Bad Wurzach in alten Ansichten Band 2

Bad Wurzach in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Otto Frisch
Gemeente
:   Bad Wurzach
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4945-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Wurzach in alten Ansichten Band 2'

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9. Einen Eindruck, welche Schneemassen im März 1931 zu bewältigen waren, gibt uns dieses Foto. Hier war ein Durchkommen von Motorfahrzeugen wohl sehr erschwert, und die Tanksäule in der Herrenstraße, verborgen hinter Schneewällen, konnte von den Autofahrern kaum benützt werden. Im Jahre 1927 hatte hier der Zigarrenhändler Arnold die Genehmigung erhalten, am Rande des Bürgersteiges eine Zapfsäule des Benzol-Verbandes GmbH Bochum errichten und betreiben zu dürfen. Dort konnte nun bis in die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg B.V. Aral getankt werden. Im Jahre 1927 kostete 1 Liter Benzin 41 Pfennige. Am Haus der Bäckerei und Mehlhandlung Josef Hofmann links erkennt man noch den ehemaligen Türbogen. Deutlich zeugt die abgebildete Häuserflucht hier von dem Ebenmaß und der Ausgewogenheit, die diesen Straßenzug aus der Klassizistik einst ausgezeichnethat. (Foto März 1931. )

10. Dieses Haus in der Herrenstraße mit seinem Walmdach, der schmuck angepaßten Schleppgaupe und der rundbogigen Eingangstür hat eine interessante Geschichte. Ursprünglich diente das Gebäude als Färberei. Der wuchtige Kamin weist darauf hin, daß hier noch um 1860 sechs Färbekessel geheizt wurden. Im Jahre 1863 wurde im nicht abgebildeten Nordteil noch eine Seifensiederei eingerichtet. Im Jahre 1870 kam die südliche Haushälfte an Kürschner Xaver Schmid. Neben seinen Pelzwaren handelte er auch noch mit Spezereien. Am 17. Februar 1926 kaufte Konditor Franz Weiß den unteren Stock samt Ladenlokal von der Witwe Rosalie Schmid. Vielen Wurzachern wird der kleine heimelige 'Tante-Ernma-Laden' in guter Erinnerung sein, den seine Witwe noch lange Zeit nach dem Zweiten Weltkriegweitergeführt hat. (Foto um 1909.)

11. Am 18. März 1890 brannte morgens um halb fünf Uhr das von vier Familien bewohnte alte Haus des Wagners Georg Abt schräg gegenüber dem Gasthof 'Zur Krone' vollständig ab. Es handelte sich um das ehemalige Badstubengebäude beim Spital. Abt hatte schon 1876 das halbe Haus gekauft. Auf dem westlichen Teil des Brandplatzes errichtete nun Abt im Jahre 1892 das hier fotografierte Haus an der Gartenstraße. Georg Abt veräußerte jedoch sein neues Haus samt dem dazugehörigen Platz noch im gleichen Jahre an die Hospitalverwaltung. So konnte die Hospitalpflege auf dem östlichen Teil des Brandplatzes 1898199 etwa dort, wo früher die Badstube gestanden hatte, ein stattliches Haus erbauen, das als Dienstgebäude Verwendung finden sollte. (Siehe Band I, Bild 9!) Im Jahre 1919 kam das fotografierte Gebäude schließlich durch Kauf an Buchdrucker J. Marquart, nachdem er das Haus schon lange für sich und seinen Betrieb angernietet hatte.

12. Erst im Jahre 1880 wurde eine eigene 'Wurzacher Zeitung' gegründet. Um 1890 folgte der 'Wurzacher Anzeiger'. Jedoch ging es auch damit bald wieder bergab, so daß ihm 1893 im 'Boten vom Allgäu' ein zweites Blatt an die Seite gestellt wurde. Erst als Johannes Marquart und seine Frau Maria geborene Winter gegen Mitte November 1896 die Redaktion übernahmen, ging es wieder aufwärts. Die Schwierigkeiten zeigt ein Inserat auf, in dem angekündigt wurde, daß das Blatt mangels Unterstützung nur noch bis zum 1. Juli 1897 erscheinen könne. Dies brachte den Umschwung. Bis zum Jahre 1902 war die Auflage des nunmehrigen 'Anzeiger von Wurzach' von 200 auf über 1 000 geklettert. In der Werkstatt standen zum Beispiel 1904 eine Tiegeldruck- und eine Schnellpresse. 1922 wurde das Blatt innerhalb des 'VERBO' zu einer Tageszeitung weiterentwickelt. J. Marquart starb hochverdient am 2. April 1928.

13. In einem kleinen Häuschen an der Gartenstraße, das 1989 einem Neubau weichen mußte, wohnte die vielköpfige Familie des armen Torfstechers Brauchle. Die 15köpfige Schar hat sich hier vor dem Schloß aufgestellt. Zwei der Söhne fielen schon kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Berühmt wurde der 4. Sohn Jakob, der schon ab dem 9. Lebensjahr bei einem Bauern in Truschwende in Dienst treten und dadurch seinen Wunsch nach einem Studium begraben mußte. Er trat 1905 in den Missionsorden der Weißen Väter ein. Ab 1926 baute er in unermüdlicher Tätigkeit viele Schulen, Kranken- und Misslonsstationen und Kirchen in Ruanda auf. Seiner Verdienste wegen wurde er vom belgischen König Baudouin ausgezeichnet. Zeit seines Lebens hat er bis zu seinern Tod 1972 die Verbindung zu Wurzach gepflegt. (Foto um 1910.)

14. Rings um das Wurzacher Ried wurde durch Jahrhunderte in mühsamer Handarbeit das notwendige Heizmaterial in Form von Torfwasen gestochen. Hier sticht gerade Bauer Josef Merk in seinem Riedteil bei Ziegolz seinen Torf. Als Helferin steht ihm Veronika Frisch von Haidgau zur Seite, die die Wasenstücke auffangen und an den zweiten Helfer, Anton Kiebier aus Eggmannsried, weiterreichen mußte. Auf einem 'Bärenkarren' wurden die Wasen nun auf die Trockenfläche gefahren und dort ausgebreitet. Nachdem sie angetrocknet waren, wurden sie gewendet, dann zu 'Boeken' aufgeschichtet, schließlich in Körbe eingesammelt und auf das bereitstehende Fuhrwerk zum Heimtransport geladen. Es war ein langwieriger Weg, um im Winter zu einer warmen Stube zu kommen. Schon um 1830 hatten die Wurzacher Bürger sich einen Anteil am Ried gesichert und ihn in über 100 Riedteile aufgeteilt. (Foto um 1920.)

15. Die maschinelle Gewinnung von Brenntorf im Ried setzte gegen Ende des 19. Jahrhunderts in größerem Umfang ein. Obwohl für die Torfarbeiter die Arbeit im Ried mühselig war, so blieb ihr Verdienst doch gering. Das Fürstliche Torfwerk im Oberried suchte zum Beispiel 1904 fünfzehn Arbeiter und versprach einen Arbeitslohn von 30 Pi. Im Jahre 1908 arbeiteten allein bei der Herrschaft im Oberried 60 einheimische und 20 italienische Torfarbeiter. (Siehe Band I, Bild 65!) Nach dem Ersten Weltkrieg wurde 1920/21 die Riedfläche bei Haidgau abgeholzt und begonnen, mit 13 Torfstichmaschinen Preßtorf zu erzeugen. Im Jahre 1923 wurde im Gefolge dieser Arbeiten sogar der eigenartige 'Schwindelsee' angestochen und abgelassen. Hier sehen wir eine Stechermannschaft bei der verdienten Arbeitspause. Im Hintergrund ist noch ein Reisigschober von der Abholzungsaktion aufgeschichtet. (Foto 1921.)

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16. Als in den Tagen vom 7. bis 14. März 1931 ausgiebiger Schneefall die Straßen in Wurzach unpassierbar machte, da half nur der Griff zur Schneeschaufel und das Führen des großen hölzernen Bahnschlittens, der von Pferden gezogen wurde. Damals vor sechzig Jahren wurde im Winter der Gütertransport noch ausschließlich mit den großen Pferde-Lastschlitten bewältigt. Obwohl man schon längst nicht mehr auf das Wasser aus den Laufbrunnen wie hier vor dem Spital angewiesen war, so wurden doch noch alle Brunnen in der Stadt mit einem pyramidenförmigen Holzverschlag 'eingemacht', um sie vor Eis und Schnee zu schützen. Die gußeiserne Brunnensäule vor dem Spital war seit ihrer Errichtung 1862 über viele Jahre hindurch mit der Statue der Heiligen Verena geschmückt gewesen. (Foto Hauber März 1931. )

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17. An der Einfahrt zur Marktstraße hat hier ein Fuhrmann sein Gespann am Straßenrand abgestellt und den Pferden Hafer oder 'Briets' in den vorgehängten Holztrog geschüttet, um sein Gefährt zu 'parken'. Er selbst wird den Staub der Straße im Gasthof 'Zur Krone' mit einem kräftigen Schluck Bier hinunterspülen. Dem damaligen Gastwirt Theodor Schranz war im Jahre 1901 die Frau gestorben, so daß er aus diesem Grund dann anfangs Oktober 1904 die 'Krone' an die Herrschaft Waldburg-Zeil verkaufte. Als neuer Pächter öffnete in der Folge Philipp Strobel, der aus Waldsee hierher gekommen war, am Samstag, 18. Dezember 1904 wieder die Pforten des Gasthofes 'Zur Krone'. (Foto um 1902.)

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18. Bis auf den heutigen Tag hat dieses Haus in der Marktstraße ganz in der Nähe des Rathauses seine Dimensionen und sein schmuckes Aussehen bewahrt. Noch im Jahre 1865 war das Gebäude ein typisches Ackerbürgerhaus mit einem Scheunentor in der Fassade. Es gehörte damals Anton Spänle. 1871 war im Haus schon anstelle der Scheune ein Laden eingebaut. Kaufmann und Schneider Rudolf Bauer besaß im Jahre 1897 darin außerdem noch zwei Magazinräume. Im Jahre 1908 kaufte Drechslermeister Josef Weidenauer (siehe Bild 25) das Haus und richtete im hinteren Teil im Anschluß an den Ladenraum eine Drechslerwerkstatt mit einer von einem Benzinmotor angetriebenen Holzdrehbank ein. Außerdem begann er noch zu handeln und hielt unter anderem auch Sailerwaren feil. (Foto datiert 17. Mai 1925.)

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