Bedburg in alten Ansichten Band 2

Bedburg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Josef Gülpers und Viktor Steffens
Gemeente
:   Bedburg
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6092-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bedburg in alten Ansichten Band 2'

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Epprath

29 Zu den großen Festen im [ahr gehörte auch, wie hier in Epprath, die Kirmes. Sie wurde als Sippenfest begriffen. Alte und Junge kamen zusarnmen, urn morgens beim Kirchgang nach Marken, verbunden mit einem Friedhofsbesuch, der Verstorbenen zu gedenken. Der Nachmittag gehörte mit allerlei Kurzweil der Jugend, während die Älteren bei Kaffee und Kuchen oder auch bei einem guten Trarik Neuigkeiten austauschten oder Geschäfte vereinbarten.

30 Auch an anderen kirchlichen Feiertagen, wie zum Beispiel an Fronleichnam, war die Bevölkerung auf den Beinen, um den Ort herauszuputzen. Das Bild zeigt einen kunstvollen Blumenteppich, über den der Priester, das Allerheiligste tragend, unter Teilnahme der ganzen Dorfgemeinschaft von Segensaltar zu Segensaltar schritt. Die Straßenränder wurden mit frischem Grün und Fähnchen geschmückt. In manchem Fenster brannten Kerzen und standen Kreuze oder Heiligenfiguren, sogenannte Altärehen. Nach der Prozession brachte man den Blumenteppich und das frische Grün als

. gesegneten' Streu in die Gärten, in der Hoffnung, daß

auch die Gartenfrüchte des Segens teilhaftig würden.

3 1 Die hier dargestellte Straßenzeile mit dem Kolonialwarengeschäft, den Bauernund Bürgerhäusern, ist eigentlich in all den kleinen Ortslagen zu finden, die im Weichbild der größeren Orte der Stadt Bedburg lagen. Die Nutzung des Backsteins gegenüber dem Fachwerk kam am Ende des 19. Jahrhunderts immer mehr auf. Möglich wurde die verstärkte Backsteinverwendung durch die Einrichtung von gewerbsmäßigen Ziegeleien. die den sogenannten Feldbrand weitgehend ablösten.

32 Das einseitig bebaute Straßendorf Epprath weist in seiner Hauptstraße kleinere und größere Bauernhäuser mit zurückliegenden Stallungen und großen, langgestreekten Gärten aus. Dem entsprach auch die Nutzung, die als kleinbäuerlich zu bezeichnen war. Eigentlich herrschte der Nebenerwerb

vor.

33 Der Ort mit seinen etwa 300 Einwohnern kann entsprechend der Nachsilbe seines Namens '<rath' in die Zeit der Rodungsperioden unserer Heimat im 11. und 12. Iahrhundert verwiesen werden. Offenbar handelt es sich hier um altes fränkischen Königsgut, das später an das Grafengeschlecht derer von Hochstaden ausgetan wurde, die es ihrerseits 'weiterreichten' , denn ehemalige Besitzungen der Abtei Knechtsteden sind im Gebiet nachweisbar, Aber erst 1469 wird Epprath urkundlich erwähnt. Eine besondere überregionale Bedeutung erfuhr der Ort in der zweiten Hälfte des 16. Iahrhunderts durch den 'Werwolf van Epprath', Peter Stube.

Ihm wurde vorgeworfen, sich in einen 'Werwolf" verwandeln zu können und in dieser Gestalt Untaten verrichtet zu haben. So soll er mehrere Kinder getötet und ihre Gehirne verzehrt haben. Unter

grausamen Torturen hat er schließlich den 'Unsinn' gestanden. Am 31. Oktober 1589 wurde er auf dern Bedburger Marktplatz hingerichtet.

34 Der bereits an anderer Stelle gemachte Hinweis auf die sogenannte Bedburger Schweiz gilt, was die Landschaftsstruktur angeht, auch für das Epprather Gebiet. Es war Erholungsgebiet auch für die nähere und weitere Umgebung. Die hier dargestellte Gastwirtschaft mit ihrem Tankstellenbetrieb ermöglichte neben dem Spaziergang auch die eine oder andere kleinere Ausflugsfahrt zu einer Zeit, in der das Auto nicht so zahlreich vorhanden war wie heute.

Morken-Harff

35 Das Luftbild zeigt das noch völlig intakte Wasserschloß Harff. Das Banwerk gehörte zu den schönsten Schloßbauten des Erftlandes. Im Iahre 1233 nennen die Annalen erstmalig einen Hermann von Haruwe. Erst 1302 berichten Urkunden von einem festen Haus. Man geht sicher nicht fehl, wenn man ein solches schon vor diesem Zeitpunkt annehmen kann. Ein Ritter Iohann von Harff ist 1348 urkundlich belegt. Johann ließ das Schloß erneuern und erweitern. In den folgenden Iahrhunderten

vollzog sich darm etappenweise ein immer weitergehender Ausbau, der sicherlich

oftmals durch kriegerische Ereignisse gestört wurde.

36 In diesem Bild wird der Begriff'Wasserschloß' deutlich. Die alte Zugbrücke zeigt einen Zugang zum nördlich gelegenen Schloßturm an. Der logenartige Vorbau blieb sicherlich dem Schloßherrn vorbehalten. Bekanntlich starben die Herrn von Harff zu Harff 1671 im Mannesstamme aus. Es folgte ihnen ab 1675 die Herrn von Mirbach, die bis zum Abriß des Schlosses im Iahre 1976 Eigentümer der gesamten Anlage waren.

37 HerausragenderTeil der Schloßanlage war zweifellos der mächtige, acht Stockwerke umfassende Bergfried aus dem 14.Jahrhundert. Daneben ist im Bild das Herrenhaus erkennbar. Es bestand aus drei nebeneinanderliegenden Trakten, von denen der erste direkt an den Turm anstieß. Unmittelbar neben dem Bergfried zog sich eine größere Terrasse hin, über die man in den angrenzenden Flügel gelangte. Die gesamte Anlage war von einem Wassergraben umzogen und lag eingebettet in einer großen Parkanlage, in der seltene botanische Kostbarkeiten zu finden waren.

38 Das gräfliche Rentarnt beherbergte lange die Verwaltung der mirbachsehen Güter. Später war es Witwensitz des Geschlechts. Der zweistöckige Bau aus Backsteinen wurde im Volksmund 'Das Schlößchen' genannt. Seine Giebelverzierung und die kleine Turmanlage rechtfertigten sicher diese Bezeichnung. Gleichzeitig aber wurde der Bezug zum Wasserschloß deutlich.

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