Bad Windsheim in alten Ansichten Band 2

Bad Windsheim in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Michael Schlosser
Gemeente
:   Bad Windsheim
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6346-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Windsheim in alten Ansichten Band 2'

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49 Grund für diese lange Dauer waren die zuvor nötigen, zum Teil in ihrem Ausmaß nicht vorhersehbaren aufwendigen Bauarbeiten: Zurückversetzung der Kirchenbuck - Mauer, Abbruch der alten Sakristei und Verlegung auf die südliche Seite und die Instandsetzung des Ostchores und vor allem des Nordturmes wegen der zutagegetretenen gefährlichen Schäden am Fundament. Die große feierliche Einweihung fand schließlich am 16. September 1928 statt. Zu diesem Anlaß verfaßte der Dichter Fritz Bögner aus Rothenburg eigens ein 'Rolandlied' , das in der Stadtchronik festgehalten und auch auf einer Postkarte mit dem neuen Denkmal veröffent-

licht wurde. Die erste der drei Strophen lautet: 'Zu Windsheim bei der Kirche steht, / Ein Standbild hoch und stark / Es greift den, der vorübergeht, / Der Anbliek tief ins Mark.'

50 Das Rathaus von 1 713 bis 1717, nach dem Stadtbrand 1 730 mit städtischen Mitteln bis 1 732 wieder aufgebaut (die viel erwähnten Spenden aus dem ganzen Reich galten dem Aufbau von Kilianskirche und Privathäusern), vor der Umgestaltung des Kirchenbucks und auf dem Dach noch mit der 'Windshemia' von 1889 (1958 durcheine 'Justitia' ersetzt). Als neue Errungenschaft wurde damals vermeldet, was heutzutage hier oder andernorts in der Stadt als selbstverständlich hingenommen wird: die Errichtung einer Telefonanlage 1901, Orientierungstafeln in den Gängen 1913, eine Zentralheizung ebenfalls 1 913 ,

Blumenschmuck auf dem Rathausbalkon 1924, wo man 1927 auch den ersten 'Weihnachtsbaum für Alle' aufstellte, und Briefmarkenautomaten im Rathausdurchgang 1930.

Rathans - Windsheim i. Bay.

51 Eine frühe Gruppenaufnahme der Feuerwehr bei einer Übung am Rathaus irn Iahr 1893. Das Löschen war zu dieser Zeit, als es ja noch keine Wasserleitung gab, sehr beschwerlich und erklärt, warum die Wehr damals insgesamt rund 500 Mann zählte (von denen hier etwa 200 beteiligt sind). Wasser aus der Aisch und aus den Weihern wurde mit Eimern von Mann zu Mann zum Brandplatz geschafft, dort in die im Vordergrund zu sehenden großen Tröge gefüllt und dann mit Hilfe von handbetriebenen Pumpen in die Löschschläuche geleitet. Einen Turmwächter oder Stadttürmer, der früher auch im Falle eines Feuers die große Glocke anschlug

und eine rote Fahne oder nachts eine Laterne in die entsprechende Richtung heraushängte, gab es noch bis 1958.

52 Im [ahr 1717, also zur gleichen Zeit wie das Rathaus, wurde durch Apotheker Heinrich Georg Sparr am Marktplatz eine neue 'Offizin' errichtet (seit der Zulassung einer zweiten Apotheke 1838: 'EinhornApotheke'), hier in einer um 1 91 0 entstandenen Aufnahme. Erstmals wird eine Apotheke in Windsheim 1522 erwähnt, 1549 ein (wie damals üblich) vom Rat besoldeter Apotheker. Auch dessen Rechte und Pflichten waren in den bereits erwähnten 'Medizinalordnungen' der Reichsstadt eingehend geregelt. Wichtigster Abschnitt in deren 1708 im Druck erschienenen Fassung war jedoch die Festlegung der Arzneimittelpreise in einer 124 Seiten langen 'Preiß-Ordnung aller

Medicamenten, die heut zu Tage in der Apothecken der Stadt Windsheim zu finden sind'.

53 Das rechte Nachbargebäude der Apotheke war 1659 von Tuchmacher Christa ph Hellmuth neu errichtet worden. Seit 1892 befand es sich im Besitz der Familie Steinberger, die hier eine Wirtschaft und ab

1903 ein Hotel betrieb, bis es 1962 abgebrochen wurde (auch hier wieder drei Volutenkansalen über der Tür) . Das nächste Gebäude ist das weitgehend massiv gebaute, noch im 19. [ahrhundert so genannte 'Steinhaus ' (als solches schon 1210 urkundlich erwähnt, der Dachstuhl von 1432). Die Aufnahme zeigt auch, weshalb der Stadtschreiber bei dem Neubau des Hauses von Tuchmacher Hellmuth 1 659 meinte, daß es wohl ein Stockwerk höher hätte sein können.

54 Die Anfänge der Windsheimer Lateinschule sind unbekannt, früheste Hinweise gibt es aber schon um 1400; damit ist sie eines der ältesten Gymnasien des nordbayerischen Raumes. Auch das Gebäude ist bereits 1438 als 'alte Schule am Kirchhof der Pfarrkirche' bezeugt, am selben Platz also, wo man 1573 die Lateinische Schule neu gebaut hat. Bis 1851 war die Anstalt im selben Gebäude untergebracht, danach wurde es bis 1925 als 'Mádchenschulhaus' für die Volksschulklassen genutzt (seit 1983 'Vorgeschichtsmuseum'). Das sogenannte Rektorhaus rechts daneben, bisher stets mit 1599 datiert, stammt neueren Erkenntnissen zufolge von

1567. Diese Aufnahme vom 'Kirchplatz.' (ab 1 933 : 'Dr.Martin-Luther-Platz') hinter dem Rathaus entstand

1903.

55 Der Marktplatz, an der Nordseite das 'neue' Rathaus noch in seinem ursprünglichen Zustand (die Fassade wurde um 1930 und 1935/36 verändert). Als 1857 das Bezirksgericht nach Windsheim verlegt wurde, stellte der Magistrat ihm sein Haus zur Verfügung und errichtete sich dafür 1858 bis 1860 dieses Gebäude, das anläßlich der Feier der 50jährigen Zugehörigkeit Windsheims zum Königreich Bayern 1860 festlich eingeweiht wurde. Dazu mußten 1857 fünf Bürgerhäuser (drei direkt am Marktplatz und zwei an der Pastoriusstraße gelegen) angekauft werden, um sie dem Neubau zu opfern. Doch schon 1879 wurde das Bezirksgericht aufgelöst

und die kleine Stadt hatte jetzt zwei große Rathäuser. 1886 verkaufte man daher das 'neue' und kehrte in das reichsstädtische Gebäude zurück.

WIN05HEIM. Marktplatz

56 Das Zentrum der Altstadt in einer Luftaufnahme vor 1 92 2. Markantes Gebäude links von Kilianskirche und Rathaus ist das von Oberrichter Augustin Keget 1698 bis 1702 erbaute 'Kegethaus' (nach dem damaligen Besitzer, Bierbrauer und Zweitem Bürgermeister GeorgTeufel, auch 'Teufelshaus' genannt), ihm gegenüber das 1974 abgerissene 'Schlezenhaus' (im Kern um 1370), rechts davon das 'Steinhaus ' . Weiter rechts fàllt die Apotheke auf mit dem Trockenboden für Kräuter im Rückgebäude oben. Links unten noch im Bild die Rotgerberei mit der ersten 'St.-Anna-Quelle' (1967 abgebrochen), rechts der Klosterplatz mit dem Schulhaus von 1851 (jetzt Stadtarchiv) und dem Kloster mit Garten.

57 Der 'Schone Brunnen' vor der Kulisse der Häuser von Säcklermeister Stahl (eine im Stadtbild einzigartige Rokoko-Fassade mit reichen Stuck-Ornamenten), Schuhmacher Hassel und Metzger Döbler, etwa

1 905. Das abendliche Wasserholen gehörte damals noch zum regelmäßigen Tagesablauf: Diese Feierabend-Beschäftigung war eine kleine Erholung von dem grauen Alltag. Der 'Schöne Brunnen', die Zierde der Stadt einst und jetzt, war der Treffpunkt derWindsheimer Dienstmädchen. Mit ihren weißen Schürzen und den Wasserbutten auf dem Rükken (die man wie hier auf dem Stein abstellen konnte) kamen sie von allen Seiten zu ihrer Abendbeschäftigung. Manches Stelldichein wurde dort verabredet. Und aus dem Kennenlernen am Brunnen im Herzen der Stadt ist der Hafen der Ehe geworden.

"

58 Eine fotografische Rarität von großem stadtgeschichtlichen Wert: der 1572 errichtete 'Schone Brunnen' (übrigens anfangs der 'Neue Brunnen', wohl im Gegensatz zum vielen noch erinnerlichen 'Alten Brunnen') in einer Aufnahme um 1900, die allein zeigt, wie er tatsächlich ausgesehen hat. 1904 wurde nämlich der gesamte Steinbrunnen mit Becken von 1590, Bildsäule (datiert 1626) und Statue Kaiser Karls VI. von 172 7 durch den Nürnberger Bildhauer Georg Leistner neu geschaffen, jedoch offensichtlich nicht als wirklich völlig originalgetreue Kopie. Das als einziges heute noch ursprünglich erhaltene 'Urnfassungsgitter' , ebenfalls von 1590, wurde 1904renoviert.

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