Bad Wurzach in alten Ansichten Band 3

Bad Wurzach in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Otto Frisch
Gemeente
:   Bad Wurzach
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6016-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Wurzach in alten Ansichten Band 3'

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59 Im Innenbereich der Gottesbergkapelle hat sich im Laufe der Zeit doch recht viel verändert. Aus dem Chorraum ist nicht nur das große Gemälde hinter dem Kreuz entfernt und in die Pfarrkirche St. Verena gebracht worden, sondern es wurden kurz nach dem Zweiten Weltkrieg auch die Assistenzfiguren am Kreuzesfuß auf eine erhöhte 'Felsenlandschaft' gestellt und unter der großen 'Weltkugel' ein neues Tabernakelgehäuse eingebaut. Auch die bemalten Fensterscheiben im Chor sind verschwunden. An den Seitenwänden des Chores sind hier noch die 24 kostbaren Reliquienkästen aufgehängt, die später im linken Oratorium ihren Platz gefun-

den haben. Im Kapellenschiff sind die gedrechselten Dosenaufsätze auf den Bankdocken schon lange beseitigt worden, und auch die Dokken selbst wurden später ersetzt. Die Kanzel existiert

ebenfalls nicht mehr. Foto vor 1920.

60 Lange Zeit war es in Wurzach Brauch, daß die Erstkommunikanten sich am Nachmittag des Weißen Sonntags auf dem Gottesberg in der Wallfahrtskapelle zu einer Dankandacht einfanden. Danach wurde häufig ein Erinnerungsfoto aufgenommen. Hier hat Fotograf Xaver Sonntag die erstaunlich große Kinderschar zur Aufnahme so plaziert, daß zusätzlich auch noch ein Teilpanorama der Stadt dokumentiert wurde. In diesem Zusammenhang ist auch der abgebildete Bildstock, eine Kreuzwegstation, bemerkenswert. Wie damals üblich waren der Schar der Erstkommunikanten auch die Kommunikanten des Vorjahres,

die sogenannten 'Zweitkommunikanten' , zugesellt. Als betreuenden Geistlichen erkennen wir rechts den darrialigen Kreuzkaplan ]osefVogt. Auf Grund von Bebauungsmerkmalen kann geschlossen

werden, daß das Foto wohl um 1925 entstanden sein muß.

61 Dieses Haus in der Vorstadt gegenüber dem Gasthof Rößle und dem Kaplaneihaus (Bd. I Nr. 50) fiel besonders durch seinen gebrochenen Giebel und die Gliederung der ganzen Fassade auf. Als am 5. September 1887 der GasthofRößle abbrannte, fielen auch zwei alte Häuser gegenüber der Feuersbrunst zum Opfer. Einer der Geschädigten war Schlossermeister Eberhard Hodrus, der nun nach dem Unglück noch das betroffene Nachbargrundstück von Theresia Spähnle erwarb und anschließend darauf das auf dem Foto gezeigte Geschäfts- und Ökonomiegebäude errichtete. 1919 ging das Anwesen dann durch Verkauf in andere

Hände über. Das eigenartige Gebäude mußte 1970/71 der Straßensanierung weichen. Bis zum Schluß wurden die Scheuergelasse des Hauses von dem nahen Textilwerk Ehninger und Co. als Lagerraum für Rohmaterialien genutzt.

62 Draußen in der 'Äußeren Vorstadt' hatte früher der Scharfrichter seine Behausung. Da er als 'unehrlich' galt und darum von [edermann gemieden wurde, so hatte er seine Wohnung außerhalb der 'Ringmauern' zu nehmen. Neben Folterungen, leiblichen Bestrafungen oder Hinrichtungen hatte er auch als 'Kogenmeister' verendete Tiere auf dem Schindwasen zu verscharren. Mit dem Abbruch des Galgens am 17. Mai 1811 hatte das Amt des Schart- oder Nachrichters endgültig aufgehört. Seit 1818 bewohnte der Kleemeister und Tierarzt Peter Paul Leimer das Haus, das er 1862 auch käuflich erwerben konnte. Wie das Haus damals

ausgesehen hat, wird uns in einer Zeichnung vorgestellt, die erst viel später entstanden ist. 1877 wurde nämlich der Ökonomieteil zu einer Wohnung umgebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde

1959 der südliche Teil total verändert und 1980 der nördliche Wohnteil abgerissen.

63 Einst sammelten im Sommer die Stadthirten [eden Morgen das Vieh der Bürger und trieben die Herde auf die große Allmendweide auf dem Greut beim Stadtwald. Der Grund war dort früher zur Feldbestellung mit den damaligen Ackergeräten ungeeignet, weshalb er als Viehweide benutzt wurde. Von diesem durchjahrhunderte gepflegten Brauch leitet sich bis heute die Bezeichnung 'Hirtgasse' her. Im Lauf der ersten Hälfte des 19. [ahrhunderts wurde dann die Allmende an die realberechtigten Bürger verteilt, und so entstanden auf dem Greut um die [ahrhundertwende zwei Hofgüter. Eines davon wurde von Bräumeister Schiele errichtet,

der sogenannte 'Maxhof". Er war der erste Landwirt in ganz Württemberg, der 1916 dort ein Grünfuttersilo erbaute, das bis heute auch noch fast unverändert benutzt wird. Es ist links im Bild hinter dem Baum teilweise sichtbar. 1981 wurde der Silozugang etwas vergrößert.

64 Sehr froh war die Kirchengemeinde St. Verena zu Wurzach, als man am 21. November 1926 das erste neu erbaute Gemeindehaus einweihen und seiner Bestimmung übergeben konnte. Es wurde ihm der Name St. Maria gegeben. Architekt Max Brög von Leutkirch war für Planung und Bauausführung verantwortlich. Im Parterre fand nun die 'Kleinkinderschule' ihren Platz. In den oberen Räumlichkeiten konnten Sitzungen abgehalten, Vereinsversammlungen startfinden und Singproben des Kirchenchores angesetzt werden. Außerdem wurden auch Näh- und Kochkurse in den neuen Räumen angeboten. Über mehrere [ahrzehnte

hinweg fand die pfarrbibliothek hier ein Obdach. Außerdem war auch noch Platz für eine Wohnung vorhanden. Der steile Treppenaufgang von der Memminger Straße her wurde allerdings schon lange aufgegeben. Da das Haus den gewachsenen Anforderungen nicht mehr voll genügte, hat ein größerer Bau seit 1990 seine Funktionen zu einem großen Teil übernommen. Aufnahme und Verlag Karl Rothenhäusler Wurzach um 1930.

65 Über Generationen hinweg wurden die Kinder aus der ganzen Stadt Wurzach von Schwester Vera im katholischen Kindergarten betreut. Es war deshalb Normalität, daß die Kindergartengruppe oft mehr als fünfzig Köpfe zählte. Plastikspielzeug war damals noch unbekannt, und auch Holzspielsachen waren nicht im Überfiuß vorhanden. Dies wird auf dem Foto deutlich. Einige bescheidene Puppenwagen, eine Holzeisenbahn, eine Anzahl Stekkenpferde und Bauklötze mußten sich die Kinder teilen. Bei schlechtem Wetter beschäftigte man sich mit Basteln oder dem Vorlesen und ErzäWen von Geschichten. Bei schönem Wetter loekte

der freie Platz vor dem Haus zu allerlei Gruppenspielen, oder es wurde eifrig im großen Sandkasten gebuddelt und gebaut. Aufnahme und Verlag Karl Rothenhäusler, Wurzach.

66 Seit 1912 die Schule an der Memminger Straße war, wurde auch der Aufstellungsplatz für Festumzüge vom Bahnhofplatz weg und an den östlichen Stadteingang verlegt. Fotografen nützten von da an gerne die Gelegenheit zu Aufnahmen vor den eigentlichen Umzügen, weshalb relativ viele Fotos mit ähnlichen Szenen wie hier entstanden sind, die das Pfarrhaus als Hintergrund haben. Da das bäuerliche Element in der Stadt auch noch nach der Jahrhundertwende eine große Rolle spielte, durfte bei fast keinem Festumzug diese Komponente fehlen. Dabei führten die ländlichen Gruppen oft ihre alte überlieferte Fahne mit.

Ganz im Hintergrund erkennen wir das Anwesen des Bauern Gschwind. Der Vorgängerbau, Schuster Maul gehörig, war beim Brand des Gasthofes Rößle arn 5. September 1887 ebenfalls ein

Raub der Flammen geworden. Heute erhebt sich an dieser Stelle das neue Gemeindehaus der Pfarrei St. Verena, das am 15. Juli 1990 eingeweiht wurde.

67 Der für damalige Verhältnisse sehr großzügige Schulhausneubau von 1911/12 an der Memminger Straße mit seinen acht geräumigen 'Schulsälen' ermöglichte es, daß von nun an [ede Klasse in einem eigenen Klassenzimmer unterrichtet werden konnte (Bd. II Nr. 66). Immerhin waren rund 300 Schüler von sechs Lehrkräften zu betreuen. Als Schulleiter amtierte von 1882 bis 1920 Oberlehrer Alfons Koffer (Bd. I Nr. 54-). Interessant ist hier ein Blick in sein Klassenzimmer. Die Hinweistafel gibt uns Auskunft, daß es sich um die Abschlußklasse des Iahres 1915 handelte. Auf dem Bild, das Maler Xaver Sonntag fotografierte, sind die 33 Schüle-

rinnen und Schüler des Iahrganges 1901 deutlich in zwei Gruppen geteilt: links die 14Buben und überwiegend rechts von Oberlehrer Kofler die 19 Mädchen. Heute kaum mehr vorstellbar ist die Tatsa-

che, daß die Schüler damals noch nach nur sieben Schuljahren mit erwa 13 bis 14 [ahren entlassen wurden und sich damit vielfach an den verschiedenen Lehrstellen bewähren mußten.

68 Personalaufwendig war früher die Pflege der seit

1912 in Benützung genommenen Turn- und Festhalle bei der neuen Volksschule (Bd.

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