Berlin - Friedrichshagen in alten Ansichten Band 1

Berlin - Friedrichshagen in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Albert Burkhardt
Gemeente
:   Berlin
Provincie
:   Berlin
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6028-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Berlin - Friedrichshagen in alten Ansichten Band 1'

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1 8 Das stattlichste Gehäude des aufstrebenden Kurorts wurde das neue Rathaus, fûr das die Friedrichshagener eifrig 'Bausteme' gespendet hatten. In den Formen der Spätgotik und Renaissance entstand 'A.D. 1899' (vermerkt über der Uhr) aus Cottaer Sandstein ein ansehnliches Bauwerk, gewidmet 'Dem Wohle der Buerger', wie beiderseits der Uhr zu Iesen ist. Der Ratskeller firmierte 1907 als 'vornehmstes Restaurant Friedrichshagens' mit Garten. Der Wirt Karl Schmidt versprach den Besuchern allen Komfort und einen angenehmen Aufenthalt.

Seit etwa 1950 dient das unter Denkmalschutz stehende

Bauwerk als Sitz der Ortspolizeibehörde, gegenwärtig des Abschnitts 67 der Polizeidirektion 6. (BöIschestraße 87, Ansicht um 1930.)

19 Die Karte von 1908 läßt die sorgfältige historistische Fassadengestaltung in der Friedrichstraße erkennen, hinten Haus Nr. 50 von 1894, vorn Nr. 49, erbaut etwa 1897. Viele dieser Häuser harten gleich zwei Läden: Nr. 50 das Putz- und Modewarengeschäft von Ida Fischer (seit 1937 Frisiersalon) und die Schuhmacherei von Meister Paul Krüger. In Nr. 49 gab es Wäsche bei Auguste Francke, bei den Geschwistern Scherz duftete es nach Kaffee. Damals wie heute reiht sich in dieser Magistrale ein Geschäft ans andere, was das Einkaufen (und den Geldbeutel) ungemein erleichtert.

20 Bitte sehr, meine Herrschaften, einmal rasieren, eine kalte Abreibung gefàllig? Oder ein Klistier? Oder lieber einen Blutegel setzen? Einen Zahn ziehen, ganz ohne Betäubung, einfach mit der Drahtschlinge? Hühneraugen quälen Sie, eingewachsene Nägel? Nur eine kleine Operation. und Sie sind erlöst. Treten Sie ruhig näher, schließlich bin ich geprüfter Heilgehilfe! Das aktuelle Angebot im Jahre 1908 van AugustWernicke in der Friedrichstraße 104. Und das heutige? An gleicher Stelle betreten wir 'Leas Küchenwelt' . Gleich links daneben können wir in demselben Haus noch

im Restaurant 'Dolce vita' in vollen Zügen das Dasein italienisch genießen.

2 1 Manchmal blieben Besucher auf dem Marktplatz stehen, um das Denkmal Friedrichs des Großen - hier um 1930 aufgenommen - zu betrachten. Dann konnte es geschehen, daß ein Knirps neben ihnen auftauchte und harmlos fragte: 'Wat stellt der alle Fritze var?' 'Tja, hm ... ' Nachdenken, Achselzucken. Grinsend zeigte der Schlingel aufMajestät: 'Na, sehnse doch, det linke Been!'

Die Bronzestatue war in der Friedrichshagener Bildgießerei Gladenbeck nach einem Entwurf ihres Direktors Felix Görling hergestellt worden. Der Grundstein zum Denkmal wurde am 31. Mai 1903 bei den Feierlichkeiten zum

1 50jährigen Bestehen des Ortes gelegt, und im Iahr darauf eingeweiht.

22 Die Aufnahme zeigt das Kriegerdenkmal um 1900 noch auf derWestseite des Marktplatzes, ungefähr an der Stelle des heutigen Zeitungskiosks, und auf der Ostseite die Dorfkirche, dazwischen die Dorfstraße (ab 1 871 Friedrichstraße). Kurz vor dem 150jährigen Ortsjubiläum 1903 mußten die alte Kirche der neuen und das Ehrenmal dem Friedrichdcnkmal weichen. Seitdem steht das Kriegerdenkmal auf der Ostseite gegenüber dem Kirchenportal. Auf einer dori schen Säule breiter der Preußenadler seine Schwingen. Der Sockel trägt die Namen der Gefallenen: 1864 Kanonier A. Fr. Müller; 1866 Musketier J.CH. Schön; 1870

Füsilier JL.F. Hargesheimer, Musketier JF.C Hargesheimer, Musketier JH.F. Hänsch, Musketier A.L. Schön, Füsilier CF. Hoffmann.

23 Um 1765 entstand am 'Karrec' (Viereck), das später irrtürnlich auch 'Rondell' oder Rundteil genannt wurde, das Schul- und Bethaus für die Kolonisten. 1799 war es jedoch schon so baufällig, daß zwei getrennte Neubauten in Angriff genommen wurden: eine Schule und eine kleine Saalkirche, die im Oktober 1800 geweiht und

1848 mit einem Glockenturm versehen wurde. Bei der Restaurierung 1889-1895 erhielt sie eine neue Innenausstattung (unser Bild). Friedrichshagen, das kirchlich noch von Köpenick aus versorgt wurde, bekam 1894 eine eigene Pfarrstelle. Als

1903 die neue Kirche fertiggestellt war, wurde die alte Dorfkirche abgerissen.

24 Als sich der Amtsvorsteher Drachholz 1893 zurückzog. trat mit dem Rentier Wilhelm Klut (1848-1909) ein tüchtiger Kaufmann an die Spitze der Gemeindeverwaltung. Umsichtig trieb er die Entwicklung Friedrichshagens voran. Es erhielt Be- und Entwässerung. die neue Kirche, das Rathaus, das Gymnasium. Mit dem ersten Bebauungsplan förderte er die Erschließung des östlichen Gebietes bis zu den Wasserwerken. Die Eingemeindung Hirschgartens. der neue Bahnhof, die elektrische Straßenbahn - für all daß setzte er sich tatkräftig ein. Hier nimmt Klut (links vom Geistlichen in der Mitte) am 25.September 1901 ander

feierlichen Grundsteinlegung der Christophoruskirche teil.

1 '; C, Tei:stler & Co .. Kun~t'eTlag, Berfi n-Fr-iedeich: hagen,

25 Marktstände und Käufer im Zentrum Friedrichshagens - ein Bild von heute? Nein, von früher (1910), denn das Markttreiben überragt noch der 64 In hohe Turm der zu den 150-Jahr-Feiernam 14. Juni 1903 eingeweihten Christophoruskirche. Als am 13. November 1972 ein Orkan über Berlin tobte, stürzte derTurm herab, wobei leider eine Passantin auf der Bölschestraße getötet wurde. Der Turm wurde dann vereinfacht und über 20m niedriger wieder aufgebaut. Das bunte Glasmosalk über dem Eingang stellt Christophorus dar, den 'Christusträger' , der Christus auf seinen Schultern

übers Wasser brachte, und das Wasser ist unverkennbar - der Müggelsee.

26 Um die Iahrhundcrtwende blühte das Vereinsleben. Ob Näherinnen, Ruderer oder Grundbesitzer, Brief taubenzüchter, Stenografen oder Ladeninhaber - alle harten sie ihre Vereine, ûber siebzig insgesamt. Dieses Bild blieb vom Königsschießen des Schutzenclubs am 9. Mai 1899 erhalten. Auch die meisten Namen sind überliefert. Oben: 7, Carlitscheck, Palm, Reinhold Lerche und Carnatel. Mitte:

Francke, Walker, 7, Carl Plötz (Amtssekretär) und Fischer. Unten: 7, Gustav Fechner (Tischlermeister) , August Bolle (Barbier, Fleischbeschauer), Adolf Schrader (Kolonialwarenhändler ), mit der Schießscheibe Wilhelm

Klut (Amtsvorsteher) , Richter, 7 und Otto Standfuß (Tischlermeis ter) .

27 Das 1 874 erbaute, spätklassizistische Haus Breestpromenade 12 ist gut erhalten (Bild von 1988).Von 1883 bis zur Eröffnung des Rathauses 1899 diente es als Gemeindeamt, erwies sich aber bald als unzureichend. Im Vorderzimmer arbeitete das Verwaltungspersonal, daneben hatte der Ortsgewaltige sein kleines Büro - das war alles für mittlerweile 10 000 Einwohner. Bruno Wille hat das Idyll in dem Buch 'Das Gefängnis zum Preußischen Adler' beschrieben. Im Herbst 1895 wurde er hier vom stellvertretenden Amtsvorsteher über Gott und die Welt peinlich befragt. Wille hatte wegen seines behördlich nicht genehmigten Religionsumer-

richts für Kinder von Mitgliedern der Berliner Freireligiösen Gemeinde eine Geldstrafe erhalten, die mehrfach erhöht wurde, weil er nicht zahlte und weiter unterrichtete ...

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