Ballenstedt in alten Ansichten

Ballenstedt in alten Ansichten

Auteur
:   Horst Lange und Karl-Heinz Meyer
Gemeente
:  
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6640-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ballenstedt in alten Ansichten'

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29 Die Nicolaikirche, in der auch pfarrer Iohann Arndt predigte, ist eines der ältesten Gebäude Ballenstedts. Sie wurde 1326 als Nicolaikapelle gegründet. Die Kapelle lag innerhalb der alten Stammsiedlung, die bereits vor der Herausbildung des Fürstentums Anhalt bestand. Durch den großen Brand von 1498, der ganz AltBallenstedt verwüstete, wurde auch die Kirche bis auf den Querturm im Westen zerstört, der wahrscheinlich aus der Zeit des 12. Iahrhunderts stammt, was an der Bauform zu erkennen ist. Im Erdgeschoss befindet sich ein Tonnengewölbe und im Obergeschoss sind gekoppelte Rundbogenfenster mit rudimentären Würfelkapitellen als Schallöffnungen. Die Familien von Stammer

und von Heyden ließen als Patrone (Schirmherren) die Kirche wieder aufbauen. Deshalb ist auch das Stammersche Wappen über der Kirchentür zu finden. Auf dem alten Kirchhof

nördlich der Nicolaikirche wurden nur Angehörige der begüterten Schichten bestattet.

30 Der Unterturm wird hier auf einer Postkarte aus demjahre 1909 dargestellt. Seine Existenz reicht weit in die Geschichte der Stadt zurück. Der Bau stammt mit großerWahrscheinlichkeit aus der Zeit derVerleihung des Stadtrechts 1543. Ballenstedt erhielt zu dieser Zeit eine feste Ummauerung, die während des Dreißigjährigen Krieges noch verstärkt wurde. DerTurm stand am Untertor im Osten der Stadt. Die hier abgehenden Straßen führten nach Hoym und Aschersleben. In entgegengesetzter Richtung führte der Weg vor der Ummauerung im 16. Jahrhundert vorbei am ältesten Stadtkern über die Pfortenstraße, die Apfelallee, den Ziegenberg und auf der Leimuferstraße nach Harzgerode.

Ballensledl a. Harz

Partie an der lange-StraDe

31 Der Gasthof 'Zum Goldenen Lówen' am Unterturm erhielt seinen Namen in der zweiten Hälftedes 18.Jahrhunderts. Bis dahin wurde er Gasthof 'Zum schwarzen Balken' genannt. Es ist anzunehmen, dass sich

die Bezeichnung 'Zum schwarzen Balken' aus dem Ballenstedter Stadtwappen ergibt. Im Saalbuch ist formuliert: 'Der Ratsgasthofzum schwarzen Balken trug das Ratsund Stadtwappen.' Im Saalbuch finden wir folgenden Hinweis zu diesem Hause: 'Dort' (im schwarzen Balken) 'enthielt die Gaststube eine viereckige Tafel, eine Lehnenbank, eine Bank ohne Lehne, vier neue Schemel, außerdem aber zwei Kannenrücke und ein weiteres zweifaches Rück. Unten befan-

den sich außer der Wirtsstube noch 3 Kammern. Das obere Stockwerk enthielt eine Stube und eine Kammer.' In diesem Gasthaus pflegten die Fuhrleute und Reisenden aus den

benachbarten Orten einzukehren. Mit der Erweiterung des damaligen VEB Kraftverkehr musste diese Wirtschaft Ende 1 976 abgerissen werden.

32 Der Unterteich in der Unterstadt zwischen dem Unterturm und dem Bahnhof-Ost existierte bis Anfang des 20. Jahrhunderts. Danach wurde er allmählich zugeschüttet und in einen Sportplatz umgewandelt. Die Herzen der Jugend konnte er nicht viele Iahre erfreuen. Mit der Absicht eine Verbindung zwischen der Stadt und dem Stadtbahnhof zu erreichen wurde er bebaut. Aber bis 1976 diente er noch als Festplatz. Schließlich fiel das gesamte Gelände der Erweiterung des VEB Kraftverkehr, der heutigen Q-Bus Nahverkehrsgesellschaft mbH Ballenstedt, zum Opfer.

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Ballenstedt.

33 Wir blieken auf das Bahnhofsgebäude des Stadtbahnhofes, des jetzigen Bahnhofes BallenstedtOst.Am 10. Oktober 1865 wurde die Eisenbahnlinie Bernburg- Aschersleben Wegeleben eröffnet; und schon am 1. Oktober 1868 konnte die Zweiglinie von Frase nach Ballenstedt dem Verkehr übergeben werden. Der Bau des Bahnhofsgebäudes erfolgte in der Zeit vor der Eröffnung der Bahnverbindung. Der Bahnhof lag damals weit vor den Toren der Stadt. Der Fahrplan vom Iahre 1870 weist je vier ankommende und abgehende Züge auf. Ab Ballenstedt 5.30 Uhr und 9.05 Uhr

vormittags, sowie 2.30 Uhr und 5.50 Uhr nachmittags; an Ballenstedt: 8.40 Uhr und 11.50 Uhr vormittags, sowie 4.33 Uhr nachmittags und 9.26 Uhr abends.

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34 Vom N euen Rathaus aus gesehen geht unser Blick über ein interessantes Ensemble mit den Türmen der Nicolaikirche und des Marktturmes. Wir befinden uns in den Badstuben, einer Straße, die nach den Badern benannt wurde, die im 1 8. Iahrhundert in Ballenstedt für die medizinische Versorgung der Bevölkerung zuständig waren. Hier in der Altstadt stehen noch die alten Badstuben als nachfolgend von der evangelischen Kirche St. Nicolai genutzter Gemeindesaal.

In diesem Bereich befanden sich auch bis zum Ende des 1 8., Anfang des 19. Jahrhunderts die ersten Schulen der Stadt, von denen heute leider nichts mehr zu finden ist.

Neue Marktstrasse.

35 Da die Räume des alten Rathauses für die wachsenden Aufgaben der städtischen Verwaltung bei weitem nicht mehr ausreichten, beschloss der Stadtrat am 2. Dezember 1904 den Bau eines neuen Rathauses. Den Entwurf dazu lieferte Professor Alfred Messel (1853-1909), ein bekannter Berliner Architekt. Am Morgen des 19. August 1905 erfolgte der erste Spatenstich und am 23. September die feierliche Grundsteinlegung. Der Bau wurde von allen Seiten unterstützt, und schon am 6. Oktober 1906 fand die festliche Einweihung des neuen Rathauses statt. Zugegen waren der Herzog Friedrich Il., der anhaltische Staatsminister von Dallwitz und andere höhere Beamte. Der Bürgermeister Wendt hielt die

Weiherede. Über dem Rathausportal befindet sich der Leitspruch für Stadtangestellte und Stadträte: 'Prüh bis spat in Rat und Tat getreu der Stadt,'

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36 In der Zeit, als die Städte noch aufSelbstverteidigung angewiesen waren, hatte auch Ballenstedt eine aus Mauer, Graben und Stadttürmen bestehende Befestigung. Sie wurde in der Mitte des 16. Jahrhunderts errichtet, als Ballenstedt zur Stadt erhoben wurde. Die Stadt hatte nur zwei Tore: das Obertor in der Breiten Straße und das Untertor am Ende der Marienstraße. Das Obertor war ein Holztor mit eisernen Zapfen und einer Pforte darin. Vor dem Tor befand sich ein Schlagbaum, von dem aus der Weg über eine Bohlenbrücke zum Schloss führte. Die Türme an den Toren waren nicht direkt in die Mauer eingebunden, sondern standen innerhalb der Ummauerung. In den Tortürmen sowie in dem Marktturm

befanden sich 1 734 noch je ein Gefängnis. Die Breite Straße ist eigentlich nur im Vergleich zu den anderen 'Straßen' der Altstadt 'breit' und als 'Straße' zu bezeichnen, denn sonst gab es hier nur Gassen. Diese sind aber in früherer Zeit bei der Neubenennung der Gassen in Straßen umgetauft worden.

Ballenstedt (Harz) Breite Strasse

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37 In der Breiten Straße, zwischen dem Oberturm und dem N euen Rathaus befindet sich das frühere 'Herzogliche Amtsgericht' . Das schmucklose Haus lässt noch heute erahnen, welch stattlichen Eindruck es in vergangenen Zeiten gemacht haben muss, als es nur von kleinen Häusern umgeben war. Seit seiner Erbauung, nach dem großen Stadtbrand von 1498, ist es fast unverändert geblieben. Die mächtige Toreinfahrt mit dem anschließenden geräumigen Flur, spätgotischen Fenstereinfassungen und vor allem den dicken Mauern geben dem Haus ein beeindruckendes Aussehen und lassen die Hoffnungslosigkeit derer erahnen, die hinter diesen Mauern gefangen, gefoltert und verurteilt wurden.

Ursprünglich war es Privathaus des Stammerschen Verwalters]. Kühne, der es um 1703 an den Fürsten von Anhalt verkaufte. Es diente als Amtshaus, ]ustizamt, als Kreisdirektion,

später als Kreis- und Amtsgericht. In der jüngeren Zeitgeschichte wurde es als Internat, Schulhort, Sozialamt und Senioren begegnungsstätte genutzt.

Ballenstedt, Herzogl.llmtsgericht.

38 Hier haben wir es mit einer der ältesten Aufnahmen von Ballenstedt zu tun. Sie stammt aus dem Iahre 1878. Der Standpunkt des Fotografen ist der Nordhang vom Großen Ziegenberg, und der Blick geht über die ganze Stadt. In der oberen linken Hälfte des Bildes befindet sich das Schloss und im Zentrum der Aufnahme finden wir das Wirtshaus auf dem Kleinen Ziegenberg, das nach dem Namen seines Erbauers Wilhelmsburg genannt wurde. DerWeg, der rechts unten aus dem Bild geht, ist der Weg zum Großen Ziegenberg, auf dem sich das Herrenhaus befand. Der Große Ziegenberg ist noch nicht von Wald bewachsen, der Stadtpark und andere Bereiche sind noch mit Obstbäumen be-

setzt und die sich hinter derWilhelmsburg zeigende Baumreihe ist die Lindenallee. Seit der Zeit dieser Aufnahme haben die Bewohner des Ortes Geschichte geschrieben und

die Stadt vollkommen verändert.

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