Bedburg in alten Ansichten Band 2

Bedburg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Josef Gülpers und Viktor Steffens
Gemeente
:   Bedburg
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6092-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bedburg in alten Ansichten Band 2'

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49 Wie bereits mehrfach in den voraufgegangenen Bildern erkennbar, gab es auch hier im Zentralbereich beider Ortschaften eine Nahversorgung durch Geschäfte. Auch eine Gaststätte konnte nicht fehlen. Insgesamt verfügte der Doppelort über vierzehn Lebensmittelgeschäfte, sechs Gaststätten, drei Textilgeschäfte, zwei Priseure. zwei Drogerien/ Apotheke, neunzehn Handwerks- und Handelsbetriebe und eine Arztpraxis.

50 Das Feuerwehrgerätehaus an der Straßengabelung 'Am Blutacker' l'Im Sümpfchen' war nur für alte Feuerwehrgeräte ausgelegt. Es hätte sowieso ein Neubau für die modernen Fahrzeuge errichtet werden müssen. Insofern kam die Umsiedlung 'günsug', denn am neuen Standort wurde eine großzügige Feuerwache erstellt. Was die Straßennamen angeht, so wird offenbar, daß sie ältesten Zeiten entnommen worden sind. Die hier verdeutlichten Flurnamen lassen auf eine Gerichtsstätte und ein nahes Sumpfgebiet schließen.

51 Neben der Kirche in Morken-Harff gab es noch die kleine. hier gezeigte Kapelle. Einsam steht sie da, während auf ihrer Straßenseite die Häuser schon abgerissen worden sind und wartet geduldig auf ihr Schicksal. Im allgemeinen war die Umsiedlung kirchlicher und öffentlicher Bauten weniger problematisch, weil der Bergbautreibende die Notwendigkeit der Existenz solcher Gebäude in einem intakten Gemeinwesen sehr früh erkannte, waren doch die öffentlichen Bauten am neuen Standort 'Kristallisationspunkte' für die Urnsiedler.

52 Das im Bildhintergrund vorspringende Gebäude an der Mühlenstraße war der Sitz der Amtsverwaltung Königshoven, zu der Morken-Harff gehörte. Der Verwaltungssitz erinnert ungewollt an längst vergangene Zeiten. in denen der Verwaltungsmittelpunkt möglicherweise außerhalb der Ortschaften, am sogenannten Huhster Knupp gelegen haben mag, der unweit von Marken lag. Ende der vierziger Iahre unseres [ahrhunderts wurde hier die erste Burg der Grafen van Hochstaden ausgegraben. Eine zweite hochstadensche Burg war, 1247 bis 1249, unweit der alten, 1205 von König OUo IV in Verbindung mit Herzog Heinrich von Limburg eroberten, von ErzbischofKonrad van Hochstaden errichtet

worden. Die Reste dieser Burg wurden bereits in den dreißiger Iahren erforscht. Die Anfànge der genannten ersten Burg werden wohl in der Zeit der Normannenstfume in unserer Heimat. Ende des 9.

Iahrhunderts, gelegen haben. Wer der Erbauer dieser ersten Burg war, wissen wir nicht, denn erst 1080 tauchen die Hochstadener unter einem 'Gerhard de hostade' erstmals auf In der nachfolgenden Zeit

stoßen wir immer wieder auf urkundliche Nennungen dieses Geschlechtes, dessen größter Sproß zweifellos Konrad van Hochstaden. Erzbischof von Köln von 1 238 bis 1261, war.

53 Zum Bild Nr. 49 war von den neunzehn Handwerks- und Handelsbetrieben die Rede. Der hier im Bild festgehaltene Betrieb gehörte dazu. Berücksichtigt man die Schaufenster, so wird deutlich, daß hier derWerbecharakter wesentlich deutlicher zum Tragen kam, als bei den anderen ortsansässigen Betrieben. Die damals noch mögliche Festlegung auf Möbelherstellung ist sicherlich in den noch verbleibenden jahren bis zum Abbau auf den Verkauf von Einrichtungsgegenständen begrenzt gewesen. Bekannt ist, daß die Urnsiedlung des Betriebes nicht nur auf den Verkauf von Wohnungseinrichtungen beschränkt wurde. Ein größeres

Angebot mit breiterer Streuung wurde erreicht.

54 Im Bildhintergrund ist das Bahnhofsgebäude erkennbar. Morken-Harfflag an der Bahnstrecke Düren-Neuss, die 1869 eröffnet wurde, Die Haltepunkte dieser Bahnlinie, Elsdorf, Bedburg, MorkenHarff, Grevenbroich, Neuss, dienten in unserem Gebiet vornehmlich dem Transport landwirtschaftlicher Erzeugnisse und Erzeugnisse der Zucker- und Wollindustrie im hiesigen Raum. Erst viel später wurde die Strecke zur Personenbeförderung genutzt. rnfolge des fortschreitenden Braunkohlentagebaues Hambach wird sie bis zum Haltepunkt Elsdorfbereits als 'aufgegeben' betrachtet.

55 In den 'Sechs Hüsjer' an der Bahn wohnten vornehmlich Bedienstete des Harffer Schlosses. Auch der mirbachsche Förster hatte hier seine Wohnung. Die hier festgehaltenen Siedlungstypen waren mit entsprechenden Hintergebäuden wie schuppenartige Stallungen und großen Gärten versehen. Beides, Stallungen und Gärten, dienten der landarmen oder landlosen Bevölkerung zur Selbstversorgung. Hier konnten Kleinvieh gehalten und im Garten Gemûse, Salate, Kartoffel und Rûben angebaut werden. Natürlich gab es auch Obstbäume, deren Früchte für den Winter in vieWiltigerWeise 'verwahrt' wurden.

56 Deutlich werden am 'Getzenend' die Hausgärten, wie sie bereits beschrieben wurden. Aber noch eine zusätzliche Funktion hatte der Hausgarten. Er war Freizeitraum. So gab es den Blumengarten, der sorgsam gepflegt, meist in Verbindung mit einer Wiese, gerade in den Frûhjahrs- und Sommermonaten die Hausbewohner erfreuen konnte. Oftmals befanden sich in diesen Hausgärten auch kleine Gartenhäuser. Sie dienten der Aufbewahrung der Gartengeräte, waren gleichzeitig auch beschauliche Versammlungstätte der Familie oder der Nachbarschaft an Feierabenden.

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57 Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden hier in der Neustraße Einfamilienhäuser. Infolge der Kriegsereignisse ließen sich viele Neubürger aus den deutschen Ostgebieten wegen der nahen braunkohlenbedingten Arbeitsplätze in unserem Raum nieder. So stieg die Einwohnerzahl des Doppelortes von

1 5 19 Einwohnern im Iahre 1939 auf 1 905 Einwohner im Iahre 1950.

58 Gleichsam als bildlichen Schlußpunkt für MorkenHarff steht diese Postkarte. Deutlich wird hier die Einbettung des Doppelartes in die Wald- und Wiesenlandschaft an der unteren Erft. Hinzuweisen ist auf die kleinen Abbildungen der Kirche (18941895 erbaut) und des von 'Goeden von Harff' und seiner Gemahlin '[ohanna von Gertzen' gestifteten Kalvarienberges, vermutlich aus dem Iahre 153 1. Heute hat das Kunstwerk an der neuen Martinuskirche, westlich von Kaster. seinen Platz.

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