Ballenstedt in alten Ansichten

Ballenstedt in alten Ansichten

Auteur
:   Horst Lange und Karl-Heinz Meyer
Gemeente
:  
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6640-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ballenstedt in alten Ansichten'

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9 Die Herzogin Friedrike Caroline Juliane van Anhalt-Bernburg wurde am 9. Oktober 1811 in Gottorp als Prinzessin zu Schleswig - Holstein -Sonderburg-Glücksburg geboren. Sie vermählte sich am 30. Oktober 1834 mit Alexander-Carl, Herzog van Anhalt-Bernburg. Zwei Wochen nach der Heirat erfolgte der Einzug in das hiesige Fürstenhaus.

Die Auffahrt zum Schloss erlebte sie in einem sechsspännigen Galawagen. Schloss Ballenstedt wurde ihr ständiger Wohnsitz.

N ach dem Tod des Herzogs blieb es ihr Witwensitz. Durch ihre Anwesenheit entwickelte sich ein kultu-

rell anregendes Leben am Hof. Sie machte sich unter anderem verdient durch die Wiederherstellung der Stiftskirche zu Gernrode, die Förderung der Anstalten in Neinstedt, die För-

derung und Pflege der Jugend, die Begründung des Friedrikenstiftes in Ballenstedt, die Förderung des Straßen- und Wegebaus vor allem im anhaltischen Harz, die Neuanlage des

Schlossparkes unter Leitung des Gartendirektors Lenné und die Übergabe der Schlossbibliothek an die Stadt Ballenstedt.

10 Das politische, soziale und kulturelle Engagement der Herzogin Friedrike hat ihren Namen tief in die Geschichte des Landes Anhalt einprägen lassen. Ihren Geburtstag versuchte sie mit 'Werken der Liebe' zu verschönen.Am 23. Juni 1907 wurde im Schlossgarten auf einem kleinen Hügel ein Denkmal für die Fürstin gesetzt. Auf einem Granitsockel erhebt sich die Bronzebüste der Herzogin. Ihr zu Füßen steht ein Kind aus ihrer Lieblingsstiftung, dem Friedrikenstift, und reicht ihr in dankbarem Aufblick Frühlingsblumen aus ihrem Garten. Leider hat dieses Bildnis die Zeit nicht überdauert, und so ist es um so erfreulicher, dass im Oktober 1996 ein neues Denkmal von der Stadt errichtet werden

konnte. Aus diesem Anlass erhielt eine neu gezüchtete Rosensorte den Namen Friedrike.

!3ALLEN8TEDT, Denkmal I, Hs der Herzogin Fri.derike zu Anhalt-Bernburg.

11 Westlich des Schlossgartens befindet sich an der 'Alten Kreipe' das einstige Friedrikenstift. Am 9. Oktober 1857, anlässlich des Geburtstages der Herzogin, gründete Friedrike diese Stiftung in Ballenstedt zur Aufnahme verwaister und sittlich verwahrloster Mädchen im Alter zwischen 6 und 14 Iahren. Ihr Engagement für die Bildung und Erziehung der Jugend brachte ihr schon vor fast hundert Iahren große Anerkennungen. Diese Aufgabe, festgehalten in der Fassung der 'Satzungen der FriedrikenStiftung zu Ballenstedt' , war Inhalt ihrer Arbeit bis zumAugust 1934. Danach brachte die Stadt Ballenstedt bis 1940 auf vertraglicher Basis Heimschüler der staatlichen nationalpolitischen Bildungsanstalt in

den Räumen der Friedrikenstiftung unter.

Seit 1941 erfolgte die Nutzung dieser Einrichtung als Berufsschule und danach als Sonderschule.

Friederïkensliflung zu Balienstedt i. H.

1 2 Am Fuß des Schlossberges spiegelt sich der alte Schlossturm im Teich, der wahrscheinlich schon im 17. Jahrhundert angelegt wurde. Ein Anblick, den man besonders von dem gegenüberliegenden Gustav-Adolf-Stein genießen kann. Im Grunde, unter dem Schlossteich, leuchtet das frisch gedeckte Dach der früheren Schlossmühle herüber. Das Dach, das bis zum Erdboden reicht, überragte das einstige Wasserrad und gibt der alten Wassermühle ein malerisches Aussehen. Vam Dichter Joseph van Eichendorff (1788-1857) weiß man zu erzählen, dass er 1805 als junger Student durch den Harz zog und in der Mühle 'In einem kühlen Grunde' gedichtet haben soll. Heute macht die Mühle, abgese-

hen von dem neuen Dach, einen eher traurigen Eindruck, da das Wohnhaus 1998 einem Brandanschlag zum Opfer fiel. Direkt an der Mühle führt der mit alten Linden be-

säumte 'Fürstenweg' in gerader Linie an der Roseburg vorbei nach Gerurode.

13 Im Iahre 1770 wird auf dem Röhrkopf ein Jagdhaus errichtet. In der Chronik der Stadt Ballenstedt ist zu lesen: 'Pûrst Friedrich Albrecht lässt das Schloss als Jagdschloss à la meuté von dem wallonischen Baumeister Martin Peletier errichten', und 'urn Wasser für die Springbrunnen im Park zu haben, staute man im Röhrteich einen Bach auf und leitete das Wasser in Erlenholzröhren zum Röhrkopf und von dort zum Drachenspringbrunnen, daher der Name Röhrkopf'. Von hier aus geht der Blick direkt auf das Schloss. Man hatte in der Zeit der Parforce-Jagd den Zwinger hier her gelegt. Zu Zeiten der DDR war der RöhrkopfKinderkurheim der Volkssolidarität, Schulungsheim des

Rates des Kreises und ab 1970 Schulungseinrichtung für die volkseigenen Güter des Bezirkes Halle. Seit dem Anfang der neunziger Iahre wohnt Prinzessin Anna - Luise von Anhalt

in den Nebengebäuden des Schlösschens und

1996 erwarb ihr Bruder, Prinz Eduard von Anhalt, das Objekt von derTreuhand. Auch er möchte hier seinen Wohnsitz einrichten.

Ballenstedt a. ti. - lagdschloP RöhrluJp!

14 Auch wenn man es aus heutiger Sicht kaum glauben mag, vor fast hundert Iahren gab es in Ballenstedt noch richtige Winter. Der Hoffotograf Bernhard dokumentiert es mit dieser Postkarte. Der Start dieser Rodelbahn war vor dem Forsthaus, wo heute noch Spuren der einstigen Rampe zu finden sind. Sie führte die vom Volksmund nach dem Förster Franz Kilian benannte 'Kilianstraße' hinab, vorbei am ehemaligen Prinzengarten und endete am Fuß des Brauberges. Das war aber nicht die einzige Stelle des Wintersports in Ballenstedt. Rodelbahnen befanden sich an der 'Alten Kreipe', die sogar beleuchtet gewesen sein soll, und auf der Bienenwiese. Es gab auch die sogenannte Todesbahn

östlich vom Dachsteich. Einen besonderen Höhepunkt stellte der gefrorene Glockenteich dar, wenn eine kleine Kapelle von der Mooshütte aus zum Schlittschuhlaufen auf-

spielte. Daraus entwickelt sich über Jahrzehnte hinweg eine Schlittschuhtradition, allerdings auf den vereisten Flächen der Tenniswiese.

Rodelbahn am Röhrkopf bei Bailenstedt.

15 Zwischen der Bienenwiese und dem Meiseberger Weg auf dem Brauberg finden wir das Kriegerdenkmal. In der Stille des Waldes hat es als einziges 'Vaterlàndisches Denkmal' in Ballenstedt die Zeiten überdauert und zeigt noch heute, welche großen Opfer Familien aus dem Ort aufbringen mussten. Die ersten Entwürfe stammten vom Geheimen Baurat Starcke. Im Februar 1927 hat die Arbeitsgemeinschaft der vaterländischen Verbände einen Denkmalausschuss gebildet, der unter Leitung des Maj ors van Krosigk den Plan verwirklichte. Der damalige Herzog Joachim Ernst von Anhalt stellte für diesen Zweck den Brauberg zur Verfügung. Am 10. August 192 7 war der Bau vollendet und konnte

am 14. August mit einer Denkmalsweihe der Stadt übergeben werden. Seit dieser Zeit hat dieser Ort nichts von seiner Ausstrahlung verloren. Nur die Plastik ist nun von einer

Bronzetafel verdeckt, die an alle Opfer von Diktaturen und Gewaltherrschaften erinnert.

Ballenstedt i. Harz

Kriegerdenkmal

1 6 Wir blieken vom Schlosstheater aus in die Allee, die als Verbindung zwischen Schloss und Altstadt entstand. Als Ballenstedt 1765 Residenz wurde, vergrößerte sich die Zahl der Hofbeamten, die zum Teil ihre Häuser im Stil der französischen Mansardhäuser errichten ließen. Es ist die Zeit, in der die deutschen Fürsten Ludwig XIV als Vorbild nachahmten und auch ihre Residenzen entsprechend gestalteten. Es entstanden die Mansardhäuser in der oberen Allee und die Straße bekam ihren Namen. Links im Mansardhaus Allee 37, ist heute das Museum der Stadt mit seinen vorgeschichtlichen Funden, Bildern und Modellen der Siedlungskunde, der volkskundlichen Sammlung, den Sammlungen für

das Handwerk und den Bergbau und weiteren Bereichen bis zu Sonderausstellungen untergebracht. Die Schwestern Caroline und Wilhelmine Bardua wohnten nach 1 852 in

dem Mansardhaus Allee 38, dem heutigen Hartrottschen Haus. Caroline pflegte Verbindungen mit Iohann Wolfgang v. Goethe und Ludwig Richter.

1 7 Die prachtvollste Straße Ballenstedts ist die Allee. Hier wurde promeniert und eingekauft. Ihre Entstehung reicht bis ins Ende des 17. Jahrhunderts zurück. In dieser Zeit wurde sie mit Linden bepflanzt. Sie stellte die Verbindung zwischen Schloss undAltstadt her und erreichte eine Länge von einem Kilometer. Da sich die Linden als nicht vorteilhaft erwiesen - viele gingen sehr zeitig ein - ersetzte man sie Anfang des 19. Iahrhunderts durch Rosskastanien. Davon wurden in dieser Allee 320 Stück gepflanzt. Da viele der alten Bäume krank waren, wurden diese in der Zeit von 1994 bis einschließlich 1999 in mehreren Abschnitten entfernt und neue gesetzt. Man kann mit vollem Recht

sagen, der Aufwand hat sich gelohnt. Wünschen wir den neuen Kastanien eine lange Lebensdauer.

18 Das traditionelle Haus 'Stadt Bernburg' ist in alter Schönheit wiedererstanden und in das klassizistische Schlossensemble eingebettet. Seinen Namen erhielt das Haus, als Ballenstedt zum Herzogtum Anhalt-Bernburg gehörte und zeitweilig Residenzstadt war. Das Haus wurde im Iahre 1779 erbaut und erhielt 1795 das Gasthofsprivileg. Der GasthofStadt Bernburg' ist mit seinem Fachwerk der Typ eines freundlichen Harzer Stadtgasthofes und in seiner Architektur eine Einmaligkeit in der Stadt. Er beherbergte neben Gästen des Hofes zahlreiche namhafte Persönlichkeiten, wie Caspar David Friedrich bzw. Ludwig Richter, die in der Stadt weilten. Zu DDR-Zeiten diente es als Betriebsferienheim. Nach seiner Re-

novierung unter Berücksichtigung der historischen Bausubstanz bietet es wieder Gästen aus nah und fern ein anheimelndes Ambiente.

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