Bedburg in alten Ansichten Band 2

Bedburg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Josef Gülpers und Viktor Steffens
Gemeente
:   Bedburg
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6092-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bedburg in alten Ansichten Band 2'

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39 DerTurm der alten Morkener Martinskirche, der nach dem im Iahre 1897 erfolgten Abriß des Kirchenschiffes stehenblieb, kann auf älteste Zeiten verweisen, wie die Ausgrabungen in den Iahren 1955/56 erhärten konnten. Neben Matronensteinen, die auf römische Herkunft schließen ließen, zeigten alte Kirchenfundamente Vorgängerkirchen des 8., 10. und 12. Iahrhunderts an. Bedentendster Fund aber war das sogenannte 'Morkener Fürstengrab' mit seiner reichen Ausstattung. Das Grab stammte aus der Zeit um 600 nach Christus. DerTote mußte demnach der merowingischfränkischen Oberschicht angehört haben.

40 Die Merkener 'Schützendelle' zeigt sich hier mit Bauernhöfen, einern Futterhandel und der alten 'Neusser Mühle' im Bildhintergrund. Die Mühle wurde von der Erft angetrieben, die dieses 'Geschäft' an vielen Stellen ihres Laufes besorgte.

41 Der gezeigte Fachwerkbau war die alte Harffer Ölmühle. Auch hier war das Wasser der Erft die Antriebskraft. Gleichzeitig beweist das Bild, daß in der Umgebung der Ortslage Raps angebaut wurde. Nicht selten suchte man auch aus Sonnenblumenkernen das Pflanzenöl zu gewinnen. Damals diente das Öl neben der Nutzung für die menschliche Ernährung auch zur Speisung von Öllampen. In den Kirchen war es bei den sogenannten Ewigen Lichter in Gebrauch. Selbstverständlich war Öl auch ein gern genutztes Schmiermittel.

42 Erste Spuren der Urnsiedlung zeigen sich hier in der Morkener Kirchstraße. Rechts der Straße sind schon Häuser abgeräumt, während die Häuserzeile links noch steht. Der Zustand der Gebäude läßt indirekt ihr baldiges Schicksal vermuten.

43 Die berelts erwähnte 'Schützendelle' , offenbar der Versammlungsplatz der Mitglieder der Schûtzenbruderschaft, war zugleich der dörfliche Festplatz. Hier standen die Buden und die für die Kinderbelustigungen notwendigen 'Geräte'. Die in der anliegenden Häuserzeile erkenribare Bäckerei läßt auf den ersten Blick nicht auf einen Gewerbebetrieb schließen, denn das Gebäude an sich konnte eher als Bürgerhaus angesehen werden. Diese 'Form' von Gewerbebetrieben fand man in den Umsiedlungsorten häufiger. Da der 'Werbebereich' über die Schaufenster damals noch

schwach entwiekelt war, sah man das Geschäft mehr oder weniger als Versorgungsstätte für die umliegende Nachbarschaft an. Erst sehr viel später, am neuen Umsiedlungsort, änderte sich das Verhalten.

Das Anlocken der Kundschaft wurde bewuBt in den Vordergrund gestellt.

44 Natûrlich gab es an der 'Schützendelle' auch eine Gastwirtschaft. Vor dem Gebäude war eineTerrassenanlage, auf der die Gäste an schönen Sommertagen an Tischen und aufBänken Einkehr halten konnten. Das Haus lag verhältnismäßig ruhig, da sich, wie im Bild zu sehen, die Gartenanlage des bereits genannten 'Schlößchens' in der unmittelbaren Nähe befand. Gewissermaßen symptomatisch für diesen Eindruck ist die aufgestellte Gartenbank.

45 Die großen Bäume weisen ihn aus, den nahen Schloßpark zu Harff. Die Schloßallee führt direkt auf ihn zu. Milchkannen zeigen 'bäuerliche Arbeit' an, während die linke Straßenseite überwiegend Bürgerhäuser erkennen läßt.

46 Hier befinden wir uns im sogenannten 'Bruchend' , eine Flurbezeichnung, die auf das 'Bruch oder Broich' hinweist. Mit dem genannten Begriffbezeichnete man mögliche Überschwemmungsgebiete am Erftlauf. Sie waren den Bürgern zur Benutzung als Weideflächen für das Hausvieh, gewissermaßen als Allmende, überlassen. Als Aufsicht fungierte in damaligen Zeiten eine sogenannte Bruchgemeinschaft, die sich aus den Nutzungsberechtigten zusammensetzte. Diese Gemeinschaft erließ nun für sich selbst eine Nutzungsverordnung, zu deren Einhaltung jeder Berechtigte sich verpflichten mußte. Verstöße wurden gealmdet. Im Um-

siedlungsverfahren kam das Bruchrecht auch zur Sprache und mußte für den Entschädigungsbereich im neuen Recht geklärt werden, was auch gelang.

47 Die direkteVerbindung zwischen Harff und Marken stellte der 'Meßweg' dar. Er war eigentlich die Hauptstraße des Doppelartes. An ihm lagen Kirche und Schule, eingebettet in einer parkartigen Anlage. Die Bäume weisen darauf hin. Die im Bild erfaßten Bürgerhäuser waren überwiegend zweigeschossig und entstammten in den meisten Fällen dem Ende des 19. oder dem Beginn des 20. [ahrhunderts.

48 Das Bild zeigt die alte Morkener Schule aus dem 19. Iahrhundert. Sicher hatte sie eine Vorgängerin im nicht mehr existierenden Gebäude aus demjahre 1694. Seinerzeit war diese Schule vom Morkener Pastor Engelbert Emmerichs gestiftet worden. Der 'Emmerichs-Bau' erfüllte seinen Zweck bis zum Iahre 1832. Im Iahre 1840 wurde er durch einen größeren Schulsaal erweitert. Von 1840 bis 1 875 blieb die Schule zweiklassig. Nach einem starken Erdbeben, das zu größeren Schäden an der Bausubstanz führte, entschloß man sich zu einern vierklassigen Neubau. Dieser entstand 1880 und blieb bis zur Urnsiedlung erhalten. Heute fin-

det sich ein großer moderner Neubau gegenüber der neuen Martinuskirche im Umsiedlungsgebiet westlich von Kaster. An der dargestellten Gebäudeentwicklung kalm man in begrenztem Umfang das

Schûleraufkommen in den einzelnen Zeitabschnitten in etwa erschließen, wenn man bedenkt, daß in früheren Zeiten die Klassenstärken sehr unterschiedlich waren. Allerdings muß festgehalten wer-

den, daß die Schule immer für die Kinder beider Orte verfüg bar war.

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