Berlin - Friedrichshagen in alten Ansichten Band 1

Berlin - Friedrichshagen in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Albert Burkhardt
Gemeente
:   Berlin
Provincie
:   Berlin
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6028-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Berlin - Friedrichshagen in alten Ansichten Band 1'

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48 Ietzt die andere Seite, das Köpenicker Ufer am 'Müggelschlößchen': Die Kettenfähre liegt bereit, die Fahrgäste warten schon aufs Einsteigen. Wieder ein Bild aus der Zeit um 1914.

Links neben der Brauerei mit ihrem beliebten Ausschank am See ist der Anlegesteg an der Pfeiffergasse zu erkennen. Aus den Bäumen ragt der Turm derVilla des Arntsvorstehers Wilhelm Klut in der Waldowstraße I (Josef-Nawrocki -Straße 5). 19 I 1 , zwei Iahre nach Kluts Tod, verkauften die Erben das Haus der Brauerei, deren Direktor hier einzog.

Am t1ügge/see. Blick "auf Frtedricnsneqen.

49 Im Iahre 1925 war es schon wieder soweit: Unhaltbare Zustände! Eine Katastrophe!

Die Kettenfähre gab ihr Bestes, pendelte pausenlos, mit 300 Personen voll wie eine Sardinenbüchse. Doch bei

50 000 Ausflüglern war sie an Sommersonntagen hoffnungslos überfordert, gerade wie dreißig Iahre zuvor die gestakten Kähne. Unsere Bilder von etwa 1930 zeigen den Ausweg: 1926 wurde der bisher einzige Fußgängertunnel unter der Spree hindurch gebaut, am 25. Mai 1927 frcigegeben, und damit harte die Fähre ausgedient. Etwa fünfzig Stufen hinab, hier arn Müggelschlößchen, und in 120 m Entfernung am Müg-

gelpark wieder hinauf - so einfach ist das seit jenem Tag, den die Friedrichshagener wie ein Volksfest feierten. Endlich waren die weiten Wälder mit den Müggelbergen und stundenlangen, reizvollen Uferpromenaden viel leichter zu erreichen.

Friedrichshagen am Müggelsee, Spreetunnel erbaut und versenkt 1926

o r p etu el ist 120 m lang, 5 m breit, 2": m hoeh, Etwa!'IJ Slufen r rre::u r Sl: tief liegenden Sohle. Der Tunnel wt.orde über Wasse!" er ,] t und d n verse ,-obei SXX) cbm Erde entfernt werden mt.l6tc:"'l

Die \i e .ind !'IJ cm stark. Bauzeit J. Jahr.

50 Wir sind nun im Tunnel und gelangen, ebenso wie diese Knaben um ] 930, unter dem Spreewasser garantiert trockenen Fußes wieder ans Tageslicht. 8,5 m tiefliegt die Sohle des Tunnels, er ist 2,5 m hoch und 5 m breit, seine Wände sind einen halben Meter dick. ] 926 war es in Deutschland ein Versuchsbau, der zum Glück reibungslos verlief. Die Röhre wurde in zwei 60 m langen Teilen vorgefertigt. Erst wurde die Hälfte am Müggelschlößchen, dann die Friedrichshagener versenkt. So konnte immer eine 60 m breite Seite für den Schiffsverkehr frei bleiben, allerdings beschildert: 'Tunnelbau - Nicht ankern: - Langsam fahren!'

Unter Wasser wurden die Hälften miteinander verbunden und zuletzt an die Treppenhänser angeschlossen es paßte genau! Kostenpunkt:

1 Million Mark. Benutzung: kostenlos.

51 Auf diesem Bild (um

] 930) sehen wir links auf der Landzunge das Treppenhäusehen des Spreetunnels, dann den großen Terrassengarten des 'Müggelschlößchens' an Spree und See und im Hintergrund die Müggelberge. Der Brauereigründer Hermalm Schäfer schuf 1873 diese Ausflugsgaststätte an der Stelle der] 866 abgebrannten 'Müggelbude', die Fischern und Schiffern als Unterschlupf diente und die Theodor Fontane in seinen 'Wanderungen durch die Mark Brandenburg' beschrieben har. Aber auch Schäfers Anlage besteht nicht mehr, sie wurde 1 945 völlig zerstórt, Viele Erinnerungen sind für Frie-

drichshagener mit ihr verbunden, mit Wehmut denken sie daran zurück.

52Schan vor Friedrichshagen legten Berliner Ausflugsdampfer am Hirschgartener 'Restaurant Aussichtsturrn' an (Karte von 1900), das die Fahrgäste lockte: 'Liebe Besucher, auch hier gibt es schóne Plätze an Wald und Wasser, dazu zwei Kegelbahnen, große Veranden und einen eleganten Saal mit zusammen 2000 Plätzen, den Aussiehtsturm (das war Hirschgartens Wasserturm, aber mit Aussichtsgalerie ), den Obelisken zur Erinnerung an die Gründung unserer Villenkolonie im Jahre 1870, und sehr bekömmlich ist ein Solbad mit unserem Originalquellwasser, das Ilmen im Badehaus gleich nebenan verab-

reicht wird, also bitte aussteigenl'

Was ist von all der Herrlichkeit geblieben? Nur der Obelisk...

53 Noch einrnal 'Friedrich der Große', nun aber rnit normaler Ladung, nicht Zementsäcke, sondern, wie es sich für einen Ausflugsdampfer der Reederei Bauer geziemt, Passagiere. Sie sind hier, etwa 192 8, gerade abgefahren nach Woltersdorf, Neue Mühle, Teupitz, vielleicht auch nur hinüber nach 'Rûbezahl'. Der Müggelpark mit der Anlegestelle gehörte zum Grundbesitz des Irnmobilienhändlers Hugo Ehrlich. Nach dem Tod seines Solmes Günther im Ersten Weltkrieg vermachte er die Uferpartie der Gemeinde, und dadurch wurde sie für die Öffentlichkeit zugänglich. Selbst wenn uns der Ausblick über den See (4,3 km lang, 2,6 km breit)

auf das bewaldete Südufer rnit den Müggelbergenlängst vertraut ist, sind wir von der Weite und Schonheit dieses Landschaftsbildes immer aufs neue beeindruckt.

54 Aus derVogelschau urn 1930 heben sich drei Straßenzüge ab (von links nach rechts) : Friedrichstraße (Böischestraße ), Scharuweberstraße, Bruno-Wille-Straße, Am Seeufer links der Müggelpark, in der Mitte Bellevue, rechts das Seebad Friedrichshagen. Bellevue, einst größtes und vornehmstes Ausflugslokal und Hotel mit dreißig elegant eingerichteten Frerndenzimmern, ist seit 1945 das St-Antonlus-Krankenhaus. In Bellevue wurde vor 1890 das erste Seebad eingerichtet, nach Geschlechtern getrennt: rechts von einem langen Holzsteg der abgegrenzte Damen-, links der Herrcnbereich. Vom Steg aus gab es Schwimmunterricht an der

Leine, draußen für ganz Kûhne ein Dreimeterbrett zum Sprung in die Tiefe.

SS Unsere Karte zeigt urn 1914 die zweite Badeanstalt am Müggelsee, das Wilhelmsbad, 1898 etwas weiter östlich neben Bellevue eröffnet. Männlein und Weiblein wurden ebenfalls vorschriftsmäßig sertiert. doch ist hier die trennende Schranke in der Mitte bereits entfernt. Zum Wilhelmsbad gehörte ein Restaurant, dem 1910 der Wirt Franz Brumme den neuen Namen 'Müggelsee-Kasino' gab. 1 9 1 3 übernahm die Gemeinde Friedrichshagen das Bad, das nach wie vor in der Saison die Gäste zur Abkühlung l1I1d Erfrischung im Müggelsee begrüßt.

Friedrichshagen Gemeinde-Badeanstalt .? Müggelsee

56 Umzüge wie hier in der Seestraße (Müggelseedamm) im Iahre 1928 bei der 175jahr-Feier der Ortsgründung waren Höhepunkte für Alt und Jung und sind es bis heute geblieben. Eine Zeitlang ruht jeglicher Verkehr. Man zieht festlich gekleidet durch die Straßen, Polizei gibt schützendes Geleit, Schaulustige gehen aufBürgersteigen mit, Fahnenträger, Reiter, Kutscher mit Pferdewagen, Sänger, Chöre, Musikkapellen alle in gehobener Stimmung und mit Feuereifer dabei. Solche Tage heben sich aus dem Einerlei heraus, und oft kommt man auf sie zurück:

Weißt du noch .... ?

57 Daß am Kaisersteg (Bild um 1914) nur die Jacht des Kaisers anlegen durfte, wenn er den Ort am Müggelsee besuchte, ist eine Legende. Tatsächlich war hier die Anlegestelle des Reeders und Zimmenneisters August Basedow - oder vielmehr die seines Raddampters 'Elbe', der Gäste für 15 Pfennig zum Prinzengarten und für 20 Pfennig nach Müggelwerder und Müggelhort am Ostufer des Sees übersetzte. Der Name Kaisersteg hing mit der gegenüber einmündenden Kaiserstraße zusammen, Nach der Abdankung Kaiser Wilhelms II. 1918 bot der 60. Geburtstag des Dichters Bru-

na Wille arn 6. Februar 1920 Gelegenheit, der Straße den Namen des Iubllars zu geben. Sie trägt ihn bis heute, obwohl Wille damals den Ort wenige Monate später für immer verließ. Er starb 1928 in

Senftenau am Bodensee und wurde auf dem Parkfriedhof Berlin -Lichterfelde beigesetzt.

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