Bad Windsheim in alten Ansichten Band 2

Bad Windsheim in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Michael Schlosser
Gemeente
:   Bad Windsheim
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6346-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Windsheim in alten Ansichten Band 2'

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59 Eine weitere Luftaufnahme vor 1922. Der auffällig lange Altan unterhalb der Apotheke am Markt gehört zu deren Nachbarhaus von 165 9 (zuletzt Hotel Steinberger). Weiter unten rechts am Weinmarkt das 'Göß-Haus' (von 1318, 1974 abgerissen), links die Herrngasse mit Kornmarkt, darüber die Biegung der Alten Weed. Weiter oben das Zeughaus, rechts davon das Postamt von 1911, unterhalb vom Zeughaus die 1614 als 'Kutschenscheune' erbaute Zehntscheune, an deren Stelle 1 92 2 das erste Wohngebäude der 1921 gegründeten Baugenossenschaft entstand. Rechts die Metzgergasse, der Hafenmarkt und unten noch im Bild das Buntziegeldach des Seekapellenturmes und das 'Storchennest' , das früher

auch 'Fronveste' genannte Gefängnis der Reichsstadt (von 1426).

60 Vor dem 'Storchennest' links geht es in die Knörrgasse, deren älterer, ursprünglicher Name 'Judenhöflein' war, ein Hinweis darauf, daß hier das Ghetto der erstmals 1 274 erwähnten jüdischen Bewohner der Reichsstadt lag. Im 19. Jahrhundert wurde es zum ' Armenhausgäßchen'. Das Armenhaus von 1768 ist das heute so liebevoll restaurierte Fachwerkhaus rechts im Winkel der Straße. Schon 1332 hatte Kungunt Knörrin, Bürgerin zu Windsheim, ein Armenhaus gestiftet, das den Archivalien zufolge durchaus ein Vorgänger an derselben Stelle gewesen sein könnte. An sie und die im

17./18. Jahrhundert bedeutende Ratsherrenfamilie erinnert die Straßenumbenennung von 1928 in 'Knórrgasse' . In deren zweitem Teil liegt diese 1909 fotografierte, leicht zu übersehende Passage.

61 Am Ende der Knörrgasse stieß man früher auf dieses Gebäude in der Metzgergasse, das nach einem Feuerschaden um 1980 verfiel und abgebrochen worden ist. Dabei stand es unter Denkmalschutz und hatte eine vielseitige Verbindung zur Stadtgeschichte, denn hier befand sich von 181 7 bis 1823 das 'HandlungsLehrinstitut' von [ohann Leonhard Keil (Vorläufer der 150Jahrespäter, 1967),gegründeten 'Staatlichen Wirtschaftsschule Bad Windsheim' , der ersten Neugründung dieses Schultyps durch den Bayerischen Staat), danach ab 1836 die heute ganz in Vergessenheit geratene 'Zuckerfabrik aus

Runkelrüben' des Kaufmanns Baßler und seit 1842 bis etwa zur Zeit dieser Aufnahme 1 92 3 die Bierbrauerei Deininger. Im Hintergrund sind Turnhalle und Ochsenhof zu sehen.

62 An der Ecke Metzgergasse/Husarengasse steht dieser nach seinem langjährigen Besitzer ab 1 91 9 als 'der Brater bekannte Bau, der bereits seit dem 18. [ahrhundert als Bierbrauerei 'rnit Sommerbierschenkhaus' belegt ist. Das Anwesen links im Bild wurde

192 2 umgebaut. Weiter dahinter lag übrigens einst ein Wirtshaus, dem der Volkshumor den Namen 'Haarige Bratpfanne' gegeben hatte. Nach dem Ende der Reichsstadtzeit 1802 war Windsheim bayerisch, dann preußisch, französisch, kurze Zeit österreichisch, dann erneut französisch und kam 1810 endgültig zu Bayern. Der zunächst befremdend wirkende Name der Husarengasse erinnert an die

preußische Zeit, als der Ort ab November 1804 für über ein [ahr Quartier für eine Husaren-Garnison bieten mußte.

63 Diese schöne 'Altertümliche Hofpartie' lag, von der Husarengasse kommend, am Hafenmarkt links. Es ist die Rückseite des jüdischen Gemeindehauses, an das die Synagoge (links, nicht mehr im Bild) angebaut war. Noch 1 92 7 plante man, in einem Werbeprospekt für die Stadt auf dieses 'alte Torhaus mit seinem schönen Wehrgang' als einer besonderen Sehenswürdigkeit hinzuweisen. Und noch 1929 gratulierte die Stadtgemeinde offiziell dem hier wohnenden israelitischen Religionslehrer Samuel Strauß zu seinem 50jährigen Dienstjubiläum. 1934 verließ er Windsheim; am 10. November 1938 wurde die Synagoge in Brand gesetzt, im Frühjahr 1939 ab-

gebrochen. Eine Gedenktafel in der Nähe ihres Standortes am Hafenmarkt erinnert heute an diese Geschehnisse und an das Schicksal der Windsheimer Juden.

64 Der Blick in die Erbsengasse zeigt die Stadtpfarrkirche St. Kilian mit der 1926 im Zusammenhang mit der Errichtung des Kriegerdenkmals entstandenen neuen Sakristei. Im Anwesen rechts betrieb die Kaufmannsfamilie Julius und Ludwig Götz ab 1900 ein 'Schuhwaren-, Kurz-, Weiß- & Wollwaren-Geschäft'. Die Erbsengasse gehört zu den früh belegten Windsheimer Straßennamen. Der Bereich des Hauses rechts und des Grundstücks auf der anderen Straßenseite hieß früher der 'Mehlbuck', wohl nach dem schon 152 1 erwähnten 'Gasthof zum Straußen oder sogenannten Melbhaus (Mehlhaus )' . Die malerische Fotografie wurde ab

1 92 6 häufig neu aufgelegt.

65 Zurück zur Husarengasse, im Hintergrund das Rentamt (Finanzamt) von 1908 (1937 bis 1987 Polizeistation, bis 1958 als Stadtpolizei). Links am Klosterplatz steht das' alte Schulhaus', 1851 als 'Knabenschulhaus' erbaut, bis 1886 auch vom Gymnasium und zuletzt als Volksschule genutzt, seit Ende 1985 Stadtarchiv. Rechts dominiert der Fachwerkturm von 1 61 6 das Bild, der zu der 1559 vom Rat gegründeten, seit 1623 im eigens für sie umgebauten Chor der ehemaligen Klosterkirche eingerichteten historischen Stadtbibliothek führt. Archiv und Bibliothek bilden hier am Klosterplatz gleichsam das 'Gedáchtnis' der (Reichs-) Stadt. Die beiden Kinder stehen an der

Treppe zum Haus des Kaufmanns Georg Walther, der 1902 die vierte Gipsfabrik in Windsheim erbaut hat.

66 Zu jener Zeit hatte der 1 702 errichtete' Gasthof zur goldnen Gans' eine besondere Bedeutung und wurde gerne für Feiern und festliche Veranstaltungen aller Art gewählt. Schon während der Errichtung seines 'neuen ' Rathauses 1858 bis 1860 benützte der Magistrat die 'oberen Lokalitäten' des Gasthauses. 1905 hatte Hotelier Lóber das Nachbarhaus mit dem Gasthofverbunden und es für Nebenzimmer und Fremdenzimmer vollständig umgebaut, hier also die linke Haushälfte. 1924 erwarb der neue Besitzer Knorr das rückwärtige Haus an der Erbsengasse hinzu und ließ es zur Saalerweiterung und als

Theaterbühne neu aufbauen. 1928 wurde der linke Bau wieder abgeteilt und verkauft.

67 Ein Beispiel für die unterschiedlichsten damals beliebten unterhaltsamen Gesellschafts- Veranstaltungen ist dieses Szenenfoto von der Aufführung einer Operette durch den 'ZitherClub' in der 'Goldnen Gans' 1 92 8. Sie zeigt rechts Willy Krafft in seinem Element, eines der letzten Windsheimer Originale. Nach Tätigkeiten als Kellner in Hotels in Belgien, Frankreich und Großbritannien führte er, wie zuvor seit 1889 sein Vater Simon, ab 1912 bis 1958 das 'Rote Roß'. Die Faschingszeit hatte es Willy Krafft besonders angetan, in der ihn sein Freund Bäckermeister Georg Oesterer, seinerzeit bekannt als 'Profes-

sar Sauerteig', begleitete. 'Faschings- Vergnügen' fanden außerdem auch häufig im Kurhaus oder im Storchen-Saal statt.

68 Das Vereinsleben war schon damals von großer Bedeutung. Neben 35 gemeinnützigen, politischen oder religiösen Vereinen werden 1 92 2 außerdem 2 1 Sport- und Vergnügungsvereine genannt, darunter das 'Casino', die Vereine 'Edelweiß', 'Feuchtes Eek' und 'Frohsinn, die 'Cesellschaft Gemütlichkeit' , der 'Radfahrerverein' und der 'Velozipedklub' . Manche weitere Namen kamen später hinzu; manche andere Vereine existierten außerdem früher noch, beispielsweise 1906 der 'PfeifenKlub Blaue Wolke', der sogar extra eine Postkarte mit den Konterfeis seiner Gründungsmitglieder drukken ließ, rückseitig mit dem Aufdruck 'Postkarte' in fünfzehn verschiedenen Sprachen.

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