Baiersbronn in alten Ansichten

Baiersbronn in alten Ansichten

Auteur
:   Walter Kull
Gemeente
:   Baiersbronn
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2750-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Baiersbronn in alten Ansichten'

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00 Luftkurort Klosterreichenbach

im württembergischen !'urgtal

49. Dies ist das Titelblatt eines Werbeprospekts für einen Erholungsaufenthalt in Klosterreichenbach. Es wurde nicht versäumt darauf hinzuweisen, daß der Ort Endstation der kurz zuvor eröffneten Bahnlinie ist. Auch vorher schon war der 'Marktflecken' Reichenbach als einzige Posthalterei zwischen Freudenstadt und Schönmünzach ein wichtiger Platz und hatte sogar bis 1806 als Verwaltungssitz des 'Klosteramts Reichenbach' fast die Bedeutung einer Stadt. Diese guten Voraussetzungen begünstigten das rasche Aufblühen des Frerndenverkehrs nach der Bahneröffnung. Neben den Gasthäusern werden im Prospekt auch schon viele Privatpensionen genannt.

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50. Einen schönen Bliek über Klosterreichenbach hat man vom Waldrand über dem 'Ochsen'. Dort stand die 'Schneewittchenhütte'. Links im Bild von 1910 sieht man die Klosterkirche, die bei der Renovierung 1896 wieder zwei Türme erhalten hat. Die spitzen Turmhelme sind bei erneuten Instandsetzungsarbeiten (1964-1968) entfernt und durch dem romanischen Stil angepaßte Hauben ersetzt worden. Rechts von der Kirche ist die Posthalterei 'Zur Sonne'. Sie war die Klosterherberge und jahrhundertelang der einzige Beherbergungsbetrieb im oberen Murgtal. Bei der 'Sonne' war einst das untere, beim 'Lamrn' (heute Kreissparkasse) das obere Tor.

51. Klosterbesitz waren auch drei an der Klostermauer gelegene Maierhöfe. Der oben an der Mauer gelegene war im Jahr 1565 vermutlich an der Stelle des Viehhofs 'Richenbach' erbaut worden. Bei dem Gut ist 1082 das Kloster, das diesen Namen annahm , gegründet worden. Später sprach man in Klosterreichenbacn vom 'Alten Haus' oder vom 'Teufelsbauernhaus'. Es ist nach 1950 abgebrochen worden. Jetzt wird dort beim Pfingstrnontagsmarkt der Viehmarkt abgehalten. Das Bild links zeigt die Giebelseite mit der Hocheinfahrt zur Scheune und zum Wohnstock, das Bild rechts die Längsseite mit den über das ganze Erdgeschoß durchgehenden Viehställen.

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52. Staunend werden 1910 die Passagiere des Zeppelin-Luftschiffs auf Klosterreichenbach und die waldumkränzte Murgtallandschaft herabgeblickt haben, aber noch mehr staunten die Klosterreichenbacher über das, was da hoch oben über sie hinwegschwebte.

Innerhalb der Klostermauer gab es neben dem Kloster eine ganze Anzahl von Gebäuden, die dem Wirtschaftsbetrieb des Klosters diente. Dazu gehörte auch die Klostermühle. Sie stand oberhalb der heutigen Volksbank. Das Wasser wurde ihr durch einen langen Kanal vom Reichenbach zugeführt. Das in den zwanziger Jahren entstandene Bild ist, nachdem die Mühle im Juli 1976 völlig niederbrannte, zum Dokument geworden.

53. In einer alten Beschreibung des Murgtals von 1800 wird berichtet, daß es dort, wo der Schleifbach bei Heselbach in die Murg fließt, eine Sägmühle, mehrere Ölstampfen, eine Knirschmühle (Mahlmühle) und eine Hanfreibe gab. Die Vielseitigkeit dieser Anlagen ist ein Hinweis auf eine große Zahl verschiedener Produkte die hier angebaut wurde. Unser Bild zeigt die Genossenschaftssägmühle Heselbacher Bauern, die im Oktober 1953 abgebrannt ist und nicht wieder aufgebaut wurde. Im Vordergrund sieht man, wie die frisch geschnittenen Bretter mit Beilagehölzern sauber aufgestapelt werden, damit sie an der Luft austrocknen können.

54. Wir sehen hier eine Bäuerin aus Heselbach um 1910 in der Sonntagstracht im Garten. Eine solche, mit sehr viel Sorgfalt und aus besten Tuehen hergestellte Bekleidung wurde rneist nur einmal irn Leben angeschafft. Sie wurde nur zum Kireligang und bei ähnlichen feierlichen Anlässen getragen. Das kleine Heselbacher Kirchlein wird übrigens wegen seines ehrwürdigen Alters und wegen der schönen Lage als 'Kleincd des Murgtals' bezeichnet. So wie es vor Jahrhunderten ausgesehen hat, steht es auch heute noch da, nur die Kleidung der sonntäglichen Kirchgänger hat sich verandert, die alten Trachten sind von der neuen Mode verdrängt worden.

55. Dieses um 1900 gemachte Foto gleicht einem stimmungsvollen Gemälde. Hinten am Brechenloch wird der Flachs geröstet und der Rauch legt sich wie ein Vorhang vor die Landschaft. Davor arbeiten die Bäuerinnen von Heselbach an ihren Brechen. Von der Röste wird ihnen der Flachs durch Kinder zugetragen. Es war keine leichte Arbeit, für die Leinwand zur Aussteuer der Tochter zu sorgen. Es wurde gesäht, geerntet, geriffelt, gerottet, geröstet, gebrochen, gehächelt und gesponnen, nur das Weben überließ man meist einer Weberei. Der Flachs, den man nicht selbst brauchte, ging in die Münstersche Fabrik und in der Mühle schlug man aus den Samen das Leinöl.

56. Ursprünglich gab es im Murgtal keine Dörfer, sondern nur einzelne Höfe. Röt war da eine Ausnahme, denn es wurde schon im Reichenbacher Schenkungsbuch als 'oppidum' (Stadt oder geschlossener Ort) bezeichnet. Der Talgrund zwischen der Murg und dem Ortskern ist eine große Wiesenfläche, die erst 1928 durch die Bahnlinie und vor einigen Jahren durch die von der neuen Murgbrücke kommende Straße zerschnitten und teilweise bebaut wurde. Rechts der Murg sieht man den neueren Ortsteil und den Weg nach Schönegründ, wo sich ab 1720 'geweste Bergleute' der Silbergrube Königswart ansiedelten, und so eine neue Ansiedlung gründeten.

57. Früher gab es fast in jedem Ort eine oder auch mehrere Brauereien. In Röt war das die 'Sonne'. Sie liegt nicht ohne Grund jenseits der Murg, denn dort an der Straße kamen die Fuhrleute vorbei, die gerne dem Bier zusprachen. Die Bauern vom Dorf gönnten sich diesen Genuß nur selten, denn sie hatten ihren Heidelbeermost.

In den Sommermonaten gingen die meisten Kinder barfuß zur Schule, aber als 1919 der Fotograf kam um ein Gruppenbild zu machen, durften sie in Sonntagskleidern und Schuhen erscheinen. Das an diesem Tag entstandene Bild wurde eingerahmt und als Erinnerung an die Jugendzeit in der Stube aufgehängt.

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58. Von Hand mit dem Pflegel wurde nach der Jahrhundertwende nur noch selten gedroschen. Man wartete lieber auf die Dreschmaschine, die nach der Ernte von Hof zu Hof zog. Dreschtage forderte~ trotz des Maschineneinsatzes viele Hilfskräfte und harte Arbeit. Schon am frühen Morgen kam der Dreschmaschinenbesitzer aus Mitteltal mit seinem Fahrrad in Röt an, unverzüglich setzte er den Kraftantrieb in Bewegung und fast pausenlos wurde gearbeitet. Nach getaner Arbeit ließ man sich mit dem gerade dazugekommenen Briefträger noch fotografieren, ehe man ins Haus ging, wo die Hausfrau ein festliches Essen vorbereitet hatte.

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