Bad Windsheim in alten Ansichten Band 2

Bad Windsheim in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Michael Schlosser
Gemeente
:   Bad Windsheim
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6346-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Windsheim in alten Ansichten Band 2'

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39 Seit dem 18.Jahrhundert befand sich in diesem Anwesen eine Bäckerei, von 1881 bis 1913 die von Konrad Schmidt. Leider gingen später mit der Erdgeschoß-Fassade auch die typischen drei Volutenkonsolen über derTür verloren, ein architektonisches Detail, das man sonst noch an einigen Häusern in der Altstadt ähnlich entdecken kann, stets aber von unterschiedlicher, individueller Gestaltung und Ornamentik. Um 1907 gab es in Windsheim vierzehn Bäckereien. Manche von ihnen hatten keinen besonderen Verkaufsraum. Das Brot wurde einfach im Hausflur verkauft oder in einem soge-

nannten Brotladen am Schüsselmarkt. Dort holten sich auch die Volks- und Lateinschüler ihre Brezen.

40 Hier bietet Georg Hofmann, neben dem Verkauf von Tabak, in seinem Haus seine Dienste als 'approbierter Bader' und als Friseur an (im linken Fenster ein aufmerksamer Beobachter des Fotografen) und steht damit in der langen Tradition der Bader, Barbiere und Wundärzte, die auch in Windsheim eine selbständige Zunft bildeten. Ihr Handwerk und ihre Ausbildung vom Lehrling zum Meister wurden teilweise schon Ende des 17. Jahrhunderts innerhalb der neu geschaffenen 'Medizinalordnung' der Reichsstadt behandelt und 1712 dann in einer ersten eigenen Baderordnung genau geregelt und festge-

legt. Das Nachbarhaus rechts ist vor 1921 abgebrochen worden und wurde später dann mit dem folgenden Anwesen vereint.

41 Fast vom gleichen

Standpunkt der Blick zur Pastoriusstraße. Nach dem Bader Hofmann folgt das

1873 eröffnete Textilhaus des Tuch- und Schnittwarenhändlers Simon Klärlein. Die 'Conditorei & (Spezerei-) Handlung von Friedrich Schäfer', 1882 am Weinmarkt gegründet, war ein [ahr später hierher umgezogen. Im Iahr 1925 honorierte die Stadt die Freilegung altfränkischer Giebel von Verputzwerk mit einem finanziellen Zuschuß, darunter auch dieses Anwesen. 1929 wurde es durch ein Café erweitert. Um 1900 gab es immerhin zirka 40 Ladengeschäfte,

in manchen von ihnen schrieb der Kaufmann die Zahlen

mit Kreide auf den Ladentisch, zählte sie am Schluß zusammen und warf die eingenommenen Mümen in einen Schlitz, der zu diesem Zweck in den Ladentisch eingeschni tten war.

Windsheim .

13ahnhofstrasse

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42 Ein kurzer Absteeher in die Brenckgasse zeigt hier das Anwesen der Schreinermeister [ohann und Heinrich Schmidt. 1893 wurden 32 meta11ene Straßenschilder mi t Straßenbezeichnung bezogen. Diese 32 Straßennamen sind die im ersten Stadtplan 1828/29 festgehaltenen, zum Teil sogar schon im 16. Jahrhundert belegten ältesten Windsheimer Straßennamen. Die Seitengassen führten früher oft dieselben Namen mit dem Zusatz ' -beigasse' . 1923 benannte man zehn Straßen und Gassen neu und gab ihnen die Namen von Männern, die sich um die Stadt in irgend einer Weise verdient gemacht hatten. Weitere neue Straßennamen

folgten 1928 und 1938. Dabei wurde zum Beispiel die einstige '[ohanniter -Beigasse' nach der Windsheimer Bildschnitzerfamilie Brenck umbenannt.

43 Etwa von dieser Stelle eine frühe Luftaufnahme um 1915 nach Norden hin, in der unteren Bildhälfte die Dächerlandschaft der Häuser an der Riemenschneidergasse und darüber der Brenckgasse. Links beginnt die Johanniterstraße mit dem Textilhaus Klärlein (der Giebel wurde 1928 freigelegt). Oben genau in der Mitte liegt das von der Stadt im [anuar 1912 fertiggestellte 'Landbauamt' , das erste Haus in Windsheim mit Zentralheizung. Nach der Auflösung der Behörde wurde es ab 1930 zumeist für schulische Zwecke genutzt. Das große Gebäude in der Mitte rechts ist das Ende 1913 erbaute, der Neuzeit ent-

sprechende Brauhaus der Gebrüder Koch (ab Ende 1 991 abgebrochen) .

Windsheim.

44 Der Giebel des Anwesens von Bierbrauer Koch im Hintergrund wurde 1925 freigelegt, doch wird dieseAufnahme noch einige [ahre älter sein. 1930 wurde die 'Stádt, Sparkasse' von der Stadtkasse im Rathaus getrennt und erhielt im zweiten Gebäude links ihre ersten neuen Räumlichkeiten, bevor aus ihr 1936 der Zweckverband 'Bezirks- und Stadtsparkasse Windsheim' wurde und sie schließlich als 'Kreis- und Stadtsparkasse' in den 1956 bis 1958 schräg gegenüber an Stelle der beiden Häuser rechts im Bild entstandenen Neubau umzog. Im Hof des Anwesens hinter dem ersten Sparkassengebäude links

wurde übrigens 192 7 das erste eigene 'Lichtspieltheater' erbaut (ein früheres war Ende 1912 in den Räumen des Kurhauses betrieben worden).

45 Als ersten, noch vor den bereits erwähnten neuen Straßennamen von

1 923, hatte die Stadt schon 1921 aufgrund einer Initiative aus der Bürgerschaft einen ihrer bedeutendsten Söhne mit einem eigenen Straßennamen geehrt, den 1709 in Windsheim geborenen und 1746 im sibirischen Tjumen gestorbenen Naturforscher Georg Wilhelm Steller, heute eine in zahlreichen Publikationen gerühmte und zu seinem 250. Todestag mit einer großen Gedenkausstellung geehrte Persönlichkeit. Die Kinder Hermann Geuder, Else Arnold und Hermann Krauß aus der Stellergasse haben sich hier 1 91 7 (unter

Aufsicht und mit vierbeinigem Beschützer) an der Treppe desjenigen Hauses versammelt, in dem der schwedische König Gustav Il. Adolf im März 1632 logiert haben soll.

46 Eine ' deutsche Schreib- und Rechenschule', der Ursprung der Volksschulen, ist in Windsheim ab 1442 belegt. 1569 errichtete man ihr dieses Gebäude in der Schumberggasse, unten die Schulräume, oben die Lehrerwohnung. Bis 1851 beherbergte es die Volksschule und wiederum ab 1876 die neu eingeführten untersten 'Elementarklassen' . Noch bis 192 2 war die Volksschule eine Einrichtung der Stadt, die bis dahin also auch für den Personalaufwand aufzukommen hatte. 1908 richtete man in der 'Deutschen Schule' ein erstes 'Ortsmuseum ' ein, das aber nur kurze Zeit bestand, 1909 die neu gegründete 'Volksbibliothek' (erste Vor-

läuferin der heutigen Kreisbücherei) und eröffnete hier 1932 das 'Heimatmuseum' (seit 1981 in der Seegasse, jetzt 'Reichsstadtmuseum im Ochsenhof') .

47 Der Blick von der Einmündung der Schumberggasse zum Rathaus hinauf, vor der Errichtung des Kriegerdenkmals, zeigt zwischen Kilianskirche und 'Hotel Rotes Roß' den ursprünglichen Aufgang zum Kirchenbuck mit dem eisernen Gitter von 1843 an der Brüstungsmauer (wie auch unser Umschlagbild). In den vielen Freiviertelstunden, erinnerte sich ein Windsheimer einst an alte Schulzeiten, gehörte das 'Kirchenbückla' zum

Spiel- und Tummelplatz. Und an der Treppe damals beim 'Roten Roß' standen oft Schlangen, weil man ja an dem Geländer gar so schön herunterrutschen konnte.Abends über den Kirchenbuck zu gehen, war für die Kleinen schon etwas gruselig, weil es ja früher einmal ein Friedhof war.

48 Nach ersten Plänen zu einem 'Heldenhain' 1917 veranstaltete der Stadtrat 1924 einen Wettbewerb zur Errichtung eines Kriegerdenkmals für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Aus

3 1 Modellen wurde das Motiv der Rolandsäule als Mahnmal von Bildhauer Prof. Philipp Widmer und Architekt Fritz Mayer aus Nürnberg ausgewählt. Die Ausführung des 8- Meter -Muschelkalksandstein-Rolands und der insgesamt elf Meter hohen Säule erfolgte durch den Rothenburger Bildhauer Michael Waldmann. Die eigentliche Grundsteinlegung hierzu wurde erst am 18. Juli 1928 vollzogen; sie zeigt von links: Stadtrat Georg Schülein, israelitischer Religionslehrer Samuel

Strauß, Zweiter Bürgermeister Georg Teufel, Bildhauer Waldmann, Stadtsekretär Matthäus Geuder, Zweiter Stadtpfarrer Gottfried Fuchs.

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