Baiersbronn in alten Ansichten

Baiersbronn in alten Ansichten

Auteur
:   Walter Kull
Gemeente
:   Baiersbronn
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2750-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Baiersbronn in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

39. Schon immer wurden von der Gemeinde Feuerlöscheimer und die Feuerspritze bereitgestellt, auch war jeder Einwohner zur Hilf'e verpflichtet. So war es auch 1791, als der ganze Ortskern von Baiersbronn einschließlich Kirche und Rathaus abbrannte. Erst 1850 wurde hier eine organisierte und geschulte Feuerwehr eingeführt. Unser Bild zeigt die Feuerwehr nach einem Einsatz im Jahre 1928, vor der Brandstelle im Schuhhaus Braun gegenüber vom Rathaus. Das schon 1923 in Dienst gestellte Feuerwehrauto mit Motorspritze und Vollgummibereifung ermöglichte bei den weit zerstreuten Gehöften im Brandfall einen raschen Einsatz.

40. In Baiersbronn konnten sich viele Kinder keine teure Skiausrüstung leisten, aber dann wurden eben die Schneeschuhe selbst gemacht. Für die Selbstherstellung waren alte Faßdauben sehr begehrt. Auch die Baiersbronner Handwerker waren zur Hilfe bereit, Aus diesen Anfängen hat sich hier bald eine bedeutende Skifabrikation entwiekelt. Es gab kaum ein Kind, das nicht mitgehen konnte, wenn in der Schule eine Skiausfahrt gemacht wurde. Eine besondere Skikleidung brauchte man nicht, man ging so, wie man auch sonst zur Schule kam, die Mädchen also mit ihren warmen wollenen Winterrocken. Wir sehen sie hier auf einer Fahrt zum Höferköpfle.

41. Das auf dem Bild von 1882 gezeigte Wirtshaus weit hinten in Tonbach gehörte einst dem 'Napoleonsbäck'. Er war nicht der Bäcker Napoleons, sondern ein Bäcker aus Baiersbronn, der als einziger von fünfundzwanzig für Napoleon nach Rußland ausmarschierten Baiersbronnern wieder zurückgekehrt ist. Ein Nachkomme dieses Ludwig Finkbeiner hat 1920 dort das erste Fremdenzimmer eingerichtet, nachdem ein müder Wandersmann, der sich, vom Ruhestein kommend, verlaufen hatte, um ein Nachtlager bat. Inzwischen hat sich diese bescheidene Gastherberge zum 'Kurhotel Traube' mit allem Komfort und über zweihundert Fremdenbetten entwickelt.

42. Der hintere Teil von Tonbach, der Kohlwald, ist erst seit etwa 1765 durch Holzhauer, Flößer und Köhler besiedelt worden. Die in den Wäldern geschlagenen langen und dieken Stämme wurden zur Floßstube (Stauweiher) gebracht und dort mit Wieden zu G'stören zusammengebunden. Aus mehreren G'stören stellte man ein Floß zusammen, das mit dem Wasserschwall abgelassen wurde.

Das übrige, dünne oder krumme Holz blieb für die Köhler. Zum Bau eines Kohlenmeilers brauchte man zwanzig bis achtzig Raummeter Holz. Der Brand dauerte je nach Größe des Meilers eine bis vier Wochen. Während dieser Zeit mußte der Köhler den Schwehlvorgang Tag und Nacht überwachen.

43. Fast vergessen sind viele alte Waldgewerbe. Wir denken an die Harzer, die Salbenbrenner, die Pottaschensieder, die Köhler, die Rußbrenner, die Flößer, die Schneffler und die Schindler. Viele dieser Gewerbe wurden auch in Tonbach ausgeübt. Der Schindelmacher hat ausgewähltes, gut spaltbares Holz auf Länge geschnitten, aufgeteilt und zu dünnen Schindeln aufgespalten. Diese wurden, wie unser Bild zeigt, auf dem Schnitzbock mit dem Messer fertigbearbeitet. Ein neues Haus wurde zuerst mit Brettern verkleidet, ehe man die vielen Schindeln einander überdeckend je mit zwei Nägeln befestigte.

44. Unser oberes Bild zeigt die alte Schnakenmühle in Tonbach (Reichenbacher Höfe), eine ehemalige Säge- und Mahlmühle, die 1925 völlig abgebrannt ist. Heute ist dort die Schreinerei Günther.

Nahe dabei wurde 1929 das Gasthaus Waldheim erbaut, bei dem auf unserem Bild die früher allgemein übliche Verschindelung noch fehlt. Die sonst verdeckte Fachwerkbauweise ist deshalb hier noch zu sehen. Der Wirt war gleichzeitig Schmied und hatte seine Werkstatt in dem niedrigen Anbau rechts. Bei der Aufstellung zum Gruppenfoto haben die motorisierten Hochzeitsgäste auch ihr Fahrzeug mit ins Bild gebracht.

45. Obwohl Viehzucht und Graswirtschaft vorherrschten, brach man jedes Jahr ein Stück Grünland um, wo für zwei oder drei Jahre Getreide und Kartoffeln für den Eigenbedarf oder auch Flachs angebaut werden konnten. Das obere Bild zeigt den Umbruch einer Wiese zu Ackerland. Auf dem unteren Bild wird die Heuernte auf einen Wagen geladen. So bequem wie hier im vorderen Tonbach (Reichenbacher Höfe) war es nicht überall, Besonders hinten im Kohlwald ist das Gelände zum Fahren oft viel zu steil. Dort war man gezwungen das Heu in Tüchern zu Traglasten zusammenzupacken und so auf dem Kopf ins Haus zu tragen.

46. Sonst überall wurden im Verkehr und zur Feldarbeit Pferde eingesetzt, aber hier bevorzugte man die Ochsen. Wohl sind diese langsamer, aber ihre größere Sicherheit in steilem Gelände oder bei weichem Boden und ihre große Zugkraft machten sie im Waldgebirge für die Arbeit unentbehrlich. Früher war die Verwendung des Doppeljochs üblich, aber ab 1875 wurde im Murgtal allmählich auf Einzeljoche umgestellt. Nach 1900 konnte man Ochsen nur noch selten im Doppeljoch sehen. Unser Bild zeigt den Bauern vom Seidtenhof in Tonbach (Reichenbacher Höfe) mit seinen kräftigen Zugochsen, die er hier noch einmal im Doppeljoch gehen ließ.

47. Wir sehen hier den Bahnschlitten von Klosterreichenbach beim Räumen der Straße nach Igelsberg. Wenn man dazu zwölf Ochsen brauchte, so war das ein ganz besonderer Notstand und es dürfte ein ganz seltener Ausnahmefall sein, daß bei solchen Verhältnissen noch jemand daran dachte, ein Bild zu machen. Bei so reichlichen Schneefällen mußten zuerst die Verbindungswege zwischen den Häusern freigeschaufelt werden und es dauerte manchmal einige Tage, bis die Verbindung zu den Nachbarorten wieder aufgenommen werden konnte. Die Kinder freuten sich natürlich, wenn die Wege unpassierbar waren und die Schule ausfallen mußte.

48. Dieses etwa hundert Jahre alte Bild von 'Reichenbach' ist das älteste Foto in diesem Buch. Der Name Klosterreichenbach ist erst zur Zeit des Bahnbaus eingeführt worden. Wir sehen im Vordergrund die Murgbrücke und jenseits des Flusses das einstige Sägewerk Haisch und die dazu gehörige Villa, das heutige Kurcafé. Im freien Gelände bis zur Klostermauer liegt seit 1901 der Bahnhof. Als Ersatz für die früher abgebrochenen beiden Kirchtürme ist am Westende der Kirche ein Dachreiter aufgesetzt. Der Klosterflügel rechts der Kirche mit einem aufgesetzten zusätzlichen Stockwerk war damals Schule und ist 1976 zum Bau des Gemeindehauses abgebrochen worden.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2020 Uitgeverij Europese Bibliotheek