Baiersbronn in alten Ansichten

Baiersbronn in alten Ansichten

Auteur
:   Walter Kull
Gemeente
:   Baiersbronn
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2750-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Baiersbronn in alten Ansichten'

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Obertal, den/';:- ~~. lOOr-

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9. Das auf unserem Bild kaum sichtbare schmiedeiserne Wirtshausschild mit der goldenen Sonne trägt die Jahreszahl 1877. Damals dürfte der Bau allerdings noch viel bescheidener gewesen sein. Seit es Mode wurde hier zur Jagd zu gehen oder auf den Ruhestein, zum Mummelsee oder nach Allerheiligen zu wandern, hat man sich hier in Obertal auf Touristen eingestellt. Der königliche Hoflieferant Finkbeiner konnte den Gästen etwas bieten. Mit der Chaise wurden sie am Bahnhof in Baiersbronn abgeholt. Zu ihrer Ergözung plätscherte im Garten ein Springbrunnen und zum reichlichen Essen gab es als Verdauungshilfe etwas Geistiges aus der eigenen Brennerei.

10. Die alte Postkutsche ist 1901, als der Eisenbahnverkehr aufgenommen wurde, in Baiersbronn noch bis 1919 für Zubringerdienste eingesetzt worden. In Obertal hielt die Postkutsche und später auch das Postauto, das der Postkutschenromantik ein Ende machte, am 'Adler'. Bei einem Ausflug von Baiersbronn nach Obertal ist dort 1928 dieser Postwagen entdeckt und gebührend bestaunt worden. Er wurde zu einem Erinnerungsfoto verwendet und ist uns so wenigstens im Bild erhalten geblieben. Leider fehlen der PostilIon, die vorwärts trabenden Pferde und das lustig schmetternde Horn ... aber der Wagen, der Wagen der rollt nicht mehr.

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11. Diese Ansichtspostkarte aus der Zeit um 1890 zeigt eine Dorfansicht von Mitteltal und das Gasthaus 'Zum Lamm'. An der Straße zum Ellbachtal sieht man das neue Gästehaus 'Tannenburg'. Tannenzweige mit Tannenzapfen, Hirsche und ein schäumender Wasserfall zeigen, daß man damals schon die Schönheiten dieser Landschaft zu schätzen wußte. Das für den Schwarzwald kennzeichnende, von prominenten Jagdgästen begehrte Wild war der Auerhahn. Seit 1926 ist er das Wappentier des Kreises Freudenstadt. Leider ist der Auerhahn in der freien Natur fast ganz ausgerottet und steht deshalb jetzt unter besonders strengem Schutz.

liu~:dlU!l" :,,;,,~d Posta(! 'ntu!" von J. Gaiver

Gruß au 1'. i tteltal.

Kirchplalz.

12. Mitteltal bedeutet der mittlere, Obertal der obere Teil des 'Baiersbronner Tales'. So wird hier das Murgtal oberhalb von Baiersbronn bezeichnet. Zwischen diesen beiden Talabschnitten liegt das 'Tannenfelser Tal', das vermutlich früher den Herren gehörte, die auf der Burg, heute Ruine, Tannenfels saßen. Erst allmählich hat sich aus der für das Tal kennzeichnenden Streusiedlung um die 1869 erbaute Kirche herum der Ortskern Mitteltal gebildet. In diesem Ortskern war natürlich auch die Postagentur. Dort bei J. Gaiset gab es alles zu kaufen, was man zum Leben brauchte und dort wurden auch die dörflichen Nachrichten ausgetauscht.

Tota lan icht

13. Die Postkarte zeigt Mitteltal im Jahr 1912. Im Vordergrund der Totalansicht sieht man etwas versteekt das Türmchen des Bruderhofes in dem früher das Glöcklein läutete, das später seinen Platz auf der 1828 erbauten alten Schule vor der Kirche gefunden hat. Der Pfeil zeigt auf das daneben noch für sich abgebildete Gasthaus 'Zum Kranz'. 1974 ist dieses Gebäude, 1975 auch noch die rechts davon gelegene Waldbeerenbrennerei Fahrner, abgebrochen worden. Zwischen den beiden Gebäuden durch floß der Mühlkanal. Auf dem Bild sieht man noch die Brücke, die über diesen Kanal führte. Bei Straßenbauarbeiten im Jahr 1970 ist der Kanal eingedohlt worden.

14. Der Fahrnerhof ist schon 1617 erbaut worden. Er war einer der für das Tal typischen Einzelhöfe, schon ehe der Ortskern Mitteltal entstanden ist. Die Aufnahme ist von 1908. Der Hof stand westlich der Kirche und ist 1911 abgebroehen worden. Die neue Schule wurde 1912 an diesem Platz erbaut.

Einer der wichtigsten Gewerbetreibenden im Dorf war der Huf- und Wagenschmied. Seine wichtigste Arbeit war die Pferde mit neuen Hufeisen zu beschlagen. Er machte auch die Eisenreifen, die glühend auf die vom Wagner gemachten Holzräder aufgezogen wurden, und andere Eisentei1e für Fuhrwerke, sowie allerlei Geräte, die in Wald und Feld gebraucht wurden.

15. In diesem Haus hatte hinten der Wagner (Stellmacher) seine Werkstatt. Dort wurden nicht nur Wagenräder und sonstige Fahrzeugteile, sondern auch Leitern und anderes hölzernes Gerät für Haus und Hof angefertigt. Ein kleines Schild macht darauf aufmerksam, daß sich Männer hier auch rasieren oder die Haare schneiden lassen konnten. Die Frauen von Mitteltal verfügten über so viel natürliche Anmut und eigenes Geschick in der Schönheitspflege, daß ein Damensalon nicht nötig war. Die mit Papierrosen ausgeschmückte Girlande aus Tannenzweigen an der Haustüre ist ein Gruß an das ins Haus eingezogene junge Hochzeitspaar.

16. Es wird um 1930 gewesen sein, als dieser schöne Reiseomnibus mit der fröhlichen Reisegesellschaft in Mitteltal einfuhr und vor dem Gasthaus 'Zum Schwert' halt machte. Wahrscheinlich wird Mitte1tal nicht das Ziel der Fahrt gewesen sein. Vielleicht war das der Ruhestein auf der Schwarzwaldhöhe. Hier galt es jedoch Einkehr zu halten um sich zu stärken, denn wo mit einem Gasthaus eine Metzgerei verbunden ist, konnte man eine gute und reichliche Mahlzeit erwarten. Im Omnibus gab es damals noch kein Autoradio und weil man auf Musik Wert legte, hatte man die eigene Musikkapelle mitgenommen. Sicher war es eine schöne Schwarzwaldfahrt.

17. Um 1900 mußte man noch hübsch stillhalten. wenn draußen vor der rindenbedeckten Waldhütte fotografiert wurde. So darf man sich nicht wundern, daß der Liederkranz Mitteltal, der sonst zu singen pflegte, auf dem Bild stumm ist. Es bleibt unserer Phantasie überlassen, ihn singen zu hören:

Oh Schwarzwald, oh Heimat, wie bist du so schon! Wie locken das Herz deine schwarz dunklen Höh 'n, Zum frohlichen Wandern in Hochsommerz eit, Zum Rasten in heimlicher Waldeinsamkeit,

Im traulichen Mühlgrund bei Quellengetön:

Oh Schwarzwald, oh Heimat, wie bist du so schön!

(Berthold Auerbach)

18. Im Jahre 1927 machte man Pfingstwanderungen üblicherweise zu Fuß, wobei man vielleicht ein Stück weit die Eisenbahn benützte. Der Turnverein Mitteltal aber leistete sich zur Pfingstfahrt einen offenen Omnibus aus Freudenstadt. Bei schönem Wetter konnte man die Fahrt so recht genießen, denn der Staub, den man aufwirbelte störte nur die, welche ihre Pfingstwanderung zu Fuß machten. Bei Regen konnte man das Allwetterverdeck aufschlagen. Dieses war meist nicht dicht, aber das konnte die Freude nicht trüben. Auf dem Bild sieht man eine Baustelle. Vielleicht hat man die im Bau befindliche Bahnstrecke Klosterreichenbach-Raumünzach angesehen, die 1928 fertig wurde.

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