Ballenstedt in alten Ansichten

Ballenstedt in alten Ansichten

Auteur
:   Horst Lange und Karl-Heinz Meyer
Gemeente
:  
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6640-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ballenstedt in alten Ansichten'

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49 Heute trägt das Ballenstedter Gymnasium wieder den Namen des verdienstvollen Pädagogen Otto Wolterstorff. Es befindet sich aber nicht in den Gebäuden der Prinzenstraße, die jetztWolterstorffstraße heißt. Den auf der Karte dargestellten Schulkomplex kaufte die Stadt

1 907 von der Witwe L. Wolterstorff und gab der Schule mitAlumnat (Internat) den Namen 'Städtisches Pädagogikum Wolterstorff'. Unter der Leitung von Prof. Dr. Adolf Brink erhielt die Einrichtung die Anerkennung zur 'Vollanstalt' , das heißt zum Gymnasium und Realschule. Durch die Umwandlung in eine 'Nationalpolitische Bildungsanstalt' mit verstärkter militärischer Ausbildung wurde die Schule 1934

dem faschistischen Regime angepasst. Die gymnasiale Tradition wurde aber von dem sich abgelösten Teil im 'Staatlichen Realgymnasium' (Mark-

graf-Albrecht-Schule) fortgeführt. Leider mussten nach 1 973 Teile des Kompi exes abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden.

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50 Auf diesem Bild sehen wir Dr. Fritz Klacke inmitten seiner Schüler des Wolterstorff-Gymnasiums ungefähr in der Zeit 1928/29. Er wurde im Oktober 1898 in Dessau geboren und verstarb im Ianuar 1978 in Ballenstedt. Am Wolterstorff-Gymnasium unterrichtete er von 1927 bis 1939 und von 1948 bis 1950 Deutsch, Biologie und Erdkunde. Viele Jahre, von 1928 bis 1973, war er mit dem Museum als Mitarbeiter bzw. Leiter verbunden. Viel Aufmerksamkeit schenkte er dem Naturschutz, dem Denkmalschutz und der Bodendenkmalpflege. Er baute das volkskundliche Archivauf und leistete hier vor allem im Unterharzbereich wertvolle Forschungsarbeit. Dr. Kloeke war der Initiator zur He-

rausgabe der 'Blätter für das Ballenstedter Land' durch das Heimatmuseum Ballenstedt van 1955 bis 1964. Er entwickelte das Museum der Stadt Ballenstedt zu einem Anzie-

hungspunkt über die Grenze der Stadt und des Kreises hinaus.

5 1 Im Teichgrund wurde am Hirschteich eine schöne Badeanstalt geschaffen. Diese verfügte über

15 000 qm Wasserfläche und 10 000 qm Strand. Nach der Gründung der Prinzenschule erwarb Prof. Brinckmeier für seine Zöglinge den Hirschteich, um im Sommer baden und rudern zu können, natürlich unter strenger Aufsicht der Lehrer. So sollte gewährleistet werden, dass die körperliche Ertüchtigung für die heranwachsenden Jugendlichen nicht zu kurz kommt. In der Zeit, in der Ballenstedt zum Kurort entwickelt werden sollte, veräußerte die Stadt den Hirschteich, um mit diesen Mitteln den Kaufberg zu erwerben. Darin wurden Promenadenwege für den Kurbetrieb angelegt. Lange Iahre war die Bade-

anstalt mit einem Bademeister besetzt und als öffentliche Einrichtung für

i eden mit einem geringen Eintrittsgeld zugängig. Leider kann sie nach dem Erwerb durch einen Verein

nicht mehr als Badeanstalt genutzt werden.

52 Parallel zur Allee, der Kastanienpromenade Ballenstedts, verläuft die Kügeigenstraße, die vor ihrer Umbenennung als 'Frauenstraße' und dann als 'Neue Straße' bekannt war. Bebaut wurde sie seit 1790. Hier steht im oberen Abschnitt das Kügelgenhaus, in dem Wilhelm van Kügelgen (18021867) wohnte. Er war bereits als Junge 1813-1814 in Ballenstedt gewesen und dann von 1833 bis 1867 als Hofmaler und Kammerherr am Herzoglichen Hof angestellt. Er ist vor allem durch die Schrift 'Jugenderinnerungen eines alten Marines' weiten Kreisen der Bevölkerung bekannt geworden. Leider ist das Haus nicht für die öffentlichkeit zugänglich. An das Kügelgenhaus schließt sich das imposante Ge-

schäftshaus des Sattler- und Tapeziermeisters und Hoflieferanten Alsleben an, das eine neue Runde der Bebauung einleitete, die aber durch den Ersten Weltkrieg gestoppt wurde.

Ballenstedt Obere Küge1rmstrallr mit Kllgel&ellll.aus

53 Die Otto-Kiep-Straße ist eine Verbindung zwischen der Allee und dem Waldrand mit der LohdenGaststätte. Sie wurde 1886 als Luisenstraße bebaut. Luise (1799-1882) istdie Schwester Alexander-Carls (1805-1863), des zuletzt regierenden Herzogs der Anhalt- Bernburger Linie. 1949 erfolgte die Umbenennung in Otto- KiepStraße. Er wurde 1886 geboren, war als parteiloser Dr. jur. Generalkonsul in NewYork und unterstützte Albert Einstein und andere Juden bei der Einreise in die USA. Er musste später den diplomatischen Dienst quittieren, wurde im Zusammenhang mit dem Attentat auf Hitier nach dem 20.Juli 1944vondenNationalsozialisten hingerichtet. Das Haus Nummer 6 ist sein Elternhaus. Der

Neffe Otto Kieps, Walter Leisler-Kiep, hat sich für die Belange der Stadt sehr verdient gemacht. Auf seine Initiative geht die Städtepartnerschaft mit der Stadt Kronberg im Taunus

zurück. Die bereits 1987 geschlossene Partnerschaft war die erste deutschdeutsche Verbindung zwischen Kleinstädten.

54 August Bebel (1840-

1 9 13), führender Vertreter der deutschen Sozialdemokratie, ist der Namensgeber der einstigen Friedrichstraße, die nach dem Herzog Friedrich 1. von Anhalt (1831-1904) benannt war. Seit 1 896 befand sich in diesem Gebäude die Herzogliche Kreisdirektion bzw. bis zur Auflösung des Kreises Ballenstedt das Landratsamt. Zwischenzeitlich war in ihm ab 1945 die amerikanische bzw. die sowjetische Kommandantur untergebracht. Im Anbau befanden sich unter anderem die Gefängniszellen des NKWD (Volkskommissariat für Innere Angelegen-

heiten [der UdSSR]) und im danebenstehenden Bau das Kreishaus mit der Kreissparkasse. Nach der Eingliederung des Kreises Ballenstedt in den Kreis Quedlinburg (1950)

wurde es zur Poliklinik und nach der Auflösung der DDR zum Ärztehaus. Die beiden anderen Bauten beherbergten von 1952

bis 1991 das Institut für Lehrerbildung bzw. die

Schule für Sozialpädagogik. Am 1. September 1991 öffnete das Wolterstorff-Gymnasium in diesem Gebäude seine Türen.

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55 Das ist eine der ältesten Aufnahmen der Freiwilligen Feuerwehr als Gruppenbild mit Steigerturm aus demjahre 1903. Die Ballenstedter Chronik berichtet über große Brände, die es erforderlich machten dem Brandschutz mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Am 1. Juni 1866 wurde daraufhin aus dem Ballenstedter Turnverein die Freiwillige Feuerwehr gegründet. Sie garantiert mit ihrer Einsatzbereitschaft die ständige Abwehr von Gefahren. Erinnert sei an solche Ereignisse, wie den Dammbruch des Kunstteiches (1968), das Aprilhochwasser (1994) oder den Brand der Domä-

ne in Opperode (1996). Eckpunkte der Geschichte der Feuerwehr sind: der Bau des Feuerwehrdepots in der Bebelstraße 1937, Gründung der Berufsfeu-

erwehr 1 939 (bestand bis 1 954), Übernahme der Feuerwehr durch die Volkspolizei 1 950 sowie die Gründung des Spielmannszuges 1957. Dieser

trägt schon seit Jahrzehnten zur musikalischen Umrahmung städtischer Veranstaltungen bei. Erwähnenswert ist ihre beispielhafte Jugendarbeit.

5 6 Nach dem Bau der Bahnstrecke Thale-Quedlinburg-Halberstadt wurde die Strecke BallenstedtQuedlinburg am 1. Juli 1885 eröffnet. So entstand die Verbindung von Ballenstedt-Ost über Rieder, Gerurode, Bad Suderode nach Quedlinburg. 1887 wurde im Westteil der Stadt der zweite Bahnhof für Ballenstedt dem Verkehr übergeben. Er wurde damals mit 'Haltestelle Schloss Ballenstedt' bezeichnet. Heute ist es der Westbahnhof. Der Bau dieses Bahnhofes machte sich erforderlich, weil sich die Stadt vorrangig in westlicher Richtung ausdehnte und der 1868 errichtete Bahnhof vor dem Ostteil des Ortes zu weit entfernt war. Beim Bau der Strecke forderte der anhaltische Kreis Ballenstedt von Preu-

Ben eine Kostenbeteiligung van 100 000 Mark.

57 Die alte Kirche von Opperode wird 1310 erstmalig erwähnt. Sie wurde im Süden des Gutes als Hauskapelle des Herrensitzes gebaut. Sie diente unter anderem als Grabstätte, in der Gutsbesitzer und Pastoren in einem Gewölbe beigesetzt wurden. Von dort aus soll ein unterirdischer Gang zu den Gutsgebäuden und ein weiterer bis zum Meisdorfer Schloss geführt haben. Der Turm der alten Kirche stand, anders als sonst üblich, im Osten. Er wurde später angefügt. Obwohl man die romantisch aussehende kleine Kirche 1 7 10 und 172 2 gründlich ausbesserte, wurde sie nach und nach immer baufälliger. Ein Sturm riss 1812 das gesamte Turmdach herunter. Siebzig Iahre später sahen die Dorfbewohner

ein, dass die inzwischen schon halb verfallene Kirche nicht mehr zu retten war. Sie hat auch schwere Zeiten des Dorfs überstehen müssen. 1626 war die ganze Gemeinde mit Soldaten belegt und im gleichen Iahr brach die Pest aus und forderte 86 Opfer. Um das Kirchlein herum lag der Friedhof.

58 Die St.-Petri-Kirche in Opperode wurde 1892 aus gelbem Backstein erbaut. Sie sieht vornehm und imposant aus. In einem Bibelwort heißt es: 'Ich bin der gute Hirte, der gute Hirte lässt das Leben für die Schafe.' Die Quedlinburger Firma Müller versinnbildlichte diese Worte auf dem mittleren der drei buntbemalten Bleiglasfenster am Altar, als sie Jesus mit einem Schaf auf dem Arm darstellte. Die beiden Glocken sind mit großer Wahrscheinlichkeit älter als die Kirche selbst. Woher sie stammen ist nicht eindeutig bewiesen. Die einen sagen, dass sie aus dem 12. Jahrhundert stammen und von der alten Kirche überliefert sind, die anderen sind der Meinung, sie kommen vom Kloster Ballenstedt.

Das Gotteshaus kann leider aufkeine kirchliche Chronik zurückgreifen.

In der Hauptstraße unweit der Kirche befand sich das Materialwarengeschäft von August Nebe. Seine Nach-

fahren waren und sind vor allem in der Landwirtschaft tätig.

KIrme.

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Grul3 aus Opperode.

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