Baiersbronn in alten Ansichten

Baiersbronn in alten Ansichten

Auteur
:   Walter Kull
Gemeente
:   Baiersbronn
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2750-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Baiersbronn in alten Ansichten'

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69. Die Glashütte Schönmünzach war, wie man an den großen Holzvorräten sieht, noch in Betrieb. Sie wurde, nachdem einer der beiden Teilhaber schon während des Baus in der Murg ertrunken war, 1734 eröffnet. Es wurde vorwiegend Tafelglas (flaches Glas = Fensterglas) hergestellt. Der Betrieb hatte dauernd mit Schwierigkeiten zu kämpfen, was immer wieder zum Besitzwechsel führte. Schließlich wurde 1909 die Glasfabrikation eingestellt. 1928 sind die Gebäude teilweise abgebrannt und seit 1937 wird das Gelände als Kurgarten verwendet. Die Glashütte und ihre romantische Umgebung sind der Schauplatz von Hauffs Märchen 'Das kalte Herz',

70. Wenn man auf der Straße von Baiersbronn kommend Schönmünzach erreicht, zweigt links unmittelbar vor der Schönmünzbrücke die Straße ins Schönmünztal und nach Hinterlangenbach ab und rechts geht es über die Murgbrücke zum Bahnhof. So war es auch schon als unser winterliches Bild um 1930 entstand. Das stattliche Gebäude in der Bildmitte am Hang ist die ehemalige Pension 'Bellevue'. Rechts daneben steht in beherrschender Lage die Peter-und-Paul-Kapelle. Sie wurde abgebrochen, nachdem 1965 die neue katholische J ohanneskirche erbaut worden war. Die Kapelle war für die von auswärts zugezogenen Facharbeiter der Glashütte erbaut worden.

71. In die ehemalige katholische Schule von Schönmünzach wurde 1889 eine Frerndenpension mit dem hier ungewöhnlichen Namen 'Zum Steinbock' eingebaut. Dieses Gasthaus ist kurz nach 1970 abgebrochen worden.

Das rechts gezeigte Haus stand auf der anderen Seite der Schönmünz am Platz der heutigen Kreissparkasse. Die kleine Brücke führt über den Mühlkanal, in dem Wasser der Schönmünz von der Stellfalle beim Steinbock zur 'Stampfe' abgeleitet wurde. Das war ein zur Glashütte gehöriges Mahlwerk zur Zerkleinerung des Quarzes. 1809 ist der Glashütte eine Sägmühle angegliedert worden, wo man die Kisten für den Glastransport herstellte.

72. Als die Zeit des Bahnbaus eigentlich schon zu Ende war, hat auch Schönmünzach 1928 noch einen Bahnhof bekommen. Damals ist das letzte Stück der Murgtalbahn zwischen Schönmünzach und Klosterreichenbach fertig geworden. Die Strecke führt durch das tief in den Granit eingeschnittene Tal und wird durch viele Tunnels und Brücken dem Reisenden zum Erlebnis. Schönmünzach war Grenzbahnhof. Ehe die 'Schwäbische Eisenbahn' ins Badische hinüberdampfen durfte, gab es mindestens zwanzig Minuten Aufenthalt, den die Reisenden dazu benützten am Kiosk Zeitungen und Erfrischungen zu kaufen. Gleichzeitig wurde auch die Lokomotive gewechselt.

73. Hier sehen wir vor der alten 'Stampfe' den Festwagen 'Traum des Kurvereins' anläßlich der Eröffnung der Bahn am 13. Juli 1928. Beim Traum ist es nicht geblieben, 1936 wurde Schönmünzach als 'Luftkurort' und 1953 als 'Kneippkurort' anerkannt.

Der Gasthof 'Glashütte' wurde nach dem Ausbau der Murgtalstraße um 1830 Posthalterei. Durch diese Grenzpoststelle und die romantische Landschaft wurde Schönmünzach bekannt und schon seit 1872 regelmäßig von Kurgästen aufgesucht, also schon ehe 1878 eine Wirtin in Freudenstadt zur Sommerfrische einlud. Schönmünzach kann also in weitem Umkreis die älteste Kurtradition vorweisen.

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74. Für Langholztransporte wurden Ochsengespanne und wo gute Straßen vorhanden waren auch schwere Pferde eingesetzt. Etwa ab Ende der zwanziger Jahre ging man mehr und mehr dazu über die Holzräder durch Autoräder zu ersetzen um dadurch den Zugtieren die Arbeit zu erleichtern. Ein so umgebautes Fahrzeug nannte man 'Gummiwagen'. Auf unserem Bild wurde den Pferden in der Schönmünz eine Ruhepause vergönnt. Vorn an der Deichsel hat man die Futterkrippe angehängt und den in einern Sack mitgeführten Haber hineingeschüttet. Zuvor sind natürlich die Bremse angezogen und die Zugstränge ausgehängt worden, damit der Fuhrmann unbesorgt einkehren konnte.

75. Der 'Häfeleswagen' ist hier in Zwickgabel am Gasthaus 'Zum Mohren' vorgefahren. Es werden die verschiedensten Tonwaren von der Kaffeetasse bis zum Nachtgeschirr, sowie emallierte Kochtöpfe und ganz moderne verzinkte Waschzuber angeboten, Die wenigen hier in der Schönmünz wohnenden Leute benützten gern die günstige Gelegenheit etwas zu erwerben, denn es kann lange dauern, bis man, vielleicht auf dem Pfinstmontagsmarkt in Klosterreichenbach, wieder Gelegenheit zum Einkauf hat. Sicher werden der Schimmel und der Braune den Wagen noch bis Hinterlangenbach ziehen müssen, denn ganz dort hinten wohnen auch noch Menschen.

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Gruss aus Hinterlangenbach O. A.;. reudenstadt

76. Die Straße von Schönmünzach durch das Schönmünz- und Langenbachtal endet auch heute noch für den öffentlichen Fahrverkehr beim Gasthof 'Zurn Auerhahn'. Das Rathaus in Baiersbronn ist in der Luftlinie dreizehn Kilometer entfernt. Auf der Straße ist es doppelt so weit. Die kleinen, abgelegenen Weiler in der Schönmünz sind während und nach der Zeit des großen Holzschlags entstanden, der mit dem großen Waldbrand im August 1800 endete. 7 800 Morgen Wald brannten ab, die Holzhauer wurden arbeitslos, die Flößerei hörte auf und die Glashütte in Schönmünzach litt unter Holzmangel.

Die Erdöllampen im 'Auerhahn' hatten erst 1925 ausgedient.

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