Bad Wurzach in alten Ansichten Band 2

Bad Wurzach in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Otto Frisch
Gemeente
:   Bad Wurzach
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4945-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Wurzach in alten Ansichten Band 2'

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59. Ein wertvolles Dokument mit einem Querschnitt durch die Wurzacher Bürgerschaft des letzten Jahrhunderts stellt die Aufnahme des Kriegervereins von 1888 dar. Zu dem Foto sind nämlich fast alle Namen überliefert. Der Kriegerverein Wurzach ging im Jahre 1875 aus dem im Jahre 1872 gegründeten Veteranenverein hervor. Im Jahre 1881 schaffte man eine neue Fahne mit dem aufgestickten württembergischen Wappen an, die auf dem Foto im Hintergrund zu sehen ist. Die Aufnahme ist von dem Weingartener Fotografen D. Krehwisch gemacht worden. Seit 1876 wurde der Verein von Vorstand Lay geleitet, einem pensionierten Landjäger. Er sitzt hier auf dem Foto in der Mitte, direkt hinter der Trommel. Rechts von ihm, also zur Linken Lays, erkennen wir den damaligen amtierenden Stadtschultheißen Ernst Völmle. (Foto 1888.)

60. Zu den markanten Bauten aus der Barockzeit gehört in Wurzach das Pfarrhaus. Es ist ein wohlproportioniertes Gebäude aus dem Jahre 1724. Unter Pfarrer Dr. Johann Nepomuk von Kolb muß das Pfarrhaus seine erste größere Umgestaltung und Renovation um 1760 erfahren haben. Im Außenbereich zeigt sich das besonders am Südeingang, wo das Portal mit Pilastern und Stuckzier versehen worden ist. Eine einschneidende Renovation des Hauses wurde im Jahre 1909 vorgenommen. Damals hat man nicht nur die doppelläufige Treppe total erneuert sondern auch die Fenster der Süd- und Westseite leider vergrößert und mit einem Kunststeingewände ausgestattet. Diese Maßnahme hat es verhindert, daß bei der letzten Renovierung von 1978/79 das alte Maß der Fenster wiederhergestellt werden konnte. Die Zeichnung auf der Ansichtskarte zeigt den Zustand des Pfarrhauses in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg.

61. Kaum mehr vorstellbar erscheint es uns heute, daß auch die Pfarrer von Wurzach in alten Zeiten eine Landwirtschaft in eigener Regie umgetrieben haben. Der Zeuge dieser Umstände ist nämlich am 22. September 1925 ein Raub der Flammen geworden. Wir sehen hier den Pfarrstadel als einen sehr langgezogenen Baukörper in der Bildmitte. Der Schaden war damals sehr groß, weil damit der dort gelagerte gesamte Ernteertrag eines ganzen Jahres an Heu und Frucht des Klosters Maria Rosengarten vernichtet wurde. Man vermutete damals schon Brandstiftung, Der Verdacht wurde Jahre später bestätigt, denn gegen Ende des Jahres 1928 wurde der Brandstifter überführt. Das Gebäude mit dem schönen Vollwalmdach im Vordergrund ist in den dreißiger Jahren leider halbiert worden, da der Besitzer des nördlichen Hausanteiles nach dem Abriß ein neues Haus errichten ließ. (Foto 1911. )

62. Zum eindrucksvollen und größten religiösen Brauchtum im Jahreslauf Wurzachs hat sich das HeiligBlut-Fest mit seiner großen Reiterprozession um die Fluren am Gottesberg entwickelt. Erstmals wurde die Reiterprozession am 13. Juli 1928 abgehalten. Damals schon nahmen 16 Reitergruppen mit zusammen 350 Pferden teil. Hier sehen wir die Spitze der Prozession mit den Vorreitern auf dem Weg zurück zum Gottesberg am Ortsausgang von Truschwende. Im Hintergrund erkennt man die lange Reihe von Reitern. In der Zwischenzeit hat sich das Brauchtum so weit ausgedehnt, daß sich jedes Jahr über fünfzig Blutreitergruppen beteiligen. Die Zahl der Reiter ist dadurch auf etwa 1 500 angewachsen. (Foto 13. Juli 1928.)

63. Hart am Weg nach Gospoldshofen und unweit der Weggabelung nach Truschwende gleich unterhalb des Gottesberges liegt bis heute noch das sumpfige Gelände der 'Weiherwiese'. So wird das Grundstück jedenfalls gegen Ende des letzten Jahrhunderts genannt. Die Wiese muß also damals schon ab und zu durch Schließen eines Fallenstockes in einen Weiher verwandelt worden sein. Im Jahre 1904 ging die Weiherwiese durch Kauf an die Standesherrschaft Zeil. Nun wurde die Weiheranlage wieder in Betrieb genommen. Der Weiher wurde nämlich als sogenannter Eisweiher benützt. Bräumeister Schiele als Pächter der Schloßbrauerei ließ im Winter dort Eis heraussägen, um es für Kühlzwecke zu verwenden. 1920 kam der Weiher dann in Besitz der Familie RiedleiZeIler. Zeitweise wurde von den neuen Besitzern am Weiherufer Gemüse angepflanzt. Hier ist der junge Metzgermeister Carl Zeiler mit seinem Helfer gerade dabei, die Kartoffelen, auszustechen. (Foto um 1925.)

64. Draußen am Weg nach Gospoldshofen liegt das Einzelgehöft 'Oberschwanden'. Zumindest im 17. Jahrhundert hielt man hier eine Badestube in Betrieb, wozu der Bader in der Schwande das nötige Brennholz aus dem Wurzacher Stadtwald kaufte. Im Jahre 1651 wird das 'Schwandenbadt' als 'Ain Haus sammt der Badt Hütten daselbst' genannt. Das Anwesen wird schon seit vielen Generationen von der Familie Harscher bewirtschaftet. Zeitweise wurde dort auch eine kleine Mühle hauptsächlich für den Eigenbedarf betrieben. Man war auch sonst recht rührig auf dem Hof, wie zum Beispiel ein Zeitungsinserat von 1879 zeigt, in dem Matthäus Harscher 'gute halbfette ganz reife Backsteinkäse' zu billigsten Preisen anbietet. Hier hat sich die Familie Harscher zusammen mit dem Gesinde dem Fotografen gestellt, denn auf dem Hof wurde gerade das 'Schnitthahnenfest' also das Erntedankfest gehalten. (Foto um 1916.)

65. Im Gefolge eines neuen Schulgesetzes mußte in Wurzach die schon lange aufgeschobene Schulhausfrage überraschend schnell einer Lösung zugeführt werden, da das Kultministerium einfach anordnete, daB auf 1. Mai 1912 ein neues Schulhaus bezogen werden müsse. Deshalb blieb der Stadtgemeinde gar nichts anderes übrig, als einen Architektenwettbewerb auszuschreiben. Aus den eingereichten Entwürfen wurde der des Architekten Hermann Kiderlen aus Ravensburg ausgewählt. Mit dem Bau wurde Ende Mai 1911 begonnen, nachdemder 'Geigergarten' nahe der Kirche als Bauplatz angekauft werden konnte. Nachträglich war der Entschluß gefaßt worden, noch eine Turnhalle anzufügen, die durch eine Spieihalle mit dem neuen Schulgebäude verbunden werden sollte. In nur zehn Monaten war der Bau fertig. Hier wird gerade das Dach der Schule gedeckt. (Foto 1911.)

66. Als ein funktionell gut durchgestalteter und auch stilvoller Bau präsentierte sich das neue Schulhaus. Genau zum vorgesehenen Termin, nämlich am 1. Mai 1912, wurde es eingeweiht und in Betrieb genommen. Der Kostenvoranschlag von insgesamt etwa 170 000 Mk war gut eingehalten worden. Es wurde sehr solide gebaut. Fast sämtliche Arbeiten waren von Wurzacher Handwerksbetrieben ausgeführt worden. Das wichtigste in dem Neubau waren natürlich die acht geräumigen 'Schulsäle' . Daneben hatte man aber auch an eine Vielzahl weiterer Räumlichkeiten gedacht, so daB der Schulhausneubau den damaligen Anforderungen voll gerecht wurde. Wir spüren es aus der vorliegenden gezeichneten Ansichtskarte, daB die Wurzacher sehr stolz auf diesen Bau waren. Inzwischen hat er durch eine Umgestaltung 1970 - nach Wegfall der Eingangstreppe und des Uhrenzwerchgiebels viel verloren.

67. Sehr beliebt ja fast unentbehrlich für Gruppenaufnahmen aller Art, war bis zu ihrem Abbruch die Schulhaustreppe. Hier hat sich Schwester Perpetua mit ihrer Klasse fotografieren lassen. Wir sehen deutlich, daß es seit dem Bezug der neuen Schule wieder gemischte Klassen in Wurzach gab. Damals waren etwa 300 Schüler von sechs Lehrkräften, darunter zwei Schulschwestern, zu unterrichten. Die 'Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau' waren 1863 in das ehemalige Franziskanerinnenkloster Maria Rosengarten eingezogen und hatten den Unterricht an der Mädchenschule am 29. April 1863 aufgenommen, nachdem schon ab 1855 Lehrschwestern aus Menzingen in der Schweiz hier tätig gewesen waren. Im Jahre 1918 war das Kloster aber aus inneren Gründen gezwungen, den Lehrbetrieb an der Volksschule aufzugeben und die Schwestern abzuziehen. (Siehe Band I, Bilder 46,47, 53!) (Foto um 1915.)

68. Ganz begeistert waren die Wurzacher im Jahre 1912 auch von der neuen Turnhalle, die sehr viele Holzelemente aufwies. Es stellte sich aber bald heraus, daß die Beheizung 'mittels zweier Santitätsöfen' auf die Dauer doch nicht so ideal war, wie man sich das gewünscht hätte. Hier sehen wir im Hintergrund einen dieser mächtigen Eisenöfen. Davor hat sich eine fröhliche Runde um den Tisch eingefunden. Es sind einige der verwundeten Soldaten, die hier während des Ersten Weltkriegs gepflegt wurden. Sofort nach Kriegsausbruch war nämlich in der Turnhalle ein Lazarett mit fünfzig Betten für verwundete Soldaten von der Westfront eingerichtet worden. Versorgt wurden die Soldaten von einer Gruppe Wurzacher Rotkreuz-Helferinnen, die dem Lazarettarzt Dr. Pfeilsticker zur Seite standen. In der Mitte sehen wir zwei Helferinnen; links Fanny Räth und rechts Theresia Zeiler. (Foto um 1915.)

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