Bad Wurzach in alten Ansichten Band 2

Bad Wurzach in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Otto Frisch
Gemeente
:   Bad Wurzach
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4945-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Wurzach in alten Ansichten Band 2'

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29. Eine lange Tradition hatte die Gastwirtschaft 'Zur Linde' in Truschwende. Es war ein altes Fuhrmannslokal, dessen Bau aus dem 17.118. Jahrhundert stammte. Der Wirt hatte immer ein paar Zugpferde im Stall stehen, um nötigenfalls Vorspanndienste anbieten zu können, wenn ein schweres Lastfuhrwerk die alte Steigung bei der Niedermühle zu überwinden hatte. Mit dem Haus verbanden sich auch einige Sagen. (Siehe Bad Wurzacher Chronik S. 149!) Um die Jahrhundertwende war Christian Arnold als Wirt auf der 'Linde'. Wie die Zeitungsinserate von damals zeigen, war die 'Linde' als Ausflugslokal bei der Wurzacher Bevölkerung beliebt, und man ging gerne zum Stockfischessen oder Entenschießen nach Truschwende. Auch Hochzeiten hielt man dort gerne ab. Anfang der zwanziger Jahre übernahm Norbert Schnell von Bauhofen die Gaststätte. (Foto um 1920.)

30. Am 23. November 1925 gab Benedikt Hofmaier im 'Anzeiger von Wurzach' bekannt, daß er eine Autovermietung mit einem ganz gedeckten fünfsitzigen Stoever-Wagen eröffne. Er führte Fahrten zu jeder Tages- und Nachtzeit aus. Erreichbar war er unter der Rufnummer 8 im Gasthof 'Krone'. So wurden seine Dienste auch noch spät am Abend des 23. November 1926 in Anspruch genommen, als er Gäste anläßlich der Hochzeitsfeier des Brautpaares Schiller in der 'Linde' zu Truschwende abholen sollte. Heimlich entwendete bei dieser Gelegenheit der Chauffeur der Postautolinie Leutkirch- Wurzach den abgestellten Wagen. Er baute jedoch schon bei der Niedermühle einen Unfall. Hofmaier war dadurch um seine Existenz gekommen und aus eigener Kraft nicht imstande, die Reparatur zu bezahlen. Deshalb wurde gesammelt, und Hofmaier konnte am 21. Januar 1927 seinen Betrieb wieder weiterführen. (Foto 24. November 1926.)

31. Der zunehmende Kraftfahrzeugverkehr machte es schon recht frühzeitig notwendig, daß die Stadtverwaltung in einer Bekanntmachung in der Zeitung im Mai 1905 auf die Verordnung aufmerksam machen mußte, in der für Motorfahrzeuge eine Geschwindigkeit innerorts von 12 km und außerorts eine solche von 30 km in der Stunde vorgeschrieben wurde. Die Entwicklung zu immer schnelleren Fahrzeugen führte auch dazu, daß die Staubentwicklung immer größer wurde. So ging man um 1935 auch daran, die damalige Landesstraße 1. Ordnung Nr. 308 in Richtung Leutkirch zu teeren. Hier sehen wir die 25köpfige Teermannschaft mit Schaufeln, Besen und anderen Geräten in der Nähe von Niedermühle bei der Arbeit. Die Strecke zwischen Wurzach und Riedlings wurde damals von Straßenwart Spieß aus Riedlings betreut. (Foto Gebhard Büchele Photograph , Kisslegg i. Allgäu um 1935.)

32. Beim großen Brand der Mühlevorstadt war auch das der Herrschaft gehörige Haus abgebrannt, in dem als Pächter Herrmann Rog bisher eine Bierwirtschaft und Bäckerei betrieben hatte. Der Fürst fand alsbald im ehemaligen Kronenwirt Leopold Schabet wieder einen Interessenten, der gewillt war, eine neuerbaute Gastwirtschaft zu übernehmen. So erfolgte am 5. April 1866 auf der sogenannten 'Kremserbaind' der erste Spatenstich zum Neubau. Am 16. November wurde das Haus eröffnet, und schon am l. Januar 1867 rief der Fürst einen 'Leseverein' dort ins Leben. Man nannte das Lokal einfach 'Neubau'. Über Bauzeit und die ersten Jahre des Gasthausbetriebes bis 1872 hat der Bruder des Gastwirtes ein detailliertes und aufschlußreiches Tagebuch geführt. Inzwischen ist das Lokal auf den Namen 'Royal' umbenannt worden. (Foto um 1910.)

33. Das Gasthaus 'Bierhalle' am Viehmarkt erfreute sich, besonders in den Zeiten als noch regelmäßig große Viehrnärkte abgehalten wurden, eines regen Besuches. Ab November 1872 erkor sich der wieder neu gegründete katholische Gesellenverein die Bierhalle als Vereinslokal. Bierhallenwirt Schick verlangte anfänglich 30 Gulden, später 40 Mk Miete für das Lokal. Der Verein ließ 1891 auf seine Kosten sogar das Vereinslokal vergrößern. Dann jedoch folgte ein unbefriedigender schneller Wechsel von Pächtern und Besitzern. Daraufhin zog der Verein schließlich in den Gasthof 'Adler' um. Erst als Josef Bertele von Eintürnen, der früher schon Gastwirt in Rohrbach gewesen war, die 'Bierhalle' käuflich übernommen hatte, kehrte ab 1904 wieder Stabilität ein. (Foto Fronleichnamstag 1931.)

34. Bierwirt und Viehhändler Josef Bertele konnte den Wurzacher Viehmarkt leicht beschicken, lag doch der Viehmarktplatz direkt vor seiner Haustüre. Hier führt er interessierten Landwirten gerade ein schönes Rind vor. Eine entscheidende Ausweitung der Wurzacher Viehmärkte brachte 1832 die Genehmigung der Kreisregierung in Ulm für die künftige Abhaltung des Viehmarktes in Wurzach einmal in jedem Monat. Ein Schlaglicht auf die Bedeutung des monatlichen Viehmarktes für die Geschäftswelt in Wurzach wirft die Tatsache, daß den Händlern ein Schaden von mindestens 10 000 Mark entstand, als der Vieh- und Schweinemarkt am 13. Oktober 1926 nach dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche geschlossen bleiben mußte. Aus diesem Grund wollte man unbedingt den ansgefallenen Markt nachholen. (Foto um 1930.)

35. Das lustige Treiben der Leute an den Fastnachtstagen hat in Wurzach eine alte Tradition. Schon im Januar 1805 erließ die Herrschaft eine Ballordnung für ihr neu erbautes Gasthaus 'Zur Goldenen Krone' (heute Kurhaus). In der Fastnacht 1890 stellten die Narren mit dem Fastnachtsspiel 'Kongo und Kamerun' die Stadt auf den Kopf. Ebenso geschah dies 1905 mit dem Spiel 'Leipziger Messe' und 1908 mit der 'Truchsessenhochzeit' . Am 24. Februar 1902 wurde in einem 'Telegramm' eine erstklassige Zigeunermusik angekündigt, die auf dem Weg nach St. Louis begriffen sei und im Hotel 'Sieben Hansen' Absteigequartier nehmen und daselbst konzertieren werde. Hier sehen wir die damalige Zigeunerkapelle vor dem Lokal Sieben Hansen, wo der Besitzer, Bräumeister Norbert Schiele, sie in weißer Schürze erwartete. (Foto24. Februar 1902.)

Marktplatz und Fürstl. Schlo ??

WURZACH

36. Mit dieser Ansicht des Wurzacher Marktplatzes samt Schloß hat der bekannte Eugen Felle aus Isny um die Jahrhundertwende ein fast biedermeierlich anmutendes 'Sonntagsbild' gezeichnet, das die stimmungsvolle Atmosphäre einer spießbürgerlich geprägten Zeit vermittelt. Felle's Ansichtskarte läßt sich gut dem Aquarell von Caspar Obach um 1840 an die Seite stellen, das aus dem gleichen Bliekwinkel heraus gestaltet worden ist. Daß die alten Zeiten damals aber am Versinken waren, zeigt uns die Tatsache, daß die fürstliche Familie schon am 30. Juli 1876 das Wurzacher Schloß verlassen hatte und endgültig nach Kisslegg umgezogen war. Außerdem war Fürst Eberhard von Wurzach am 1. August 1903 gestorben, ohne einen Nachfolger zu hinterlassen. So harrte das Schloß damals auf eine neue Bestimmung. (Ansichtskarte: Atelier E. Felle Isny 1905. Verlag von Alois Waibel, Wurzach. )

37. Kaum hatte Eduard Waldraff hier mit seiner jungen Familie das Amt des fürstlichen Domänendirektors angetreten, da wurde dem Ehepaar als dritter Sohn am 16. Juli 1870 ein Kind geboren, das auf den Namen Paul getauft wurde. Vom Vater her hatte er eine bildnerische Begabung mitbekommen, weshalb er nach seiner Ausbildung zum Maler in Stuttgart schließlich bei der Reichsdruckerei in BerIin zu arbeiten begann. Im Jahre 1899 nahm er mit einem Entwurf für eine neue Briefmarke zum Jahrhundertwechsel an einem Wettbewerb teil. Der Kaiser entschied sich für Paul Waldraff's 'Germania', Genau zum 1. Januar 1900 erschienen die neuen Briefmarken. Sie hielten sich bis in die Inflationszeit hinein. Waldraff schuf auch die 100-MarkReichsbanknote aus den Jahren 1908-1910. Leider starb der Künstler auf dem Feldzug in Litauen 1917. (Foto um 1900.)

38. Am 27. September 1903 brannte die Zeiler Schloßbrauerei ab, und es wurde von der Herrschaft daraufhin der Entschluß gefaßt, dafür die Brauerei in Wurzach zu vergrößern. Zu diesem Zweck mußte ein neuer Kessel angeschafft werden. Zu dem damaligen Schwertransport schreibt die Zeitung: 'Am Samstagabend, etwa um 5 Uhr, wurde der neue Dampfkessel der hies. Fürst!. Waldb.-Zeil'schen Schloßbrauerei von Leutkirch hieher geführt. Zur Beförderung des 320 Ztr. schweren Kolosses aus der Maschinenfabrik Gebr. Wagner Cannstatt waren 10 Pferde nötig. Der Kessel ist ein Quersieder, hat ca. 80 qm Heizfläche und eine Dampfspannung von 9 Atmosphären. Besonders schwierig war der Transport von dem hiesigen Postamt aus hinter dem Schloß und Bräuhaus den Kanal entlang bis in den Bräuhaushof selbst.' Hier steht der Transportzug in der Schloßstraße und wird von Bräumeister Schiele mit vollen Bierkrügen begrüßt. (Siehe Band I, Bild 63!) (Foto 11. Juni 1904.)

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