Ballenstedt in alten Ansichten

Ballenstedt in alten Ansichten

Auteur
:   Horst Lange und Karl-Heinz Meyer
Gemeente
:  
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6640-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ballenstedt in alten Ansichten'

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39 Fürst Friedrich- Albrecht (1 735 -1 796) von Anhalt-Bernburg, der seine Residenz 1765 von Bernburg nach Ballenstedt in das Schloss verlegen ließ, befasste sich recht ausführlich mit dem Anlegen von Ausflugszielen um die neue 'Hauptstadt' . Er lässt auf dem Großen Ziegenberg im Iahre 1767 der schönen Aussicht wegen ein Lust- und Jagdhaus erbauen. Er hat es auch als 'Schlósschen auf dem Ziegenberg' bei Ballenstedt genannt. 1857 brannte

das Haus ab, ist aber bald danach neu errichtet worden. Ende des 19. Iahrhunderts hat man diese Einrichtung auch Herrenhaus genannt. Es wurde in ein Gasthaus, in eine Vergnügungsstätte für die öffentlichkeit, umgewandelt. Der auf dem Bild erkennbare

Turm ist wahrscheinlich wegen Baufälligkeit 1950 abgerissen worden. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde diese Villa von

Bankdirektor Koch gekauft, der in eine Ballenstedter Familie einheiratete.

40 Dieses Schulobjekt entstand als Nationalpolitische Bildungsanstalt (NAPOEI) während der Zeit des Hitlerregimes. Es war als höhere Lehranstalt ausgewiesen, in der junge Menschen zu Führungskadern erzogen wurden. Am Ende des Krieges haben amerikanische Truppen

das Objekt besetzt. Zu der Zeit wurden hier ehemalige Zwangsarbeiter für den Abtransport in ihre Heimatländer gesammelt. Beim Besatzungswechsel USA/Sowjetunion bezog die Sowjetarmee die Einrichtung am 1. Juli 1945 und verblieb dort bis Pfingsten 1946. Es war angedacht, hier die Zentral-

schule Sachsen-Anhalts einzurichten, aber das Objekt erwies sich als zu groß.Von 1949 bis 1990 nutzte die SED die Gebäude als Schulungsstätte auf zentraler, Landes- bzw.

Bezirksebene. Nach 1990 hat man den Versuch unternommen, hier das 'Schulzentrum Großer Ziegenberg' für den Kreis Quedlinburg herzurichten, was aber bis heute

nicht gelungen ist. 1999 hat es die bayerische Haas AG von der Treuhand-

Lie genschafts gesellschaft (TLG) ersteigert.

41 Auf dem 'Kleinen Ziegenberg' befand sich das Sanatorium von Herrn Dr. Rosell, das noch vor dem Ersten Weltkrieg, im Iahre 1903, eingerichtet wurde und das aus dem Städtischen Kurhaus und Hotel Wilhelmsburg hervorgegangen ist. In der nationalsozialistischen Zeit baute man das Haus zu einem Heim für 'Mutter und Kind' um. Während des Zweiten Weltkrieges wurde es durch Bombardierung in Mitleidenschaft gezogen. Auf diesem ausgebombten Grundstück entstand 1950-1952 die Heilstätte fürTuberkulose, die spätere 'Heilstätte für Lungenkrankheiten und

Tuberkulose'. Schon fünf Iahre später war dieses Haus so eingerichtet, dass über einhundert Patienten aufgenommen werden konnten. Eine bedeutende Rolle hat in diesem Haus

bis zu seinem Lebensende Dr. Marchandt gespielt. Heute gehört diese Einrichtung zum Diakonischen Werk der 'Neinstedter Anstalten'.

Sanatorium

V; 7!r. RoselI

No. 30. M Milde, Ballensredt.

jJa//enstedt a. J(.

Wilhelmsburg St ädt. Curhoushotel .

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"!:'~J

42 Ballenstedt war neben der fürstlichen Residenz und dem späteren Ruhesitz, auch eine Pensionärsstadt, die durch den Oberbürgermeister Wendt (Amtszeit 1888-1919) zum Kurort erhoben wurde. Die Zahl der Kurgäste stieg von 1890 bis 1910 van 685 auf3 872 im Iahr. Um Ballenstedts reizvolle Umgebung zu erschließen, wurden Promenadenwege angelegt. Auf dem 'Kleinen Ziegenberg' , wo einst Ballenstedts Hexenfeuer loderten, wurde zum 100. Geburtstag des Kaisers Wilhelm 1. am 22. März 1897 der Grundstein für ein 'Vaterlàndisches Denkmal' gelegt. Das vom Bildhauer Arthur Schulz geschaffene Denkmal Albrechts des Bären konnte am 6. August 1899 feierlich enthüllt werden. Mit

diesem Standbild wollte man an den berühmten Sohn der Stadt erinnern. Das Denkmal hat die Zeit nicht überdauert. Doch hundertjahre nach der einstigen Grundsteinle-

gung konnte an gleicher Stelle zum 'Tag der deutschen Einheit' 1997 ein dem Original nachempfundenes Denkmal enthüllt werden.

BALLEN8TEDT A. HARZ Denkmal Albrechte de. Bären,

8ernllard, Hofphotograph, Ballenstedf

43 Die Geschichte des Tennissports in Ballenstedt wurde von einigen Tennisvereinen getragen. Seine Geburtsstunde schlägt nach den Gründerjahren am Ende des 19. Iahrhunderts. Die Chronik des Gründervereins ist noch erhalten. Sieben sportliche Mädchen schrieben am 20.Juli 1897 einenpoetisehen Brief an den damaligen Bürgermeister, Herrn Wendt, und baten um einen Platz zum Tennisspielen. Zu dieser Zeit war der Tennissport in Ballenstedt eine reine Damensaehe. Die Grundsteinlegung und Vereinsgründung erfolgte am 26.Juli 1897 auf der damaligen Sedanwiese, der heutigen Tenniswiese. Die Schirmherrschaft übernahm die Erbprinzessin Marie von Anhalt. Sie war die Ehefrau

des ab 1904 regierenden Herzogs Friedrich Il. von Anhalt. Somit kann der Tennissport in Ballenstedt auf eine über hundertjährige Tradition zurückbli-

eken. Noch heute gehört der Tennisverein Ballenstedt e.V zu den größten und aktivsten Sportvereinen der Stadt.

44 Die Aufnahme des Badehauses stammt aus der Zeit vor 1920. Es entstand in den Iahren 1907 bis 1908 auf dem Gelände des zugeschütteten Reuß'schen Teiches. Die Pläne hierzu lieferte der Harzburger Architekt Klincke. Das Badehaus bildet mit seiner reichen und heiteren architektonischen Gliederung, die sich dem grünen Hintergrund des Stadtparks anpasst, eine kleine Zierde der Stadt. Es wurde in der jüngsten Vergangenheit generalüberholt und dient heute der physiotherapeutischen Behandlung von Patienten unserer Stadt und der näheren Umgebung.

Ballenstedt (Harz)

:: Städtlsches Badehaus

45 Das Krankenhaus, heute zum Klinikum 'Dorothea Christiane Erxleben' Quedlinburg gehörend, wurde 1892 gebaut und ein Iahr später seiner Bestimmung übergeben. Die Betreuung der Patienten lag in den Händen von Chefarzt Dr. F. Haring. 1911 verfügte es über 3 1 Betten in drei Klassen.

1 92 1 wurden wesentliche Modernisierungen im Haus vorgenommen. Der Operationssaal wurde renoviert und ein Röntgenzimmer eingerichtet. Bereits in den zwanziger Iahren wurden Patienten aus dem Landkreis aufgenommen. Die Pflegesätze betrugen damals zwischen

3 und 7 Mark pro Tag.

Die Kapazität wurde auf 70, später auf 100 Betten erweitert. 1992 wurde neben der Inneren Abtei-

lung mit 65 Betten eine psychiatrische Abteilung für 60 Patienten eingerichtet.

46 Wir befinden uns im Bereich der Lohdengaststätte. Der Name 'Lohderi' ist nach Dr. Klacke abgeleitet von dem Wort 'Loh'. was Hain oder Gehölz bedeutet. Hier wurde 1890 ein Kurpark eingerichtet. An der steigenden Anzahl der Kurgäste bis zum Ersten Weltkrieg hatte der Oberbürgermeister Wendt großen Anteil. In enger Zusammenarbeit mit den Vereinen förderte er nach der Erhebung der Stadt zum Kurort den Kurbetrieb auf allen Ebenen. Mit Hilfe des Verschönerungsvereins wurden die Lohden in einen Kurpark umgewandelt. Konzertplatz und Musikhalle entstanden. Letztere wurde 1905 durch eine größere ersetzt. 1896 kam eine Wandelhalle hinzu. Was nicht gelang, war die Schaffung eines

Kurhauses. Aber eine Waldgaststätte lud zum Kaffeetrinken ein. Nachdem die Nutzungsdauer der Holzbauten abgelaufen war wurde der Betrieb eingestellt. 1986 wurde noch-

mals ein sogenannter Initiativbau errichtet, der aber das Aussehen einer besseren Bauunterkunft hatte und 1997 abgerissen wurde.

47 Die BrinckmeierstraBe, im BallenstedterVillenviertel gelegen, trägt den N amen van Prof. Dr. Carl Heinrich Wilhelm Brinckmeier (1820-

1 89 1), ein bedeutender Pädagoge. Er wirkte von

1 850 bis zu seinem Tode in Ballenstedt, wo er auch seine letzte Ruhe fand. Im Auftrag des Fürsten Wittgenstein suchte der Erzieher der Prinzen einen Ort, an dem man sich voll und ganz auf das Lernen konzentrieren konnte. Die Infrastruktur der alten Residenzstadt und deren Lage am waldigen Harz, begünstigten die Entscheidung, Ballenstedt als Schulstandort zu wählen. Am 1. Juli 1850 wurde die erste höhere Schule auf dem Gelände der jetzigen Sekundarschule 'Wilhelm von Kügelgen' und der

'Brinckmeier -Grundschuie' gegründet. Da zu den ersten Zöglingen die Prinzen, bzw. Kinder aus adligem oder reichem bürgerlichen Hause zählten, wurde Brinckmeiers Lehr-

anstalt von der Bevölkerung als 'Prinzenschule' bezeichnet. Die Schule genoss ein groBes Ansehen weit über die Grenzen der Stadt und des Landes hi-

naus.

BALLENSTEDT a. Harz

Brinckmeierstrasse, Ecke Lindenallee

48 Die Prinzenstraße verdankt ihren Namen der hier 1850 gegründeten Brinckmeierschen Lehranstalt für Kinder höheren Standes, die von der Bevölkerung auch 'Prinzenschuie' genannt wurde. Nach dem Tode des Schulleiters Prof. Dr. Brinckmeier erwarben die Brüder Hermann und Otto Wolterstorffim Iahre 1892 die Grundstücke mit den Schuleinrichtungen. Im Gegensatz zu ihrem Vorgänger ermöglichten sie einer großen Anzahl von Kindern aus Ballenstedt und Umgebung eine höhere Schulbildung.

Prof. Dr. Otto Wolterstorff (1850-1906) war durch sein beispielhaftes Wirken Mitarbeitern und Schülern ein lebendes Vorbild und wird noch heute von der 'Vereinigung Ehemaliger

Wolterstorffer' durch die Traditionspflege des 'Wolterstorff-Gymnasium' und durch die Umbenennung der Liebknechtstraße in 'Wolterstorffstraße' in Ballenstedt geehrt. Nach

1945 wurde bis 1973 aus dem Gymnasium die Erweiterte Oberschule 'Karl Liebknecht' , die auch der Straße den Namen gab.

PrinzenitraBe, Ecke l:indenal1ee

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