Berlin - Friedrichshagen in alten Ansichten Band 1

Berlin - Friedrichshagen in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Albert Burkhardt
Gemeente
:   Berlin
Provincie
:   Berlin
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6028-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Berlin - Friedrichshagen in alten Ansichten Band 1'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

28 Am 9. November 1895 wurde Bruno Wille ins Ortsgefängnis eingeliefert, das irn Hofgebäude des Gasthofs 'Zum schwarzen Adler ', Rahnsdorfer Straße 27 (heute Nr. 5) eingerichtet war. Das Bild des Berliner Fotografen Carl Quanier har Wille seinem Buch über diese Affäre beigegeben. Er und seine Frau Auguste begrüßen hinter dem Gitter die Besucher. Davor stehen Bölsche (links) und Iulius Hart, rechts von ihnen zwei 'Pennbrûder' (hier befand sich auch die Obdachlosenherberge) . Links von ihnen Herman Büttner, Privatgelehrter und MitarbeiterWiIles in der Volksbûhnenleitung; Robert Bertelt (Deckname Bartels), Bölsches

Schwager, Buchhändler und Volksbühnenkassierer, mit seiner Frau und der Tochter Freya: ganz links ]ulius Harts Ehefrau Martha,

29 Auf dem Titelblatt des 1914 erschienenen Buches ist Willes Gefàngniszelle abgebildet. Seine Haft, ohne ordentliches Gerichtsverfahren, erregte Aufsehen und führte zu öffentlichen Protesten. Behórdenvertreter waren deshalb bestrebt, den Fall gütlich beizulegen, und empfahlen dem Häftling, Weihnachtsurlaub zu beantragen. Daraufhin konrite er das Gefàngnis am 14. Dezember nach 36 Tagen verlassen und brauchte sich auch nicht zurückzumelden. Zunächst schilderte er das ihm angetane Unrecht in dem verbitterten Pamphlet 'Sibi-

ri en in Preußen", zwei Iahrzehnte später jedoch teils launig und humorvoll, teils satirisch in dem Buch, das

sein bekanntestes werden sollte und 1985 sowie 1987 Neuausgaben erlebte.

~aê @Jtfängntß ~um ~rtußtfWtn Wbler

~ fdbfltrtdJte 6d)UbbiirSerd

30 Diesen Anblick bot der 'Schwarze Adler' mit seinem der Renaissance nachempfundenen Volutengiebel noch im Mai 1 974 (unser Bild), doch war der Gasthof schon im Zweiten Weltkrieg geschlossen worden. 1981 wurde dasVorderhaus weitgehend abgerissen, lediglich die Außenmauern konnten beim Umbau des Gasthofs (zunächst Keramikwerkstatt, jetzt Architektenbüro ) stehen bleiben. Und das Hofgebäude, über dem Bretterzaun zu erkennen? Bei der Prüfung auf Standfestigkeit fiel es gleich in sich zusammen, es brauchte nur ein bißchen nachgeholfen zu werden. Den Platz der einstigen Gefängniszellen und der

'Herberge zur Heimat' nimmt heute eine üppig grünende Rasenfläche ein.

31 'Ein Gatten mit alten Erlen, Kuhställe, eine Scheune mit Storchnest, Taubenhaus und gurrendeTauben, Hühnel' und Enten, schilfumkränzt der Mühlteich, ein Ausblick aufMoorwiesen und Kiefern.' Wie Bruno Wille in seinem Gefángnisbuch berichtet, kehrte er an einem 'wunderschönen Herbsttag' des Iahres 1895 in dem beliebten Restaurant 'Ravensteinel' Mühle' (hier um 1910) ein, allerdings in Begleitung seines Bewachers, des Amtsdieners Bolle (ei gentlich A1~ bert Homann). Dem proruinenten Häftling wurden solche 'Extratouren' gestattet, ein andermal bis zur Heidemühle, ebenfalls im Erpetal gelegen, und zum Forsthans

'Alt ~ Krurnmendamm' , das nicht mehr existiert. Im Zweiten Weltkrieg wurde aus der Gaststätte 'Ravensteiner MûhIe' das noch heute bestehende Alters- und Pflegeheim.

32 Die Iahre vergingen, die Verhältnisse änderten sich, War Dr. plul. Bruno Wille, Dichter, Religionsphilosoph, Autor zahlreicher Bücher, 1895 wegen seiner Unterrichtstätigkeit noch inhaftiert worden, so trat man im Ersten Weltkrieg, als Lehrer fehlten, mit der Bitte um Aushilfe an ihr heran: Er sagte auch zu und gab von [anuar 1917 bis Juni 1918 jede Woche sechs Stunden Deutsch an der Kónig-Friedrich-Schule, dem Gymnasium für Jungen (Neubau eingeweiht am 6. Januar 1906, hier kurz danach aufgenommen). Einige Friedrichshagener haben seinen anschaulichen, lebendigen Unterricht und sein ungewalmt freundliches Auftretcn

den Schûlern gegenüber noch in angenehmer Erinnerung. Seit November 1994 trägt das Gymnasium den Namen Bólsche-Oberschulc,

33 Das Lehrerkollegium der König-Friedrich-Schule im Iahre 1929. Oben:Turnlehrer Julius Schmitz, Oberturnlehrer Alfred Tinius, Studienrat Erwin Förster, StRo Dr. Felix Bieger, Studtenassessor Dr. Erich Nolte, Oberschullehrer fürTurnen Erich Thursch und Stk, Kurt Sielisch, Mitte: Turnlehrer Otto Baehr, StRo Friedrich Laue, Stß, Max Ebner, StRo Dr. Werner Stachowitz, Musiklehrer Monty Kusel, StRo Dr. Otto Eicke, StRo Dr. Kurt Schubert und Studiënass. Paul Trantow. Unten: Zeichenlehrer Richard Böttcher, StRo Dr. Kar! Salow, Realschullehrer Hermann Kindt, Stk. Prof. Ewald Frûh, Studiendirektor Dr. Johannes Reiske, StRo Prof. Dr. Friedrich Stein-

bacher, StRo [ulius Hartung, Stk. Paul Westphal und Stk. Dr. Paul Schulze.

34 Eine Kolossalstatue, hier 1913 noch in Gladenbecks Bronzegießerei in der Wilhelmstraße (Peter-HilleStraße), begab sich auf Wanderschaft nach Norwegen, bis zum Südufer des malerischen SognefJords nordöstlich von Bergen. In dem Ort Vangsnes steht sie bis heute oberhalb einer Fährstelle auf dem Landvorsprung Framnes,

dem Schauplatz der Fridtjofsage. Darin wird vom Wikingerfürsten Fridtjof erzählt, der mit Mut und Tapferkeit das Herz des gegenüber am Nordufer residierenden Kónigs Bele rührte und das seiner schönen Tochter Ingeborg gewann. Das 23m hohe Fridtjofdenkmal war ein Geschenk Kaiser Wilhelms II. an die Norweger und ihren König Haakon VII., denn der deutsche Herrscher steuerte mit seiner Jacht oft und gern die westnorwegischen Fjorde

an. Die Bronzegießerei Hermann Gladenbeck, 1850 in Berlin gegründet, war 1887 hierher übergesiedelt. Die Gemeindeväter zögerten etwas, die Niederlassung in ihrem Luftkurort zu genehmigen, doch bereuten sie ihre Zusage bald nicht mehr, war es doch gerade diese Firma, die mit vielen Groß- und Kleinplastiken und kunstgewerblichen Gegenständen den Namen Friedrichshagen in die Welt hinaus trug.

35 Feurio! im alten Spinnerdorf: Zum nächsten Feuermelder gelaufen, das war meist ein Kaufmann, der griff sein Horn vom Haken und blies kräftig hinein, daß es ein anderer Melder vernahm, der dann in sein Horn stieß. So ptlanzte sieh das Tuten fort, bis sich die Feuerwehrleute am Spritzenhaus in der Kirchstraße (Aßrnannstraße ) neben der Knabenschule sammelten und die Spritze klarmachten. Da kamen die ersten Pferdehalter herbei, sie mußten bei Alarm ihre Tiere sofort zum Einspannen bringen. Kaum zehn Minuten nach dem ersten Hornsignal rumpelte der Löschzug los. Hier sehen wir die schon motorisierte Ausführung von 1 92 9, noch

vor der Knabenschule. BaJd darauf erhielt die Feuerwehr ihr heutiges Depot Müggelseedamm 1 78.

36 Auf Geheiß des Königs wurden 1757/S8Maulbeerbäume für die Seidenraupenzucht angepflanzt, in zwei Doppelreihen auf der Dorfstraße. Manche sprechen von 1 800, andere von 1 200 Bäumen, nach neueren Forsehungen sollen es 676 gewesen sein. 1852 wurden etwa 2S0 Bäume nachgepflanzt. Von diesen waren 1 932 neun übrig, alle andern durch Linden ersetzt, Heute stehen ganze drei: vor Nr. 63, 11 und

] 26a. Nach demletztgenannten hieß Ca.rl Dumróses 'Gute Stube' (Haus Nr. 121, hier um 1925) späterZum Maulbeerbaurn': har sich aber 1993 in einen 'China-Garten verwandelt, während eine

Gaststätte 'Zum Maulbeerbaurn' mit deutscher Speisekarte links daneben, auch in Nr. ] 2 ] , verblieben ist. Maulbeeren sind brombeerartig und sûß, die gelben dieses Baumes noch etwas schmack-

haf ter als die dunkelroten vom 'Kollegeu' schräg gegenüber.

(Xpuß aus FI'iedI'ichshagen -_.

DumI'Öse's Gute Stube, FI'led,I'id:lstI'.i21 - Teleph. 404 Amt FI'iedrichshagen

37 Die GemeindeMädchenschule entstand 1900 in der Wilhelmstraße 44-45 (heute 13. Grundschule, Peter-Hille-Straße 7), im [ahr zuvor die Knabenschule (10. Grundschule, AßmannEcke Scharnweberstraße), beide aus dunkelroten Klmkern erbaut. Dieser preußische Amtsstil prägte um die Iahrhundertwende viele Rathäuser, Kirchen, Kasernen, Postämter, Schulen usw. Allerdings fehlte den Mädchen noch die Turnhalle. So war jedeTurnstunde mit einem Spaziergang zur KnabenschuIe verbunden - gewiß eine willkommene Abwechslung im Schulalltag. Über dreißig

[ahre vergingen, dann endlich wurde den Mädchen ihre Turnhalle 'nachgereicht'.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2020 Uitgeverij Europese Bibliotheek