Berliner Verkehr in alten Ansichten

Berliner Verkehr in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Gustav Sichelschmidt
Gemeente
:   Berlin
Provincie
:   Berlin
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2252-8
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Berliner Verkehr in alten Ansichten'

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9. Berliner Droschkenkutscher galten als die betreßten Herolde des Berliner Witzes. Ihrer Schlagfertigkeit gegenüber zeigte sich kein Auswärtiger gewachsen. Es gab daher auch oft Ärger wegen des Fahrpreises, der dann aber mit Einführung des Taxameters behoben wurde.

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Bahnhof BeUeroe

10. Im Jahre 1903 machten die ersten Kraftdroschken mit Taxameter ihre Probefahrten durch die Straßen Berlins. Durch ihre Schnelligkeit und Wendigkeit setzten sie die Pferdedroschken immer mehr außer Kurs. Obwohl ihre Tarife beträchtlich höher lagen, da die ersten sechshundert Meter siebzig Pfennige kosteten, waren sie 1910 den Droschken gegenüber bereits in der Überzahl. Man fuhr nicht mehr 'Droschke', man fuhr 'Taxe'. Eine Anzahl dieser frühen Berliner 'Taxen' zeigte diese Karte vom Bahnhof Bellevue.

11. Im Jahre 1892 war das erste Auto in Berlin offiziell zugelassen worden. Damals bestaunte man sie mit berechtigter Skepsis, wenn sie im Straßenbild auftauchten. Man stellte einen Mangel an Chauffeuren fest, die gleichzeitig Kutscher und Maschinist sein konnten. Davon konnte bald schon keine Rede mehr sein; denn wenige Jahre später lenkten sogar resolute Damen wie die hier abgebildete Sängerin Tauscher-Gadsky eines dieser vielbestaunten Vehikel selbst mühelos durch die Stadt.

12. Die oft recht desolaten Zustände in überfüllten Berliner Pferdeomnibussen boten bereits Theodor Hosemann um 1850 Anlaß zur Darstellung dieser ebenso dramatischen wie komischen Szene. Diese Omnibusse befuhren auf fünf Linien mit zwanzig Wagen und hundertzwanzig Pferden die City Berlins. Die harten Konkurrenzkämpfe der zahlreichen Omnibusunternehmungen führten 1868 zur Gründung der Allgemeinen Berliner Omnibus AG (ABOAG), die ihren Betrieb mit 257 Omnibussen und 1 089 Pferden aufnahm. Im Jahr darauf wurden bereits zehn Millionen Personen von dieser Gesellschaft befördert.

13. Der hier abgebildete 'Sechser-Ornnibus' wurde von zwei Pferden gezogen und verfügte über sechsundzwanzig Sitz- und einige Stehplätze. Der Zugang erfolgte von hinten, wo auch der Schaffner das Fahrgeld kassierte. Im Wettbewerb mit der 1865 eröffneten Pferdeeisenbahn hatten die Omnibusse in Anbetracht des schlechten Zustandes der zumeist noch mit Feldsteinen gepflasterten Straßen schwere Einbußen hinzunehmen. So sank ihr Anteil am Berliner Gesamtverkehr von 89 Prozent im Jahre 1868 auf nur noch 17 Prozent im Jahre 1880.

BERlIN. Sechser-Dmriibus i. d. l.eioeiçerstresse 1907. 0259 N.

ALT-BERLIN 0251 E.

14. Im Fahrplan der Pferdeomnibusse war der B1ücherp1atz am Halleschen Tor eine der wichtigsten Haltestellen. Um den Niveauunterschied in Richtung Tempelhof bewältigen zu können, wurde an dieser Stelle Pferdewechsel vorgenommen. Im Sommer trugen die Pferde ihre kessen Strohhütchen; auch sonst sorgte man sich um ihre Erfrischung, während die strenge Kleiderordnung für Kutscher auch an Hundstagen keine Erleichterung vorsah.

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15. Diese Ansicht vom Halleschen Tor zeigt noch einige Pferdebusse, die trotz Hoch- und Straßenbahn noch unentwegt ihre Runden ziehen. Aber gegen Ende des Ersten Weltkrieges besaß die Allgemeine Berliner Omnibus AG nur noch dreißig Pferdebusse. 1920 wurde der Tagesbetrieb völlig eingestellt. Damals war der Anteil der Pferdeomnibusse im Berliner Nahverkehr auf 0,4 Prozent zurückgegangen. Bis zum August 1923 verkehrten nur noch einige Nachtbusse, die sogenannten 'Lumpensammler', vom Potsdamer Platz zum Bahnhof Halensee.

16. Die Firma Siemens & Halske zeigte auf der Internationalen Motorwagenausstellung des Jahres 1899 in Berlin einen elektrisch betriebenen Straßenomnibus, der hier mit einem Gruppenbild honoriger Herren vom Fotografen aufgenommen wurde. Er setzte sich aber gegenüber der elektrischen Straßenbahn auf Schienen nicht durch.

17. Am 19. November 1905 wurde der erste Motoromnibus auf der Linie Hallesches Tor-Chausseestraße eingesetzt. Diese zweistöckigen Verkehrsmittel, die Berlin ein gewisses weltstädtisches Air verliehen, erregten bei den Berlinern großes Aufsehen. Vom offenen Verdeck aus konnte man das Treiben in den Straßen ungehindert beobachten. Die Abbildung zeigt einen der ersten Decksitz-Motorbusse der Allgerneinen Berliner Omnibus AG. Bei Kriegsausbruch verfügte diese Gesellschaft bereits über 336 dieser Fahrzeuge.

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18. Die Popularität der neuen Auto-Omnibusse illustriert treffend diese Juxkarte aus dem Jahre 1907. Während die anderen Verkehrsmitteloffenbar vor den enormen Schneefällen dieses Winters kapitulierten, konnten die Motoromnibusse allen Unbilden der Witterung zum Trotz ihre Fahrpläne minutiös einhalten.

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