Beckum, Neubeckum und Vellern in alten Ansichten Band 1

Beckum, Neubeckum und Vellern in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. Phil. Egon Ahlmer
Gemeente
:   Beckum, Neubeckum und Vellern
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2342-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Beckum, Neubeckum und Vellern in alten Ansichten Band 1'

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Bedum - )Yord-Strasse

9. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts war das im Eigentum der Familie Jürgens stehende Hotel 'Zum goldenen Engel' an der Nordstraße das 'führende Haus am Platze', wie man anspruchsvolle Gasthäuser dieser Art zu nennen pflegte. Dieses weit bekannte Hotel zeichnete sich durch seine gediegene Atmosphäre, eine gute Küche und wohnlich eingerichtete Schlafräume aus. Als der letzte Eigentümer Rudolf Jürgens sowohl aus Altersgründen als auch wegen des schlechten Bauzustandes des aus dem 18. Jahrhundert stammenden Hotels dessen Abbruch und den Verkauf des Grundstückes für den Bau von Geschäftshäusern ankündigte, baute die Stadt auf dem Höxberg ein eigenes Hotel, das dieses typische Landstadt-Hotel ablösen sollte.

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10. An die Stelle der typischen Ackerbürgerhäuser traten im ausgehenden 19. Jahrhundert und mit der Gründung sehr bald florierender Zementwerke auf der Nordstraße wie auch auf anderen Straßen der Altstadt mehr auf Repräsentation bedachte Wohn- und Geschäftshäuser, die in ihren Maßen das einst geschlossene Bild der Häuserreihen sprengten. Die Nordstraße war die erste, die in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts ein 'Trottoir' erhielt, 1957 wurde die Straße für den alsbald einbahnigen Kraftfahrzeugverkehr ausgebaut. Nachdem im Jahre 1970 die Häuser Tenkhoff im Schnittpunkt von Nordstraße und Marktplatz abgerissen worden waren, begann die Planung für die Umgestaltung der Nordstraße in eine reine Fußgängerzone, die einschließlich der Nordseite des Marktes am 1. Juli 1973 eröffnet wurde.

11. Zu den baulichen Kuriositäten innerhalb der Altstadt zählte die Konditorei Nigges an der Ecke Nordstraße/Nordwall. Das zu Beginn des 19. Jahrhunderts errichtete dreistöckige Fachwerkhaus zeichnete sich durch eine malerische Aufgliederung der Front unter Einbau eines risalitähnlichen Erkers aus. Der Architekt griff damit auf die zur Zeit der Renaissance üblichen Bauformen zurück und erlag damit der zur Zeit der Romantik vorherrschenden Schwärrnerei für die Kunst der Antike und ihrer Wiedergeburt im 16. Jahrhundert. Für diese Nostalgiewelle in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist dieses schmucke Haus ein beredtes Zeugnis gewesen.

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Norastrasse.

12. Im Jahre 1905 errichtete die Märkische Bank und heutige Dresdner Bank ihr stattliches Bankgebäude an der Ecke Nordstraße/Alleestraße und setzte damit am Nordtor einen entscheidenden städtebaulichen Akzent. Damit siedelte sich nach der Stadt-Sparkasse und der Spar- und Darlehnskasse (heute Volksbank) sowie der Landeszentralbank das vierte Geldinstitut in Beckum an, nicht zuletzt im Zeichen des wirtschaftlichen Wachstums, das die Zementindustrie ebenso wie die zahlreichen Neugründungen von eisenverarbeitenden Werken ausgelöst hatten. Im Bilde neben dem Bankgebäude die Gartenmauer des Grundstücks des späteren Landstallmeisters Holtmann-Hamerle.

13. Im Jahre 1924 feierte Beckum die 700jährige Wiederkehr der Verleihung der Stadtrechte, eine willkommene Gelegenheit, die Notjahre des Ersten Weltkrieges und der Nachkriegszeit zu vergessen. Die Stadt verwandelte sich in einen einzigartigen Festplatz mit fahnengeschmückten und illuminierten Häusern und mit Nachbildungen der vermeintlichen alten Stadttore wie im Bilde am Eingang der Nordstraße. Ein für die damalige Zeit äußerst attraktiver Festzug mit lebenden Bildern aus der wechselvollen Geschichte der Stadt zog durch die Straßen, die angesichts der kostümierten Frauen und Männer und der zur Schau gestellten alten Stadttore fast mittelalterliches Gepräge zeigten.

14. Die untere Nordstraße auf ihrem Abschnitt zwischen dem früheren Nordtor und dem Bahnhof wurde bereits im Jahre 1880 mit breiten Bürgersteigen ausgebaut. Der historisierende Stil der Häuser verrät die Zeit der sich über die Altstadt ausdehnenden Bebauung Ende des 19. Jahrhunderts. Bis dahin lebten Beckums Bürger innerhalb der einst von Stadtmauern umgebenen Altstadt, deren Grundriß und Struktur sich heute noch in den vorhandenen Straßen ablesen läßt. Die Errichtung des Bahnhofs mit Anschluß der Stadt an das Schienennetz im Jahre 1879 brachte zwangsläufig die Verlängerung der Nordstraße.

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15. Die mittelalterliche Stadt Beckum veranschaulicht ein Kupferstich aus dem 17. Jahrhundert, der für diese spätere Nachbildung verwandt wurde. Es deminierten im Stadtbild mit ihren hohen Türmen und Langhäusern die Pfarrkirche St-Stephanus, damals noch mit einer gotischen Turmhaube versehen, und das Kloster Blumenthal, das 1446 vor der Westpforte gegründet worden war, fünf Jahre später wieder abgebrochen und zum Schutze der Schwestern innerhalb der Stadtmauern am Südtor wiederaufgebaut wurde. Reste der Stadtmauern finden sich gelegentlich noch bei Grabungsarbeiten. Als einziger der zahlreichenWehrtürme der Befestigungsanlage besteht heute noch der vom Heimatverein betreute Turm zwischen dem Westwall und dem Westteich.

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16. Die Weststraße, hier in einem Postkartenfoto aus den zwanziger Jahren gezeigt, ist eine der drei vom Markt stadtauswärts führenden Hauptstraßen der Stadt, die sich in neuer Zeit zu Geschäftsstraßen entwiekelten und deren Häuser bei Neubauten entsprechend mit Geschäften im Erdgeschoß und Wohnungen in den Obergeschossen eingerichtet wurden. Bereits in den zwanziger Jahren dominierten derartige Neubauten über die wenigen noch erhaltenen Ackerbürgerhäuser. Die Weststraße wurde wiederholt von großen Stadtbränden heimgesucht. 1655 waren 241 Häuser einem Flächenbrand zum Opfer gefallen, davon 28 im Westviertél, 1657 weitere 182 Häuser, so daß damit die ganze Stadt in Schutt und Asche lag. 1734 wurden erneut 146 Häuser durch Feuer vernichtet.

17. Bei der Verarmung der Bürgerschaft durch die drei großen Stadtbrände 1655, 1657 und 1734, durch die sich die Zahl der in der Stadt wohnenden Bürger von 600 auf 200 verminderte, wurde nur in bescheidener Weise wiederaufgebaut. An die Stelle der vermutlich einst stattlichen Bürgerhäuser traten verhältnismäßig anspruchslose Wohnhäuser der Ackerbürger, die häufig zugleich Krämer oder Handwerker und Bauern in der Bewirtschaftung ihrer im Stadtfeld gelegenen Ländereien waren. Mehr und mehr wurden bis in die Gegenwart diese typisohen Ackerbürgerhäuser wie hier im Bilde auf der Weststraße aufwendigen und mit viel Zierat an den Frontseiten versehenen Neubauten geopfert. Die Stadtsanierung bedroht den Bestand beider Zeugen aus früheren Jahrhunderten.

Beckum - Westtor

18. Das eigentliche Westtor, das einst zur Stadtbefestigung gehörte, besteht seit langem nicht mehr und war wahrscheinlich den großen Stadtbränden des 17. oder 18. Jahrhunderts zum Opfer gefallen. Aber auch viele der in Nähe des ehemaligen Westtores errichteten Häuser, die man vor 50 Jahren noch vorfinden konnte, sind inzwischen verschwunden. Es mutet heute beinahe grotesk an, wenn man hört, daß der Magistrat der Stadt 1875 beschloß, daß Fuhrwerke nur in einer Entfernung von hundert Meter hintereinander und daß die Kutschwagen in der Nähe des West- und Osttores nur im Schritt fahren durften. Übrigens wurden Fuhrknechte, die beim Fuhrwerk in betrunkenem Zustand angetroffen wurden, 'von der Polizei entfernt und durch andere ersetzt'.

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