Bad Wurzach in alten Ansichten Band 2

Bad Wurzach in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Otto Frisch
Gemeente
:   Bad Wurzach
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4945-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Wurzach in alten Ansichten Band 2'

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49. Direkt neben dem 'Unteren Tor' an der Ach erhebt sich der stattliche Bau der ehemaligen 'Taferne' zum 'Schwarzen Bären'. Allein schon das Wirtshausschild mit dem aufrechten Bären weist in das 17. und 18. Jahrhundert. Der 'Bären' wurde durch Jahrhunderte von der ältesten Handwerkerzunft, nämlich von der Weberzunft, aber auch von anderen Zünften als Zunftherberge erwählt. Um 1680 kam der 'Bären' als herrschaftliches Lehengut an die Familie Crismar. Spätestens ab 1689 richtete Ignatius Crismar die Posthalterei im 'Bären' ein, die dort bis 1780 verblieb. Leider wurde durch einen Brand 1891 das alte Giebelfachwerk zerstört. Um die Jahrhundertwende war der 'Bären' im Besitz von Max Knöpfler, der auch noch eine Gerberei samt Lederhandlung betrieb. (Foto um 1900, Karte abgestempelt 11. Oktober 1903.)

50. Im winzigen Torhäuschen am 'Unteren Tor' wohnte die Familie des Kaminfegermeisters Leonhard Hartmann. Es waren insgesamt sechs Kinder, die in die engen Räume hineingeboren wurden. Allerdings starb die Hälfte der Kinder schon in jungen Jahren. Die Tochter Maria, 1886 geboren, blieb unverheiratet und wohnte in ihrem Geburtshaus, bis es am 21. Mai 1940 abgerissen wurde. Die zwei Söhne Hartmanns, Josef und Alois, erlernten das Handwerk ihres Vaters. Hier haben sich alle drei im hinteren Schloßhof von einem Fotografen aus Memmingen fotografieren lassen. Die beide Söhne haben ihre Fahrräder dabei, denn ihr Bezirk war ausgedehnt. Im Frühjahr 1906 stieg Alois Hartmann auf seinen zweiten erlernten Beruf um und machte sich als Maurermeister selbständig. Leonhard Hartmann starb am20. Juni 1918. (Foto urn 1905.)

51. Bärenwirt Johannes Frommlet baute im Jahre 1871 ein Badehäuschen für den eigenen Familiengebrauch in die relativ kalte Ach, die an seinem Garten vorbeifloß. Licht fiel in das Häuschen nur durch ein Fenster. Das Privatbadehaus des Bärenwirtes sehen wir links. Anscheinend war dies der Auslöser dafür, daß man nun ein Badehäuschen nach dem anderen in die Ach baute. 1890 ließen sogar die Armen Schulschwestern von Maria Rosengarten für ihre Zöglinge ein Badehaus einrichten, das hier rechts zu sehen ist. Jedes Jahr eröffnete die Stadtverwaltung die Badesaison durch die Veröffentlichung der Badeordnung in der Zeitung. Im Jahre 1894 gab es zum Beispiel den Betrieb im Frauen-, im Kinder- und im Jünglingsbadehaus zu regeln. Kleiderhändler C. Rothenhäusler bot zur Eröffnung der Badesaison 1893 - Badehosenvon 15bis20PfperPaar an. (Fotoum 1900.)

52. Durch den Abriß des 'Unteren Tores' an der Achbrücke im Jahre 1940 ist das alte überlieferte Stadtbild an dieser Stelle ganz erheblich gestört worden. (Siehe Band I, Bild 39!) Das merkte man unmittelbar nach dem Abriß und baute deshalb an das anschließende Haus einen Zwerchgiebel an. Zu der Zeit, als die Aufnahme gemacht wurde, hat man noch gelegentlich das alte Wasch- und Backhaus benützt und auch Wäsche auf den Waschstegen ausgeschwenkt. Das Waschhaus ist 1953 abgerissen worden. Neben der Achbrücke führte früher eine schräge Rampe in die Ach, auf der man die Pferde ins Wasser treiben konnte. Diese 'Roßwette' ist ebenfalls schon lange verschwunden. (Siehe Bild 53!) Auch die romantisch anmutenden Kahnfahrten auf dem stillen Lauf der Ach sind nicht mehr üblich. (Foto Hauber Wurzach um 1930.)

53. Wahrzeichen der Stadt war immer schon der Turm der Pfarrkirche St. Verena. Der untere Teil des Turmes ist aus dem Jahr 1487. Derobere Turmteildagegen stammt aus dem Jahre 1792. Die Arbeiten wurden damals von dem Wurzacher Maurermeister Martin Wegmann und den Zimmermeistern Matthäus und Jacob Deuringer ausgeführt. 1934 war dieser obere Turmteil renovierungsbedürftig. Es war auch im Jahre 1934 kein einfaches Unterfangen für Zimmermeister Willburger und seine Helfer, ein Gerüst in schwindelnder Höhe um den Turmoberteil zu errichten, denn der Turm mißt bis zur Kreuzspitze etwa 54 m. Schlossermeister Theo Baur kam es damals zu, die große Windfahne auf der Spitze auf ein Kugellager zu setzen, damit die Fahne auch auf leichten Winddruck reagieren konnte. Deutlich erkermbar ist damals noch links vom Brückengeländer der Schacht, in dem früher die Rampe zur 'Roßwette' in die Ach hinunterführte. (Foto X. Sonntag 1934.)

54. Seit der Gründung des Franziskanerinnenklosters Maria Rosengarten durch Gräfin Helena im Jahre 1514 haben dieses Haus und seine Bewohnerinnen eine wichtige Rolle in Wurzach gespielt. Die Zeichnung auf der Ansichtskarte vermittelt einen beschaulichen Eindruck. Das Haus wurde 1763 gründlich erneuert. Der 'Institutsneubau' links wurde erst 1890 durch Theodor Weiger hinzugefügt. Bis 1867 führte vom ersten Stock des Pfortenbaues aus ein gedeckter Gang direkt in die Pfarrkirche. Die besondere Gestaltung des Fensterdurchbruches über der Eingangstür weist noch darauf hin. Den abgeschlossenen Klosterbereich erkennt man ebenfalls noch durch die Klostermauer. Fensterläden und wohlangepaßte Schleppgaupen auf dem Dachbereich des Hauptbaues sowie das schöne Portal harmonieren auch in Details miteinander. (Ansichtskarte um 1918.)

55. Mitten im Ersten Weltkrieg war am 18. Mai 1916 Firmungstermin in Wurzach angesetzt. Insgesamt 750 Firmlinge freuten sich auf diesen Tag. 220 Firmlinge waren aus Wurzach, und die anderen kamen aus Arnach, Dietmanns, Eggmannsried, Haidgau und Unterschwarzach. Am Vorabend traf nachmittags um 5 Uhr Bischof Dr. Wilhelm von Keppler im Auto des Fürsten von Wolfegg hier ein, wo er im Schatten der Kastanien am heutigen Postplatz von den Geistlichen, den Schulkindern und den 'Zöglingen' von Maria Rosengarten erwartet wurde. In feierlichem Zug wurde der Bischof anschließend in die Kirche begleitet. Unterwegs schloß sich dem Zug auch eine Anzahl von Wurzacher Bürgern an. Hier wird gerade der Marktplatz passiert, wo stolz die Kandelaberlampe von der neuen elektrischen Beleuchtungsanlage in der Stadt zeugt. Neben dem Bischof schreitet der erst ganz neu investierte Pfarrer Konstantin Knoll. (Foto 17. Mai 1916.)

56. Immer ein großes Fest für die ganze Gemeinde war es, wenn eine Primiz gefeiert werden konnte. Allerdings hatte man in Wurzach 26 Jahre warten müssen, bis es endlich wieder soweit war. Am 1. Mai 1927 konnte Franziskanerpater Theodor Auer seine Primiz in der Pfarrkirche feiern. Hier hat er sich inmitten seiner Angehörigen und einiger Jahrgänger zum Erinnerungsfoto am Nordeingang des Pfarrhauses aufgestellt. Als Pflegesohn des Flaschnermeisters Gebhard Auer war er in der Neuen Straße zu Hause. Er wurde Lehrer und entschloß sich erst später zum Studium der Theologie. Er war deshalb schon fast 29 Jahre alt, als er zum Priester geweiht wurde. Seine erste Wirkungsstätte war das Franziskanerkloster in Ulrn, wo er als Oberer den dortigen Konvent leitete. (Foto 1. Mai 1927.)

57. Ursprünglich sind alle verstorbenen Wurzacher Einwohner auf dem Kirchhof rund um die Pfarrkirche begraben worden. Weil jedoch für die anwachsende Bevölkerung der alte Platz zu klein geworden war, legte man kurz nach der Jahrhundertwende am Fuß des Gottesberges einen neuen geräumigen Friedhof an. Die erste Beerdigung dort fand am 5. Juni 1901 statt. Es war die erst 13jährige Tochter des Bäckerrneisters Alois Hierlemann mit Namen Franziska, die zu Grabe getragen wurde. Mit zu den letzten, die noch auf dem alten Friedhof an der Kirche beerdigt worden waren, gehörte Privatier Georg Scherbacher, der am 23. Juni 1831 geboren und am 10. Juli 1899 gestorben ist. Wie das Foto zeigt, waren die Gräber im südwestlichen Teil des Kirchhofes der Stadt zu nach Westen ausgerichtet. Das Gebäude im Hintergrund links ist also ein Teil des ehemaligen Gasthofes 'Zum Hirsch'. (Foto um 1900.)

58. Lange umstritten war das geplante Kriegerdenkmal zu Beginn der zwanziger Jahre. Sowohl über die Gestaltung als auch über den Standort gingen die Meinungen weit auseinander. Schließlich wurde das Denkmal in den Bereich des alten Friedhofes gesetzt. Bildhauer Schädler von München gestaltete den 'Sterbenden Löwen' nach dem Original von Thorwald in Luzern. Um den Platz anlegen zu können, verfügte das Stadtschultheißenamt am 30. Mai 1922, daß die längst verfallenen Grabsteine auf den beiden Abteilungen der Kindergrabstätten innerhalb von acht Tagen zu entfernen seien und auch die anderen noch stehenden Grabsteine beseitigt werden müßten. Am 16. Juli 1922 wurde das Denkmal eingeweiht. Da die Kirchengemeinde nicht befriedigt war, richtete sie im Eingangsbereich der Kirche eine eigene Gedenkstätte ein. Das Kriegerdenkmal mit dem Löwen wurde 1970 beseitigt. (Foto 1930.)

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