1845 gab es in Windsheim den Gedanken an Eisenbahnfernlinien. Die Stadt bewarb sich wiederholt und mit Nachdruck um den Anschluß, bot 1858 sogar an, 10 000 Gulden der Projektierungskosten zu übernehmen, bildete 1861 ein 'Eisenbahnkornitee' und bestürmte geradezu die zuständigen Ministerien mit entsprechenden Eingaben und Denkschriften. Doch nicht wie ursprünglich gefordert als Knotenpunkt, sondern erst mit der Eröffnung der Nebenstrecke Windsheim-Neustadt erfolgte am 6. August 1876 endlich der langersehnte und so energisch geforderte Anschluß an das Eisenbahnnetz, der von der Bevölkerung 'als Zeichen einer neu-

en Ära' begrüßt wurde. Der Bahnhof von 1876, hier in einer frühen Aufnahme um 1900.

35 Diese aus der gleichen Zeit stammende Fotografie zeigt das Bahnhofs- und Zugpersonal mit einigen interessierten Zuschauern. 1898 war die Nebenlinie Steinach- Windsheim eröffnet worden. Für 10 Pfennig konnte man hier bis zu der um 1903 errichteten, nach dem Ersten Weltkrieg wieder aufgelassenen 'Wiebelsheimer Haltestelle' fahren. In jener Zeit waren am Bahnhof mitunter bis zu drei Hoteldiener tätig, der letzte noch anfangs der dreißiger Jahre. Der erste von ihnen war der 'MûllersHanni' , der sich deshalb auch, als er Konkurrenz bekam, zur Unterscheidung die Bezeichnung 'Dienstmann Nr. l ' an seine goldbordierte Mütze sticken lassen hatte.

361m [ahr 1876 begann auch die Umwandlung der

1 730 nach markgräflichen Vorbildern angelegten 'Allee' durch erweiternde Neupflanzungen zum 'Stadtpark' und, zumal

nach der Errichtung des Kurhauses 1906, zum 'Kurpark' - beliebtes Ausflugsziel nicht nur für die Windsheimer, sondern

auch für die vor allem an den Sonntagen allmählich zahlreicher werdenden auswärtigen Gäste. Als einen der Hauptanziehungspunkte wertete man die weltbekannten Quellen des 'Sol- und Mineralbades'. Viele Besucher machten im hiesigen Kurhaus Mittagsrast und sprachen sich über das hübsche altfränkische Städtchen mit Heil- und Kuranlagen sehr lobend aus.

Winàsheim i. }Yfjr.

Kurhaus, 50l- u.·Milleralbad

37 Damit nun wieder, vom Kurpark oder Bahnhof kommend, zurück in die Stadt, rechts das gerade erst fertiggestellte erste 'Postamtsgebäude' von 1911

(die vorliegende Postkarte wurde im Februar 1 914 verschickt), das 1962 von einem Neubau abgelöst und Ende 1966 abgebrochen wurde. Das Anwesen links mit der schönen JugendstilFassade wurde 1905 als 'Grabsteingeschäft & Firmenmalerei v( on) G( eorg) Schirmer' erbaut, das folgende Eckhaus im [ahr

1900 von Maschinenfabrikant Thürauf errichtet, das zweite Gebäude dahinter 1892 von Fabrikant Raithel, das folgende 1904 von Maurermeister Halbritter. Diese vier Häuser entstanden nicht nur in der gleichen Bauzeit, sie weisen auch alle in ihren Fassaden,

mehr oder weniger offensichtlich, auf ihr Erbauungsjahr hin.

8ahnhofstrasse

38 Bei dieser ländlichen Szene aus dem [ahr 1903 hat der Fotograf für seinen Blick in Richtung Bahnhof eine etwas ungewöhnliche Perspektive gewählt und macht damit unbewußt deutlich, weshalb man in der Bevölkerung zunächst die Lage des Postamts als ziemlich von der Stadt entfernt empfand. Ganz links steht der 'Wittelsbacher Hof', ihm gegenüber das 1890 van Steinhauer Martin Schirmer neuerbaute Wohnhaus (das Nachbarhaus südlich davon wurde, wie vorhin bereits erwähnt, erst 1905 errichtet). Die Säule, die man näher zum Betrachter hin erkennt, ist der Pumpbrunnen vor dem

Anwesen des Maschinenbauers Olsch. Es folgen die Häuser von Bierbrauer Schmidt, Schreinermeister Rohe und Bäcker Schmidt.

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