Bedburg in alten Ansichten Band 2

Bedburg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Josef Gülpers und Viktor Steffens
Gemeente
:   Bedburg
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6092-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bedburg in alten Ansichten Band 2'

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19 Die an der Wegekreuzung bei Muchhaus gelegene Kreuzgruppe weist mit ihren Gedenksteinen auf vier hier in unmittelbarer Nähe Gefallene hin. Sie fanden auch hier ihre Gräber, wurden später aber auf den Bedburger Soldatenfriedhof umgebettet. Die Gedenksteine blieben stehen, bis auch sie im Zuge des Kohleabbaues umgesetzt wurden. In guter Erinnerung ist vielen sicher noch der Weg der Fronleichnamsprozession durch die Bedburger Schweiz zu dieser Kreuzgruppe hin. Hier wurde von den Bewohnern von Geddenberg, Muchhaus und überschlag einer der vier Segenaltäre aufgebaut. Wenn die Prozession bei

strahlendem Sonnenschein zunächst durch den Wald und anschließend an den Feldern vorbeizog, fielen bei den teilnehmenden Männern häufig gutachtliche Bemerkungen zum Wachstumsstand der

Feldfrüchte. Gebet und Gesang waren dann für kurze Zeit 'vergessen'.

20 Die Wegekapelle zu Winkelheim stand in der Ortsmitte. Sie trug neben einem verzierten Holzkreuz aus dem Anfang des 19. Iahrhunderts eine Gedenktafel für die in den Kriegen gefallenen Mitbürger des Ortes. Der kleine, ebenfalls bäuerlich strukrurierte Ort, kann auch auf eine frühe historische Nennung zurückblicken. In einer Urkunde der St-SebastianusSchützenbruderschaft zu Bedburg aus dem [ahre 1471 erhielt die Bruderschaft Gartenland zu Winkelheim.

Winkelheim

Buchholz

21 Die hier festgehaltenen Bilder von Buchholz geben den Zustand des Ortes in der ersten Hälfte des 20. [ahrhunderts wieder. Buchholz gehörte wie die vorerwähnten Siedlungen schon sehr früh zur Herrschaft der Bedburger Reifferscheider. Am 1 7. Mai 1672 stiftere Graf Erich Adolf dem Augustinerkloster zu Bedburg eine heilige Messe in der Antoniuskapelle zu Buchholz. Weiter verpflichtete sich der Graf zur Unterhaltung der Gebetsstätte. Die religiöse Betreuung der Bewohner übernahmen die Augustiner und später die Pfarrer von St. Lambertus bis in unsere Tage.

GruB aus Buchholz b. Bedburg

22 Der Bau der alten Antoniuskapelle aus dem 17. [ahrhundert wurde 1904 abgebrochen und 1905 durch einen neuen ersetzt, der 1982 der Braunkohle weichen mußte. Außerdem verfiel auch eine ebenfalls dem heiligen Antonius geweihte Wegekapelle aus dem [ahre 1 77 6 zu Buchholz dem Abbau. Im Umsiedlungsgebiet BedburgWest erstand sie neu.

23 Zur Infrastruktur von Buchholz gehörte auch die Gaststatte 'Zum Treppchen'. Sie war vielfàltigerTreffpunkt für die Ortsbevölkerung. Aber auch Fremde kehrten hier ein. Bekannt ist jene Geschichte vom Schinderhannes, der einer Buchholzerin den Einkaufskorb auf dem Wege von Grevenbroich nach Buchholz trug. Während des gemeinsamen Weges schimpfte die alte Frau tüchtig über das Räubergesindel des Schinderhannes. Dieser hörte aufmerksam zu, schwieg aber tunlichst. Am Ortsanfang angekommen stellte er den Korb ab und erklärte der verdutzten Frau, nun könne sie in Buchholz erzählen, Schinderhannes

habe ihr den schweren Einkaufskorb getragen.

24 Das Bild zeigt im Vordergrund eine Dorfmetzgerei. Im Hintergrund wird ein großes Iandwirtschaftliches, aus Backstemen errichtetes Anwesen an der Dorfstraße erkennbar. Das hier ausgewählte Bild wurde bewußt in die vorliegende Serie aufgenommen, zeigt es doch die oft enge Beziehung zwischen Bauer und Metzger. Die Landwirtschaft frühererTage bestand neben demAckerbau vielfach auch in der Viehhaltung. Letztere lieferte das Schlachrvieh für den Metzger. Ohne große Schwierigkeiten konnte so

das 400 Seelen zählende Dorf mit dem notwendigen Fleisch versorgt werden. Selbstverständlich darf nicht ausgeschlossen werden, daß auch

andere Einkaufsmöglichkeiten für Fleisch bestanden.

2S Der bereits genannte große Buchholzer Bauernhof, Typus einer fränkischen Hofanlage, war für die Umsiedlungsexperten der Rheinbraun eine harte Nuß. Neben der Frage der Errichtung neuer Gebäude war es vor allem die Beschaffung von Ersatzland, die gehörige Kopfschmerzen bei den Beteiligten auslöste. In einer eigens eingerichteten Weilersiedlung konnte schließlich das Umsiedlungsproblem gelöst werden.

26 Die ursprünglich von der 'Gewerkschaft Neurath' in den [ahren um 1930 errichteten Siedlungshäuser wurden anfänglich als Mietwohnungen für Bergarbeiter genutzt, gingen aber später teilweise in das Eigentum der Bewohner über. Ihre Umsiedlung erfolgte im Wege finanzieller Entschädigung. Neubaugebiet war auch hier, wie für alle Buchholzer, vornehmlich Bedburg-West.

27 Neben den bereits dargestellten Gewerbebetrieben gab es in Buchholz noch eine Mühle und eine Schäferei. Die erstere lieferte Mehl und Viehfutter, letztere konnte mit Schafwolle aufwarten. Da sich zum Zeitpunkt der Umsiedlung eine Mühle nicht mehr rentierte, sattelte der Besitzer um und verlegte sich in einer neuen Hofanlage bei Gommershoven auf Schweinezucht. Die Schäferei wurde aufgegeben.

28 Ursprünglich bestand in Buchholz eine kleine einklassige Volksschule. Aus ihr ging des Ortes berühmter Sohn, Dr. Anton Heinen, hervor. Sein Vater war Lehrer der Schule. Der am 12. November 1869 geborene Knabe besuchte wie jedes andere Buchholzer Kind die Schule des Ortes, wechselte dann auf die Bedburger Ritterakadémie, wo er das Abitur erreichte. In Bonn ergriff er das Studium der Philosophie und der Theologie. In Köln empfing

er 1893 die Priesterweihe, war dann mehrere Iahre Seelsorger, bis ihn 1909 der Volksverein für das Kathelische Deutschland nach Mönchengladbach holte. Hier erfüllte er seinen Aufgabenbe-

reich bis zu seinem Tode 1934. Sein Andenken lebte fort in der im Bild gezeigten neuen einklassigen 'AntonHeinen-Schule'. Bei der Umsiedlung wurde diese Schule, zuletzt als Asylhaus genutzt,

(siehe Bild), aufgelassen. Ihr Name ging auf die Grundschule zu Bedburg-Kirdorf über.

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